BMW sieht keinen Anlass für Standortdebatten

Der Autokonzern BMW sieht noch keinen Grund für Konsequenzen aus dem geplanten Brexit oder den von US-Präsident Donald Trump angedrohten Strafzöllen. "Wir führen keine Debatte über eine Verlagerung oder Schliessung eines Standorts", sagte Thomas Becker, Leiter für Politik und Aussenbeziehungen bei BMW, am Samstag im bayerischen Tutzing. "Wir haben kein Anlass, in Extremszenarien zu denken."
05.02.2017 14:39

China, die USA, Deutschland und Grossbritannien seien die vier grössten Märkte für BMW. Zugleich sei BMW mit seinem US-Werk in Spartanburg der grösste Autoexporteur der USA - alle X3- und X5-Modelle auf deutschen Strassen seien in den USA produziert, sagte Becker. Weil BMW ab 2019 auch in Mexiko ein Werk eröffnen will, hat Trump dem Konzern mit 35 Prozent Strafzoll gedroht.

Becker sagte, bei Milliardeninvestitionen und Modellzyklen von sieben Jahren entscheide ein Autobauer nicht hopplahopp. "Deswegen gehen wir jetzt nicht raus und führen Standortdebatten."

Extrem schwierig sei für BMW auch der Austritt Grossbritanniens aus der EU, denn dort baut der Konzern auch den Mini, grösstenteils für den Export. Wenn die Briten eigene technische Standards einführen würden, Zoll für die Einfuhr von Bauteilen erhöben und Drittländer nach dem Brexit Zoll für Autos aus Grossbritannien kassierten, gäbe das grosse Probleme. Zwar "liegen bei uns momentan keine grösseren Investitionsentscheidungen an", sagte Becker, aber "wir brauchen schnell Klarheit über Weichenstellungen" der Politik./rol/DP/edh

(AWP)