Banken veröffentlichen weitere Liste zu nachrichtenlosen Vermögen

Basel (awp/sda) - Schweizer Banken haben am Mittwoch rund 300 weitere Namen zu nachrichtenlosen Vermögenswerten publiziert. Die Vermögen umfassen nach Schätzung der Schweizerischen Bankiervereinigung zirka 8 Mio CHF. Zu den betreffenden Kunden konnte seit 1956 kein Kontakt mehr hergestellt werden.
16.11.2016 11:00

Nach den neuen Gesetzesbestimmungen hatten die Banken im vergangenen Jahr erstmals eine entsprechende Liste veröffentlicht. Schweizer Banken sind verpflichtet, einmal jährlich diejenigen Vermögenswerte zu publizieren, bei denen sie seit 60 Jahren keinen Kontakt mehr zum Kunden oder Rechtsnachfolger herstellen konnten. Zudem muss der Wert der Vermögen 500 CHF übersteigen. Publiziert werden die Namen auf der Webseite www.dormantaccounts.ch.

Auf der im Vorjahr veröffentlichten Liste befanden sich gut 2600 Namen - deutlich mehr als dieses Jahr. Bei jedem zwanzigsten konnte dank der Liste der Kontakt zu einem Berechtigten wiederhergestellt werden, wie die Bankiervereinigung am Mittwoch mitteilte.

GELDER GEHEN AN STAAT

Meldet sich innerhalb eines Jahres kein Anspruchsberechtigter auf einen veröffentlichten Vermögenswert, müssen die Banken die betroffenen Guthaben von Gesetzes wegen an den Staat abliefern. Damit erlöschen die Rechte am Eigentum der Kundinnen und Kunden. Bei Vermögen, bei denen der Kontakt zum Besitzer 1954 oder früher abgebrochen ist, beträgt die Meldefrist fünf Jahre.

Ansprüche auf ein Vermögen können mit einem Formular (abrufbar unter https://www.dormantaccounts.ch) gestellt werden, das elektronisch an die betreffende Bank weitergeleitet wird. Für die Beanspruchung von Vermögen werden Nachweise über die Berechtigung verlangt.

Personen, die Vermögen in der Schweiz vermuten, können jederzeit nach diesen suchen, nicht erst nach Ablauf von 60 Jahren. Dazu müssen sie sich an den Schweizerischen Bankenombudsman wenden. Dieser hat Zugang zu einer zentralen Datenbank, in der alle kontakt- und nachrichtenlosen Vermögenswerte erfasst sind, die noch nicht zur Publikation anstehen.

In den 1990er Jahren war bekannt geworden, dass auf solchen nachrichtenlosen Konten Millionenvermögen jüdischer Opfer des Nationalsozialismus lagen.

mk

(AWP)