+++Börsen-Ticker+++ - IWF-Prognosen und Zinsspekulationen setzen US-Börsen zu

Pessimistische Konjunkturprognosen des Internationalen Währungsfonds (IWF) haben am Dienstag die Anleger an der Wall Street verunsichert.
09.10.2018 22:35
Was sie sehen, erfreut sie nicht: sorgenvolle Blicke der Händler an der Börse in New York am Dienstag.
Was sie sehen, erfreut sie nicht: sorgenvolle Blicke der Händler an der Börse in New York am Dienstag.
Bild: Bloomberg

22:35

Der Dow Jones der Standardwerte schliesst 0,2 Prozent tiefer auf 26'430 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 sinkt 0,1 Prozent auf 2880 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq tritt bei 7738 Punkten in etwa auf der Stelle.

Der IWF hat seine Schätzungen für die Weltwirtschaft und einzelne Länder reduziert und dafür die von US-Präsident Donald Trump entfachten Handelsstreitigkeiten verantwortlich gemacht. "Die gesenkten Wachstumsprognosen des IWF zeigen, wie gross die Gefahren für die Weltwirtschaft im Moment sind", sagte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners.

Übernahmespekulationen treiben die Aktien von Papa John's um fast 9 Prozent in die Höhe. Laut "Wall Street Journal" erwägt der aktivistische Fonds Nelson Peltz's Trian eine Übernahme der Pizzakette. Die Aktien von Walmart steigen nach einer Kaufempfehlung der Deutschen Bank um 2,5 Prozent.

Die Papiere von American Airlines fallen dagegen um über 6 Prozent. Die Fluggesellschaft hatte mitgeteilt, dass die Kosten für Kerosin im dritten Quartal unerwartet hoch ausgefallen seien. Händler befürchten, dass die Anhebung der Ticketpreise nun nicht ausreicht, um die steigenden Energiekosten wettzumachen.

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18:15

Die Schweizer Börse hat am Dienstag keine klare Richtung gefunden. Händler erklären, die Sorgen vor einem schnellen Anstieg der US-Zinsen seien angesichts der nachlassenden Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen etwas in den Hintergrund getreten. Doch bremse die Unsicherheit um die politische Entwicklung in Italien und das Wachstum der Weltwirtschaft den Kaufappetit der Anleger weiter. Der Leitindex SMI notiert zum Schluss unverändert auf 8964 Zählern.

Gewinner und Verlierer halten sich unter den Standardwerten in etwa die Waage. Im Fokus standen die Aktien von Givaudan, die trotz besser als erwarteter Umsatzzahlen um 1,4 Prozent absacken. Händler sprechen von Gewinnmitnahmen.

Die Papiere von Lonza sinken um 1,2 Prozent. Der Pharmazulieferer führt mit einem Kursplus von mehr als einem Fünftel im laufenden Jahr die Gewinner bei den Bluechips an.

Die Aktien der Banken schlossen sich dem Kursrückzug an. Credit Suisse und UBS verlieren 0,2 Prozent, Julius Bär 0,9 Prozent. RBC stufte die Empfehlung für den Vermögensverwalter auf "Sector perform" von "Outperform" zurück.

Gesucht waren dagegen die Versicherer. Zurich steigen 1,5 Prozent, Swiss Life 1,0 Prozent. (Lesen Sie den ausführlichen Börsenkommentar zum Dienstag.)

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15:55

Die gesenkten Wachstumsprognosen des Internationalen Währungsfonds (IWF) verunsichern die Anleger an der Wall Street. Der Dow Jones fällt um 0,4 Prozent auf 26'375 Punkte. Der S&P 500 gibt ebenfalls nach, während der Nasdaq-Composite um 0,2 Prozent zulegt. Der IWF hat seine Prognosen für die Weltwirtschaft und einzelne Länder gesenkt und dafür die von US-Präsident Donald Trump entfachten Handelsstreitigkeiten verantwortlich gemacht.

