+++Börsen-Ticker+++ - Huawei-Streit drückt New Yorker Börsen ins Minus

Wegen des Handelskonfliktes zwischen den USA und China haben sich Anleger aus den New Yorker Börsen zurückgezogen.
20.05.2019 22:40
In den USA nicht willkommen und darum für die Spannungen an der Wall Street mitverantwortlich: Huawei (im Bild der Eingang zum Executive Briefing Center in Peking).
In den USA nicht willkommen und darum für die Spannungen an der Wall Street mitverantwortlich: Huawei (im Bild der Eingang zum Executive Briefing Center in Peking).
Bild: Bloomberg

22:40

Kopfschmerzen bereitet Investoren der Streit um Huawei, nachdem die USA den chinesischen Netzwerkausrüster auf die schwarze Liste gesetzt hat. Vor allem Technologiewerte standen daraufhin auf den Verkaufslisten der Börsianer.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schliesst 0,3 Prozent tiefer auf 25'679 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 sinkt 0,7 Prozent auf 2840 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verringert sich um 1,5 Prozent auf 7702 Punkte.

Die Google-Mutter Alphabet stellt ihre Geschäftsbeziehungen zu Huawei teilweise ein. Die Regierung in Peking werde dem sicher nicht tatenlos zusehen, unterstreicht Jasper Lawler, Chef-Analyst des Online-Brokers LCG. Alphabet-Titel verlieren rund 2 Prozent. Zudem gaben die Titel von Apple 3,1 Prozent nach. Börsianern zufolge fürchteten Anleger, dass chinesische Kunden wegen des Huawei-Boykotts auf Produkte der Konkurrenz ausweichen.

US-Lieferanten von Huawei wie Qualcomm, Micron Technology und Broadcom standen auch auf den Verkaufslisten der Börsianer. Die Anteilsscheine dieser Chipkonzerne lassen zwischen 4 Prozent und 6 Prozent Federn. Der Philadelphia Semiconductor Index bricht 4 Prozent ein.

Darüber hinaus rücken T-Mobile US und Sprint ins Rampenlicht. Die US-Wettbewerbsaufsicht FCC will der geplanten Fusion der beiden Mobilfunker unter Auflagen grünes Licht geben. Sprint-Titel gewinnen daraufhin rund 19 Prozent. T-Mobile rücken um knapp 4 Prozent vor. Später berichtete die Agentur Bloomberg, dass das Justizministerium eher zu einer Ablehnung der geplanten Milliardenfusion neige.

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17:40

Die Schweizer Börse verliert zu Wochenbeginn deutlich an Boden. Einmal mehr trübt der Handelsstreit zwischen den USA und China die Stimmung der Anleger. Unter die Räder kamen vor allem die Anteile von Unternehmen mit einem konjunkturabhängigen Geschäftsmodell und Bankwerte. Der Leitindex SMI fällt um 0,8 Prozent auf 9582 Punkte.

Die Aktien des Zementproduzenten LafargeHolcim wurden mit einem Dividendenabschlag gehandelt und verlieren 4,6 Prozent. Die Titel des Luxusgüter-Herstellers Swatch büssen 2,4 Prozent ein, jene des Elektrokonzerns ABB 1,7 Prozent. Die Anteile von Credit Suisse und UBS verlieren 1,3 und 0,7 Prozent.

Zu den wenigen Gewinnern zählt Richemont mit einem Plus von 0,3 Prozent. Julius Bär hat das Kursziel für den Luxusgüterkonzern angehoben.

Die schwergewichtigen Pharmawerte Roche und Novartis geben 0,1 und 1,4 Prozent nach. Novartis hält diese Woche einen Investorentag ab.

Die Titel der österreichischen Chipfirma AMS brechen um 13,4 Prozent ein. Den Grund dafür sahen Marktteilnehmer in Spekulationen über einen Boykott von iPhones in China: Sie setzen die Aktien von Apple und seinen Zulieferern wie AMS unter Druck. Hintergrund ist ein Verbot für Produkte des chinesischen Smartphone-Herstellers und Netzwerkausrüsters Huawei in den USA. Das lässt die Furcht aufkeimen, Nutzer könnten sich wegen des Huawei-Verbots von Apple abwenden.

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16:00

Die Furcht vor einer Beeinträchtigung des wichtigen China-Geschäfts der US-Technologiefirmen setzt der Wall Street zu. Die US-Leitindizes Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 verlieren zur Eröffnung bis zu 1,3 Prozent.

