+++Börsen-Ticker+++ - Kurssturz an der Wall Street

Die anfängliche Euphorie über den Burgfrieden im Handelsstreit zwischen den USA und China ist an den Finanzmärkten am Dienstag in Skepsis umgeschlagen.
04.12.2018 22:30
Deutliche Kurseinbrüche erschrecken am Dienstag die Händler an der Wall Street.
Deutliche Kurseinbrüche erschrecken am Dienstag die Händler an der Wall Street.
Bild: Bloomberg

22:30

An der Wall Street geht der Dow Jones 3,1 Prozent tiefer bei 25'027 Punkten aus dem Handel, nachdem er am Montag gut 1 Prozent gewonnen hatte. Der S&P 500 verliert 3,2 Prozent auf 2700 Punkte. Der Nasdaq Composite rutscht 3,8 Prozent ins Minus auf 7158 Zähler.

Besonders Industrie- und Technologiewerte gerieten unter Druck. Die beiden Sektoren reagieren in der Regel am sensibelsten auf Nachrichten rund um den Handelskonflikt. Am Montag hatten sie den Markt noch massgeblich nach oben gezogen, als die Erleichterung über den Burgfrieden im amerikanisch-chinesischen Konflikt überwog.

Den Dow belasten vor allem die Börsenschwergewichte Boeing und Caterpillar, die 4,8 beziehungsweise 6,9 Prozent verlieren. Apple-Aktien geben 4,4 Prozent nach und drücken so den S&P und die Nasdaq nach unten.

+++

17:50

Nach der Erleichterungsrally des Vortages ist der Schweizer Börse am Dienstag die Puste ausgegangen. Der SMI schliesst 0,2 Prozent im Minus bei 9085 Zählern. Am Vortag hatte der Burgfrieden im Handelsstreit zwischen den USA und China dem Schweizer Leitindex ein Kursplus von 0,8 Prozent beschert. Doch Händler erklären, die Anleger zweifelten, dass der Handelsdisput tatsächlich beigelegt sei.

Bei den Standardwerten überwiegen die Verlierer. In der Gunst der Anleger standen lediglich Aktien von Firmen, die sich auch bei einer konjunkturellen Eintrübung gut entwickeln. Nestlé gewinnt 0,9 Prozent an Wert. Die Aktien des Aromenherstellers Givaudan rücken 1,0 Prozent vor. Ebenfalls gefragt war Swisscom mit einem Kursplus von 1,1 Prozent.

Zu den Verlierern gehören die Geberit-Aktien mit einem Minus von 2,1 Prozent auf 388,30 Franken. Die Bank Vontobel hat die Empfehlung für den Sanitärtechnikkonzern auf "Hold" von "Buy" zurückgenommen. Auch bei Swiss Life drückte eine negativere Analysten-Einschätzung auf den Kurs. Nach einer Rating-Senkung auf "Hold" von "Buy" durch Kepler Chevreux geben die Aktien des Lebensversicherers 0,2 Prozent nach. (Lesen Sie den ausführlichen Börsenkommentar zum Dienstag.)

+++

16:00

Auch an der Wall Street macht sich am Dienstag im Handelsstreit Ernüchterung breit. Im frühen Handel fällt der Dow Jones um 0,5 Prozent auf 25'700 Punkte, nachdem er am Montag gut 1 Prozent gewonnen hatte. Der S&P 500 und der Nasdaq Composite geben ebenfalls knapp ein halbes Prozent nach. Anleger stellen den Burgfrieden zwischen den USA und China infrage. "Es ist nicht klar, worauf sich die beiden Seiten geeinigt haben - wir wissen nur, dass es einen begrenzten Waffenstillstand gibt", sagt Ökonom Scott Brown vom Finanzdienstleister Raymond James.

Visa-Aktien verlieren rund 1 Prozent. Der Kreditkartenanbieter hat wie auch Mastercard den EU-Wettbewerbsaufsehern im Kartellstreit zu Händlergebühren Zugeständnisse angeboten. Mastercard verlieren 1,4 Prozent.

Nach einer Gewinnwarnung wegen der Zollpolitik von Präsident Donald Trump fallen die Aktien von Dollar General um rund 6 Prozent.

+++

13:15

Der Schweizer Aktienmarkt leidet am Dienstag nach dem starken Wochenauftakt unter einer gewissen Katerstimmung. Nachdem am Montag die Börsen weltweit noch den vermeintlichen Burgfrieden zwischen den USA und China im Handelsstreit gefeiert hatten, erlebten Investoren nun so etwas wie eine Katerstimmung, heisst es von Marktteilnehmern.

