+++Börsen-Ticker+++ - Getrübte Aussicht im Zollstreit belastet US-Börsen

Die US-Börsen haben am Mittwoch keine einheitliche Richtung gefunden.
27.02.2019 23:05
Trübe Stimmuing an der Börse in New York am Mittwoch.
Trübe Stimmuing an der Börse in New York am Mittwoch.
Bild: Bloomberg

23:05

US-Chefunterhändler Robert Lighthizer dämpfte die Hoffnungen auf eine schnelle Einigung im Handelsstreit mit China. Er pochte darauf, dass sichergestellt werden müsse, dass China getroffene Regeln auch einhalte. Der Handelsstreit könne nicht allein durch Kaufzusagen Chinas für US-Waren gelöst werden.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte geht zwar 0,3 Prozent tiefer aus dem Handel bei 25'985 Punkten, machte im Handelsverlauf aber etwas Boden gut. Der breiter gefasste S&P 500 verliert 0,1 Prozent auf 2792 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq steigt dagegen 0,1 Prozent auf 7554 Stellen.

Im Blick hatten die Anleger auch das zweite Gipfeltreffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un. Zum Abschluss ihres zweitägigen Treffens wollen beide nach Angaben des US-Präsidialamtes am Donnerstag in Vietnam eine gemeinsame Erklärung unterzeichnen.

In der Spezialchemiebranche sorgte ein Übernahmeangebot aus Deutschland für Bewegung. Für das US-Unternehmen Versum legte die Spezialchemiefirma Merck KGAA eine Gegenofferte von umgerechnet rund 5,2 Milliarden Euro vor. Eigentlich sollte Versum mit dem US-Rivalen Entegris zusammengehen. Die Aktien von Versum schiessen 19 Prozent nach oben. Die Papiere von Entegris geben 2,7 Prozent nach.

Ein trüber Ausblick verdarb Anlegern bei Weight Watchers den Appetit. Die Aktien fallen 34 Prozent, nachdem die Firma mit ihren Umsatzprognosen hinter den Erwartungen zurückblieb.

Die Wabco-Aktie schnellt 8 Prozent nach oben. Der drittgrösste deutsche Autozulieferer ZF Friedrichshafen prüft eine Übernahme des Bremsenspezialisten, wie Wabco einen Bericht des "Handelsblatt" bestätigte. Experten schätzen das Volumen auf bis zu acht Milliarden Euro.

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17:35

Die Schweizer Börse hat am Mittwoch nachgegeben und damit ihren Aufwärtstrend gestoppt. Bei vielen Anlegern treten zunehmend die weltweiten Risiken in den Vordergrund, sagen Händler. Neben dem US-chinesischen Handelsstreit und dem weiterhin ungelösten Brexit eskalierte der Konflikt zwischen den Atommächten Pakistan und Indien. Beide Seiten erklärten, sie hätten Kampfjets der anderen Nation abgeschossen.

Das gab "sicheren Häfen" wie dem Schweizer Franken Rückenwind: Dieser gewann zu Dollar und Euro an Wert. Ein starker Franken schwächt jedoch die exportorientierte Schweizer Wirtschaft. Der Schweizer Leitindex SMI verliert 0,5 Prozent auf 9412 Zähler.

Zu den grössten Verlierern zählen Industriefirmen: Der Sanitärtechnikkonzern Geberit verliert 2,0 Prozent und der Elektrokonzern ABB 1,0 Prozent. ABB will am Donnerstag seine Jahresbilanz vorlegen. Auch der Zementriese LafargeHolcim und die Luxusgüterfirmen Swatch und Richemont geben nach. Gefragt waren hingegen Finanzwerte - allen voran die Aktien von Julius Bär und Credit Suisse.

Am breiten Markt geben die Titel von Sunrise 0,6 Prozent nach. Der Telekomanbieter will den Kabelnetzbetreiber UPC Schweiz für 6,3 Milliarden Franken kaufen. Analysten gehen davon aus, dass Sunrise den Zukauf mit einer Kapitalerhöhung finanzieren könnte. 

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16:05

Mit Blick auf das Treffen von US-Präsident Donald Trump mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un und einen verschärften Konflikt in Kaschmir stehen Anleger an der Wall Street zur Wochenmitte auf die Bremse. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte und der breiter gefasste S&P 500 fallen um 0,1 Prozent auf 26'025 und 2791 Punkte. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gibt ebenfalls 0,1 Prozent auf 7540 Punkte nach.

In der Spezialchemiebranche sorgt ein Übernahmeangebot aus Deutschland für Versum für Bewegung. Die Spezialchemiefirma Merck KGAA hat eine Gegenofferte von umgerechnet rund 5,2 Milliarden Euro für das US-Unternehmen vorgelegt, das eigentlich mit dem US-Rivalen Entegris zusammengehen sollte. Die Aktien von Versum schiessen um mehr als 17 Prozent auf 48,73 Dollar nach oben.

