Berlin und Paris versichern gemeinsames Vorgehen im Handelsstreit

Im Handelsstreit mit den USA haben Deutschland und Frankreich ein gemeinsames Vorgehen zu den angedrohten Zollerhöhungen für Autos zugesichert. "Niemand wird Frankreich und Deutschland spalten", sagte der französische Wirtschaftsminister Bruno Le Maire am Mittwoch bei einem Treffen mit seinem deutschen Kollegen Peter Altmaier (CDU) in Paris. Die beiden Länder würden weiter "Hand in Hand" voranschreiten. Eine gemeinsame Position legten sie aber noch nicht vor.
11.07.2018 20:58

Le Maire schloss auf Nachfrage Verhandlungen über Zollsenkungen für Autos nicht aus. "Heute schauen wir alle Optionen an", sagte er. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte im Handelsstreit mit den USA vergangene Woche ihre Bereitschaft signalisiert, über Zollsenkungen zu verhandeln.

Der Franzose betonte jedoch: "Es gibt keinen konkreten Vorschlag auf dem Tisch. Aber wir sind davon fest überzeugt, Peter und ich, dass eine gemeinsame deutsch-französische Position von höchster Wichtigkeit bleibt." US-Präsident Donald Trump hatte höhere Zöllen auf Autoimporte angedroht - derzeit erhebt die EU auf den Grossteil der Autos höhere Einfuhrzölle als die USA.

Altmaier sagte: "Wir müssen jeder für sich die Auswirkungen genau einschätzen und bewerten, und dann über mögliche Lösungen sprechen." Das seien nicht nur Lösungen im Bereich der Zölle: "Ich glaube, das ganze Menü, was wir zur Verfügung haben für Verhandlungen, ist sehr umfassend und sehr reichhaltig."

Der CDU-Politiker sagte, Ziel sei es, "falls möglich, einen Handelskrieg zu verhindern, weil es am Ende eines solchen Krieges keinen Sieger geben wird, sondern nur Opfer auf beiden Seiten des Atlantiks und weltweit". Le Maire sagte dagegen, dass man seiner Meinung nach bereits in der Situation eines Handelskrieges sei./sku/DP/he

(AWP)