«Bedrohung für Demokratie»Russland steht auch hinter Hackerangriffen in den Niederlanden

Die Niederlande sehen sich im Vorfeld der Parlamentswahlen im März hunderten Cyberangriffen ausgesetzt, an denen einem Zeitungsbericht zufolge auch zwei russische Hackergruppen beteiligt waren.
04.02.2017 14:58
Strassenszene in Amsterdam.
Strassenszene in Amsterdam.
Bild: cash

Wie die "Volkskrant" am Samstag unter Berufung auf Sicherheitskreise berichtete, versuchten die Hacker unter anderem, die Zugangsdaten von Regierungsmitgliedern zu knacken, darunter vom Büro des Regierungschefs. Das sei ihnen aber nicht gelungen.

Dem Bericht zufolge handelt es sich um die Gruppen APT29 und APT28. Sie sollen Verbindungen zur russischen Regierung haben und werden von der US-Bundespolizei FBI und dem US-Ministerium für innere Sicherheit als Verantwortliche für Hackerangriffe in den Vereinigten Staaten behandelt. Die US-Geheimdienste werfen Russland vor, sich zugunsten des später gewählten Präsidenten Donald Trump in den Wahlkampf eingemischt zu haben, was Moskau zurückweist.

"Bedrohung für Demokratie"

In den Niederlanden wird am 15. März ein neues Parlament gewählt. Angesichts der mutmasslichen Cyberangriffe bei anderen Wahlen wächst auch dort die Furcht vor einer ausländischen Einmischung. Ausser Russland sollen auch China und der Iran Hackerangriffe auf niederländische Regierungsvertreter verübt haben.

Der niederländische Geheimdienstchef Rob Bertholee sagte am Freitag in einem Fernsehinterview, in den vergangenen sechs Monaten habe es "hunderte Versuche" gegeben, E-Mails und Unternehmensdaten zu knacken. Es sei eine grosse Herausforderung, den vermutlich aus Russland, China und dem Iran stammenden Angreifern stets voraus zu sein. Der Chef des Geheimdienstes AIVD sprach von einer "Bedrohung unserer Demokratie".

Zur Wahl in den Niederlanden treten 28 Parteien an. Derzeit führt die PVV des Rechtspopulisten Geert Wilders in den Umfragen, gefolgt von den Liberalen (VDD) von Ministerpräsident Mark Rutte. Viele Parteien haben eine Koalition mit Wilders ausgeschlossen.

(AWP)