+++Börsen-Ticker+++ - Apple vermiest der Wall Street die Rekordlaune

Die Technologieschwergewichte Apple und Ebay haben am Donnerstag die Rekordjagd an der Wall Street gebremst.
19.10.2017 22:30
Für einmal gehts für Apple nicht nach oben: Berichte über schlechte iPhone-8-Verkaufszahlen lassen am Donnerstag den Kurs einbrechen.
Für einmal gehts für Apple nicht nach oben: Berichte über schlechte iPhone-8-Verkaufszahlen lassen am Donnerstag den Kurs einbrechen.
Bild: Bloomberg

22:30

"Die Leute denken, dass der Oktober eine gruselige Zeit ist und sie Gewinne mitnehmen sollten", sagt Aktienanalystin Kim Forrest vom Finanzberater Fort Pitt Capital Group. "Vielleicht passiert das gerade bei den Technologiewerten."

Der Dow Jones der Standardwerte notiert zum Schluss kaum verändert auf 23'163 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 steigt leicht auf 2562 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verringert sich um 0,3 Prozent auf 6605 Punkte.

Die Apple-Aktien sacken 2,4 Prozent ab. Hintergrund war ein Bericht der taiwanischen Zeitung "Economic Daily News", wonach das Unternehmen wegen des enttäuschenden Absatzes von iPhone-8-Smartphones die Bestellungen bei Zulieferern um bis zu 50 Prozent gekürzt haben soll.

Der Kurs der Ebay-Aktie büsst 1,8 Prozent ein. Der Internethändler enttäuschte die Anleger mit seiner Gewinnprognose.

Auf der Gewinnerliste stehen dagegen Verizon mit einem Kursgewinn von 1,2 Prozent. Der grösste US-Mobilfunkkonzern hatte im vergangenen Quartal etwas mehr umgesetzt als von Analysten erwartet.

Gefragt waren auch Adobe, die 12,2 Prozent in die Höhe schnellen. Der Softwarekonzern rechnet damit, dass Gewinn und Umsatz im kommenden Jahr über den aktuellen Analystenerwartungen liegen.

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17:40

Kursverluste der Marktschwergewichte Nestlé und Roche sowie die Katalonien-Krise haben am Donnerstag die Schweizer Börse belastet. Dabei gerieten vor allem Aktien unter Druck, die im laufenden Jahr stark gestiegen sind. "So nahe am Jahreshoch ist ein Marschhalt nicht unüblich", sagt ein Händler. Zudem beunruhige die Entwicklung der Katalonien-Krise die Anleger. Der SMI büsst 0,8 Prozent auf 9234 Punkte ein. Mit 9318 Zählern stand der Leitindex am Mittwoch auf dem höchsten Stand seit August 2015.

Da Katalonien eine Frist verstreichen liess, ohne sich eindeutig zu den Unabhängigkeitsbestrebungen zu äussern, will die spanische Zentralregierung am Wochenende darüber beraten, die autonome Region unter Zwangsverwaltung zu stellen. Kataloniens Regierungschef Carles Puigdemont drohte, bei einer Zwangsverwaltung die Unabhängigkeit auszurufen.

"Es rechnet ja niemand mit einer Eskalation. Aber Gewinne mitzunehmen, kann nicht schaden", sagt ein Händler.

Negativ aufgenommen wurde eine Reihe von Quartalsberichten. Die Aktie des Lebensmittelriesen Nestlé sinkt um 1,0 Prozent. Der Konzern hat im dritten Quartal etwas an Schwung gewonnen, gab aber einen verhaltenen Ausblick ab.

Der Genussschein des Pharmakonzerns Roche verliert gar 2,3 Prozent. Roche habe mehr oder weniger eine Punktlandung hingelegt, sagt ein Börsianer. Roche konnte die aufkommende Konkurrenz durch günstigere Nachahmermedikamente vorerst parieren. Vor allem das neue Multiple-Sklerose-Mittel Ocrevus sorgte für einen kräftigen Wachstumsschub. Mit dem neuen Produktportfolio könne Roche aber kaum an die alte Wachstumsstärke anknüpfen, sagt ein Händler.