Ein trüber Ausblick verdirbt Anlegern bei Weight Watchers den Appetit. Die Aktien fallen um 35 Prozent, nachdem die Firma mit ihren Umsatzprognosen hinter den Erwartungen zurückblieb.

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11:45

Der Schweizer Aktienmarkt notiert am Mittwochmittag im roten Bereich. Der Leitindex SMI rutscht dabei knapp unter die Marke von 9400 Punkten. "Nach fünf Handelstagen in Folge mit anziehenden Kursen kommt eine leichte Korrektur nicht überraschend", meint ein Händler. Es würden Gewinne mitgenommen. Der SMI verliert knapp nach 11 Uhr 0,7 Prozent auf 9396 Punkte. Der 30 Aktien umfassende SLI büsst 0,7 Prozent auf 1450 und der breite SPI 0,7 Prozent auf 10'966 Stellen ein.

Die mit Abstand deutlichsten Einbussen bei den Bluechips erleiden Kühne+Nagel (-4,7%), wobei der Titel die Verluste seit Handelsbeginn etwas eingedämmt hat. Das Ausmass der Wachstumsverlangsamung im Schlussquartal 2018 habe einige Investoren erschreckt, heisst es in ersten Kommentaren.

Dahinter geben Geberit mit -1,8 Prozent am stärksten nach. Auch Nestlé (-1,4%) haben sich bei den grössten Verlierern eingereiht.

Die drei einzigen Gewinner im SMI/SLI sind aktuell AMS (+0,6%), Swisscom (+0,2%) und Sonova (+0,1%). Bei der Swisscom berichten Händler, dass manche Investoren von Sunrise (-0,5%) switchen würden. (Lesen Sie den ausführlichen Börsenbericht am Mittag.)

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09:15

Der SMI verliert 0,3 Prozent auf 9432 Punkte, nachdem der Handel eröffnet hat. Nachdem der breite SPI-Index am Vortag ein Allzeithoch erreicht hatte, sei nun eine Verschnaufpause angezeigt, heisst es am Markt. Investoren dürften darüber hinaus verstärkt auch über Gewinnmitnahmen nachdenken, meint ein Analyst. "Für Panikmache ist es zu früh, aber zumindest eine Konsolidierung sollte nicht mehr allzu lange auf sich warten lassen", so seine Meinung.

Für etwas Nervosität sorgt ausserdem der Konflikt zwischen Indien und Pakistan. Im Tagesverlauf könnte dann das Treffen von US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un in Hanoi die Märkte bewegen. Diese treffen sich um die europäische Mittagszeit. Derweil findet in Washington die Anhörung von Trumps Ex-Anwalt Michael Cohen statt, wobei dieser hochbrisante Aussagen angekündigt hatte. Und zu guter Letzt tritt auch noch Fed-Chef Jerome Powell vor US-Parlamentariern auf.

Swiss Re (-0,3 Prozent) fallen moderat, nachdem Goldman Sachs eine positive Einschätzung geäussert hat. Die Analysten der US-Bank halten die Swiss-Re-Papiere derzeit für die einzige kaufenswerte Rückversicherungsaktie. Ein kritischer Kommentar von Berenberg hingegen setzt der Geberit (-1,7 Prozent) zu. Die Zykliker ABB, Adecco sowie die Luxusgüteraktien Richemont und Swatch fallen alle mit rund 0,6 Prozent zurück. Swiss Life (+0,2 Prozent) scheinen von den guten Zahlen von gestern zu profitieren.

Ansonsten sind bei den Blue Chips vor allem Kühne+Nagel (-6,4 Prozent) nach der Zahlenvorlage im Fokus. Das Ausmass der Wachstumsverlangsamung im Schlussquartal 2018 habe einige Investoren erschreckt, heisst es in ersten Kommentaren. Die Aussagen des CFO, wonach sich das Marktwachstum 2019 erneut abschwächen dürfte, sorgten nicht für eine Beruhigung.

Im breiten Markt liegt eine Zahlenflut vor. Die Resultate von Kudelski (-3,9 Prozent), Bobst (-noch kein Kurs) und Georg Fischer (unv.) kommen gemischt an. Im Fokus sind ausserdem Sunrise (-0,4 Prozent). Das Unternehmen führt nach wie vor Gespräche über eine Übernahme von UPC Schweiz und bezeichnet diese nun als "fortgeschritten". Erstmals wurde auch eine Zahl genannt. So werde mit der UPC-Schweiz-Muttergesellschaft Liberty über einen Unternehmenswert von 6,3 Milliarden Franken gesprochen. Swisscom (-0,1 Prozent) reagieren nicht auffällig auf diese News.

