+++Börsen-Ticker+++ - Dow-Anleger treten etwas auf die Euphoriebremse

Anleger an der Wall Street haben am Montag nach zwei starken Börsenwochen etwas Vorsicht walten lassen.
08.04.2019 22:33
Trader an der Börse in New York.
Trader an der Börse in New York.
Bild: Bloomberg

22:30

Der Dow verlor am Montag 0,32 Prozent auf 26 341,02 Punkte. Der den breiten Markt abbildende S&P 500 rückte indes um 0,10 Prozent auf 2895,77 Punkte vor und schloss damit knapp unter seinem Tageshoch. Im Plus mit 0,28 Prozent auf 7599,74 Punkten beendete auch der technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100 den Handel.

Einen Dämpfer hatte im Februar die US-Industrie verzeichnet, deren Aufträge im Vergleich zum Vormonat um 0,5 Prozent gesunken waren. Analysten hatten mit diesem Rückgang gleichwohl gerechnet.

Unter den Einzelwerten standen wieder die Aktien von Boeing unter Druck. Wie die "South China Morning Post" berichtete, hat auch die China Aircraft Leasing (CALC) nach zwei Abstürzen einer 737 Max und diversen Flugverboten Bestellungen für das Unglücksmodell ausgesetzt. Zudem fährt nun der Flugzeugbauer die Produktion dieser Baureihe herunter. Die monatliche Fertigungsrate soll ab Mitte April um fast ein Fünftel auf 42 Maschinen gedrosselt werden.

Analyst Ronald Epstein von der US-Investmentbank Bank of America (BofA) nahm dies zum Anlass für ein neues Basisszenario. Er kürzte seine Schätzungen und stufte die Boeing-Papiere von "Buy" auf "Neutral" ab. Am Dow-Ende verloren die Aktien 4,44 Prozent auf 374,52 Dollar. Vor dem zweiten Absturz einer 737 Max vor gut einem Monat hatten sie noch deutlich über 400 Dollar notiert.

Umstufungen durch Analysten bewegten auch die Aktien von General Electric (GE), Snap und Symantec . So verpasste ein weiterer pessimistischer Kommentar der US-Bank JPMorgan GE einen neuen Dämpfer. Viele Investoren würden die Risiken und Herausforderungen unterschätzen und die kleinen positiven Aspekte zu hoch bewerten, urteilte Analyst Stephen Tusa über den Industriekonzern. Er senkte sein Kursziel von 6 auf 5 US-Dollar und stufte die Papiere auf "Underweight" ab. GE-Aktien rutschten um 5,19 Prozent auf 9,49 Dollar ab.

Die Aktien der Techfirmen Snap und Symantec indes legten kräftig um 3,63 beziehungsweise 5,44 Prozent zu. Das kanadische Analystenhaus RBC hatte Snap auf "Outperform" gehoben. Goldman Sachs hob den Daumen für Symantec und votiert nun mit "Buy". Im Geschäftsjahr 2019/20 dürfte der Spezialist für Sicherheitssoftware in nahezu allen wichtigen Aspekten Verbesserungen zeigen, schrieb Goldman-Analystin Gabriela Borges in einer aktuellen Studie. Zudem sei die Bewertung der Papiere alles andere als ambitioniert.

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17:30

Die Schweizer Börse hat am Montag keine grossen Sprünge gemacht. Am Zürcher Feiertag Sechseläuten legte der Leitindex SMI geringfügig auf 9547 Punkte zu.  Gewinner und Verlierer hielten sich an der Schweizer Börse in etwa die Waage. Gefragt waren Pharmawerte, während sich bei den konjunkturzyklischen Titeln kein eindeutiger Trend herauskristallisierte.

Grösster Gewinner war Givaudan mit einem Kursplus von 1 Prozent. Der Duft- und Aromenkonzern will am Dienstag Umsatzzahlen vorlegen. Analysten erwarten für das erste Quartal Zuwächse. Die Titel von Novartis legten 0,6 Prozent zu. Der Pharmakonzern spaltet am Dienstag seine Augenheiltochter Alcon ab, die dann ebenfalls in den SMI aufgenommen wird. Es ist einer der grössten Börsengänge im laufenden Jahr. Die Roche-Genussscheine waren um 0,2 Prozent fester.

