Bei Brexit ohne Vertrag Milliardenkosten für EU-Länder und Firmen

Ein ungeregelter Brexit würde nicht nur Grossbritannien hart treffen, sondern auch die verbleibenden 27 EU-Mitglieder und deren Unternehmen mit zusätzlichen Milliardenkosten belasten. Bis Ende kommenden Jahres müsste allein Deutschland bis zu 4,2 Milliarden Euro zusätzlich in den EU-Haushalt einzahlen, berichtete die Funke Mediengruppe (Sonntag) unter Berufung auf Berechnungen des renommierten Brüsseler Bruegel-Forschungsinstituts.
13.01.2019 15:10

Dies wäre der deutsche Anteil zum Ausgleich einer Lücke von insgesamt 16,5 Milliarden Euro, die im EU-Haushalt von April 2019 bis Ende 2020 bei einem britischen EU-Austritt ohne Abkommen entstehen würde, heisst es in einem Schreiben des Bruegel-Instituts an den Bundestag, das den Zeitungen vorliegt. Grossbritannien ist nach Deutschland der grösste Nettozahler in der EU. Den Mehrkosten für Deutschland stünden nur etwa 200 Millionen Euro Erlöse aus den Zolleinnahmen gegenüber.

Die Brüsseler Experten raten der EU zu einer harten Gangart - sollte Grossbritannien seinen Zahlungspflichten nicht nachkommen, müsse dies als "feindlicher Akt" betrachtet werden. Dann sollte die EU Grossbritannien auch keine Konzessionen bei notwendigen Notfallmassnahmen für einen harten Brexit machen.

Die deutsche Wirtschaft rechnet bei einem chaotischen Brexit unterdessen mit hohen Belastungen durch Zölle. Der deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) kalkuliert mit jährlich drei Milliarden Euro an Zöllen, die deutsche Unternehmen für Exporte nach Grossbritannien voraussichtlich entrichten müssten, schrieb die Funke Mediengruppe weiter. Hinzu kämen weitere rund 200 Millionen Euro für Zollformalitäten./ro/DP/nas

(AWP)