Die Aktien der Banken büssen meist Terrain ein: Credit Suisse verliert 0,6 Prozent. Der Hedgefonds RBR will den Wert der Bank mit Börsengängen von Teilbereichen verdoppeln. Unter anderem soll die Investmentbank in New York oder London gelistet werden, heisst es in einer Reuters vorliegenden Präsentation des aktivistischen Anlegers.

UBS verlieren 0,7 Prozent und Julius Bär sacken um 1,8 Prozent ab. Bei den Versicherungen fallen Zurich mit einem Kursplus von 0,8 Prozent auf. Die schweren Wirbelstürme in den USA und der Karibik dürften die Versicherung nach Abzug der Rückversicherungsdeckung und vor Steuern rund 700 Millionen Dollar kosten. Nach Steuern dürfte die Belastung etwa 620 Millionen Dollar betragen.

Bei den meist schwächeren zyklischen Aktien legen ABB um 1,1 Prozent zu. Der Elektrotechnikkonzern hat einen 130 Millionen Dollar schweren Auftrag für den Bau der Stromübertragungsinfrastruktur für ein Kernkraftwerk in Grossbritannien erhalten.

Gewinnmitnahmen drücken die Titel der Luxusgüterhersteller Richemont und Swatch um 1,1 und 1,6 Prozent ins Minus. In einem Interview mit dem "Manager Magazin" sagte Swatch-Chef Nick Hayek, der Konzern sei im August und September um 10 Prozent gewachsen. (Lesen Sie den ausführlichen Bösenkommentar zum Donnerestag.)

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16:10

In den USA ist der Sammelindex der wirtschaftlichen Frühindikatoren im September entgegen den Erwartungen von Analysten gefallen. Er gab um 0,2 Prozent zum Vormonat nach, wie das private Forschungsinstitut Conference Board am Donnerstag in Washington mitteilte. Ökonomen hatten stattdessen mit einem leichten Zuwachs um 0,1 Prozent gerechnet. Im August war der Indikator um 0,4 Prozent gestiegen.

Der Sammelindex setzt sich aus zehn Frühindikatoren zusammen. Dazu zählen unter anderem die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, die Neuaufträge in der Industrie, das Konsumentenvertrauen und die Baugenehmigungen.

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15:40

Kursverluste bei den Technologieschwergewichten Apple und Ebay belasten die Wall Street am Donnerstag zum Handelsauftakt. "Die Leute denken, dass der Oktober eine gruselige Zeit ist und sie Gewinne mitnehmen sollten", sagt Aktienanalystin Kim Forrest vom Finanzberater Fort Pitt Capital Group. "Vielleicht passiert das gerade bei den Technologiewerten."

Der Dow Jones der Standardwerte notiert im frühen New Yorker Handel 0,3 Prozent tiefer auf 23'096 Punkten, nachdem er am Mittwoch erstmals über der 23'000er Marke geschlossen hatte. Der breiter gefasste S&P 500 verliert 0,3 Prozent auf 2554 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq sinkt 0,5 Prozent auf 6591 Stellen.

Die Apple-Aktien sacken 1,8 Prozent ab. Hintergrund ist ein Bericht der taiwanischen Zeitung "Economic Daily News", wonach das Unternehmen wegen des enttäuschenden Absatzes von iPhone-8-Smartphones die Bestellungen bei Zulieferern um bis zu 50 Prozent gekürzt haben soll.

Der Kurs der Ebay-Aktie büsst 3 Prozent ein. Der Internethändler enttäuschte die Anleger mit seiner Gewinnprognose.

Auf der Gewinnerliste stehen dagegen Adobe, die 8 Prozent in die Höhe schnellen. Der Softwarekonzern rechnet damit, dass Gewinn und Umsatz im kommenden Jahr über den aktuellen Analystenerwartungen liegen.

Für Börsianer ist der Donnerstag aus historischen Gründen ein besonderer Tag. Vor genau 30 Jahren kam es zu einem Crash, der als "Schwarzer Montag" in die Geschichte einging.