Belastend wirken sich auch weiterhin Spekulationen auf schneller anziehende US-Zinsen aus. "Steigende Zinsen sind ein doppelter Schlag für Aktien", sagt Neil Wilson, Chef-Analyst des Online-Brokers Markets.com. Sie verteuerten Firmenkredite und machten Aktien im Vergleich zu den als sicherer geltenden Staatsanleihen weniger attraktiv. Nach einer Feiertagspause am US-Bondmarkt gab die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen leicht auf 3,225 Prozent nach, war damit aber weiter in Sichtweite des am Freitag erreichten Siebeneinhalb-Jahre-Hochs von 3,248 Prozent.

Übernahmespekulationen treiben die Aktien von Papa John's um 4,5 Prozent in die Höhe. Laut "Wall Street Journal" erwägt der aktivistische Fonds Nelson Peltz's Trian eine Übernahme der Pizzakette. Die Aktien von Walmart steigen nach einer Kaufempfehlung der Deutschen Bank um 1 Prozent.

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12:05

Am Schweizer Aktienmarkt überwiegen bis Dienstagmittag erneut die Kursverluste. Nachdem der SMI zum Handelsstart noch eher auf der Stelle trat, hat sich im weiteren Handelsverlauf ein erneutes Minus herauskristallisiert. Wie bereits in der Vorwoche, spielen die steigenden Zinsen an den Anleihemärkten eine entscheidende Rolle derzeit. Denn mittlerweile steigen auch die Renditen am hiesigen Bondmarkt und auch in Europa gehen die Zinsen an diesem Dienstag nach oben, allen voran in Italien.

Der SMI weist am Mittag ein Minus von 0,6 Prozent auf 8913 Punkte auf. Das ist gleichzeitig das bisherige Tagestief. Der 30 Aktien umfassende SLI verliert 0,6 Prozent auf 1431 Punkte und der breite SPI 0,5 Prozent auf 10'537 Punkte.

Wie bereits zum Wochenstart wird die Verliererliste nach schwachen Vorgaben aus Übersee erneut von Technologiewerten angeführt. So sind TemenosLogitech und AMS mit Abgaben von 3,5 bis 1,6 Prozent unter den stärksten Verlierern. Bereits am Montag hatten schwache Notierungen in den USA und Asien auf die Stimmung für die Branche gedrückt.

Neben diesen dreien fällt auch mit Vifor Pharma ein Titel, der schon am Montag zu den schwächsten Werten zählt. Die Aktien verlieren aktuell 2,9 Prozent auf 146,25 Franken. Am Montag waren sie um mehr als 5 Prozent geschwächt aus dem Handel gegangen.

Bei Givaudan (-1,7%) machen Marktteilnehmer dagegen Gewinnmitnahmen nach den starken Umsatzzahlen für das schwächere Abschneiden verantwortlich. (Lesen Sie den ausführlichen Börsenbericht am Mittag.)

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10:40

Die Schweizer Börse tendiert am Dienstagmorgen wenig verändert. Die Anleger trauten sich nicht aus der Deckung, erklären Händler. "Die Hoffnung auf eine Erholung nach den jüngsten Kurseinbussen hat sich nicht erfüllt", sagt ein Händler. Der SMI notiert mit 8946 Zählern um 0,2 Prozent tiefer.

Die Verlierer sind bei den SMI-Werten in der Überzahl. Unter Abgaben leiden die Aktien von Givaudan, die trotz besser als erwarteter Umsatzzahlen 1,2 Prozent nachgeben. Händler sprechen von Gewinnmitnahmen.

Die Aktien anderer als defensiv beurteilter Firmen schwächen sich leicht ab. Bei den Pharmatiteln stehen Novartis um 0,5 Prozent tiefer und Roche ermässigen sich um 0,4 Prozent. Der Lebensmittelriese Nestlé sinkt um 0,2 Prozent.

Wenig verändert sind die Aktien der Banken Credit Suisse und UBS. Julius Bär dagegen büssen 1,4 Prozent ein. RBC stufte die Empfehlung auf "Sector perform" von "Outperform" herab.

Etwas fester tendieren die Assekuranztitel: Swiss Life und Zurich steigen um 0,7 und 0,5 Prozent.

