+++Börsen-Ticker+++ - Fed-Chef gibt der Wall Street Schub

Schwindende Sorgen vor einer zu straffen US-Geldpolitik und Hoffnungen auf eine Lösung im Handelsstreit zwischen den USA und China haben die Wall Street am Mittwoch beflügelt.
28.11.2018 22:40
Da kommt Freude auf: Nach der Rede von Fed-Chef Jerome Powell sind die Händler an der Wall Street kaum noch zu halten.
Da kommt Freude auf: Nach der Rede von Fed-Chef Jerome Powell sind die Händler an der Wall Street kaum noch zu halten.
Bild: Bloomberg

22:40

US-Notenbankchef Jerome Powell hatte zuvor in New York erklärt, seine Politik der stufenweisen Zinserhöhungen sei so angelegt, dass Gefahren ausbalanciert würden. Die aktuelle Leitzinsspanne von 2,0 bis 2,25 Prozent liege "knapp unter" dem geschätzten neutralen Niveau, mit dem die Wirtschaft weder gefördert noch gebremst werde. Das lege den Schluss nahe, dass möglicherweise nicht mehr so viele Zinserhöhungen kommen würden wie von Investoren erwartet, sagte Ökonom Jack Ablin vom Anlageberater Cresset Wealth Advisors.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schliesst mit einem Plus von 2,5 Prozent auf 25'366 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 erhöht sich um 2,3 Prozent auf 2743 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq rückt knapp 3 Prozent auf 7291 Stellen vor.

Bei den Einzelwerten stand Tiffany unter Druck. Der Juwelier bekam die nachlassende Kauflust chinesischer Kunden zu spüren. Die Aktien stürzen um 11,8 Prozent ab, nachdem die Quartalsumsätze schlechter ausfielen als erwartet. Auch beim Ausblick gab sich Tiffany weniger optimistisch als erhofft.

Dank eines brummenden Cloud-Geschäftes übertraf der Softwarehersteller Salesforce indes die Erwartungen der Analysten. Die Papiere steigen um 10,3 Prozent.

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18:10

Nach einem festeren Start hat die Anleger an der Schweizer Börse der Mut am Mittwoch wieder verlassen. Vor allem Finanzwerte standen auf den Verkaufszetteln. Der SMI steht zum Börsenschluss praktisch unverändert zum Vortag bei 8895 Punkten. Bei den Einzelwerten überwiegen die Kursverlierer leicht.

Die grössten Einbussen verzeichnen LafargeHolcim mit einem Minus von 1,7 Prozent. Der Zementkonzern erwartet 2019 eine leichte Wachstumsverlangsamung. LafargeHolcim will zudem Schulden abbauen und so die Schlagkraft für mögliche Zukäufe erhöhen.

Auch von Bankaktien trennen sich die Anleger. Credit Suisse geben 0,6 Prozent nach. Julius Bär verlieren 0,8 Prozent, UBS 1,2 Prozent. Der Versicherer Swiss Re geht ebenfalls tiefer aus dem Handel.

An die Spitze der Bluechips setze sich das Pharmaschwergewicht Roche, dessen Scheine 1,1 Prozent vorrücken. Die Tochter Genentech kauft die seit 2015 arbeitende Biotech-Firma Jecure Therapeutics, die sich auf Entzündungskrankheiten spezialisiert hat. Rivale Novartis rückt 0,1 Prozent vor.

Die Anteile kleinerer Pharmafirmen kamen dagegen unter die Räder. Santhera sacken gut 10 Prozent ab. Obseva büssen 3,6 Prozent ein. (Lesen Sie den ausführlichen Börsenkommentar zum Mittwoch.)

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16:05

Hoffnungen auf eine Lösung im Handelsstreit zwischen den USA und China treiben die US-Börsen zur Wochenmitte an. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte legt 0,8 Prozent auf 24'936 Punkte zu. Der breiter gefasste S&P 500 gewinnt 0,5 Prozent auf 2695 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq steigt um 0,7 Prozent auf 7132 Punkte.

Chinas Präsident Xi Jinping wird am Samstag in Buenos Aires mit US-Präsident Donald Trump zusammenkommen. Das Abendessen am Rande des G20-Treffens werde als Möglichkeit gesehen, im Handelsstreit mit China "das Blatt zu wenden", hatte Trumps Wirtschaftsberater Larry Kudlow erklärt. Jeder Hinweis auf eine Lösung des Streits könne das globale Wachstum ankurbeln, sagt Fondsmanagerin Kim Forrest vom Vermögensverwalter Fort Pitt Capital Group.