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08:35

Wachsende Spannungen zwischen den beiden Atommächten Indien und Pakistan haben am Mittwoch den meisten Börsen Asiens zugesetzt. Viele Aktien-Indizes gaben ihre Gewinne teilweise ab oder drehten sogar in die Verlustzone.

Nachdem die indische Luftwaffe am Dienstag ein Terroristencamp in Pakistan bombardierte, haben am Mittwoch pakistanische Kampfflugzeuge zwei indische Flugzeuge abgeschossen - eigenen Angaben zufolge "im pakistanischen Luftraum" über der umstrittenen Region Kaschmir. Ein Flugzeug stürzte in den indischen Teil Kaschmirs, das andere in den von Pakistan kontrollierten Bereich, wo der dort abgesprungene Pilot verhaftet wurde.

In China belastete zuvor allerdings bereits, dass der Shanghai Composite Index an der 3000-Punkte-Marke gescheitert war, nachdem er im Wochenverlauf seine bereits deutlichen Gewinne vom Jahresbeginn nochmals kräftig ausbauen konnte. Der CSI-300-Index, in dem die 300 wichtigsten Werten vom chinesischen Festland zu finden sind, gab letztlich seine Gewinne ab und schloss mit einem kleinen Minus von 0,17 Prozent auf 3678,39 Punkte. Der Hang-Seng-Index in Hongkong verlor zuletzt 0,09 Prozent auf 28 744,85 Punkte.

In Japan indes war die Börse bereits geschlossen als die Meldung über den Abschuss der zwei indischen Flugzeuge über die Ticker lief. Der Nikkei 225 war zuvor mit einem Plus von 0,50 Prozent auf 21 556,51 Zähler aus dem Handel gegangen. Anleger dort hatten vor allem die Aussagen des US-Notenbankpräsidenten Jerome Powell vom Vortag ausgewertet. "Powell hatte betont, dass die Fed keine Eile hat, die Zinsen anzuheben", sagte ein Investment-Experte in Tokio. "Zudem signalisiert der deutliche Anstieg des Konsumentenvertrauens in den USA - ein entscheidendes Wirtschaftsbarometer - nachhaltiges Wachstum".

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08:10

Die SMI-Kurse stehen vorbürlich leicht tiefer, einzig bei Swiss Re wird ein Plus von 0,3 Prozent berechnet. Der SMI insgesamt lässt gemäss den Projektionen von Julius Bär um 0,2 auf 9446 Punkte nach (zu den vorbörslichen SMI-Kursen bei cash.ch). 

Am breiten Markt ist das Geschehen von zahlreichen Zahlenvorlagen geprägt. Kühne+Nagel (-1,2 Prozent), Kudelski (-2,3 Prozent) sind genauso wie Georg Fischer (-1,5 Prozent) und Bobst (-2,2 Prozent) tiefer gestellt. Sunrise (-0,2 Prozent) fallen mit dem Markt. Das Unternehmen berichtete über fortgeschrittene Gespräche mit UPC wegen einer Übernahme.

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07:45

Der Euro hat am Mittwoch seine Vortagsgewinne nicht ganz halten können und ist wieder unter die Marke von 1,14 Dollar gefallen. Am Morgen kostet die europäische Gemeinschaftswährung 1,1373 Dollar und damit etwas weniger als am späten Vorabend. Auch zum Franken notiert der Euro bei aktuell 1,1378 Franken etwas tiefer als noch im frühen asiatischen Handel. Der Dollar bewegt sich unterdessen mit 1,0004 Franken weiter um die Parität.

Zur Wochenmitte stehen einige Konjunkturdaten auf dem Plan. In der Eurozone werden unter anderem neue Geld- und Kreditdaten der EZB erwartet. In den USA werden Daten vom Immobilienmarkt und aus der Industrie veröffentlicht. Daneben melden sich einige hochrangige Notenbanker zu Wort, darunter US-Zentralbankchef Jerome Powell. Er hatte bereits am Dienstag die vorsichtigere Haltung der Federal Reserve bestätigt.

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06:40

Die Tokioter Börse hat am Mittwoch im Plus tendiert. Am Markt werde auf weitere Entwicklungen im Handelsstreit zwischen den USA und China gewartet, sagten Experten. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index liegt um 0,5 Prozent höher bei 21'560 Punkten. 

Die Börse in Shanghai lag 0,6 Prozent im Plus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen gewann 0,4 Prozent. Der MSCI-Index für asiatische Aktien ausserhalb Japans fiel um 0,5 Prozent.

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06:25

Der Euro steht zum Franken unverändert bei 1,1385. Ein Euro wurde mit 1,1380 Dollar bewertet nach 1,1385 im späten New Yorker Handel. Der Dollar wurde mit 110,57 Yen gehandelt wie auch zuvor in den USA. 

(Reuters/cash/AWP)