+++Börsen-Ticker+++ - Konjunkturpessimisten behalten an Schweizer Börse Oberhand

Die Anleger an der Schweizer Börse bleiben in Alarmstimmung. Der Waffenstillstand im Handelsstreit zwischen den USA und China sorgte nur für kurzfristige Erleichterung.
05.12.2018 18:10
Die Spirale dreht sich an der Schweizer Börse nach unten.
Die Spirale dreht sich an der Schweizer Börse nach unten.
Bild: Pixabay

18:10

Viele Investoren zweifelten, dass der Disput nachhaltig gelöst sei, sagen Händler. Dazu kämen Sorgen über die weitere Entwicklung der US-Wirtschaft. Der SMI schliesst 1,6 Prozent im Minus bei 8940 Punkten. Am Vortag hatte das Börsenbarometer 0,2 Prozent eingebüsst.

Die stärksten Verluste verzeichnen die Aktien von Firmen, die unter einer Konjunktureintrübung leiden würden. Der Personalvermittler Adecco verliert 3,3 Prozent an Wert und der Zementproduzent LafargeHolcim 2,6 Prozent. Unter Abgaben leiden zudem die Luxusgüterkonzerne Richemont und Swatch mit einem Minus von 1,5 und 1,1 Prozent.

Die Zurich-Aktie gibt 1,9 Prozent nach. Der Konzern könnte nach den Worten von Konzernchef Mario Greco seine Zielvorgaben übertreffen.

Am breiten Markt brechen die Aktien von Bossard gut 11 Prozent ein, nachdem die Bank Vontobel die Empfehlung für die Schraubenhandelsfirma auf "Reduce" von "Hold" zurückgenommen hatte. (Lesen Sie den ausführlichen Börsenkommentar zum Mittwoch.)

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17:15

Die Ölpreise sind im Verlauf des Mittwochs deutlich gestiegen. Bis zum Mittag hatte die Unsicherheit über die künftige Förderpolitik des Ölkartells Opec und weiterer wichtiger Ölstaaten zunächst noch belastet. Am Nachmittag überwog dann aber wieder die Hoffnung auf eine Produktionskürzung und die Ölpreise drehten in die Gewinnzone.

Am späten Nachmittag kostet ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 63,21 Dollar. Das sind 1,13 Dollar mehr als am Dienstag. Der Preis für amerikanisches Rohöl der Sorte WTI steigt um 1,05 Dollar auf 54,30 Dollar.

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12:10

Der Schweizer Aktienmarkt hat die Sitzung vom Mittwoch mit deutlich tieferen Kursen eröffnet und notiert am Mittag weiter klar im Minus. Die Euphorie, welche die Märkte noch zu Wochenbeginn beflügelt hatte, ist damit endgültig vorbei. "Erst der Rausch, dann die Katerstimmung", fasst es ein Marktteilnehmer pointiert zusammen. Die Hoffnungen auf eine Jahresendrally seien entsprechend bereits wieder Schnee von gestern.

Der SMI verliert bis Mittag 1,0 Prozent auf 8999 Punkte. Dass die Nervosität wieder deutlich zugenommen hat, zeigt sich auch am Volatilitätsindex VSMI, der aktuell knapp 8 Prozent im Plus liegt. Der 30 Aktien umfassende SLI gibt derweil 1,0 Prozent auf 1386 und der breite SPI 0,9 Prozent auf 10'503 Zähler nach.

Wie zuletzt meist in Schwächephasen gehören die Tech-Werte AMS (-5,2%) und Temenos (-3,4%) zu den grössten Verlierern, Logitech (-0,9%) halten sich dagegen etwas besser. Daneben büssen vor allem auch konjunktursensitive Titel stark an Wert ein, so etwa LafargeHolcim (-1,8%), Adecco (-2,6%) oder Schindler PS (-3,2%). Bei letzteren belastet neben der allgemeinen Marktstimmung eine Rückstufung auf "Untergewichten" durch die US-Bank Morgan Stanley.