Mit Spannung wird auch eine Rede von Fed-Chef Jerome Powell am Mittwochabend (MEZ) erwartet. Der Leitzins wurde zuletzt im September angehoben - die dritte Erhöhung in diesem Jahr. Der US-Präsident hat die Fed in den letzten Monaten wegen ihrer Zinserhöhungen wiederholt kritisiert.

Bei den Einzelwerten stehen Tiffany unter Druck. Der Juwelier bekam die nachlassende Kauflust chinesischer Kunden zu spüren. Die Aktien stürzen um mehr als 10 Prozent ab, nachdem die Quartalsumsätze schlechter ausfielen als erwartet. Auch beim Ausblick gab sich Tiffany weniger optimistisch als erhofft.

Dank eines brummenden Cloud-Geschäftes übertraf der Softwarehersteller Salesforce indes die Erwartungen der Analysten. Die Papiere steigen um mehr als 8 Prozent.

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12:10

Der Schweizer Aktienmarkt zeigt am Mittwochvormittag keine klare Richtung. Zu Börsenbeginn hatte noch ein neuer Optimismus in Bezug auf eine Lösung im Handelsstreit zwischen den USA und China für gute Stimmung gesorgt. Der Leitindex SMI gab die Gewinne aber teileweise wieder ab, er notiert gegen Mittag noch um 0,2 Prozent im Plus auf 8916 Punkten. Der SLI steigt 0,1 Prozent auf 1381 Zähler und der breite SPI 0,2 Prozent auf 10'432 Zähler.

Die deutlichsten Gewinne im SMI/SLI entfallen auf die volatilen AMS (+4,5%), die allerdings weiterhin in der Nähe ihres Jahrestiefs notieren. Auch weitere typische Zykliker wie die Luxusgüterwerte Swatch (+1,3%) und Richemont (1,1%) oder Adecco (+1,1%) gehören zu den klareren Gewinnern.

Durchzogen ist das Bild bei den Grossbankentiteln CS (knapp gehalten) und UBS (-1,0%). Ebenfalls deutlich im Minus notieren Julius Bär (-0,7%). Laut einem unbestätigten Medienbericht ist der Zürcher Vermögensverwalter in Verhandlung mit der spanischen Bank Santander über einen Teil des Lateinamerikageschäfts.

Klares Verlierer im SMI sind nach einem freundlichen Start mittlerweile LafargeHolcim (-1,0%). Der Zementkonzern hält am Berichtstag einen Investorenanlass in Grossbritannien ab, an dem er seine Prognosen bestätigt hat.

Am breiten Markt profitieren die Titel des Flughafens Zürich (+1,1%) von einer Erhöhung des Ratings auf "Outperform" durch die Analysten von Mainfirst. (Lesen Sie den ausführlichen Börsenbericht am Mittag.)

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11:00

An der Schweizer Börse hat die Anleger am Mittwoch nach einem festeren Start der Mut schnell wieder verlassen. Der SMI lag nach rund eineinhalb Stunden 0,1 Prozent im Minus bei 8890 Punkten, nachdem er vorübergehend bis auf 8948 Zähler geklettert war. Um 11 Uhr steht er wieder 0,1 Prozent im Plus bei 8905 Punkten. Am Dienstag hatte der Leitindex 0,4 Prozent verloren.

Die jüngste Entwicklung im US-chinesischen Handelsstreit sorgte nur kurzfristig für Erleichterung. "Es ist gut möglich, dass sich Donald Trump und Xi Jinping auf einen temporären Waffenstillstand einigen", sagt ein Aktienstratege. Doch auch eine weitere Eskalation sei durchaus denkbar.

Bei den Bluechips ist keine klare Linie erkennbar. Sowohl auf der Gewinner- wie auf der Verliererseite sind Finanzwerte, Anteile konjunkturzyklischer Unternehmen und als defensiv geltende Titel zu finden. An die Spitze setzt sich der Personalvermittler Adecco mit einem Kursplus von 0,9 Prozent. Es folgen das Pharmaschwergewicht Roche, dessen Scheine 0,8 Prozent vorrückten, und der Uhrenkonzern Swatch, dessen Aktien um 0,7 Prozent höher gehandelt werden.