Auslöser der aktuellen Verkäufe ist der US-Bann für den chinesischen Netzwerkausrüster Huawei. "Für viele Tech-Firmen ist China der grösste Markt", sagt Rick Meckler, Partner beim Vermögensverwalters Cherry Lane. Ausserdem sehe es so aus, als ob sich die Handelsgespräche zwischen den USA und China Rück- statt Fortschritte machten.

Die Google-Mutter Alphabet stellt ihre Geschäftsbeziehungen zu Huawei teilweise ein. Medienberichten zufolge stoppen auch Intel und Xilinx ihre Lieferungen vorerst. Die Papiere der beiden Chip-Hersteller büssten bis zu 4,3 Prozent ein, Alphabet notieren 1,5 Prozent im Minus. Für Apple-Titel gehts 3,2 Prozent abwärts. Börsianern zufolge fürchteten Anleger, dass chinesische Kunden wegen des Huawei-Boykotts auf Produkte der Konkurrenz ausweichen.

Die Aktien von T-Mobile US steigen dagegen um 6,6 Prozent auf ein Rekordhoch von 80,38 Dollar. Insidern zufolge steht die US-Kartellbehörde FCC kurz davor, die geplante 26 Milliarden Dollar schwere Fusion des Mobilfunkers mit dem Konkurrenten Sprint zu genehmigen. Dessen Aktien steuerten mit einem Plus von fast 27 Prozent auf den grössten Tagesgewinn seit knapp drei Jahren zu.

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15:00

Die Aktien der ehemaligen Novartis-Tochter Alcon stehen am Montagnachmittag unter Druck. Händler zufolge treten vermehrt angelsächsische Momentum-Investoren als Verkäufer in Erscheinung.

Um 15 Uhr tauchen Alcon Namen um 2,9 Prozent 60,19 Franken. Die Tagestiefstkurse liegen gar bei 59,95 Franken. Der Gesamtmarkt (SMI) verliert derweil 1,0 Prozent.

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11:45

Der Schweizer Aktienmarkt hat seinen Abwärtstrend am Montagvormittag beschleunigt. Laut Händlern hat China im Fall Huawei Gegenmassnahmen angekündigt. Damit erreicht der Handelsstreit zwischen den UDA und China eine weitere Eskalationsstufe.

Der SMI sackt gegen 11.15 Uhr um 0,7 Prozent auf 9588 Punkte ab. Im Tief war er bis auf 9579 Zähler durchgereicht worden. Der 30 Aktien umfassende SLI gibt um 0,9 Prozent nach auf 1480 Zähler, und der breite SPI steht 0,7 Prozent tiefer bei 11'595 Punkten.

Die Kursverluste von AMS (-7,5%) sollten angesichts der rasanten Kurserholung von etwa 80 Prozent seit Jahresbeginn aber als eine Mischung aus Konsolidierung und belastenden Branchennachrichten gesehen werden. Weitere Technologieaktien wie Logitech (-2,0%) und Temenos (-1,4%) folgen dem schwächeren Branchentrend.

Ein deutliches Minus von 4,2 Prozent oder 2,26 Franken weisen auch die Aktien des Baustoffkonzerns LafargeHolcim auf. Allerdings wird der Konzern ex Dividende gehandelt.

Deutlichere Verluste verzeichnen unter den Bluechips Julius Bär (-2,7%) nach einer Abstufung auf "Neutral" durch die UBS. Im breiten Markt sorgt eine neu ausgesprochene Verkaufsempfehlung der UBS für EFG (-7,5%) für noch stärkere Abgaben. (Lesen Sie den ausführlichen Börsenbericht am Mittag.)

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10:45

Die AMS-Aktien gehören zum Wochenstart zu den grössten Verlieren am Schweizer Aktienmarkt. Aber auch andere Technologiewerte wie Logitech und Temenos werden von Investoren verstärkt abgestossen. Im breiten Markt werden beispielsweise VAT (-5,0%) ebenfalls stark belastet. Händler verweisen auf die jüngste Eskalation zwischen den USA und China um den Technologiekonzern Huawei.

So fallen AMS gegen 10.45 Uhr um 5,3 Prozent zurück. Logitech und Temenos folgen mit Abgaben von 1,7 Prozent bzw. 1,6 Prozent dahinter. Auch europaweit gehören Technologiewerte zu den grössten Verlieren. Hierzulande fällt der Gesamtmarkt (SPI) um 0,3 Prozent zurück.

