Barnier warnt Grossbritannien vor Dumping nach dem Brexit

EU-Unterhändler Michel Barnier hat Grossbritannien vor einem Wettlauf um die laxesten Regeln nach dem Brexit gewarnt. Das "Risiko von Dumping" könnte die Ratifizierung des Austrittsvertrags gefährden, sagte Barnier am Dienstag im Europaparlament in Strassburg. Die britische Regierung sei noch die Antwort schuldig, ob sie gemeinsam entwickelte Grundsätze verwerfen oder sie unterschreiten wolle.
13.03.2018 12:18

Barnier verhandelt für die Europäische Union mit Grossbritannien über den für März 2019 geplanten Brexit. Bis Herbst sollen ein Austrittsvertrag und die Eckpunkte für künftige Beziehungen stehen.

Bei den reinen Austrittsfragen hoffe er auf Fortschritte in den kommenden Tagen, ebenso bei der von Grossbritannien gewünschten Übergangsphase von etwa zwei Jahren, sagte Barnier. Die künftigen Beziehungen sollten auf vier Pfeilern fussen: Wirtschaft, Forschung, Justiz und eine strategische Partnerschaft in der Aussenpolitik.

Barnier bekräftigte aber, dass Grossbritannien mit dem geplanten Austritt aus dem Binnenmarkt und der Zollunion selbst die künftigen Beziehungen zur EU beschränke. "Man kann keinen Binnenmarkt à la carte haben", sagte er. Die bleibenden 27 EU-Staaten würden nicht akzeptieren, dass sich Grossbritannien künftig nur dort an EU-Regeln halte, wo es vorteilhaft für das Land sei./vsr/DP/jha

(AWP)