Die Aktien des dritten Indexschwergewichts Nestle schlossen knapp im Plus. Der Nahrungsmittelkonzern baut sein Tiernahrungsgeschäft über eine Kooperation mit einem Veterinärklinikbetreiber aus.

Finanzwerte waren meist auf der Verliererseite zu finden: UBS verlor 0,3 Prozent an Wert und Credit Suisse 0,6 Prozent. Der Stimmrechtsberater Glass Lewis lehnt den CS-Vergütungsbericht ab.

Am breiten Markt gewannen die Aktien von Bossard knapp vier Prozent an Wert. Der Schraubenhändler steigerte seinen Umsatz im ersten Quartal und liegt nach eigener Einschätzung trotz nachlassender Wirtschaftsdynamik auf Kurs.

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16:30

Die US-Industrie hat im Februar weniger Aufträge eingesammelt. Das Neugeschäft fiel zum Vormonat um 0,5 Prozent, wie das Handelsministerium am Montag mitteilte. Experten hatten mit einem Minus von 0,6 Prozent gerechnet, nachdem die Aufträge im Januar stagniert hatten. Eine Reihe von Konjunkturdaten signalisieren eine Konjunkturabkühlung in den USA. Für das erste Quartal erwarten Experten einen Zuwachs beim Bruttoinlandsprodukt von auf das Jahr hochgerechnet 1,4 bis 2,1 Prozent. Im letzten Quartal 2018 waren noch 2,2 Prozent erreicht worden und im Sommer vorigen Jahres sogar 3,4 Prozent.

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16:00

Die Aussicht auf schrumpfende Unternehmensgewinne hat die Stimmung an den US-Aktienmärkten gedrückt.  Der Dow-Jones-Index der Standardwerte eröffnete am Montag 0,7 Prozent schwächer bei 26'252 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 gab 0,4 Prozent nach auf 2882 Zähler und auch der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 0,4 Prozent auf 7905 Stellen.

Fachleute stellen sich bei der in dieser Woche beginnenden Berichtssaison auf einen Rückgang der Gewinne der 500 führenden US-Firmen um 2,2 Prozent ein, wie aus Refinitiv-Daten hervorgeht - das wäre das erste Minus seit 2016. Die Grossbanken JPMorgan Chase und Wells Fargo legen am Freitag Zahlen vor.

Dazu kommt die Produktionsdrosselung beim Boeing-Flugzeug 737 MAX, welche die Aktien des Airbus-Rivalen belastete. "Die wichtigste Geschichte heute ist Boeing, was ein Schlüsselunternehmen in den USA ist und den Märkten zu Beginn einen Dämpfer verpasst", sagte Rick Meckler von Cherry Lane Investments. Die Aktien gaben vier Prozent nach.

Die Titel des Elektronikmaterialienherstellers Versum Materials legten gut ein Prozent zu. Der Pharma- und Spezialchemiekonzern Merck konnte das US-Unternehmen mit einem höheren Angebot von 53 Dollar je Aktie doch noch für sich gewinnen. Der Vorstand des US-Konzerns findet das Angebot nun besser als den bislang geplanten Zusammenschluss mit dem Wettbewerber Entegris. Den Fusionsvertrag mit Entegris will Versum daher kündigen und sich mit Merck einigen. Die Entegris-Titel notierten 1,4 Prozent schwächer.

Investoren legen ihr Augenmerk auch auf die jüngsten Entwicklungen in den Handelsgesprächen zwischen den USA und China. Am Freitag hatte das US-Präsidialamt nach dreitägigen Verhandlungen erklärt, es seien bei "verschiedenen Schlüsselthemen" Fortschritte erzielt worden, es sei aber weiterhin einiges zu tun.

