BKW "verkleinert" Wohlensee - Gemeinden opponieren

Mühleberg (awp/sda) - Der Energiekonzern BKW hat im Rahmen seines Konzessionsgesuchs für den Weiterbetrieb des Wasserkraftwerks Mühleberg den Wohlensee sozusagen "verkleinert". Das passt mehreren Gemeinden nicht: Sie haben gegen das Gesuch Einsprache eingereicht.
15.06.2016 18:55

Die Gemeinden befürchten nämlich, dass mit der Verkürzung der sogenannten Konzessionsstrecke Mehrkosten auf sie zukommen. Innerhalb des Konzessionsgebiets für die Nutzung der Wasserkraft der Aare oberhalb des Wasserkraftwerks Mühleberg ist derzeit noch die BKW wasserbaupflichtig.

Doch hat die BKW um die Erneuerung der Ende 2017 auslaufenden Konzession ersucht und will dabei das Konzessionsgebiet verkleinern. Es soll nur noch von der Staumauer bei Mühleberg zur Wohleibrücke bei Hinterkappelen reichen, nicht mehr von der Einmündung der Saane in die Aare bis nach Bremgarten.

BKW-Sprecherin Sabrina Schellenberg bestätigte am Mittwoch auf Anfrage eine entsprechende Meldung der "Berner Zeitung". Es gelte, die neue Konzession den heutigen Verhältnissen anzupassen, schreibt dazu die BKW in einer Stellungnahme. "Auf die bereits abgeschlossenen Verlandungen oberhalb der Wohleibrücke kann mit dem Betrieb des Kraftwerks keinen Einfluss genommen werden."

NUR BEI EINFLUSS DER BKW

Die BKW findet, sie könne nur dort zur Verantwortung gezogen werden, wo ein Einfluss durch das Kraftwerk besteht. "Die Kostenfrage ist für die Festlegung der Konzessionsgrenze nicht massgebend."

Wird nun das Konzessionsgebiet kleiner, geht die Wasserbaupflicht ausserhalb des Gebiets von der BKW an die Gemeinden respektive an den Kanton Bern über. So schreibt beispielsweise die Stadt Bern in einer Stellungnahme, der Kanton Bern würde auf Stadtberner Gebiet auf einer Strecke von rund sechs Kilometer neu wasserbaupflichtig.

Die dafür dem Kanton anfallenden Kosten müsste zu zwei Dritteln die Stadt Bern tragen. Sie hält aber die Argumentation der BKW für "nicht plausibel": Sie sehe nicht ein, wieso die angebliche Verlandung zu einer Verkürzung der Konzessionsstrecke und damit zu einer Entlastung der Konzessionärin führen solle.

Zudem müsse damit gerechnet werden, dass die Verlandung weitergehe, was Auswirkungen auf das Fliessverhalten der Aare habe. Die Stadt Bern hat deshalb Einsprache eingereicht.

FÜNF GEMEINDEN

Ende Mai endete die öffentliche Auflage des Konzessionsgesuchs der BKW, das in sieben Aare- respektive Wohlensee-Anrainergemeinden einzusehen war. Das kantonale Amt für Wasser und Abfall des Kantons Bern (AWA) war für die Publikation verantwortlich.

Nebst der Stadt Bern haben laut der "Berner Zeitung" auch Wohlen, Frauenkappelen, Kirchlindach und Bremgarten Einsprache erhoben, also insgesamt fünf Gemeinden.

(AWP)