Nachdem US-Präsident Donald Trump in der vergangenen Woche Huawei auf die Schwarze Liste gesetzt hatte, schränken US-Konzerne wie Google und andere weitere Technologiekonzerne ihre Zusammenarbeit mit dem chinesischen Netzausrüster und Smartphone-Anbieter ein. Aber auch Chipkonzerne wie Qualcomm, Broadcom und Xilinx haben laut Berichten ihren Mitarbeitern mitgeteilt, dass Huawei bis auf weiteres nicht beliefert werde.

Zudem gibt es Medienberichte, wonach auch der deutsche Halbleiterkonzern Infineon offenbar Chip-Lieferungen an den chinesischen Netzwerkausrüster Huawei ausgesetzt hat.

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09:45

Nach dem Sieg der liberal-konservativen Koalition in Australien steigen Anleger am dortigen Aktienmarkt ein. Der australische Leitindex schliesst 1,7 Prozent höher bei 6476 Punkten. Das ist der höchste Stand seit elf Jahren. Premierminister Scott Morrison kann künftig ohne Unterstützung unabhängiger Parteien alleine regieren.

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09:10

Der SMI verliert nach der Börsenöffnung 0,3 Prozent auf 9630 Punkte. Dabei erschweren uneinheitliche Vorgaben aus Übersee eine Orientierung. Während die Wall Street am Freitag tiefer geschlossen hatte, verzeichnen die meisten Börsen Asiens am Montag knappe Kursgewinne.

Investoren bleiben laut Händlern weiter vorsichtig mit ihren Engagements. Wie ein Stratege beschreibt, ist der Markt derzeit stark Schlagzeilen-getrieben. So sind der US-chinesische Handelskonflikt, der Brexit sowie die wachsende Spannung zwischen den USA und dem Iran mögliche Faktoren, die Kurse beeinflussen. Leicht positiv wird derzeit der Wahlsieg der australischen Regierung gesehen. Aber auch die jüngsten Wirtschaftsdaten aus Japan sind unter dem Strich erfreulich ausgefallen.

Beim Baustoffkonzern LafargeHolcim fällt das Minus mit 4,3 Prozent oder deutlich überdurchschnittlich aus. Allerdings wird der Konzern ex-Dividende gehandelt. Lafarge schüttet seinen Aktionären je Aktien 2,00 Franken aus. 

Die drei Schwergewichte Nestlé (+0,1 Prozent), Novartis (-0,4 Prozent) und Roche (-0,1 Prozent) ziehen den Markt eher nach unten. Nachrichten liefert dabei lediglich der Konsumgüterkonzern Nestlé, der laut Medienberichten schon bald seine Nespresso-Kapseln auch im Detailhandel anbieten will.

Steht Julius Bär vor einem Übergangsjahr?

Deutlichere Verluste verzeichnet die Aktie von Julius Bär (-1,2 Prozent) nach einer Abstufung auf "Neutral" durch die UBS. Einerseits habe die Aktien seit Jahresbeginn deutlich zugelegt, so der zuständige Analyst. Andererseits sei er insgesamt vorsichtiger geworden mit seinen Erwartungen beispielsweise bei den Nettoneugeldzuflüssen.

Diese Argumenten nennt der Experte auch in der Begründung für die neu ausgesprochene Verkaufs-Empfehlung für EFG-Aktien (-3,1 Prozent), die damit im breiten Markt noch deutlicher zurückkommen.

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08:25

Börsianer in Japan haben nach unerwartet guten Konjunkturdaten am Montag bei Aktien zugegriffen. Die Tokioter Börse legte zu. In China herrschte dagegen wegen des Konflikts mit den USA rund um den Netzwerkausrüster Huawei Zurückhaltung. An den Aktienmärkten in Shanghai und Shenzen gab es daher Verluste. Der japanische Leitindex Nikkei stieg um knapp 0,3 Prozent auf 21.301 Punkte. Der breiter gefasste Topix-Index trat bei rund 1554 Zählern auf der Stelle.

