+++Börsen-Ticker+++ - Luxusgüter-Titel verlieren an Schweizer Börse deutlich

Die Angst vor einem Krieg am persischen Golf hat am Montag auch die Schweizer Börse gebremst.
06.01.2020 18:08
Die Schmuck- und Uhrenfirma Cartier gehört dem Luxusgüterkonzern Richemont.
Die Schmuck- und Uhrenfirma Cartier gehört dem Luxusgüterkonzern Richemont.
Bild: unsplash.com

18:10

Der SMI sank um 0,3 Prozent auf 10'665 Punkte. Der Iran hat nach der gezielten Tötung eines Generals durch die USA mit Vergeltung gedroht. US-Präsident Donald Trump erklärte, die USA würden in diesem Fall zurückschlagen, "möglicherweise in einem überproportionalen Ausmass".

Deutlich tiefere Kurse verbuchten die Luxusgütertitel: Richemont verloren 1,7 Prozent, Swatch 1,2 Prozent. Händler erklärten, eine Eskalation im Nahen Osten könnte die Weltwirtschaft in Mitleidenschaft ziehen und die Reiselust dämpfen. Beides wäre Gift für die Hersteller von Luxusgütern. Ebenfalls rund 1,2 Prozent tiefer notierten die Aktien des Zementherstellers LafargeHolcim.

Nur leichte Einbussen verzeichnete Novartis (-0,2 Prozent). Der Pharmakonzern kann die 9,7 Milliarden Dollar schwere Übernahme der US-Biotechnologiefirma The Medicines Company vollziehen. Mit leichten Kursgewinnen gingen der Telekomanbieter Swisscom (+0,5 Prozent) und der Augenheilkonzern Alcon (+0,1 Prozent) aus dem Handel.

Bei den kleineren Werten kletterten Sunrise um 2,8 Prozent, während die Titel des Vermögensverwalters GAM 5,7 Prozent absackten.

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16:05

Die Kurse an der Wall Street gaben am Montag den zweiten Tag in Folge nach. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte eröffnete 0,4 Prozent im Minus bei 28'510 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 verlor 0,6 Prozent auf 3214 Zähler, der Index der Technologiebörse Nasdaq sackte 0,8 Prozent ab auf 8948 Stellen. Die Lage am Markt sei zuletzt sehr gut gewesen, sagte Rick Meckler, Partner bei der Vermögensverwaltung Cherry Lane Investments. "Sicherlich nutzen einige das als Anlass, um sich etwas zurückzuziehen."

Aufwärts ging es für Aktien von Rüstungsunternehmen: Lockheed Martin, Northrop Grumman und Raytheon gewannen bis zu zwei Prozent. Der Iran hat nach der gezielten Tötung eines Generals durch die USA mit Vergeltung gedroht. US-Präsident Donald Trump erklärte, die USA würden in diesem Fall zurückschlagen, "möglicherweise in einem überproportionalen Ausmass".

Um 1,3 Prozent abwärts ging es dagegen für Boeing. Einem Bericht des "Wall Street Journal" zufolge erwägt das Unternehmen nach dem Flugverbot für den Unglücksflieger 737 MAX, neue Schulden aufzunehmen.

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14:40

Der Broker IG errechnete für den Leitindex Dow Jones Industrial rund eine Stunde vor Handelsbeginn einen Stand von 28'471,7 Punkten und damit ein Minus von 0,57 Prozent gegenüber dem Schlusskurs von Freitag an.

Getrieben unter anderem von der Aussicht auf ein baldiges erstes Handelsabkommen zwischen den USA und China hatten der Dow, der marktbreite S&P 500 sowie der technologielastige Nasdaq 100 in der vergangenen Woche noch sämtlich neue Rekordmarken erreicht. US-Präsident Donald Trump hatte an Silvester den 15. Januar als konkreten Termin für eine Unterzeichnung des Teilabkommens genannt.

Beobachter fürchten nun jedoch eine gefährliche Eskalation des Konflikts zwischen den USA und dem Iran. Nach der Tötung des iranischen Generals Ghassem Soleimani in Bagdad hat das Parlament im Irak überraschend für einen Abzug der rund 5000 im Land stationierten US-Soldaten gestimmt. 