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15:05

In den USA hat sich das Geschäftsklima in der Region Philadelphia im Oktober überraschend aufgehellt. Der Indikator der regionalen Notenbank (Philly-Fed-Index) stieg um 4,1 Punkte auf 27,9 Zähler, wie die regionale Zentralbank am Donnerstag mitteilte. Analysten hatten dagegen einen Rückgang auf 22,0 Punkte erwartet.

Der Philly-Fed-Index misst die wirtschaftliche Aktivität in der Region Philadelphia. Ein Wert über null Punkten deutet auf eine Expansion der Wirtschaftsaktivität hin, ein Wert unter null signalisiert einen Rückgang

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12:40

Der Schweizer Aktienmarkt notiert am Donnerstagmittag weiter im Minus. Der Leitindex SMI war im Minus gestartet und konnte sich nur kurzfristig wieder an die Marke von 9300 Punkten heranpirschen. Händler sprechen von einer Verschnaufpause nach dem zur Wochenmitte erreichten Jahreshoch. Die grundlegende Stimmung bleibe aufgrund der weiter solide erwarteten Unternehmenszahlen positiv.

Für Irritationen bei den Anlegern sorgt zudem der weiter bestehende Konfrontationskurs zwischen der spanischen Zentralregierung und der Regionalregierung Kataloniens. Auf der Konjunkturseite sorgten die Zahlen aus China für eine verhaltene Reaktion. Die BIP-Zahlen der Volksrepublik waren im dritten Quartal robust ausgefallen. Allerdings belaste der hohe Verschuldungsgrad und die Erwartung, dass sich am Parteikongresses der chinesischen KP keine Reformen abzeichneten, heisst es im Handel.

Der SMI notiert gegen Mittag 0,5% tiefer bei 9261 Punkten. Der 30 Aktien umfassende SLI verliert 0,6% auf 1488 Zähler, und der breite SPI 0,5% auf 10'579 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 24 im Minus, 3 im Plus und 3 unverändert.

Schwergewicht Roche (GS -0,9%) belastet den Leitindex deutlich. Der Konzern hat im dritten Quartal das Wachstumstempo gehalten und bestätigt den Ausblick für das Gesamtjahr. Die neuen Medikamente Tecentriq, Ocrevus und Alecensa konnten die Erwartungen offenbar erfüllen, während die drei umsatzstärksten Medikamente etwas schlechter abschnitten als erwartet. Zudem hat Bernstein das Kursziel für Roche unabhängig von den Zahlen im Rahmen einer Branchenstudie gesenkt. Das zweite Pharma-Schwergewicht Novartis (-0,1%) zeigt sich demgegenüber nur geringfügig leichter, Vifor Pharma notieren unverändert.

Der Lebensmittelkonzern Nestlé (-0,7%) hat mit einem organischen Wachstum von 2,6% in den ersten neun Monaten leicht stärker zugelegt als erwartet. Die geplanten Effizienzverbesserung sollen schneller umgesetzt werden, was zu höher als geplanten Kosten führen werde. Dies verändere die Ergebniserwartungen jedoch nicht grundlegend, hiess es von Analysten. Insgeheim hätten Anleger wohl noch mehr erwartet und Händler sprechen nach der guten Kursentwicklung der vergangenen Wochen von Gewinnmitnahmen.

Grösster Verlierer unter den Bluechips ist Dufry (-2,0%), die damit an die schwache Entwicklung der Vortage anknüpfen. Auch Julius Bär (-1,9%) hat im Verlauf des Vormittags die Abgaben klar ausgeweitet. Zudem zeigen sich Kühne+Nagel, Clariant (je -1,2%), Lonza (-1,1%) oder Logitech (-0,9%) mit Abgaben.

Die Luxusgüter-Aktien Swatch (-0,7%) und Richemont (-1,0%) können nicht von der weiteren Erholung der Schweizer Uhrenexporte profitieren. Die September-Zahlen hatten bei höherpreisigen mechanischen Uhren eine bessere Entwicklung gezeigt als im niedrigpreisigen Segment.