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14:13

Wegen der nahenden Entscheidung in Sachen Brexit gehen Europa-Anleger auf Nummer sicher und nehmen Gewinne mit. Die Hoffnung auf eine baldige Lösung für den Zollstreit zwischen den USA und China verhindere aber grössere Verluste, sagte Neil Wilson, Chef-Analyst des Online-Brokers Markets.com. "Derzeit ist das Glas halb voll." Dax und EuroStoxx50 verloren am Montag um jeweils etwa 0,2 Prozent auf 11.979 und 3442 Punkte.

Dem staatlichen chinesischen TV-Sender CCTV zufolge erzielten die USA und China bei ihren jüngsten Handelsgesprächen weitere Fortschritte. Die Verhandlungen sollen in der aktuellen Woche weitergehen. Eine Lösung für den Streit sei aber noch lange nicht in trockenen Tüchern, warnte Analyst Timo Emden von Emden Research. Bei einem Scheitern der Gespräche müsse mit einem Kursrutsch gerechnet werden.

Skeptisch beobachteten Börsianer die Bemühungen von Premierministerin Theresa May, gemeinsam mit Oppositionsführer Jeremy Corbyn von der Labour Party einen Ausweg aus der Brexit-Sackgasse zu finden. "Für May ist das eine Gratwanderung zwischen Kompromiss mit Corbyn einerseits und Verlust der Unterstützung in der eigenen Reihen andererseits", sagte Commerzbank-Analyst Ulrich Leuchtmann. Die Gefahr eines ungewollten chaotischen EU-Ausstieg Grossbritanniens am Freitag sei nicht gebannt.

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14:09

Der Kurs des Euro ist am Montag weiter über die Marke von 1,12 US-Dollar gestiegen. Im Mittagshandel erreichte die Gemeinschaftswährung ein Tageshoch bei 1,1251 und notierte zuletzt bei 1,1248 US-Dollar. Der Kurs stand damit aber nur relativ wenig höher als am Morgen. Auch zum Franken legte der Euro etwas zu und wurde zuletzte bei 1,1244 gehandelt. USD/CHF notierte derweil mit 0,9997 wieder leicht unter der Parität.

Für etwas Auftrieb sorgte im Mittagshandel eine Meldung der Nachrichtenagentur Bloomberg. Die Agentur hatte unter Berufung auf Insider berichtet, dass sich die EZB in den vergangenen Tagen nicht mit Folgen der negativen Einlagezinsen für die Geschäftsbanken des Währungsraums befasst habe. Bei der am Mittwoch anstehenden Zinsentscheidung der Notenbank wird allgemein keine Änderung der Geldpolitik erwartet.

Die Anleger haben weiterhin den Austritt Grossbritanniens aus der EU im Blick. Devisenexperte Manuel Andersch von der BayernLB erkannte gute Chancen, "dass dem Euro ein anhaltender Ausbruch unter die Marke von 1,12 Dollar erspart bleibt". Voraussetzung sei allerdings, dass es in dieser Woche keine bösen Überraschungen hin zu einem ungeregelten Brexit gebe.

Weiter unter Druck stand zum Wochenstart die türkische Lira. Marktteilnehmer führten die Kursverluste auf das Bestreben der Regierungspartei AKP zurück, die Stimmen zur Kommunalwahl in der Metropole Istanbul neu auszählen zu lassen. Auch gegen die Bürgermeisterwahl in der Hauptstadt Ankara legte die AKP Einspruch ein.

Unterdessen kündigte die türkische Notenbank am Montag an, ihr herkömmliches einwöchiges Refinanzierungsgeschäft zum Leitzins von 24 Prozent wieder aufzunehmen. Die Zentralbank hatte das Geschäft vor wenigen Wochen ausgesetzt, um die türkische Lira zu stabilisieren.

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13:07

Das soziale Netzwerk Pinterest hat die Preisspanne für seinen geplanten Börsengang festgelegt. Die Aktie soll zwischen 15 und 17 US-Dollar pro Stück angeboten werden, wie das Unternehmen am Montag mitteilte. Damit will Pinterest bis zu 1,28 Milliarden Dollar einnehmen. 75 Millionen Aktien sollen platziert werden.