Für Ermutigung sorgte, dass die japanische Wirtschaft im ersten Quartal überraschend gewachsen ist. Aufs Jahr hochgerechnet legte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) zwischen Januar und März um 2,1 Prozent zu. Analysten hatten mit einem Rückgang gerechnet. Alle, die auf schwache Daten gesetzt hätten, seien auf dem falschen Fuss erwischt worden und änderten nun ihre Positionen, sagte Chefstratege Takashi Hiroki vom Brokerhaus Monex Securities. Der chinesische Standardwerteindex CSI300 büsste 1,5 Prozent ein, der Leitindex am Aktienmarkt in Shanghai gab ebenfalls mehr als ein Prozent nach.

Unter Druck standen vor allem Aktien von Huawei-Zulieferern, nachdem die Google-Mutter Alphabet Insidern zufolge ihre Geschäftsbeziehungen zu dem Netzwerkausrüster teilweise eingestellt hat. Die USA hatten den chinesischen Konzern vergangene Woche auf eine Schwarze Liste gesetzt, die es US-Firmen untersagt, Geschäfte mit dem Smartphone-Hersteller zu tätigen. Hintergrund sind Spionage-Verdächtigungen gegen Huawei, die die Gespräche im Handelsstreit zwischen den USA und China belasten.

Die Aktien von Firmen wie Tung Photoelectric Technology , Luxshare Precision Industry, Shenzhen Goodix Technology und Ofilm Group büssten jeweils zwischen sechs bis zehn Prozent ein. Die Titel des Huawei-Konkurrenten ZTE verloren 2,4 Prozent. 

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08:10

Der SMI fällt vorbörslich um 0,3 Prozent auf 9631 Punkte zurück. Vor allem Zykliker sind tiefer gestellt. Zykliker und Banken trifft es, wie es bei diesen Berechnungen häufig der Fall ist, etwas stärker (zu den vorbörslichen Kurse bei cash.ch). Julius Bär (-0,7 Prozent) wiederum wird von der UBS auf "Neutral" herunter. LafargeHolcim (-3,7 Prozent) werden heute ex-Dividende gehandelt. 

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08:10

Die von der Opec in Aussicht gestellte Verringerung der Erdölbestände hat die Ölpreise am Montag in die Höhe getrieben. Hinzu kamen die Spannungen zwischen den USA und dem Iran. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent verteuerte sich um bis zu 1,6 Prozent auf 73,40 Dollar und damit den höchsten Stand seit dreieinhalb Wochen. US-Leichtöl WTI kostete mit 63,81 Dollar zeitweise so viel wie seit drei Wochen nicht mehr.

Die Organisation erölexportierender Länder (Opec) und ihre Verbündeten wollen nach Angaben aus Saudi-Arabein Erdölbestände behutsam verringern. Die Opec, Russland und andere Staaten hatten verabredet, in der ersten Hälfte dieses Jahres die Ölförderung insgesamt um 1,2 Millionen Fass pro Tag zu drosseln, um die Preisschwäche bei Öl zu stoppen.

Für Unruhe am Ölmarkt sorgte auch die Drohung von US-Präsident Donald Trump, den Iran zu zerstören, nachdem im Regierungs- und Diplomatenviertel der irakischen Hauptstadt Bagdad eine Rakete eingeschlagen war. Die wachsenden Spannungen Verhältnis zwischen den USA und dem Iran hatten Befürchtungen ausgelöst, es könnte ein Krieg am Golf bevorstehen. Dies schürte die Furcht vor Produktions- und Lieferausfällen in der ölreichen Region.

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06:40

Das überraschende Wirtschaftswachstum in Japan hat der Börse in Tokio zu einem Kursplus verholfen. Der japanische Leitindex Nikkei steigt um 0,3 Prozent auf 21'322 Punkte.

Analysten waren davon ausgegangen, dass Japans Wirtschaft zu Jahresbeginn schrumpft. Das BIP habe positiv überrascht, sagte Chefstratege Takashi Hiroki von Monex Securities. Alle, die auf schwache Daten gesetzt hätten, seien auf dem falschen Fuss erwischt worden und änderten nun ihre Positionen. Das Plus am Aktienmarkt falle aber nicht grösser aus, da die Daten insgesamt nicht besonders ermutigend seien.

06:30

Der Franken zeigt sich nach dem Wochenende nach wie vor stärker. Das Verhältnis Euro-Franken liegt bei 1.1287. Der Euro notierte im fernöstlichen Devisenhandel kaum verändert bei 1,1159 Dollar. Zur japanischen Währung lag die US-Devise etwas höher bei 110,23 Yen

(cash/AWP/Reuters)