Als Reaktion auf die Lage im Nahen Osten zogen US-Staatsanleihen aber auch Öl- und Goldpreise zuletzt deutlich an. Am Montag profitierten davon unter anderem die Goldproduzenten Barrick Gold und Newmont Goldcorp, deren Aktien vor Handelsstart jeweils um rund 2 Prozent zulegten. Auch Werte aus dem Rüstungsgüterbereich waren wieder sichtlich gefragt, mit einem vorbörslichen Plus von 1,7 Prozent bei Lockheed Martin und 1,8 Prozent bei Northrop Grumman .

Dem Flugzeugbauer Boeing machen dagegen weiter die Auswirkungen zweier Abstürze mit dem Modell 737 Max zu schaffen. Medienberichten zufolge erwäge der Konzern nun neue Schulden aufzunehmen, etwa zur Begleichung anstehender Entschädigungskosten für die Hinterbliebenen. Bei den Unglücken starben im Oktober 2018 und im März 2019 insgesamt 346 Menschen. Das Modell ist seitdem mit Startverboten belegt.

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13:45

Die Ölpreise sind wegen der Eskalation der Lage im Nahen Osten weiter im Höhenflug. Am Montag stieg der Preis für US-Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) am frühen Morgen zeitweise bis auf 64,72 US-Dollar je Barrel (159 Liter). Damit erreichte der Preis den höchsten Stand seit vergangenem April.

Die Entwicklung des Ölpreises (Brent) in den vergangenen zwölf Monaten (Grafik: cash.ch).

Die Krise im Mittleren Osten verstärkt die Sorge der Anleger am Ölmarkt vor Lieferengpässen. Der Iran will Rache an den USA nehmen für den Tod von General Soleimani, und auch der Irak geht auf Konfrontation zu den USA. US-Präsident Donald Trump hat darauf mit martialischen Drohungen reagiert.

"Die Nachrichten vom Wochenende deuten auf eine weitere Eskalation hin", sagte Rohstoffexperte Carsten Fritsch von der Commerzbank. "Angesichts dieser Nachrichtenlage ist der Weg für einen weiteren Anstieg der Ölpreise vorgezeichnet, auch wenn es bislang noch nicht zu Angebotsausfällen gekommen ist."

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11:45

Der SMI notiert um 11.05 Uhr um 1,12 Prozent schwächer auf 10'5580,03 Punkten. Der die 30 wichtigsten Werte umfassende SLI büsst 1,20 Prozent auf 1'624,38 und der breite SPI 1,08 Prozent auf 12'798,40 Zähler ein. 27 Titel des SLI verlieren und 2 gewinnen an Wert. Swisscom sind unverändert.

«Safe Havens» - Iran-Krise treibt Bitcoin, Gold und Franken in die Höhe

Deutliche Abschläge verzeichnen Aktien, die im Vorjahr stark gestiegen sind. Dazu zählen Ams (-2,2 Prozent), Julius Bär (-1,9 Prozent) und Lonza (-2,0 Prozent). Gewinnmitnahmen gibt es zudem bei Sika (-1,7 Prozent), LafargeHolcim (-1,6 Prozent) und Partners Group (-1,6 Prozent). Aus den Depots werden aber auch Papiere gekippt, die 2019 unterdurchschnittlich performt haben wie Swatch (-2,3 Prozent) und Richemont (-2,4 Prozent). 

Der vollständige Bericht zur Schweizer Mittagsbörse findet sich hier.

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11:40

Im Vormittagshandel stieg die Gemeinschaftswährung auf ein Tageshoch von 1,1196 US-Dollar, nachdem sie am Morgen noch bei 1,1160 Dollar gehandelt worden war.

Gegenüber dem Franken hat der Euro wieder etwas Boden gutgemacht und steht zuletzt bei 1,0850 nach 1,0839 Franken am Morgen. Der US-Dollar hat zum Franken auf 0,9689 Franken von 0,9713 weiter nachgegeben.

Für etwas Auftrieb sorgten besser als erwartet ausgefallene Konjunkturdaten aus der Eurozone. Ende des vergangenen Jahres hatte sich die Stimmung in den Unternehmen überraschend etwas verbessert. 

