+++Börsen-Ticker+++ - Hoffnung im Zollstreit treibt US-Börsen an

Hoffnungen auf eine Annäherung im amerikanisch-chinesischen Zollstreit haben die Wall Street am Freitag gestützt.
30.11.2018 22:35
Zuversichtlich: Die Händler an der Wall Street hoffen auf eine Beilegung des Zollstreits.
Zuversichtlich: Die Händler an der Wall Street hoffen auf eine Beilegung des Zollstreits.
Bild: Bloomberg

22:35

US-Präsident Donald Trump sieht im Gespräch mit seinem chinesischen Amtskollegen Xi Jinping Chancen für eine Beilegung des Konflikts. "Wir arbeiten sehr hart. Wenn wir einen Deal machen könnten, wäre das gut", sagte Trump am Rande des G20-Gipfels in Buenos Aires.

Der Dow Jones der Standardwerte schliesst 0,8 Prozent höher auf 25'538 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 steigt um 0,8 Prozent auf 2760 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verbessert sich um 0,8 Prozent auf 7330 Punkte.

Bei den Einzelwerten verlieren Marriott 5,6 Prozent. Bei einem beispiellosen Hackerangriff auf eine Tochter der US-Hotelkette wurden möglicherweise Daten von bis zu einer halben Milliarde Kunden abgegriffen.

Die Aktien von Callaway Golf fallen mehr als 9 Prozent, nachdem der kalifornische Golfausrüster den Outdoor-Anbieter Jack Wolfskin aus Idstein für umgerechnet 418 Millionen Euro übernommen hat.

General Electric breachen um 5,5 Prozent ein. Laut dem "Wall Street Journal" haben ehemalige Mitarbeiter bei Ermittlungen im Versicherungsgeschäft ausgesagt, GE habe Risiken ignoriert. GE teilte mit, laufende rechtliche Vorgänge nicht zu kommentieren.

+++

18:15

Am Schweizer Aktienmarkt hat der Leitindex am Freitag entgegen dem Trend an den anderen europäischen Märkte leicht fester geschlossen. Für den SMI-Anstieg sorgten vor allem die Pharmaschwergewichte Novartis und Roche. Im Vorfeld des am Freitag beginnenden G20-Gipfels hätten sich die Anleger aber insgesamt zurückgehalten, heisst es am Markt.

Der SMI schliesst 0,3 Prozent im Plus auf 9038 Punkten. Für die gesamte Börsenwoche resultierte damit ein Plus von 2,2 Prozent.

Nach oben gezogen wurde der Leitindex von den gesuchten Pharmatiteln Roche (+1,9%) und Novartis (+0,7%), die beide neue Jahreshöchststände markieren.

Dagegen standen die Grossbankenwerte CS (-1,2%) und UBS (-0,9%) den ganzen Handelstag unter Druck.

Stärkste Verlierer im SMI/SLI sind die volatilen Titel des österreichischen Chipherstellers AMS (-5,3%), für die damit der Stabilisierungsversuch vom Vortag bereits wieder Geschichte wurde. (Lesen Sie den ausführlichen Börsenkommentar zum Freitag.)

+++

15:55

Zu Beginn des G20-Gipfels halten sich die Anleger in New York bedeckt. Der Dow Jones statet 0,2 Prozent niedriger bei 25'286 Punkten, auch der S&P 500 und der Nasdaq Composite kommen kaum vom Fleck. "Die Investoren hoffen natürlich, dass die Präsidenten Chinas und der USA bereit und in der Lage sind, Fortschritte im Zollkonflikt auszuhandeln und weitere Zölle vermieden werden", sagt Analyst Craig Erlam vom Brokerhaus Oanda in London.

Unter den Einzelwerten stehen Marriott mit einem Abschlag von 6 Prozent im Fokus. Bei einem beispiellosen Hackerangriff auf eine Tochter der US-Hotelkette wurden möglicherweise Daten von bis zu einer halben Milliarde Kunden abgegriffen. Die Gästereservierungs-Datenbank der Starwood Hotels (Sheraton, Westin Hotel, Le Meridien) sei regelmässig seit 2014 Opfer von Attacken geworden, teilte der Konzern am Freitag mit.

+++

12:55

Der Schweizer Aktienmarkt steht am Freitagmittag etwas tiefer und damit zeitweise auch wieder unter der Marke von 9000 Punkten. Dabei hat der SMI zuletzt einen Teil seiner frühen Verluste wieder aufgeholt. Der SMI steht um 12.50 Uhr 0,2 Prozent tiefer bei 9000 Punkten. Der 30 Aktien umfassende SLI fällt um 0,5 Prozent auf 1389 Punkte zurück und der breite SPI um 0,3 Prozent auf 10'513 Punkte. Bei den Bluechips stehen die Verlierer zu den Gewinnern etwa im Verhältnis von 3:1.