Zurich (+0,2%) kann mit seiner Einschätzung zu den Sturmschäden offenbar die Anleger beruhigen. Die Assekuranz rechnet mit Schadensforderungen aus den Hurrikanen «Harvey», «Irma» und «Maria» von insgesamt rund 700 Millionen Dollar. Nach Steuern könnte dies zu Belastungen von rund 620 Millionen führen, heisst es. Beim US-Partner Farmers Re wird mit einem Nettoverlust von 17 Millionen Dollar durch die Stürme gerechnet. Es wird jedoch nicht mit einem materiellen Einfluss auf die Kapitalstärke des Konzerns gerechnet. Auch Swiss Re legen um 0,5% zu.

Am breiten Markt hat Temenos (+1,1%) am Vorabend ein kräftiges Umsatz- und Gewinnwachstum ausgewiesen und die Prognose erhöht. Die Nachfrage nach Bankensoftware bleibe aufgrund der fortschreitenden Regulierung weiter hoch. Im Folge haben Barclays, UBS und Bryan Garnier ihre Kursziele angehoben.

Der Logistiker Panalpina (-1,0%) konnte zwar den Umsatz steigern, die Ergebnisseite, insbesondere in der Seefracht, hinkt der positiven Entwicklung jedoch hinterher. EBIT und Reingewinn lagen unter den Analysten-Erwartungen.

Auch Inficon (-4,8%) hat die Erwartungen der Analysten nicht erfüllt, obwohl der Umsatz erneut kräftig gesteigert wurde und das Messtechnikunternehmen deutlich mehr verdient hat. Auch hier wurde die Guidance angehoben. (Lesen Sie den ausführlichen Börsenbericht zum Mittag.)

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10:50

Die Schweizer Börse gibt am Donnerstagmorgen leicht nach. Die Anleger halten sich trotz guter Vorgaben aus den USA zurück. Der SMI sinkt um 0,4 Prozent auf 9269 Zähler. Am Mittwoch war der Leitindex um 0,4 Prozent gestiegen.

Wegen der ungewissen Entwicklung in der Katalonien-Krise seien die Marktteilnehmer ein wenig nervös. Der katalanische Regierungschef liess am Donnerstag nach Ablauf eines Ultimatums der Zentralregierung in Madrid erneut offen, ob er die Unabhängigkeit erklärt hat. Nun könnte Katalonien die Zwangsverwaltung drohen.

Möglicherweise spiele auch der 30. Jahrestag des "Schwarzen Montag" eine gewisse Rolle. Damals erlebten die Finanzmärkte einen der stärksten Kurseinbrüche der Nachkriegsgeschichte. Der Schweizer Markt rauschte um mehr als 11 Prozent in die Tiefe. "Den Leuten, die den Crash damals noch selbst erlebt haben, dürfte der Tag und die Angst und Panik, die er ausgelöst hat, schon durch den Kopf gehen", sagt ein Händler.

Im Blick haben die Anleger auch die Aktien der Firmen, die Zwischenberichte veröffentlicht haben. Die Aktie des Lebensmittelriesen Nestlé sinkt um 0,7 Prozent. Der Konzern hat im dritten Quartal etwas an Schwung gewonnen, gab aber einen verhaltenen Ausblick ab.

Der Genussschein des Pharmakonzerns Roche verliert 0,5 Prozent. Roche habe mehr oder weniger eine Punktlandung hingelegt, sagt ein Börsianer. Aber mit dem neuen Produktportfolio könne Roche kaum an die alte Wachstumsstärke anknüpfen.

Der Anteil von Rivale Novartis, dessen Zwischenbericht kommende Woche erwartet wird, sinkt um 0,1 Prozent.

Die Aktien der Banken büssen mehrheitlich Terrain ein: Credit Suisse schwächt sich um 0,2 Prozent ab und UBS büsste 0,8 Prozent ein.

Bei den Versicherungen fallen Zurich mit einem Kursplus von 0,2 Prozent auf. Die schweren Wirbelstürme in den USA und der Karibik dürften die Versicherung nach Abzug der Rückversicherungsdeckung und vor Steuern rund 700 Millionen Dollar kosten. Nach Steuern dürfte die Belastung etwa 620 Millionen Dollar betragen.

Die Aktien von GAM rutschen nach anfänglich kräftigen Gewinnen 1,6 Prozent ins Minus. Der Assetmanager konnte im dritten Quartal mehr Neugeld anziehen als erwartet. "Die Anleger nehmen wegen der ungewissen Aussichten am Markt bei Aktien die stark gestiegen sind Gewinne mit", sagt ein Händler. GAM gewann im laufenden Jahr mehr als ein Drittel.