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10:45

In der Hoffnung auf sprudelnde Gewinne durch den steigenden Ölpreis legen sich Anleger Ölfirmen ins Depot. Dies treibt den europäischen Branchenindex auf ein Fünfeinhalb-Monats-Hoch von 328,84 Punkten.

Während Aktien von Ölfirmen generell steigen, fällt der Kurs des Börsenneulings Saudi Aramco um 1,2 Prozent. Die Anlagen des Unternehmens sind wegen der geografischen Nähe zum Konfliktherd am Persischen Golf bedroht. 

 

 

Schweizer Aktien mit Bezug zum Ölgeschäft wie Sulzer (-2,2 Prozent), Burckhardt Compression (-1,7 Prozent) oder SGS (-1,3 Prozent) kommen allerdings wie der übrige Schweizer Markt unter die Räder. 

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10:00

Der SMI steht angesichts der globalen Unsicherheit wegen der Iran-Krise mittlerweile bei -1,35 Prozent. bei 10'558 Punkten. 

Deutliche Verlierer sind Richemont (-2,5 Prozent), Swatch (-2,2 Prozent) und UBS (-2,3 Prozent). Rund die Hälfte der Aktien im SMI fällt um über 1 Prozent zurück. 

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09:15

Die Angst vor einer Eskalation der politischen Spannungen zwischen den USA und Iran, die nach der Tötung des iranischen Generals Ghassem Soleimani in Bagdad massiv zugenommen haben, hat an den Börsen in Fernost für nachgebende Kurse gesorgt. Dies lasse die Risikoaversion an den Finanzmärkten schon wieder ansteigen, heisst es am Markt.

Bisher profitierten vor allem der Goldpreis und der Frankenkurs von der höheren Verunsicherung am Markt. Der SMI fällt um fast ein halbes Prozent auf 10'652 Punkte. Am vergangenen Freitag, der ersten Sitzung 2020, hatte der Leitindex um 0,78 Prozent zugelegt. Im Vorjahr hatte der Leitindex gar gut 26 Prozent gewonnen.

Richemont (-1,1 Prozent), Credit Suisse (-0,8 Prozent) und Lonza (-0,9 Prozent) sowie SGS (-0,9 Prozent), Swatch (-0,9 Prozent) und UBS (-0,9 Prozent) fallen am deutlichsten. Die Papiere der als wenig krisenanfällig und konjunkturresistent geltenden Pharmariesen Novartis (-0,3 Prozent) und Roche (-0,2 Prozent) sowie des Lebensmittelmultis Nestlé (-0,3 Prozent) fallen etwas schwächer als der Gesamtmarkt.

Ausschüttungen: Bei diesen Schweizer Dividenden müssen Anleger hinschauen

Im breiteren Markt fallen Stadler Rail (-0,7 Prozent) auf. Das Zugunternehmen hat in Deutschland einen Grossauftrag in der Höhe von 62 Millionen Euro an Land gezogen. Sonova weisen noch keinen Kurs auf. JPMorgan hat die Empfehlung für den Hörgerätehersteller auf "Overweight" von "Neutral" hochgehoben. Das Kursziel beträgt 236 Franken. Die Aktien von Barry Callebaut (-1,2 Prozent) werden ex-Dividende gehandelt.

Im Laufe der Woche stehen zahlreiche wichtige Konjunkturzahlen aus Europa und den USA an. Dabei dürften die Einkaufsmanagerindizes für den Dienstleistungssektor und die US-Arbeitsmarktdaten im Mittelpunkt stehen. Die jüngsten Einkaufsmanagerindizes für das Gewerbe wiesen meist auf eine Stabilisierung der Lage hin, heisst es weiter.

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08:40

Die Furcht vor einer militärischen Eskalation der Spannungen in der Golf-Region setzt den asiatischen Börsen zu. In Tokio brach der Nikkei-Index am ersten dortigen Handelstag 2020 um 1,9 Prozent auf 23.205 Punkte ein. Das ist einer der schwärzesten Jahresauftakte seiner Geschichte. Ein Teil dieser Verkäufe seien aber Gewinnmitnahmen, da die japanische Börse zuvor zu stark gestiegen sei, sagte Nobuhiko Kuramochi, Chef-Anlagestratege der Investmentbank Mizhuo.

