Beträchtliches Energiespar-Potenzial in der Landwirtschaft

Die Schweizer Landwirtschaft braucht für Maschinen, Heizungen oder Melkmaschinen 16'300 Terajoule im Jahr. Das sind rund 2% des Schweizer Energieverbrauchs. Mehr als doppelt so viel steckt als graue Energie in Gebäuden, Maschinen oder Düngern. Der Bundesrat sieht Sparpotenzial.
21.06.2017 11:52

In einem am Mittwoch publizierten Bericht schlägt er unter anderem vor, den Treibstoffbedarf durch einen optimierten Einsatz von Traktoren zu senken. Der Anteil der Treibstoffe am gesamten Energieverbrauch von 53'900 Terajoule (TJ) macht 12% aus. Aufgrund von Erfahrungen aus Frankreich geht der Bundesrat von einem Sparpotenzial von 20 bis 30 Prozent aus.

Bessere Dichtungen und Verglasungen würden den Wärmebedarf von Gewächshäusern reduzieren. Mit moderner Gebäudetechnik - Lüftungssteuerung, Wärmerückgewinnung, stromsparende Beleuchtung - könnte gemäss dem Bericht die Energieeffizienz von Gebäuden verbessert werden. Allein das Heizsparpotenzial durch Wärmerückgewinnung aus der Abluft schätzt der Bundesrat auf 60%.

Graue Energie liesse sich etwa durch bessere Auslastung von Maschinen oder natürliche und nachwachsende Baustoffe einsparen. Am grössten ist das Potenzial aber beim Einsatz von Düngern und Futtermitteln. Darin steckt fast ein Viertel des gesamten Energiebedarfs der Schweizer Landwirtschaft.

VIEL ENERGIE IM DÜNGER

Das Düngermanagement könnte gemäss dem Bericht durch eine angepasste Bodenbewirtschaftung mit einem besseren Stickstoffhaushalt verbessert werden. Eine Rolle spielen dabei auch Faktoren wie Witterung, Nährstoffgehalt des Hofdüngers oder die konkreten räumlichen Gegebenheiten. Bei Futtermitteln empfiehlt der Bundesrat graslandbasierte Rindviehfütterung, langlebige Tiere oder kombinierte Milch-und Fleischproduktion.

Verbindliche Vorschriften gibt es dazu kaum. Laut Bundesrat wirken die vorhandenen Instrumente aber "unterstützend", etwa die Ausgestaltung der Direktzahlungen, die kostendeckende Einspeisevergütung oder Projekte zur Kompensation von Treibhausgasen. Ein anderer Ansatz wäre die flächendeckende Durchführung von Eco-Drive-Kursen zur Reduktion des Diesel-Verbrauchs oder Energiestandards für Wirtschaftsgebäude.

Potenziale seien vorhanden und sollten wo wirtschaftlich möglich ausgeschöpft werden, schriebt der Bundesrat in dem Bericht. Dadurch könne die Landwirtschaft einen wesentlichen Beitrag zur Stossrichtung der Energiestrategie 2050 leisten. Mit dem Bericht erfüllt der Bundesrat einen Auftrag des Nationalrats, der ein entsprechendes Postulat überwiesen hatte.

(AWP)