Börse - Deutscher Staatsfonds zeigt zehn Prozent Rendite

Deutschlands einziger klassischer Staatsfonds, Kenfo, hat angesichts starker Kapitalmärkte im vergangenen Jahr eine Rendite von 10,2 Prozent auf seine Investments erzielt.
11.07.2020 02:00
Blick zum Reichstag in Berlin.
Blick zum Reichstag in Berlin.
Bild: Pixabay

Bezogen auf das Gesamtvermögen und damit unter Einbeziehung gezahlter Negativzinsen betrug das Plus noch 3,3 Prozent. Das geht aus dem am Dienstag vorgestellten Geschäftsbericht 2019 hervor. Vor Kenfo liegen allerdings schwieriger Zeiten. Es sei klar, "dass der Fonds im laufenden Geschäftsjahr aufgrund der Auswirkungen der Corona-Krise deutlich schwierigeren Geschäftsbedingungen ausgesetzt ist", erklärte Thorsten Herdan, Vorsitzender des Kuratoriums.

Aufgabe des vor drei Jahren mit 24,1 Milliarden Euro an Startkapital gegründeten Fonds ist es, langfristig genügend Rendite erwirtschaften, um Zwischen- und Endlagerung von radioaktivem Abfall deutscher Atomkraftwerke zu finanzieren. Im Rahmen des Atomausstiegs hatten die Betreiber der Werke das Startkapital für den Fonds zur Verfügung gestellt, wodurch die finanzielle Verantwortung für die Lagerung auf den Staat überging.

Ende 2019 war rund die Hälfe des Kapitals an den Märkten investiert, fast ausschliesslich in liquide Anlagen wie Aktien und Anleihen. Jedoch wagte sich der Fonds langsam auch in alternative Vermögensklassen vor, die höhere Renditen bringen können.

So nahm der Kenfo in der zweiten Jahreshälfte 2019 bereits drei Zeichnungen für illiquide Anlagen vor. Dabei handel es sich neben einem Infrastruktur- auch um zwei Private-Equity-Fonds. Rund 171 Millionen Euro wurden hier zugesagt, von denen bis zum Bilanzstichtag bereits 7,25 Millionen Euro geflossen sind. Die Anlagen sollen in diesem Jahr weiter ausgebaut werden.

Das Jahr 2019 schloss der der KENFO mit einem positiven Stiftungsergebnis von 9,4 Millionen Euro ab, verglichen mit einem Minus von 71,5 Millionen Euro 2018. Damit erreichte der Fonds nach Anlaufverlusten bereits ein Jahr früher als geplant die Gewinnzone.

(Bloomberg)