Das "Wall Street Journal" hatte zuvor unter Berufung auf informierte Personen berichtet, Pinterest werde für potenzielle Investoren einen Preis unterhalb seiner letzten Privatplatzierung aufrufen. 2017 hatte das soziale Netzwerk Anteile für 21,54 Dollar das Stück verkauft.

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12:52

Die Produktionskürzungen beim Boeing-Flugzeugtyp 737 MAX belasten die Aktien des US-Flugzeugbauers. Sie verlieren im vorbörslichen Handel 4,4 Prozent auf 374,65 Dollar. Boeing will ab Mitte April monatlich nur noch 42 statt bisher 52 dieser Maschinen herstellen.

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12:48

Die Ölpreise sind am Montag wegen der Sorge über ein zu geringes Angebot weiter gestiegen. Die Notierungen für Öl aus der Nordsee und US-Rohöl erreichten zum Wochenstart jeweils den höchsten Stand seit fünf Monaten.

Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete gegen Mittag 70,76 US-Dollar. Das waren 42 Cent mehr als am Freitag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 37 Cent auf 63,45 Dollar. Zuvor hatten der Brent-Preis bei 70,83 Dollar und der WTI-Preis bei 63,53 Dollar die höchsten Stände seit November erreicht.

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12:12

Der Streit um die Ergebnisse der türkischen Kommunalwahlen versetzt Anleger in Unruhe. Sie zogen sich am Montag erneut aus der Währung des Landes zurück. Im Gegenzug verteuerte sich der Dollar um bis zu 1,5 Prozent auf 5,7107 Lira und der Euro gewann 1,6 Prozent auf 6,4172 Lira. Türkische Anleihen flogen ebenfalls aus den Depots. Dies trieb die Rendite der zehnjährigen Titel auf 17,050 von 16,640 Prozent. Der Aktienindex der Istanbuler Börse rutschte um zwei Prozent ab. Zuvor hatte Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan betont, das Ergebnis der Bürgermeisterwahlen in Istanbul sei zu knapp, um einen Sieger auszurufen. Börsianern zufolge schürt dies Spekulationen über eine Wiederholung der Wahl. Erdogans Partei AKP will einem Medienbericht zufolge eine Nachzählung aller in Istanbul abgegebenen Stimmen beantragen. Bisherigen Ergebnissen zufolge eroberte die oppositionelle CHP den Bürgermeisterposten in der grössten türkischen Stadt.

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11:45

Die Schweizer Börse tendiert am Montag in einem impulslosen Handel knapp gehalten. Nach einem bisher guten Lauf im April komme es zu einem Marschhalt vor der nächsten Berichtssaison, erklärten Händler.  Der Swiss Market Index (SMI) notiert gegen 11 Uhr 0,21 Prozent leichter auf 9'521,51 Punkten.

Banken stehen auf der Verliererseite. So sinken Julius Bär um 0,5 Prozent. Allerdings hatten die Aktien in der Vorwoche, auch aufgrund von Übernahmegerüchten, um mehr als 10 Prozent zugelegt. Mit CS (-0,9%) und UBS (-0,6%) fallen weitere Titel aus diesem Sektor überdurchschnittlich. Bei diesen war es letzte Woche um 6 Prozent respektive 4 Prozent nach oben gegangen.

Händler erinnern zudem daran, dass die US-Grossbank JP Morgan bereits kommenden Freitag ihre Erstquartalszahlen zeigen wird. Und letzte Woche hatte JPM-Chef Jamie Dimon vor volatilen Zeiten gewarnt. "Das vierte Quartal 2018 könnte ein Vorbote dessen gewesen sein, was noch kommt", schrieb Dimon am Donnerstag in einem Brief an die Aktionäre. Was Dimon in seinem jährlichen Aktionärsbrief schreibt, wird an der Wall Street genau gelesen.