Bester Bluechip ist aktuell Dufry (+0,9%). Der Reisedetailhändler will auch für das laufende Geschäftsjahr eine Dividende ausschütten.

Im breiten Markt stehen u.a. Bossard (-12,9% auf 143,80 Franken) stark unter Druck. Hier haben die Analysten der Bank Vontobel das Rating auf "Reduce" von "Hold" gesenkt und gleichzeitig das Kursziel auf 140 von 185 Franken zusammengestrichen. (Lesen Sie den ausführlichen Börsenbericht am Mittag.)

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10:20

Konjunktursorgen drücken die Schweizer Börse am Mittwoch deutlich ins Minus. Der SMI sinkt um 0,9 Prozent auf 9005 Punkte. Bereits am Vortag hatte das Börsenbarometer 0,2 Prozent eingebüsst.

Händler erklären, die frühe Erleichterung über die Einigung im Handelsstreit zwischen den USA und China sei Ernüchterung gewichen. Die Anleger zweifelten, dass der Handelsdisput nachhaltig beigelegt sei. Dazu kämen Sorgen über die weitere Entwicklung der US-Wirtschaft. Die Renditen am US-Anleihenmarkt sendeten Signale, dass eine Rezession drohen könnte. Die Wall Street war am Dienstag um über 3 Prozent abgesackt.

Alle 20 SMI-Werte lassen Federn. Die stärksten Verluste verzeichnen die Aktien von Firmen, die unter einer Konjunktureintrübung leiden würden. Der Personalvermittler Adecco und der Zementproduzent LafargeHolcim verlieren je 2,4 Prozent an Wert . Die Anleger stossen zudem Banktitel ab. Die Anteile von Julius Bär verlieren 1,7 Prozent, UBS und Credit Suisse je 1,6 Prozent.

Mit Abgaben zwischen 1,4 und 1,0 Prozent halten sich die Versicherer Zurich, Swiss Life und Swiss Re etwas besser. Zurich bekräftigte die Finanzziele. Das Unternehmen sieht sich gut positioniert, die Vorgaben für den Zeitraum 2017 bis 2019 in vollem Umfang zu erreichen.

Vergleichsweise leichte Verluste verbuchen Titel von Unternehmen, deren Geschäftsgang auch bei einer US-Rezession wenig leiden dürfte. Der Aromenhersteller Givaudan verliert 0,2 Prozent an Wert, der Lebensmittelkonzern Nestlé 0,3 Prozent und der Telekomanbieter Swisscom 0,8 Prozent. Die Roche-Scheine geben 0,7 Prozent nach. Die US-Arzneimittelbehörde FDA wird die Krebs-Immuntherapie Tecentriq in einem beschleunigten Zulassungsverfahren zur Erstbehandlung einer bestimmten Form von Lungenkrebs prüfen.

Am breiten Markt klettern die Aktien des Elektrokomponentenherstellers Schaffner am Tag vor der Veröffentlichung des Jahresabschlusses um 6,5 Prozent. Die Bossard-Aktien brechen dagegen 11,4 Prozent ein, nachdem die Bank Vontobel die Empfehlung für die Schraubenhandelsfirma auf "Reduce" von "Hold" zurückgenommen hatte. Der Liftbauer Schindler leidet unter einer Rückstufung auf "Underweight" von "Equal-Weight" durch den US-Broker Morgan Stanley und wird um 2,8 Prozent tiefer bewertet.

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09:15

Der SMI lässt nach Handelsstart um  ein Prozent nach und fällt auf leicht unter 9000 Punkte. An der Wall Street hatten Konjunktursorgen und Zweifel an der Nachhaltigkeit des jüngsten G20-Handelsdeals mit China einen massiven Kursrutsch ausgelöst. Der Dow Jones verlor über 3 Prozent und befindet sich laut Händlern wieder unter der als Trendindikator viel beachteten 200-Tage-Linie.

