Berlin ruft Medien zur Herausgabe von "Paradise Papers" auf

Nach neuen, umfangreichen Veröffentlichungen zur globalen Steuervermeidung hat die deutsche Regierung die beteiligten Medien zur Herausgabe der Originaldaten aufgerufen.
06.11.2017 13:28

"Wir würden es begrüssen, wenn diese Informationen der Finanzverwaltung zur Verfügung gestellt werden", sagte ein Sprecher des Finanzministeriums am Montag in Berlin. Auch den Strafverfolgungsbehörden sollten die unter dem Namen "Paradise Papers" bekannt gewordenen Daten zur Verfügung gestellt werden, forderte ein Sprecher des Innenressorts.

Es handelt sich laut "Süddeutscher Zeitung" um eine riesige Datenmenge - 1,4 Terabyte - von zwei Finanzdienstleistern sowie den Unternehmensregistern von 19 Steueroasen.

Der deutsche Regierungssprecher Steffen Seibert betonte, die Regierung begrüsse die Veröffentlichungen. Akteure steuerlicher Parallelwelten würden bekannt, Druck werde erzeugt.

Im Kampf gegen Steuerflucht habe es zwar Fortschritte gegeben - mit Gesetzen und Projekten für mehr Steuergerechtigkeit auf nationaler, EU- und internationaler Ebene. Doch müsse die Arbeit intensiv fortgesetzt werden, sagte Seibert. "Transparenz ist der Untergang jeder Steueroase."

(AWP)