Zyklische Valoren tendieren uneinheitlich. Auf der einen Seite stehen ABB, Swatch und Adecco, die sich mit Kursen zwischen minus 0,1 Prozent und plus 0,2 Prozent relativ gut halten. Swatch-Chef Nick Hayek hatte der Wochenendpresse ein gewohnt zuversichtliches Interview gegeben. Die Geschäfte liefen in vielen Teilen der Welt weiterhin gut, sagte Hayek.

Nicht vom Fleck kommen dagegen andere konjunktursensitive Werte wie Ams (-1,1%), Dufry (-0,9%), Schindler (-0,8%), Geberit (-0,7%) oder LafargeHolcim (-0,6%). Clariant (-0,4%) profitieren nicht von einer Studie aus dem Hause Goldman Sachs. Deren Experten sehen erhöhte Risiken bei Chemiewerten und empfehlen daher, innerhalb der Branche verstärkt auf defensive Zykliker wie Clariant zu setzen.

Bei den defensiven Schwergewichte halten insbesondere Novartis (+0,2%) und Roche (-0,1%) den Leitindex im Lot. Nestlé büssen dagegen 0,3 Prozent ein. Mit einem Jahresplus von fast 20 Prozent stehen die Valoren des Nahrungsmittelkonzerns für knapp die Hälfte des bisherigen Zugewinns im SMI in 2019.

Die Papiere des Energieversogers Alpiq legen um 1,7 Prozent auf 71,20 Franken zu. Sie steigen somit über den Preis, den der französische Stromkonzern EDF für sein Paket bei einem Schweizer Konsortium erlösen konnte. In der "SonntagsZeitung" hatte der grösste Publikumsanteilseigner, der Finanzinvestor Martin Ebner, den Deal kritisiert und eine höhere Abfindung gefordert.

Medacta (+1,1% auf 99,44 Fr.) kommen nach dem verhaltenen Börsengang von vergangener Woche langsam auf Touren. Die Papiere des Tessiner Orthopädieunternehmens hatten am letzten Donnerstag nur marginal über dem Ausgabepreis von 96 Franken geschlossen. Seither geht es etwas deutlicher aufwärts.

Die Aktien des Zuger Industrieunternehmens Bossard (+2,8%) sind auch gut gesucht. Mit dem im ersten Quartal erwirtschafteten Umsatz hat das Unternehmen den obersten Bereich der Schätzungen erreicht.

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11:17

Die Anlegerstimmung in der Eurozone hat sich im April den zweiten Monat in Folge verbessert. Der vom Analysehaus Sentix erhobene Konjunkturindikator stieg um 1,9 Punkte auf minus 0,3 Zähler, wie Sentix am Montag in Frankfurt mitteilte. Höher hatte der Indikator zuletzt im November gelegen.

"Die Konjunktur in der Eurozone zeigt sich Anfang April weiter stabilisiert", kommentierte Sentix die Entwicklung. Gestützt werde die Stimmung durch die Hoffnung einer konjunkturellen Stabilisierung in China. Sollte es zusätzlich zu einer Einigung im Handelsstreit mit den USA kommen, könnte sich auch für die europäische Konjunktur eine Trendwende ergeben, erwartet Sentix.

Im Gegensatz zur Eurozone trübte sich der Indikator für die deutsche Wirtschaft ein. "Deutschland gehört zurzeit zu den Regionen mit der schwächsten Konjunkturdynamik", urteilte Sentix. Zuletzt waren insbesondere Industrie- und Aussenhandelsdaten schwach ausgefallen - eine Folge der hohen Abhängigkeit der deutschen Wirtschaft vom schwächeren Welthandel.

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11:00

Die Aktien des Zuger Industrieunternehmens Bossard sind am Montag in einem schwächeren Gesamtmarkt gut gesucht. Mit dem im ersten Quartal erwirtschafteten Umsatz hat das Unternehmen den obersten Bereich der Schätzungen erreicht.

