Bankiervereinigung stellt sich neu auf - Neue Geschäftsleitungsmitglieder

Die Schweizer Bankenbranche gibt sich eine neue Stossrichtung und neue strategische Prioritäten. Ausserdem wird die Geschäftsleitung der Bankiervereinigung erweitert.
07.04.2017 15:34

Die Geschäftsstelle der Schweizerischen Bankiervereinigung (SBVg) soll an drei Kompetenzfeldern ausgerichtet werden: erstens Private Banking, Asset Management, Retail Banking und Capital Markets mit einem hohen Verständnis für das praktische Bankgeschäft; zweitens die Bündelung wichtiger Fachkompetenzen zur Beurteilung fachtechnischer Fragestellungen und drittens effektive Kommunikation und Interessenvertretung in der Politik und Öffentlichkeit.

Damit werde Silvan Lipp per Juli 2017 Mitglied der Geschäftsleitung und Leiter des neuen Bereichs Kommunikation und Public Affairs, teilte die SBVg am Freitag mit. Er ist seit fünf Jahren bei der UBS im Bereich Public Affairs tätig, derzeit als stellvertretender Leiter Governmental Affairs Switzerland. Rolf Brüggemann, Mitglied der Geschäftsleitung und bisheriger Leiter des Geschäftsbereichs "Retail Banking und Capital Markets", hat bereits Anfang April die Leitung der Fachbereiche (Steuern, Legal & Compliance sowie Regulierung & Rechnungslegung) übernommen.

Philipp Halbherr leitet daher seit Anfang April 2017 als Mitglied der Geschäftsleitung den Geschäftsbereich "Retail Banking und Capital Markets". Er ist ehemaliges Mitglied der Generaldirektion der ZKB sowie ehemaliger Verwaltungsrat der SIX Group.

Die Besetzung der Leitung des Geschäftsbereichs "Private Banking und Asset Management" soll zu einem späteren Zeitpunkt kommuniziert werden. Die Besetzung stehe jedoch kurz vor dem Abschluss. Damit wird die Geschäftsleitung per Mitte Jahr vollständig besetzt sein, wie es heisst.

MITGLIEDER SOLLEN AN EINEM STRANG ZIEHEN

Laut SBVg-Präsident Herbert Scheidt, der auch gleichzeitig VRP bei Vontobel ist und dem Verband erst seit September 2016 vorsteht, soll die Reputation der Bankenbranche "mittels professioneller Promotion im In- und Ausland fortlaufend gestärkt werden". Als Beispiel einer Reihe von geplanten Massnahmen etwa wird eine Reise von Branchenvertretern im April nach Peking, Shanghai, Singapur und Hong Kong genannt, welche von Bundesrat Ueli Maurer, Vorsteher des Eidgenössischen Finanzdepartements (EFD), angeführt wird.

Zudem will der Verband noch stärker in relevanten Themenfeldern mitreden und dabei "noch mehr die Vordenker für die Rahmenbedingungen von morgen sein", wie es von Scheidt heisst. Dies gelte für Anliegen in der Schweiz, aber auch für internationale Gremien wie die OECD oder den Basler Ausschuss für Bankenaufsicht.

Noch mehr sollen ausserdem die Kräfte innerhalb der Finanzindustrie gebündelt werden - also mehr Zusammenarbeit mit Mitgliedern und anderen Verbänden. Ein Beispiel hier sei die mit der Swiss Funds and Asset Management Association (SFAMA) gegründete Plattform Asset Management, in der die beiden Verbände bereits heute "abgestimmt" zusammenarbeiten.

Inhaltliche Prioritäten seien 2017 indes der Automatische Informationsaustausch (AIA), das Finanzdienstleistungsgesetz (FIDLEG) und Finanzinstitutsgesetz (FINIG), Basel III/IV sowie die Altersvorsorge. Von hoher Relevanz seien schliesslich auch Verbesserungen des Regulierungsprozesses und die Minderung von Regulierungskosten.

ys/uh

(AWP)