Bei den im laufenden Jahr bös zerzausten AMS (-6,2%) ist der Stabilisierungsversuch der vergangen Tage nach dem schönen Plus von über 5 Prozent vom Vortag wieder Geschichte. Diese Gewinne werden sofort realisiert.

Grössere Einbussen erleiden noch Clariant (-2,8%), Dufry oder LafargeHolcim (je -1,9%). Weitere konjunktursensitive Werte wie Richemont (-1,8%) und Swatch (-1,7%) werden ebenfalls gemieden.

Ähnlich ergeht es den Banken: CSJulius Bär (je -2,0%) und UBS (-1,4%) liegen mit ihren Abgaben eng beisammen.

Angesichts der weiterhin vorhandenen Nervosität sorgen hierzulande einmal mehr die defensiven Schwergewichte für einen Ausgleich. Novartis (+0,6%), Roche und Nestlé (je +0,2%)  reissen den Gesamtmarkt zwar nicht nach oben, sichern ihn aber gegen grössere Verluste nach unten ab. (Lesen Sie den ausführlichen Börsenbericht am Mittag.)

+++

10:45

Die Anleger an der Schweizer Börse halten sich zum Wochenschluss vor dem G20-Gipfel in Argentinien zurück. Das dort anstehende Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping zum Handelsstreit sorge für Verunsicherung, sagen Händler. Der Leitindex SMI gibt 0,4 Prozent nach auf 8978 Punkte. Am Donnerstag hatte er noch 1,4 Prozent zugelegt.

In der Schweiz waren Handelsimpulse eher dünn gesät. Trübere Aussichten für die Wirtschaftsentwicklung scheinen zunächst keine grosse Rolle zu spielen: Das KOF-Konjunkturbarometer sank im November erneut. Grund dafür waren mauere Exportaussichten. Erst am Donnerstag hatte der überraschende Rückgang des Bruttoinlandprodukts in der Schweiz im Sommerquartal für Aufsehen gesorgt.

Bei den Standardwerten sind die Verlierer in der Überzahl: Ganz oben auf den Verkaufszetteln stehen die Aktien der Banken. Julius Bär, UBS und Credit Suisse gaben jeweils 1,5 Prozent und mehr nach.

Auch konjunkturabhängige Werte notierten zumeist schwächer: Der Zementriese LafargeHolcim verliert 1,8 Prozent, während der Elektrokonzern ABB 0,6 Prozent nachgibt. Die Bauchemiefirma Sika und der Sanitärtechnikkonzern Geberit notieren weniger als ein halbes Prozent im Minus. Gefragt ist lediglich der Personalvermittler Adecco mit einem Kursplus von 0,3 Prozent.

Zu den Gewinnern zählen darüber hinaus Lonza und Roche, die 0,7 und 0,2 Prozent zulegen. Die beiden anderen Indexschwergewicht Novartis und Nestlé geben leicht nach.

Am breiten Markt büssen die Aktien des Apple-Zulieferers AMS gut 5,7 Prozent ein. Die Titel von Molecular Partners rutschen 2,9 Prozent ab auf 16,22 Franken. Die Credit Suisse hat die Beobachtung der Aktie mit der Empfehlung "Neutral" und einem Kursziel von 17 Franken aufgenommen.

+++

09:10

Der SMI fällt nach Handelsbeginn um 0,1 Prozent auf 9004 Punkte zurück. Angesichts der weiterhin verbreiteten Nervosität überrascht ein Rückfall in die negative Zone kaum. Die Vorgaben aus den USA sind leicht negativ, allerdings hat der Dow Jones höher geschlossen als noch zum Stand des Börsenschlusses in Europa und auch in Asien stehen die Kurse mehrheitlich im Plus. Etwas bremsend wirken enttäuschende Konjunkturdaten aus der chinesischen Industrie.

Im Fokus steht vor dem Wochenende klar der Beginn des G20-Gipfels in Argentinien. Und von dort interessieren vor allem Neuigkeiten zu allfälligen Fortschritten in den Handelsgesprächen zwischen den USA und China. Eine Begegnung zwischen US-Präsident Donald Trump mit Chinas Staatspräsident Xi Jinping ist anberaumt. Ob Trump allerdings wirklich einen Deal anstrebt, bleibt nach seinen letzten Tweets unklar. In Marktkreisen jedenfalls wird das Treffen als "Showdown" bezeichnet. Eher für pessimistische Vorahnungen sorgt der Umstand, dass bei dem Treffen der für seine harte Haltung gegenüber China bekannte Berater von Trump, Peter Navarro, dabei sein soll.

