BMW verteidigt Diesel gegen Kritik - Leichter Bestellrückgang

(Ausführliche Fassung) - Der Autobauer BMW verteidigt den Dieselantrieb auch angesichts leichter Bestellrückgänge weiter. "Tatsächlich ist der Diesel mit der Euro-6-Norm ein sehr sauberer Antrieb", sagte BMW-Vertriebsvorstand Ian Robertson am Mittwoch auf der Automesse in Shanghai. Bei Privatkunden gebe es derzeit allerdings einen "leichten Rückgang der Bestellungen, aber auch nur einen leichten".
19.04.2017 06:31

Bei der Diskussion um die Abgasbelastung in Deutschland werde nicht zwischen altem und neuem Diesel unterschieden. "Es ist eher unglücklich, was in Europa passiert", sagte Robertson. Politiker hätten die Autobauer in der Vergangenheit noch zur Weiterentwicklung der Antriebsart ermutigt.

Vor allem europäische Autobauer sehen im Dieselantrieb nach wie vor eine Chance, die künftig strengeren EU-Abgasvorschriften für das klimaschädliche Gas CO2 einzuhalten. Bis die Elektroantriebe leistungsfähig genug sind, um den Schadstoffausstoss ihrer Flotten ausreichend zu senken, setzen auch die deutschen Hersteller auf die neue Diesel-6-Norm. Für ältere Normen hatte es kürzlich in einigen deutschen Grossstädten Einschränkungen bis hin zu angekündigten Fahrverboten gegeben.

Robertson warb für weitere staatliche Unterstützung von Elektroantrieben. "Länder, in denen es Anreize gibt, werden diese Entwicklung vorantreiben", sagte er. Auch der nach Antragszahlen bislang eher erfolglosen Kaufprämie für E-Autos in Deutschland kann der BMW-Manager Positives abgewinnen. Die Verkäufe der Elektromodelle der Münchener hätten auf die Wachstumsrate bezogen dadurch weiteren Schub erhalten.

Allerdings sei Deutschland damit zu spät gekommen. Für die seit Mitte letzten Jahres verfügbare Förderung von E-Autos waren bis Ende März erst gut 15 000 Anträge eingegangen.

In China will BMW bei den Absatzzahlen in Schwung bleiben. Aktuell strebe der Konzern für 2017 ein Verkaufsplus im niedrigen zweistelligen Prozentbereich wie im ersten Quartal an. von Januar bis März hatte BMW im Land gut 12 Prozent mehr Fahrzeuge abgesetzt./men

(AWP)