Die Aktien zyklischer Firmen büssen an Kurswert ein. ABB, Lafarge-Holcim, SGS und Adecco verlieren zwischen 0,2 und 0,7 Prozent.

Die Aktien von Panalpina fallen um 0,2 Prozent. Das Fuhrunternehmen habe im Bereich Seefracht enttäuscht, heisst es.

Stärker unter Druck stehen Inficon-Aktien mit minus 5,1 Prozent. Gewinnmitnahmen belasteten den Titel, heisst es. Der Quartalsbericht sei leicht schlechter als erwartet gewesen.

Gegen den Trend legen Temenos 1,1 Prozent zu. Der Softwarehersteller habe die Erwartungen übertroffen, heisst es am Markt. Analysten hoben darauf ihre Schätzungen an. 

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09:15

Der SMI fällt um 0,3 Prozent auf 9282. Damit folgt der Schweizer Markt nicht den Vorgaben. In den USA hatte der Dow Jones am Vortag seinen Höhenflug auch nach Handelsschluss in Europa fortgesetzt. Auch an der Börse in Tokio folgte der Nikkei weiterhin dem Aufwärtstrend, wenn auch mit vermindertem Tempo. Die chinesischen Börsen gaben demgegenüber ab. Die BIP-Zahlen der Volksrepublik im dritten Quartal waren robust ausgefallen. Allerdings belaste, dass sich am Parteikongresses der chinesischen KP keine Reformen abzeichnen, hiess es im Handel.

Bei den hiesigen Einzeltiteln fällt Schwergewicht Roche (GS -0,5 Prozent) wider Erwarten zurück. Der Konzern hat im dritten Quartal das Wachstumstempo gehalten und bestätigt den Ausblick für das Gesamtjahr. Die neuen Medikamente Tecentriq, Ocrevus und Alecensa können die Erwartungen offenbar erfüllen. Das zweite Pharma-Schwergewicht Novartis (-0,2 Prozent) folgt ins Minus.

Enttäuschung bleibt bei Roche aus - Kurserholung erwartet

Nestlé (-0,9 Prozent) hat mit einem organischen Wachstum von 2,6 Prozent in den ersten neun Monaten leicht stärker zugelegt als erwartet. Die geplanten Effizienzverbesserung sollen schneller umgesetzt werden, was zu höher als geplanten Kosten führen könnte. Diese Aussagen zu den Margen belasten die Aktie allerdings deutlich.

Zurich (+0,6 Prozent) rechnet mit Schadensforderungen aus den Hurrikanen Harvey, Irma und Maria von insgesamt rund 700 Mio Dollar. Nach Steuern könnte dies zu Belastungen von rund 620 Mio führen, heisst es. Beim US-Partner Farmers Re wird mit einem Nettoverlust von 17 Mio Dollar durch die Stürme gerechnet. Es wird jedoch nicht mit einem materiellen Einfluss auf die Kapitalstärke des Konzerns gerechnet.

Die Luxusgüter-Aktien Swatch (-0,5 Prozent) und Richemont (-0,2 Prozent) werden von der Erholung der Schweizer Uhrenexporte nicht gestützt. Am Vortag hatte bereits Richemont stärker angezogen.

Am breiten Markt hat Temenos (Aktie +0,9 Prozent) am Vorabend ein kräftiges Umsatz- und Gewinnwachstum ausgewiesen und die Prognose erhöht. Die Nachfrage nach Bankensoftware bleibe aufgrund der fortschreitenden Regulierung weiter hoch. GAM (+2,9 Prozent) hat deutlich mehr Neugelder angezogen als erwartet und die verwalteten Vermögen zogen auch aufgrund der Anlageergebnisse kräftig an.

