BLS will drei Fernverkehrslinien - "Kirche bleibt im Dorf"

(Meldung nach MK ergänzt) - Die BLS möchte drei rentable Fernverkehrslinien übernehmen, damit sie sich den Ausbau ihres RegioExpress-Netzes leisten kann. Entsprechende Pläne präsentierte die BLS-Spitze am Mittwoch an der Jahresmedienkonferenz in Bern.
19.04.2017 12:09

Verwaltungsratspräsident Rudolf Stämpfli widersprach Berichten, wonach die BLS ein "Kräftemessen" mit den SBB anstrebe. "Die Kirche bleibt im Dorf", betonte Stämpfli. Die SBB behalte die rentabelsten Verbindungen, für die BLS sei sie kein Konkurrent, sondern ein Partner. "Wir leben gut miteinander."

Die BLS erarbeite derzeit ein Konzept zum Ausbau ihres RegioExpress-Netzes in der Hauptstadtregion, hielt Konzernchef Bernard Guillelmon fest. Gemäss den Vorstellungen des Bundesamts für Verkehr (BAV) fielen mehrere Linien aus diesem Netz ab Ende 2017 ins Fernverkehrs-Basisnetz.

Diese Linien seien allesamt nicht gewinnbringend. Die BLS könne ihr Konzept also nur umsetzen, wenn sie im Gegenzug einzelne rentable Fernverkehrslinien übernehmen könne.

Intressiert ist die BLS an drei Verbindungen, wie sie am Mittwoch bekanntgab. Es handelt sich um die Strecken Brig-Bern-Aarau-Zürich-Zürich Flughafen-Romanshorn, Interlaken-Bern-Aarau-Zürich-Zürich Flughafen-St. Gallen sowie Interlaken-Bern-Olten-Basel.

Nur eine dieser Verbindungen wird in dieser Form schon heute angeboten - jene von Interlaken nach Basel. Diese könnte rasch übernommen werden, sagte Guillelmon. Den genauen "Fahrplan" bei den anderen beiden Linien liess er offen. Bis das benötigte Rollmaterial vorhanden sei, könnte es zwei bis drei Jahre dauern.

Stämpfli und Guillelmon betonten, sie seien nach wie vor an einer "fairen, partnerschaftlichen Lösung" mit den SBB interessiert. Die Gespräche liefen also weiter. Die Konzessionsgesuche müssen beim BAV bis 8. September eingereicht werden.

(AWP)