Der SMI gibt bis 13.15 Uhr um 0,2 Prozent auf 9092 Punkte nach. Der 30 Aktien umfassende SLI verliert 0,5 Prozent auf 1403 Punkte und der breite SPI steht bei 10'611 Punkten um 0,2 Prozent tiefer. Nur 5 der insgesamt 30 Bluechips legen aktuell zu.

Ein Blick auf die übersichtliche Gewinnerliste untermauert den Eindruck, dass die Investoren wieder auf Sicherheit setzen. Denn mit Nestlé (+0,9%), Swisscom (+0,8%) und Givaudan (+0,3%) stützen vor allem defensive Branchenvertreter den Markt.

Die deutlich längere Verliererliste führen unterdessen erneut die Aktien des Halbleiterherstellers AMS mit -4,3 Prozent an. Mit Temenos (-3,8%) und Logitech (-1,9%) folgen weitere Technologiewerte und auch die Titel, bei denen Investoren zum Wochenstart noch besonders stark zugegriffen hatten.

Im breiten Markt fallen vor allem die Aktien von Cicor (+12,2%) positiv auf. Die Elektronikindustriegruppe hat einen Grossauftrag im Bereich Dünnschichtsubstrate erhalten. (Lesen Sie den ausführlichen Börsenbericht am Mittag.)

+++

11:55

Nach der Erleichterungsrally des Vortages hat die Schweizer Börse am Dienstag wieder den Rückwärtsgang eingelegt. Der SMI fällt in der ersten zwei Handelsstunde um 0,3 Prozent auf 9083 Punkte. Am Vortag hatte der Burgfrieden im Handelsstreit zwischen den USA und China dem Schweizer Leitindex ein Kursplus von 0,8 Prozent beschert. Doch bereits im asiatischen Handel überwogen dann Gewinnmitnahmen.

Bei den Schweizer Bluechips stehen Aktien von Firmen hoch in der Gunst der Anleger, die sich auch bei der konjunkturellen Eintrübung gut entwickeln. Nestlé gewinnen 0,6 Prozent an Wert. Der Lebensmittelkonzern eröffnet im US-Bundesstaat New Jersey ein Forschungs- und Entwicklungszentrum mit 170 Mitarbeitern. Die Aktien des Aromenherstellers Givaudan rücken 0,2 Prozent vor. An der Spitzen der Gewinnerliste rangiert Swisscom mit einem Kursplus von 0,7 Prozent.

Schlusslicht im SMI sind die Geberit-Aktien mit einem Minus von 2,7 Prozent auf 386 Franken. Die Bank Vontobel hat die Empfehlung für den Sanitärtechnikkonzern auf "Hold" von "Buy" zurückgenommen und das Kursziel auf 410 von 440 Franken gesenkt.

Auch bei Swiss Life drückt eine negativere Analysten-Einschätzung auf den Kurs. Nach einer Rating-Senkung auf "Hold" von "Buy" durch Kepler Chevreux geben die Aktien des Lebensversicherers 0,5 Prozent nach.

Bei den Nebenwerten sacken die Aktien des Baukonzerns Implenia nach der Gewinnwarnung des Vortages um weitere 8,2 Prozent ab. Der Chip- und Sensor-Hersteller AMS bekommt die Prognosesenkung eines anderen Apple-Zulieferers - Cirrus Logic - zu spüren; die Titel geben 4,5 Prozent nach.

12,7 Prozent aufwärts gehts dagegen mit den Cicor-Anteilen. Der Leiteplattenhersteller rechnet 2018 mit einem Ergebnis am oberen Ende der in Aussicht gestellten Spanne - einem Umsatzanstieg um einen hohen einstelligen Prozentbetrag und einer Betriebsgewinnmarge (Ebit) zwischen 5 und 6 Prozent.

+++

09:22

Zur Abwechslung ein Blick auf die Zinslandschaft. Die US-Treasury-Renditekurve hat sich erheblich abgeflacht, so dass er Spread zwischen 10 und 2 Jahren mit rund 14 Basispunkte nunmehr wieder deutlich unterhalb der 20 Basispunkte liegt. In Teilen ist sie sogar invers geworden, so zwischen den Staatsanleiehen mit 3 und 5 Jahren Laufzeit.

Bereits im Verlauf des Montags hat die Euphorie nach Bekanntgabe der Ergebnisse des Treffens zwischen dem US- und dem chinesischen Präsidenten an den Kapitalmärkten nachgelassen. Die Berater von US-Präsident Donald Trump hatten augenscheinlich Probleme, die Vereinbarung zwischen beiden Präsidenten zu erläutern. Zusammen mit der anhaltenden Aussicht auf eine gemächlichere Gangart der US-Notenbank profitierten vor allem die Kurse der US-Treasuries und in ihrem Fahrwasser die Staatsanleihen aus dem Euroraum. Die 10-jährigen US-Bonds konnten sogar die 3 Prozent-Marke wieder unterschreiten.