Bis um 10.10 Uhr ziehen Bossard bei gutem Volumen um 3,3 Prozent auf 162,10 Franken an. Der Gesamtmarkt (SPI) steht dagegen 0,19 Prozent tiefer.

Als positive Überraschungen wurde die Umsatzentwicklung in den Regionen Europa und Asien gewertet, wogegen in Amerika weniger verkauft wurde als von Analysten erwartet. Vor allem die Region Asien habe mit einem unverändert hohen Wachstum überrascht, dagegen habe sich Amerika enttäuschend entwickelt, hiess es in einem Kommentar der Zürcher Kantonalbank.

Offenbar sei der Beitrag durch die Beschleunigung der Produktion des günstigen Tesla-Models nicht so gross ausgefallen wie erwartet, ergänzt der Broker Baader Helvea in einer Einschätzung.

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10:15

Nach dem Rücktritt eines Vorstandsmitglieds bei SAP gehen Anleger auf Abstand zu dem Softwarekonzern. Die Aktien rutschten am Montag um 1,7 Prozent auf 100,74 Euro ab und waren zeitweise Schlusslicht im Dax. Der Weggang von Robert Enslin, der für das für SAP wichtige Geschäft mit der Datenwolke - der sogenannten Cloud - zuständig war, werde am Markt negativ aufgenommen, sagte ein Händler. Der Manager sei außerdem als potenzieller Nachfolger für SAP-Boss Bill McDermott im Gespräch gewesen. In den vergangenen Monaten haben mehrere hochkarätige Manager den Walldorfer IT-Riesen verlassen.

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09:10

Der SMI fällt mit dem Handelsbeginn um etwa 0,2 Prozent zurück und bewegt sich in der Region von 9520 Punkten. Händler rechnen mit einem Konsolidierungstag zum Wochenauftakt im Vorfeld der Berichterstattung zum ersten Quartal 2019. Auch wegen des lokalen Feiertages "Sächsilüüte" in der Bankenmetropole Zürich dürfte der Handel in eher ruhigen Bahnen verlaufen.

Mit Givaudan (-0,4 Prozent) und Sika (-0,3 Prozent) werden am Dienstag die ersten SMI-Unternehmen ihre Umsatzzahlen präsentieren. Im Fokus dürften diese Woche aber vor allem zwei Neukotierungen an der Schweizer Börse stehen. Am Dienstag wird der Augenheilkonzern Alcon von seiner Muttergesellschaft Novartis abgespalten und gleich - anstelle von Julius Bär - in den SMI aufgenommen. Und am Freitag steht der Börsengang von Stadler Rail auf der Agenda.

Julius Bär notieren 0,3 Prozent höher. Die Papiere liegen seit rund einer Woche - trotz bevorstehenden SMI-Ausschluss - gut im Markt. Hintergrund sind seit einigen Tagen kursierende Übernahmegerüchte. Julius Bär wird immer wieder mal im Berufshandel als ein potenzielles Übernahmeziel genannt.

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Swatch stehen 0,4 Prozent höher. Swatch-Chef Nick Hayek hatte der Wochenendpresse ein gewohnt zuversichtliches Interview gegeben. Die Geschäfte liefen in vielen Teilen der Welt weiterhin gut, sagte Hayek.

Im breiten Markt werden verschiedene Valoren mit Dividendenabschlag gehandelt. Es sind dies Bobst (1,50 Fr.), Intershop (22,00 Fr.), PSP (3,50 Fr.) und Rieter (5,00 Fr.).

Auch Comet (noch kein Kurs) dürften einen Blick wert sein im regulären Handel. Im Streit um die Macht beim Röntgenspezialisten hat der aktivistische Aktionär Veraison Rückendeckung vom einflussreichen US-Stimmrechtsberater ISS erhalten. ISS unterstützt den von Veraison als Nachfolger von Comet-Präsident Hans Hess vorgeschlagenen Heinz Kundert.