Die Aktien zyklischer Firmen sind ohne klare Richtung. Der Elektrokonzern ABB, der Zementriese LafargeHolcim und die Luxusgüterhersteller Richemont und Swatch ziehen an.

Am breiten Markt schwächen sich die Anteile von Sonova um 1,2 Prozent ab. Der Hörgerätehersteller hatte am Vortag massiv an Wert eingebüsst, nachdem die amerikanische Bose die US-Marktzulassung für ein Hörgerät bekommen hat, das der Nutzer selbst anpassen kann.

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10:05

China hat Spekulationen zurückgewiesen, es nutze seine Währung als Waffe im Handelskonflikt mit den Vereinigten Staaten. Bemerkungen aus dem US-Finanzministerium über die Abwertung des Yuan seien "halt- und verantwortungslos", erklärte das Aussenministerium in Peking. Die Abwertung hatte zuvor die asiatischen Aktienmärkte belastet. Die chinesische Notenbank hatte entschieden, die Landeswährung unter die Schwelle von 6,90 zum Dollar fallen zu lassen. Der Schritt dürfte den chinesischen Exporteuren zugute kommen.

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09:10

Der SMI steht nach Handelsstart bei 8964 Punkte de facto unverändert, mit leicht negativer Tendenz da. Die Vorgaben aus Übersee geben dabei keine klare Richtung vor. So sind die US-Vorgaben für Standardwerte zwar besser, für Technologiewerte dagegen eher belastend. In Asien finden die Börsen an diesem Morgen ebenfalls keine einheitliche Richtung.

Trotz der etwas fester erwarteten Notierungen werden Händler nicht müde zu betonen, dass die Unsicherheit derzeit hoch sei. Faktoren wie die hohen Zinsen in den USA, der sich verschärfende Ton zwischen Rom und Brüssel und die Folgen der Handelsstreitigkeiten zwischen den USA und China bleiben demnach Dauerthemen. Gerade die Handelsstreitigkeiten zwischen den USA und den verschiedenen Handelspartnern ist denn auch ein Grund für den IWF, seine Wachstumsprognose für das laufende und kommende Jahr zu senken.

Givaudan (-0,1 Prozent) steigen nicht wie erwartet. Der Aromen- und Riechstoffkonzern hat an diesem Morgen mit seinen Umsatzzahlen die Berichtssaison zum dritten Quartal eröffnet. So ist das Unternehmen in den ersten neun Monaten weiter gewachsen. Alle Regionen und Produktsegmente haben zu diesem Wachstum beigetragen.

Auch Roche (-0,1 Prozent) sind leicht unter Druck. Der Pharmakonzern hatte am Morgen für den anstehenden Esmo-Fachkongress eine Vielzahl neuer und detaillierterer Studienergebnisse angekündigt. Sowohl Schwergewicht Nestlé (-0,1 Prozent) als auch der Spezialchemiekonzern Clariant (noch kein Kurs) machen derweil mit möglichen Verkaufsplänen von sich reden. So verkauft der Nahrungsmittelkonzern seine Produktionsstätte für gekühlte Milchprodukte in Malaysia für umgerechnet etwa 37 Millionen Franken. Bei Clariant plant Konzernchef Hariolf Kottmann, mit dem Verkauf von weniger dynamischen Geschäftsteilen 1 bis 2 Milliarden Franken Einnahmen zu erzielen.

Zudem gehören die Aktien des Logistikers Kühne+Nagel (+2,3 Prozent) nach einer Hochstufung durch die RBC zu den grössten Gewinnern.

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08:35

Chinas Börsen haben sich am Dienstag nach den zuletzt deutlichen Kursverlusten stabilisiert. Der CSI-300-Index mit den 300 wichtigsten Werten an den Handelsplätzen des Festlands bewegte sich kurz vor Handelsende nur wenig. Der Hang Seng in Hongkong legte zuletzt etwas zu. Für eine Erholung der Kurse bräuchte es aber positivere Signale für die heimische Wirtschaft Chinas, zumal das internationale Umfeld angesichts des Zollstreits hinderlich bleibe, sagte ein Marktstratege.