Die US-Märkte sind zudem am Mittwoch im Gedenken an den früheren Präsidenten George Bush geschlossen, so dass die Orientierung von dieser Seite am Nachmittag ausbleiben wird. Ein weiterer Belastungsfaktor bildet laut Händlern der Brexit, konkret die Furcht vor einem ungeordneten Austritt Grossbritanniens aus der Europäischen Union, da sich die Regierung von Premierministerin Theresa May im Unterhaus mit grossem Widerstand gegen ihr Brexit-Abkommen konfrontiert sieht.

Am Schweizer Markt steht steht unter anderem der Versicherer Zurich (-0,9 Prozent) im Fokus, der am Berichtstag einen Investorentag durchführt. Vorbörslich liess der Konzern verlauten, dass er sich gut auf Kurs sieht, die Ziele für den Zeitraum 2017 bis 2019 vollständig zu erreichen.

Stimmen zum Investorentag, zusammengetragen von cash-Autor Lorenz Burkhalter: Zurich Insurance wird wenig konkret

Mehrere SMI-Werte verlieren über 2 Prozent, vor allem Zykliker und Banken: Adecco (-2,3 Prozent), LafargeHolcim (-2,2 Prozent), die UBS (-2 Prozent) und Sika (-2 Prozent) trifft es deutlich. Bei ABB (-1,7 Przoent) spielt auch ein Interview von CEO Ulrich Spiesshofer eine Rolle. Für den Industriekonzern könnte China in den nächsten Jahren zum grössten Absatzmarkt werden, sagte Spiesshofer in einem Interview mit dem deutschen "Handelsblatt". Auch andere chinasensitive Papiere wie Swatch (-1,5 Prozent) und Richemont (-1,3 Prozent) oder Schindler (-3,4 Prozent) stehen klar im Angebot. 

Wie meist in Schwächephasen dürften die defensiven Titel eher weniger verlieren als der Durchschnitt. Bei Roche (-0,6 Prozent) und Nestlé (-0,4 Prozent) scheint das einzutreffen. Der Pharmakonzern hat ausserdem mitgeteilt, dass er von der US-Gesundheitsbehörde FDA für eine Tecentricq-Kombination bei Lungenkrebs ein beschleunigtes Zulassungsverfahren (Priority Review) zugesprochen erhalten hat. Auch Novartis (-0,7 Prozent) fallen weniger als der Markt.

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08:35

Aus Furcht vor einer Abkühlung der Weltwirtschaft ziehen sich Anleger aus den asiatischen Aktienmärkten zurück. Die Börsen in Tokio und Shanghai büssten am Mittwoch jeweils etwa ein halbes Prozent auf 21,919 und 2650 Punkte ein. Genährt werde diese Spekulationen von der Annäherung der Renditen kurz- und langlaufender Anleiherenditen in den USA, sagte Anlagestratege Tai Hui von der Vermögensverwaltung der US-Bank J.P. Morgan.

Dies gilt als Warnsignal einer drohenden Rezession. Verstärkt würden die Konjunktursorgen von wachsenden Zweifeln, ob die USA und China nach dem Burgfrieden eine langfristige Lösung für den Zollstreit finden, sagten Börsianer. Vor diesem Hintergrund warfen Investoren Aktien konjunkturabhängiger Werte aus ihren Depots. Die Titel des Autobauers Honda, der Chipfirma Advantest und des Industrieroboter-Bauers Fanuc büßten bis zu 4,6 Prozent ein. 

08:10

Vor zwei Tagen noch jubelten die Märkte über eine scheinbare Entspannung im Handelskonflikt USA-China. Nun drohte US-Präsident Trump erneut mit Zöllen - überhaupt beschreibt er sich in einem Tweet als "Mann der Zölle". Der von Julius Bär berechnete Vorbörsenkurs des SMI fällt um 0,9 Prozent auf 9005 Punkte. Auch in den USA und Asien haben die Handelssorgen die Aktienmärkte schon heimgesucht (zu den vorbörslichen Kursen bei cash.ch). 