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08:30

Nach der Kursrally in der vergangenen Woche haben sich Anleger an den Aktienmärkten in Asien Gewinne gesichert. Der japanische Auswahlindex Nikkei verlor am Montag 0,2 Prozent auf 21.772 Punkte. Der breiter gefasste Topix-Index gab 0,4 Prozent nach. Auch an den Börsen in China standen die Ampeln auf rot.

Analysten verwiesen auf eine Zurückhaltung angesichts der in dieser Woche beginnenden Bilanzsaison in den USA und in Japan. Zudem gebe es nach den jüngsten Konjunkturdaten aus den Vereinigten Staaten vermehrt Unsicherheiten über die nächsten Zinsschritte der US-Notenbank Fed, erklärten die Experten des Brokerhauses TD Securities. Auf den Verkaufslisten an der Tokioter Börse standen vor allem Aktien von Banken und anderen Finanzinstituten.

Die Papiere von Mitsubishi UFJ Financial, Sumitomo Mitsui Financial und Dai-ichi Life gaben je rund ein Prozent nach. Dagegen waren dank des Ölpreisanstiegs Aktien von Rohstoffkonzernen gefragt. So legten die Titel von Inpex und Japan Petroleum Exploration um 1,2 und 0,2 Prozent zu. Für eine positive Grundstimmung an den asiatischen Börsen sorgten China und die USA mit ermutigenden Aussagen zum Handelsstreit. Die beiden Länder erklärten, in wichtigen Verhandlungsrunden seien Fortschritte erzielt worden.

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08:10

Die SMI-Kurse fallen im Umfang von etwa 0,2 bis 0,4 Prozent zurück, wobei es die Zykliker und die Banken etwas stärker trifft (zu den vorbörslichen Kursen bei cash.ch). Ein Plus zeigen die Aktien von Julius Bär (+0,3 Prozent) und Swatch (+0,2 Prozent).

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08:05

Bitcoin setzt seinen Höhenflug fort. Der Preis für ein Bitcoin steigt um gut sieben Prozent auf 5361,80 Dollar. Das ist der höchste Stand seit fast fünf Monaten.

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08:00

Die Ölpreise haben am Montag angesichts hoher Angebotsrisiken neue fünfmonatige Höchststände erreicht. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Morgen 70,60 US-Dollar. Das waren 26 Cent mehr als am Freitag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 25 Cent auf 63,33 Dollar.

Marktteilnehmer nannten die drohende Eskalation der Krise in Libyen als einen Grund für die Preisaufschläge am Ölmarkt. In dem ölreichen Opec-Land sieht sich die international anerkannte Regierung einer militärischen Offensive des einflussreichen Generals Chalifa Haftar ausgesetzt.

Libyen hat im vergangenen Monat etwa 1,1 Millionen Barrel Rohöl am Tag gefördert und ist damit ein mittelgrosser Produzent im Ölkartell Opec. Hinzu kommen jedoch die US-Sanktionen gegen den Iran und die schwere Wirtschaftskrise in Venezuela. Zusammen mit der Opec-Strategie eines knappen Angebots sorgen die Entwicklungen für steigende Ölpreise.

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06:45

Die Tokioter Börse hat am Montag leicht nachgegeben. Händler sagten, dass die Anleger vor dem Beginn der Berichtssaison vorsichtig agierten. Der Nikkei der 225 führenden Werte sank bis zum späten Vormittag 0,2 Prozent auf 21´768 Punkte.

 

 

Zu den Verlieren zählten die Finanzwerte. Die Aktien von Mitsubishi UFJ Financial fielen 1,2 Prozent und die Dividendenpapiere von Sumitomo Mitsui Financial 1,1 Prozent. Marktteilnehmer verwiesen auf Gewinnmitnahmen.

05:20

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Der Euro stagnierte im fernöstlichen Handel zum Dollar. Die europäische Einheitswährung kostete zuletzt 1,1218 Dollar. Zum Yen gab die US-Währung leicht auf 111,65 Yen nach. Der Schweizer Franken notierte bei rund 0,9992 Franken je Dollar und bei etwa 1,1213 Franken je Euro.

(Reuters)