In Japan gaben die Kurse deutlich nach. Allerdings lag das auch an einem Nachholeffekt, da in Tokio zum Wochenstart wegen eines Feiertages nicht gehandelt worden war. So büsste der Nikkei 225 1,3 Prozent auf 23'469 Punkte ein. An der Tokioter Börse sorgte zudem ein technisches Problem bei einem der Handelssystem-Server für überdurchschnittliche Schwankungen im japanischen Leitindex.

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08:05

Der IWF-Konjunktubericht belastet die Stimmung an den Aktienmärkten. Allerdings sieht Julius Bär den SMI vorbörslich höher: Gemäss den Berechnungen wird der Leitindex des Schweizer Aktienmarktes um 0,3 Prozent auf 8988 Punkte steigen, was nach den gestrigen Kursrückgängen eine erneute Erholung bedeuten würde.

Alle 20 SMI-Titel stehen im Plus, wobei Givaudan (+1,7 Prozent) nach guten Umsatzzahlen nach neun Monaten respektive dem dritten Quartal einen guten Eindruck hinterlassen hat. Roche (+0,5 Prozent) entwickelt sich ebenfalls über dem Markt, nachdem neue Krebsforschungs-Daten in Aussicht gestellt wurden (zu den vorbörslichen Kursen bei cash.ch).

Am breiten Markt profitieren Kühne+Nagel (+1,5 Prozent) von einer Rating-Verbesserung.

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08:00

Die Investoren haben der italienischen Regierung erneut die gelb-rote Karte gezeigt, indem sie auf das Gerangel zwischen Rom und Brüssel mit dem Abstossen von BTPs reagiert haben. Die Renditen stiegen über die gesamte Kurve an, was letztlich dazu führte, dass die 10-jährigen BTPs (Buoni del Tesoro Poliannuali, italienische Staatsanleihen) zum Handelsschluss über 3,5 Prozent notierten und die 5-jährigen nicht mehr weit von ihren Renditewerten im Zeitfenster um die Regierungsbildung Ende Mai entfernt waren.

Immerhin blieb die italienischen Kurve gemessen mit dem 10/2-Jahrespread mit etwa 200 Basispunkten steil, anders als beispielsweise Ende Mai als sie kurzzeitig auf weniger als 40 Basispunkte zusammen schmolz und sich die Investoren vor Credit Events sorgten. Allerdings liegt der italienische 5-Jahres-US-Dollar-Credit-Default-Swap-Satz mit 274 Basispunkten nicht mehr weit von seinen Höchstwert von Ende Mai mit rund 287 Basispunkten entfernt.

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06:45

Als sicheren Hafen wählen die Investoren den Yen: Der Dollar notiert zur japanischen Währung schwächer mit 113,05 Yen. Der Euro wird kaum verändert zum späten New Yorker Handel mit 1,1498 Dollar gehandelt. Der Schweizer Franken wird derzeit mit 0,9922 Franken je Dollar und 1,1409 Franken je Euro gehandelt.

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06:35

Eine Abwertung des chinesischen Yuan hat am Dienstag die asiatischen Aktienmärkte belastet. Zusätzlich gedrückt wurde die Stimmung durch die jüngsten Konjunkturprognosen des Internationalen Währungsfonds (IWF), der angesichts der Handelsstreitigkeiten mit einem weltweit geringeren Wachstum rechnet. "Die Risikofreude ist gedämpft, und die Aktienkurse gehen überall zurück", schrieben die Experten von J.P. Morgan.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index verliert 1,2 Prozent auf 23'494 Punkte. Auch die Kurse ausserhalb Japans fielen. Der MSCI-Index für asiatische Aktien ausserhalb Japans gab 1,25 Prozent nach, nachdem er am Montag schon den niedrigsten Wert seit Mai 2017 erreicht hatte. Dabei spielte vor allem die Entscheidung der chinesischen Notenbank eine Rolle, den Yuan unter die Schwelle von 6,90 zum Dollar fallen zu lassen. Der Schritt dürfte den chinesischen Exporteuren zugute kommen, und die Aktienmärkte des Landes legten auch leicht zu. Allerdings hatten sie am Montag noch mehr als vier Prozent nachgegeben.

(cash/AWP/Reuters)