ABB (-2,2 Prozent) fallen nach einem Interview von CEO Ulrich Spiesshofer, der China als baldigen grössten Absatzmarkt bezeichnete. Stark fallen auch Credit Suisse (-1,4 Prozent). Die UBS sowie Swatch und Richemont mit hohem China-Exposure fallen je um 1,2 Prozent. News spielen angesichts der weltwirtschaftlichen Lage eine untergeordnete Rolle: Zürich (-0,9 Prozent) führt den Investorentag durch und hält am Dividendenkurs fest. Roche (-0,7 Prozent) vermeldet ein beschleunigtes US-Verfahren in der Zulassung des Lungenkrebsmittels Tecentriq. Die UBS wiederum hat offenbar ein Datenleck bei einer Kunden-App. 

Am breiten Markt sieht es nicht viel besser aus: Die Halbleiterbranche leidet besonders stark. AMS (-2,9 Prozent) und VAT (-2,4 Prozent) sind mit am stärksten tiefer gestellt.

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08:05 

Die Ölpreise haben am Mittwoch im frühen Handel um knapp einen Dollar nachgegeben. Als Grund wurde am Markt genannt, es herrsche Unsicherheit vor dem Treffen des Ölkartells Opec. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 61,11 Dollar. Das waren 97 Cent weniger als am Dienstag. Der Preis für amerikanisches Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 87 Cent auf 52,38 Dollar.

Für Ungewissheit vor dem mit Spannung erwarteten Opec-Treffen an diesem Donnerstag sorgten Äusserungen des saudischen Energieministers Khalid Al-Falih vom Dienstag. Al-Falih hatte es als verfrüht bezeichnet, von einer Förderkürzung des Ölkartells auszugehen. Marktteilnehmer waren vor den Äusserungen fest von einer Produktionsverringerung zur Stabilisierung der Rohölpreise ausgegangen. Seit Anfang Oktober sind die Erdölpreise um etwa 30 Prozent gefallen.

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07:55

Der Euro hat am Mittwoch im frühen Handel leicht nachgegeben. Am Morgen kostete die europäische Gemeinschaftswährung 1,1327 Dollar und damit etwas weniger als am späten Vorabend. Der amerikanische Dollar legte dagegen zu vielen Währungen moderat zu. Unter anderem auch zum Franken, der zum Greenback am Morgen bei 0,9998 notierte. EUR/CHF wurde derweil praktisch unverändert bei 1,1325 gehandelt.

Zur Wochenmitte könnten einige Konjunkturdaten aus der Eurozone für Kursbewegung sorgen. Veröffentlicht werden die Einkaufsmanagerindizes für den Dienstleistungssektor. Die Unternehmensumfrage gibt Hinweise auf die konjunkturelle Lage im Währungsraum. In den USA bleibt es dagegen weitgehend ruhig. Es herrscht nationale Staatstrauer wegen des Todes des ehemaligen Präsidenten George H. W. Bush.

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06:50

Zunehmende Zweifel an dem Waffenstillstand im Handelskonflikt zwischen den USA und China haben die asiatischen Aktienmärkte belastet. US-Präsident Donald Trump drohte erneut mit Zöllen, sollte es nicht zu einer umfangreichen Handelsvereinbarung kommen. Börsianer verweisen zudem auf die fallenden Renditen am US-Anleihemarkt, die auf eine Rezession hinweisen könnten. "Derzeit überwiegen die Sorgen über eine Abkühlung der Weltwirtschaft den Optimismus der Investoren", sagte Yoshihiro Okumura, Manager bei Chibagin Asset Management.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index notiert um 0,5 Prozent schwächer bei 21'915 Punkten. Finanzwerte, Auto- und Maschinenbauaktien gaben nach. Auch ausserhalb Japans herrschte getrübte Stimmung. Der MSCI-Index für asiatische Aktien ausserhalb Japans verlor 1,35 Prozent. In China notierten die Börsen leicht im Minus.

05:15

Der Dollar verlor zunächst an Boden, holte seine Verluste dann aber wieder auf und notierte kaum verändert bei 112,92 Yen. Der Euro kostete 1,1330 Dollar. Der Schweizer Franken wurde mit 0,9987 Franken je Dollar und 1,1320 Franken je Euro gehandelt. 

(cash/AWP/Reuters)