Bankchef: Credit Agricole würde sich Commerzbank anschauen

Auch die französische Bank Credit Agricole wäre im Falle eines Falles an der deutschen Branchenkollegin Commerzbank interessiert. Er würde den Auftritt auf dem deutschen Markt gerne deutlich ausbauen, sagte Vorstandschef Philippe Brassac dem "Handelsblatt" (Montag). Dabei würde er auch einen Blick auf die Commerzbank werfen, sollte das Frankfurter Geldhaus tatsächlich als Übernahmeziel auf den Markt kommen.
08.10.2017 17:46

Zuvor waren bereits die italienische Unicredit und das französische Geldhaus BNP Paribas als möglicher Käufer der Commerzbank von Beobachtern ins Spiel gebracht worden. Die Überlegungen sind Folge von Spekulationen, die deutsche Bundesregierung könnte sich von ihrem rund 15 Prozent schweren Anteil an der Commerzbank trennen und eine Übernahme durch eine europäische Bank unterstützen.

In Frankreich und Italien ist Credit Agricole bereits als Universalbank für Unternehmen und Privatkunden tätig, in Deutschland ist das bislang nicht der Fall, das Privatkundengeschäft fehlt. "Unsere Präsenz hier ist eine Erfolgsgeschichte, das Momentum stimmt", sagte Brassac. "Aber es wäre schön, wenn wir den Kunden in Deutschland ein ähnlich komplettes Angebot machen könnten wie heute schon in Italien und Frankreich."

Zwar habe die Bank in ihrer Strategieplanung bis 2019 festgelegt, sich auf das organische Wachstum zu konzentrieren. "Aber das heisst nicht, dass wir uns interessante Möglichkeiten nicht anschauen werden. Wenn ein so grosses Institut wie die Commerzbank tatsächlich zum Verkauf stünde, müssten wir das als eines der bedeutendsten Institute in der Euro-Zone sicher analysieren", betonte der Vorstandschef./he

(AWP)