+++

09:10

Der SMI geht praktisch unverändert bei 9114 Punkten in den Handel. Nachdem die Börsen weltweit zum Wochenstart noch den "Waffenstillstand" im Handelsstreit zwischen China und den USA gefeiert hatten, kommen bereits die ersten Zweifel und Fragen auf.

Zu den grösseren Verlierern im frühen Handel zählen die Aktien der Swiss Life, die um 0,5 Prozent zurückfallen. Hier verweisen Händler auf eine Studie von KeplerCheuvreux, in der die Experten die Titel offenbar abgestuft haben. Zudem stehen jene Werte vorbörslich oben auf den Verkaufslisten, die am Vortag noch deutlicher zugelegt haben. Besonders deutlich fallen Geberit (-1,3 Prozent), ABB und Adecco (beide -0,5 Prozent) zurück. Auch die Uhrenaktien Richemont (-0,5 Prozent) und Swatch (-0,6 Prozent) gegen nach. Besonders stark in die andere Richtung geht es für Swisscom, Nestlé, Givaudan (je +0,8 Prozent).

Auch für die Aktien des Halbleiterherstellers AMS (-3,1 Prozent) geht es überdurchschnittlich abwärts. Einerseits ist dies in dem aktuellen Umfeld eine Gegenreaktion auf das Kursplus von 5,5 Prozent am Vortag. Darüber hinaus hat noch der Broker Liberum aktuell sein Kursziel angepasst und erklärt, dass er bis in das erste Quartal 2019 mit einer Umsatzschwäche rechne. Orell Füssli steigen um knapp 3 Prozent. CEO Martin Buyle verlässt das Unternehmen auf Ende September 2019. Für das Gesamtjahr stellt das Unternehmen einen EBIT in der Höhe des Vorjahres in Aussicht.

+++

08:36

An Asiens Börsen ist die Erleichterung über den Burgfrieden im Zollstreit zwischen den USA und China verpufft. Der japanische Nikkei-Index fiel am Dienstag um 2,4 Prozent auf 22'036 Punkte. Die Börse Shanghai hielt sich knapp im Plus bei 2662 Zählern. Die USA und China hatten die Anhebung von Strafzöllen verschoben, um Zeit für weitere Verhandlungen zu gewinnen. Ein Nachfrage-Schub für chinesische Waren sei entgegen einigen Medienberichten nicht zu erwarten, warnten die Analysten des Brokerhauses Zhongtai. Die Konjunktur der weltweit zweitgrössten Volkswirtschaft stehe vor einer weiteren Abkühlung. Anleger richteten ihre Aufmerksamkeit bereits auf die US-Arbeitsmarktdaten am Freitag und die Beratungen der US-Notenbank in der kommenden Woche, sagte Analyst Yutaka Miura von der Investmentbank Mizhuo.

Eine Anhebung des Leitzinses durch die Fed gilt als sicher, daher warten Börsianer gespannt auf Signale zur Geldpolitik 2019. Die Aufwertung des Yen dämpfte die Kauflaune von Japan-Anlegern zusätzlich, weil dies die Wettbewerbsfähigkeit japanischer Waren auf dem Weltmarkt schmälert. Dies bekamen vor allem exportorientierte Werte zu spüren. So rutschten die Titel des Industrieroboter-Bauers Fanuc und des Baumaschinen-Anbieters Komatsu bis zu 5,1 Prozent ab.

+++

08:15

Die Ölpreise sind am Dienstag weiter gestiegen. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 62,37 Dollar. Das waren 68 Cent mehr als am Montag. Der Preis für amerikanisches Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 60 Cent auf 53,55 Dollar.

Zum Wochenauftakt hatten die Ölpreise kräftig um etwa fünf Prozent zugelegt. Analysten nannten zwei Hauptgründe: Auf der Nachfrageseite dämpfte die Annäherung zwischen den USA und China im Handelsstreit etwas den bestehenden Konjunkturpessimismus. Angebotsseitig werden die Ölpreise getrieben durch Erwartungen auf eine Förderkürzung durch das Ölkartell Opec. Die Energieminister der Opec-Länder treffen sich am Donnerstag in Wien, um über ihren Kurs zu beraten.

+++

08:10

Der Swiss Market Index (SMI) wird vorbörslich von der Bank Julius Bär bei 9081 Punkten (-0,3 Prozent) berechnet. Am Vortag war der Leitindex SMI um 0,8 Prozent auf 9107 Punkte gestiegen. Doch bereits im asiatischen Handel überwogen dann Gewinnmitnahmen, die auch den frühen Handel in Europa prägen dürften, erklärten Händler. Der Handelsdisput sei nicht nachhaltig gelöst.