Die rote Laterne hält Lafarge-Holcim; die Titel des Zementriesen ermässigen sich nach anfänglichen Gewinnen inzwischen um 0,8 Prozent. Der Zementkonzern erwartet 2019 eine leichte Wachstumsverlangsamung und will die Schulden schneller abbauen.

Gebremst wird der SMI von Schwergewicht Nestlé, dessen Aktien 0,3 Prozent nachgeben. Der Lebensmittelkonzern steht Medienberichten zufolge gemeinsam mit dem Konkurrenten Unilever im Rennen um die indische Malzgetränke-Sparte von GlaxoSmithKline. Während die "Financial Times" berichtete, Unilever stehe in exklusiven Verhandlungen, berichtete die Zeitung "Times of India", Nestlé komme wahrscheinlich zum Zug.

Am breiten Markt kommen die Anteile kleiner Pharmafirmen wie Santhera oder Molecular Partners unter die Räder. 

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10:15

Bitcoin beschleunigt seine Erholung und verteuert sich um 5,3 Prozent auf 3967 Dollar. Damit notiert die Cyber-Devise aber immer noch knapp 30 Prozent unter ihrem Niveau von Mitte November. Eine Trendwende auszurufen sei verfrüht, sagt Analyst Timo Emden von Emden Research. Dazu müsse der Kurs über 4500 Dollar steigen.

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09:15

Der SMI zeigt sich nach dem Börsenstart robust im Plus: Der Leitindex legt um 0,3 Prozent auf 8925 Punkte zu. Für die verbesserte Stimmung sorgen vor allem optimistische Aussagen aus der US-Administration zum Handelsstreit mit China vom Vorabend. In der Folge hatten die US-Börsen noch ins Plus gedreht und auch die Vorgaben der asiatischen Märkte präsentieren sich freundlich.

Wirtschaftsberater Larry Kudlow hatte am späten Abend von einer "guten Chance" gesprochen, mit China zu einer Einigung zu gelangen. Möglicherweise wolle US-Präsident Trump so vor seinem Treffen mit dem chinesischen Staatschef Xi Jinping am G20-Gipfel den Druck erhöhen, meinte ein Kommentator. Im Tagesverlauf werden die Investoren auch auf neue Konjunkturdaten aus den USA achten, am Abend steht zudem eine mit Spannung erwartete Rede des US-Notenbankchefs Jerome Powell im Fokus.

Die Aktie von LafargeHolcim (-0,1 Prozent) dreht ins Minus. Der Zementkonzern hält einen Investorenanlass in Grossbritannien ab und hat aus diesem Anlass seine Prognosen für das laufende und die Ziele für das kommende Jahr bestätigt. Auch der Zykliker oder Adecco (+0,5 Prozent) zeigt sich erholt. Die defensiven Schwergewichte Novartis (+0,8 Prozent) und Roche (+0,4 Prozent) stehen fester. Die Roche-Tochter Genentech hat am Vorabend die Übernahme einer US-Biotechfirma bekanntgegeben, die im Bereich der Entzündungshemmer tätig ist.

Analystenmeinungen zu LafargeHolcim: Wenn keine Neuigkeiten gute Neuigkeiten sind

Leicht im Minus notiert das dritte SMI-Schwergewicht Nestlé (-0,2 Prozent). Gemäss einem Bericht der "Financial Times" ist der Schweizer Nahrungsmittelkonzern im Bieterrennen mit Konkurrent Unilever um das das indische Nahrungsmittelgeschäft von GlaxoSmithKline im Hintertreffen. Die Sparte wird laut dem Bericht mit über 4 Milliarden Dollar bewertet. Relativ stark zeigen sich hingegen die Titel von Zurich (+0,6 Prozent) und Swiss Re (+0,6 Prozent). 

Am breiten Markt stehen die U-Blox-Aktien (-2,0 Prozent) weiter unter Druck. Das UBS-Research hat sein Kursziel für die Titel des Thalwiler Halbleiterherstellers unter Hinweis auf die jüngsten Prognosesenkungen des Managements stark gesenkt und bekräftigt entsprechend seine Verkaufsempfehlung. Der Bauzulieferer Arbonia (-1,3 Prozent) hat derweil eine Restrukturierung seiner Heizkörper-Produktion und eine Schliessung eines Werks in Belgien angekündigt.