Der Logistiker Panalpina (-3,5 Prozent) konnte zwar den Umsatz steigern. Die Ergebnisseite, insbesondere in der Seefracht, hinkt der positiven Entwicklung jedoch hinterher und EBIT und Reingewinn lagen unter den Analysten-Erwartungen. Auch Inficon (-3,4 Prozent) hat den Umsatz erneut kräftig gesteigert und deutlich mehr verdient, die Erwartungen der Analysten wurden jedoch nicht erfüllt. Auch hier wurde die Guidance angehoben. Dormakaba (-1,5 Prozent) werden ex-Dividende gehandelt.

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08:35

Inzwischen sind die Märkte in Asien geschlossen. Der Nikkei-Index steigt um 0,4 Prozent auf 21.448,52 Punkte. Das ist der 13. Tagesgewinn in Folge - Rekord. Die Börse in Shanghai gab dagegen 0,5 Prozent nach. Das Wachstum der chinesischen Wirtschaft im dritten Quartal fiel mit 6,8 Prozent wie erwartet aus, aber einige Anleger hätten offenbar mehr erwartet.

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08:30

Der SMI steigt um 0,1 Prozent auf 9320 Punkte. Vorbörslich im Minus ist nur Nestlé (-0,4 Prozent), nachdem die Neunmonatszahlen etwas durchmischt ausgefallen sind. Roche (+0,6 Prozent) hat zwischen Januar und September hingegen eher besser abgeschnitten als erwartet, unter anderem dank neuer Medikamente.

Informationen gibt es auch von Zurich (+0,8 Prozent): Der Versicherer teilte mit, dass die Sturmschäden in den USA mit rund 700 Millionen Dollar zu Buche schlagen. Die Zurich-Aktie ist allerdings jene, die vorbörslich am meisten steigt (zu den vorbörslichen Kursen bei cash.ch)

Die Vorgaben aus den USA seien zwar positiv und auch der schwächelnde Franken dürfte die Anleger zuversichtlich stimmen. Wegen der ungewissen Entwicklung in der Katalonien-Krise seien die Marktteilnehmer aber ein wenig nervös. Am Vormittag läuft ein Ultimatum der Zentralregierung in Madrid aus, sich eindeutig zu den Abspaltungsplänen zu äußern. Sollte die Frist ohne Reaktion verstreichen oder die Regionalregierung die Unabhängigkeit proklamieren, droht Katalonien die Zwangsverwaltung.

Möglicherweise verhielten sich die Anleger auch etwas zurückhaltend wegen des 30. Jahrestages des "Schwarzen Montag", an dem die Finanzmärkte einen der stärksten Kurseinbrüche der Nachkriegsgeschichte erlebt hatten.

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06:50

Die Wirtschaftsleistung in der weltweit zweitgrössten Volkswirtschaft legte im Sommer um 6,8 Prozent zu und damit nicht ganz so stark wie im Frühjahrsquartal. Ein wichtiger Grund dafür ist das Vorgehen der Regierung in Peking gegen Immobilienspekulationen. Bei Investoren könnten die Zahlen schlecht ankommen, weil weitere Massnahmen der Regierung möglich seien, die das Wachstum zum Jahresende hin dämpfen könnten, sagte Stephen Innes vom Handelshaus Oanda.

Die Börsen in China gaben jeweils etwa 0,3 Prozent nach. Der MSCI-Index für asiatische Aktien ausserhalb Japans notierte unverändert, nachdem er am Dienstag ein Zehn-Jahres-Hoch erreicht hatte. In Japan legten die Kurse dagegen zu. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index notierte am Mittag 0,7 Prozent fester bei 21.504 Punkten und damit so hoch wie seit 21 Jahren nicht mehr. Der breiter gefasste Topix-Index gewann 0,5 Prozent auf 1734 Zähler. Vor allem ausländische Investoren deckten sich mit japanischen Aktien ein, sagte Mutsumi Kagawa, Stratege bei Rakuten Securities. Sie setzten darauf, dass die Regierung von Ministerpräsident Shinzo Abe die Wahl am Sonntag gewinnt.

Am Devisenmarkt bewegte sich der Dollar kaum. Er kostete mit 112,97 Yen in etwa so viel wie am Vortag. Der Euro legte leicht zu auf 1,1798 Dollar. Der Schweizer Franken wurde mit 0,9805 Franken je Dollar und 1,1569 Franken je Euro gehandelt.

(cash/AWP/Reuters)