Die grössten Abschläge zeichnen sich bei Swiss Life (-1,4 Prozent) ab. Marktteilnehmer sprachen von Gewinnmitnahmen nach der guten Kursentwicklung seit dem Investorentag in der Vorwoche sowie einer Broker-Rückstufung. ABB, Adecco und UBS verlieren vorbörslich 0,4 Prozent. Der Pharmakonzern Roche (-0,2 Prozent) hat positive Phase-III-Studiendaten zum Medikament Hemlibra zur präventiven Behandlung von Kindern mit einer Form der Bluterkrankheit vorgelegt. Zudem wirkt die Arznei Venclexta Studiendaten zufolge auch langfristig bei der Behandlung von Patienten mit zwei Formen von Blutkrebs.

Die restlichen SMI-Titel werden zwischen -0,2 und -0,3 Prozent angegeben. Am breiten Markt sind Ceva Logistics (+0,3 Prozent) eine positive Ausnahme.

+++

07:53

Der Euro hat am Dienstag zugelegt und ist in Richtung der Marke von 1,14 Dollar gestiegen. Im frühen Handel kostet die europäische Gemeinschaftswährung 1,1382 Dollar und damit knapp einen halben Cent mehr als am Vorabend. Zum Franken bewegt sich der Euro bei einem Stand von 1,1338 eher seitwärts. Der Dollar notiert auch zum Franken bei einem Stand von 0,9962 etwas tiefer als noch am Montagabend.

Am Dienstag dürften die Impulse durch Konjunkturdaten eher gering ausfallen. Weder in Europa noch in den USA stehen besonders entscheidende Zahlen an. Auftritte wichtiger Zentralbanker sind ebenfalls rar gesät. In Grossbritannien wird sich Notenbankchef Mark Carney vor einem Parlamentsausschuss zum Brexit-Vertragstext der Regierung äussern.

+++

07:30

Der Kurs der wichtigsten Digitalwährung Bitcoin hat sich etwas stabilisiert, bleibt aber weiter unter Druck. Aktuell steht Bitcoin bei 3954 Dollar. Am Montag kam es erneut zu starken Kursverlusten. Bis zum späten Nachmittag sackte der Kurs um mehr als 8 Prozent auf 3747 US-Dollar. Damit näherte sich der Bitcoin wieder dem tiefsten Stand seit September 2017, der am 25. November bei 3474 Dollar erreicht worden war.

"Hartgesottene Anleger, die weiterhin am Bitcoin festhalten, werden allmählich schwach und werfen zumindest einen Teil ihrer Anteile auf den Markt", beschrieb Experte Salah Bouhmidi vom Analysehaus DaliyFX das Geschehen. Die Bilanz von Digitalwährungen in diesem Jahr ist ernüchternd. Seit dem Rekordhoch, das der Bitcoin auf dem Höhepunkt des Krypto-Hypes im Dezember 2017 bei 20'000 Dollar erreicht hatte, hat die älteste und bekannteste Kryptowährung etwa 80 Prozent ihres Werts verloren. Allein seit Mitte November betragen die Verluste etwa 40 Prozent.

+++

06:45

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index notiert 2,2 Prozent schwächer bei 22'081 Punkten. Viele Investoren nahmen Gewinne bei den Aktien mit, die am Vortag zugelegt hatten. Auch ausserhalb Japans fielen die Kurse. Der MSCI-Index für asiatische Aktien ausserhalb Japans verlor 0,2 Prozent, der Index der Börse Shanghai und Shenzhen gab 0,2 Prozent nach.

Viele Börsianer zeigten sich skeptisch, ob die beiden weltweit führenden Volkswirtschaften ihre Streitigkeiten vor Ablauf der 90-Tage-Frist beilegen können. "Die jüngsten Nachrichten zum Handel beinhalten mehr Fragen als Antworten", schrieben die Analysten der National Australia Bank. "Es scheint so zu sein, dass mehr Details und Anzeichen eines Fortschritts nötig sind, wenn die ursprünglich guten Gefühle nach dem Waffenstillstand Bestand haben sollen."

+++

06:36

Der Ölpreis legte dagegen vor einem wichtigen Treffen des Ölkartells Opec zu, ein Barrel leichtes US-Öl kostete mit 53,23 Dollar 0,5 Prozent mehr als am Vortag. Am Devisenmarkt geriet der Dollar unter Druck und kostete mit 113,3 Yen 0,3 Prozent weniger. Der Euro wurde kaum verändert zum späten New Yorker Handel mit 1,1367 Dollar gehandelt. Der Schweizer Franken wurde mit 0,9966 Franken je Dollar und 1,1331 Franken je Euro gehandelt.

(cash/Reuters/AWP)