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08:45

Die Hoffnung auf eine Entspannung im amerikanisch-chinesischen Handelsstreit hat Asiens Börsen am Mittwoch Auftrieb gegeben. Der CSI-300-Index mit den 300 wichtigsten Werten an den Börsen des chinesischen Festlands legte daraufhin um 1,33 Prozent auf 3178,93 Punkte zu. Für den Hongkonger Hang-Seng-Index ging es zuletzt um 1,30 Prozent auf 26 673,33 Punkte hoch.

Am Dienstag waren beide Börsenbarometer noch von Aussagen des US-Präsidenten ausgebremst worden, wonach er an der Erhöhung der Strafzölle gegen China wohl festhalten werde. Nun warten die Anleger weiter gespannt auf den an diesem Freitag beginnenden G20-Gipfel, auf dem Trump mit seinem chinesischen Amtskollegen Xi Jinping über dieses Thema sprechen dürfte.

In Tokio setzte der Nikkei 225 zur Wochenmitte seinen positiven Trend fort: Der japanische Leitindex schloss 1,0 Prozent höher bei 22'177 Punkten. Er profitierte auch von der anhaltenden Yen-Abwertung, welche japanische Waren für ausländische Käufer tendenziell verbilligt.

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08:10

Julius Bär errechnet für den Handelsbeginn ein Plus von 0,3 Prozent für den SMI. Der Leitindex würde damit bei 8924 Punkten loslegen. Bei den Blue-Chips sticht LafargeHolcim (+1,3 Prozent) hervor. Der Zementkonzern führt heute im englischen Birmingham den Investorentag durch. Die übrigen SMI legen ebenfalls zu, wobei in der Tendenz wie häufig Zykliker etwas höher gestellt sind als die anderen Titel (zu den vorbörslichen Kursen bei cash.ch). 

Am breiten Markt zeigen sich wenig Auffälligkeiten: Der zuletzt wegen Übernahmeberichten stark gestiegene Titel von Ceva (-1 Prozent) wird nun tiefer erwartet, die Aktie von U-Blox (-2,7 Prozent) leidet unter einer Herabstufung des Kursziels.

Lesen Sie zum Thema Mergers & Acquisitions auch die heutige cash-Hauptgeschichte: Bei diesen Schweizer Aktien sind Übernahmefantasien erlaubt

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07:40

Der Euro hat sich am Mittwoch nur wenig bewegt. Am Morgen wird die europäische Gemeinschaftswährung knapp unter der Marke von 1,13 Dollar gehandelt und damit etwa zum gleichen Kurs wie am Vorabend. Zum Franken bewegt sich der Euro bei 1,1286 Franken ebenfalls weiter unterhalb der 1,13er-Marke. Der Dollar liebäugelt derweil bei 0,9990 Franken weiterhin mit der Parität.

Der Euro hat sich damit nach den Kursverlusten vom Vortag vorerst wieder stabilisiert. Marktbeobachter rechnen im Tagesverlauf zunächst mit einem eher impulsarmen Handel am Devisenmarkt. Auf dem Programm stehen Daten zur Entwicklung der Geldmenge in der Eurozone und zur Konsumlaune in Deutschland, die am Devisenmarkt aber in der Regel nur wenig Kursbewegung auslösen.

Am Nachmittag dürfte die Kursentwicklung des britischen Pfund in den Fokus der Anleger rücken. Dann werden mehrere Veröffentlichungen der britischen Notenbank erwartet. Unter anderem hat die Bank of England das Ergebnis eines Stresstests führender Banken angekündigt. Ausserdem wollen die Notenbanker verschiedene Brexit-Szenarien vorstellen.

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06:45

Der japanische Aktienmarkt hat am Mittwoch zugelegt. Investoren schöpften Hoffnung, dass es im Handelsstreit zwischen den USA und China zu einer Deeskalation kommen könnte, sagten Analysten. Trumps Wirtschaftsberater Larry Kudlow hatte gesagt, dass das für Samstagabend geplante Abendessen von US-Präsident Donald Trump mit seinem chinesischen Kollegen Xi Jinping während des G20-Gipfels möglicherweise das Blatt wenden könne. Das stützte bereits die US-Börsen.

In Japan liegt der 225 Werte umfassende Nikkei-Index zum Ende des Vormittagshandels um 1,1 Prozent höher bei 22'103 Punkten. 

(cash/AWP/Reuters/Bloomberg)