Schweizer Unternehmensnews sind unmittelbar vor Beginn der Adventszeit sehr dünn gesät. Spannend ist die Frage, ob die am Vortag starken Techaktien an ihre Gewinne anknüpfen können. Auch Lonza (+0,4 Prozent) stehen nach einem Plus von 5 Prozent am Vortag etwas im Fokus. Der Kurs wurde dabei von den Umbauplänen von Bayer beflügelt. Dies habe M&A-Fantasien ausgelöst, hiess es dazu am Markt.

DKSH (-0,7 Prozent) folgend dem Markttrend, nachdem das Unternehmen einen neuen Vertriebsvertrag für einen Kunden in Malaysia abgeschlossen hat.

+++

08:30

Vor dem mit Spannung erwarteten Treffen von US-Präsident Donald Trump mit Chinas Präsident Xi Jinping haben die Anleger in Japan keine allzu grossen Sprünge gewagt. Der Nikkei-Index schloss am Freitag 0,4 Prozent höher bei 22'351 Punkten, der breiter gefasste Topix-Index legte 0,5 Prozent zu. Nach Einschätzung von Börsianern zufolge ist bei den Gesprächen zum Handelsstreit von einer Eskalation bis zu einem Durchbruch alles möglich. Trump will sich am Samstag am Rande des Gipfels der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) in Argentinien mit dem chinesischen Staatschef treffen, um über eine Lösung im Handelsstreit zu beraten.

Treffen in Buenos Aires - Der 13. Gipfel könnte das Ende der G20 sein

Der US-Präsident wirft China unfaire Handelspraktiken vor uns hat mit weiteren Zölle auf Importe aus der Volksrepublik gedroht, sollte es keinen Fortschritte geben. Beide Seiten haben sich bereits mit Strafzöllen überzogen. Der seit Monaten schwelende Handelsstreit hat bereits Spuren in Chinas Wirtschaft hinterlassen. Erstmals seit zwei Jahren gab es kein Wachstum bei der Industrie. Der offizielle Einkaufsmanagerindex für den Bereich, der am Freitag veröffentlicht wurde, fiel im November auf 50 Zähler. Nur über dieser Marke signalisiert das Barometer Wachstum. Die Börse in Shanghai legte zum Wochenschluss 0,8 Prozent zu, weil Anleger nun auf Konjunkturhilfen der chinesischen Regierung setzten. 

+++

08:10

Die von Julius Bär errechneten Vorbörsenkurse zeigt leicht steigende Aktienwerte. Im SMI sind Zykliker wie ABB (+0,15 Prozent) und Adecco (+0,12 Prozent) sowie die Banken Credit Suisse (+0,13 Prozent) und UBS (+0,11 Prozent) vorne (zu den vorbörslichen Kursen bei cash.ch

Am breiten Markt zeigt sich ein ähnliches Bild. Aus dem Rahmen fällt der Logistiker Ceva (-1 Prozent).

+++

08:00

Gegenüber dem Franken hat der Euro über Nacht leicht angezogen und damit seine Erholungstendenz vom Vortag fortgesetzt. Derzeit wird er zu 1,1354 gehandelt, nach 1,1345 Franken am Vorabend. Der Dollar hat sich minim auf 0,9968 von 0,9962 Franken verteuert.

Der Euro hat sich am Freitag knapp unter 1,14 Dollar gehalten. Am Morgen wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,1391 Dollar gehandelt und damit etwa zum gleichen Kurs wie am Vorabend.

Am Vorabend hatte die US-Notenbank Fed mit der Veröffentlichung des Protokolls der vergangenen Zinssitzung klare Hinweise auf eine weitere Zinserhöhung im Dezember geliefert. Dies war am Devisenmarkt erwartet worden. Gleichzeitig gab es im Protokoll erneut Signale, die auf ein mögliches Auslaufen der Zinserhöhungen hindeuten. Am Mittwoch hatte bereits US-Notenbankchef Jerome Powell die Erwartungen an weitere Leitzinsanhebungen gedämpft und damit den Dollar kräftig unter Druck gesetzt.

+++

06:45

Vor dem mit Spannung erwarteten Treffen von US-Präsident Donald Trump mit Chinas Präsident Xi Jinping haben sich Anleger am Freitag in Japan zurückgehalten. Ein Handelsabkommen sei eher nicht zu erwarten, sagte Chef-Investmentstratege Norihiro Fujito von Mitsubishi UFJ Morgan Stanley Securities. Es sei aber wichtig, dass sie im Gespräch blieben. Der Handelsstreit zwischen den beiden Ländern hat an den Börsen für Nervosität gesorgt.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index liegt um 0,3 Prozent höher bei 22'332 Punkten. Das Plus auf Wochensicht lag damit bei drei Prozent, auf Monatssicht bei 1,7 Prozent. Der Anstieg der Ölpreise stützte den Markt. Eine Herabstufung durch Daiwa Securities belastete dagegen den Stahlsektor.

(cash/AWP/Reuters/Bloomberg)