Bar oder bargeldlos - So bezahlen die cash-Leser

Bargeldloses Bezahlen gewinnt zunehmend an Bedeutung - auch in der Schweiz, wo Bargeld immer noch sehr beliebt ist. Doch wie viele cash-Leser kommen im Alltag bereits ohne Münzen und Noten aus?
20.07.2017 18:55
Von Pascal Züger
Ein Kunde bezahlt mit Apple Pay seine Einkäufe.
Ein Kunde bezahlt mit Apple Pay seine Einkäufe.
Bild: Bloomberg

Die Schweizer gelten als besonders bargeldliebend. So stellten sich etwa im letzten Jahr nach der Forderung einer Abschaffung der 1000-Franken-Note sowohl der Bundesrat, als auch die Schweizerische Nationalbank (SNB) öffentlich hinter die "Ameise". Und ganze 86 Prozent der Teilnehmenden wollten in einer cash-Umfrage im Mai 2016 die Banknote beibehalten. Dabei kritisierten die Leser in zahlreichen Kommentaren eine solche Forderung auf Schärfste.

Eine Bargeldabschaffung ist in der Schweiz also kaum umsetzbar, ein Aufstand wäre quasi vorprogrammiert. Doch was nicht vom einen auf den anderen Tag möglich ist, kann schleichend einsetzen. Denn: Neben der Kreditkarte gibt es mit dem mobilen Bezahlen über das Smartphone (Twint oder Apple Pay) zunehmend attraktive Alternativen zum Bargeld.

Letzten Endes verschwindet das Bargeld jedoch nur, wenn dies auch die Bevölkerung so will. Wie die neuste cash-Umfrage mit über 4600 Teilnehmenden zeigt, ist Bargeld noch immer beliebt, doch für einige Leser im Alltag nicht mehr unentbehrlich:

cash-Umfrage: Wie zahlen Sie im Alltag?

Quelle: cash.ch

20 Prozent der Teilnehmer verrichten noch alle Geschäfte mit Bargeld. 44 Prozent zahlen meistens mit Cash, aber nicht ausschliesslich. Immerhin ein Drittel aller Personen sind überwiegend auf bargeldloses Bezahlen umgestiegen (31 Prozent) und 201 Personen (4 Prozent) verzichten gänzlich auf Münzen und Noten.

Bargeld hält sich in der Schweiz

Die Umfrage lässt darauf schliessen, dass in der Schweiz zwar ein (langsamer) Wechsel hin zum bargeldlosen Zahlen stattfindet, Bargeld aber weiterhin eine bedeutende Stellung einnimmt. "Die Gerüchte über den Tod des Bargeldes sind stark übertrieben", sagte SNB-Vizepräsident Fritz Zurbrügg Ende Februar 2017 in einer Rede.

Er begründete dies damals damit, dass Zuverlässigkeit und Datenschutz die Nachfrage nach Bargeld aufrecherhalten liessen. Zudem habe sich die Nachfrage nach Bargeld seit der Einführung von Negativzinsen sogar erhöht. So waren vergangenen März gemäss SNB-Statistik 1000-Franken-Noten im Wert von 47,2 Milliarden Franken im Umlauf. Vor drei Jahren waren es bloss 38,4 Milliarden Franken (cash berichtete).

Weiter fortgeschritten ist die Bargeldverdrängung in Schweden: Über 80 Prozent der Käufe werden nur noch digital getätigt. Sogar die Spendenabgabe in der Kirche erfolgt dort mittels Kreditkarte. Viele grosse schwedische Banken ziehen sich zunehmend aus der Bargeldversorgung zurück. Ab 2030 soll das Land gänzlich bargeldfrei sein.