Der Hongkonger HSI verlor am Montag 1,1 Prozent. Die Börse Shanghai stabilisierte sich dagegen nach den jüngsten Kursverlusten bei 3083 Zählern. Seit der gezielten Tötung eines iranischen Generals im Irak durch die USA wachsen die Spannungen in der Region. Am Wochenende bekräftige US-Präsident Donald Trump seine Warnungen an Iran und drohte dem Irak mit Sanktionen, sollte dieser die im Land stationierten US-Truppen zum Abzug zwingen.

 

 

Vor diesem Hintergrund warfen Investoren vor allem Aktien von Fluggesellschaften und Reedereien aus den Depots. Die japanischen Indizes für diese Branchen rutschten um bis zu 3,5 Prozent. Unter Druck gerieten auch Exportwerte wie die Autobauer Honda und Toyota, deren Titel bis zu drei Prozent verloren. Gefragt waren wegen des Ölpreis-Anstiegs dagegen Ölkonzerne. So verteuerten sich die Papiere von PetroChina in Shanghai um 5,5 Prozent.

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08:15

Angesichts der Spannungen am Golf greifen Anleger auf der Suche nach sicheren Anlagen verstärkt zur japanischen Währung. Dadurch fällt im Gegenzug der Kurs des Dollar um 0,3 Prozent auf ein Drei-Monats-Tief von 107,75 Yen.

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08:10

Der SMI lässt um 0,3 Prozent auf 10'670 Punkte nach: So zumindest errechent dies die Bank Julius Bär. Alle 20 SMI-Aktien sind tiefer gestellt. 

Am breiten Markt trotzden Stadler Rail (+0,1 Prozent) dank eines Grossauftrags aus Deutschland und Sonova (+0,2 Prozent) nach einer Heraufstufung dem Trend. 

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7:55

Die Ölpreise sind wegen der Eskalation der Lage im Nahen Osten weiter im Höhenflug. Am Montag stieg der Preis für US-Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) am frühen Morgen zeitweise bis auf 64,72 US-Dollar je Barrel (159 Liter). Damit erreichte der Preis den höchsten Stand seit vergangenem April. Seit Beginn des Jahres sind die Preise für WTI und das Nordsee-Rohöl Brent bereits um jeweils etwa sechs Prozent gestiegen.

 

 

Zuletzt wurde US-Öl bei 64,36 Dollar gehandelt. Das waren aber immer noch 1,31 Dollar mehr als am Freitag. Kräftig nach oben ging es auch mit dem Preis für Rohöl der Sorte Brent aus der Nordsee, der für deutsche Verbraucher wichtig ist. Hier stieg die Notierung für ein Fass um 1,63 Dollar auf 70,23 Dollar. Allerdings verharrte der Brent-Preis unter dem Stand, der im September bei 71,95 Dollar erreicht worden war.

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07:50

Anhaltende Spekulationen auf einen Angebotsengpass hieven den Preis für Palladium erstmals über die Marke von 2000 Dollar je Feinunze. Das zur Herstellung von Auto-Katalysatoren für Otto-Motoren benötigte Edelmetall verteuert sich um 1,6 Prozent und erreicht ein Rekordhoch von 2020,19 Dollar.

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06:40

Die Eskalation im Konflikt zwischen den USA und dem Iran hat die Börsen in Asien am Montag belastet. An der Tokioter Börse gibt der Leitindex Nikkei um 2 Prozent nach und steht bei 23'196 Punkten. Der MSCI-Index für asiatische Aktien ausserhalb Japans fiel um 0,3 Prozent.

Im Gegenzug legte die "Krisenwährung" Gold im Verlauf 1,4 Prozent zu auf 1,574.55 Dollar pro Feinunze und markierte den höchsten Stand seit April 2013. Die wachsenden Spannungen am Persischen Golf liessen zudem die Ölpreise weiter steigen. Die Nordseesorte Brent verteuerte sich um rund 2,7 Prozent auf 70,42 Dollar je Barrel. Der Preis für US-Leichtöl stieg um 1,5 Prozent auf 64,51 Dollar.

 

 

Nach dem tödlichen US-Angriff auf den iranischen Top-General Kassem Soleimani und die gegenseitigen Vergeltungsdrohungen am Wochenende sei das Risiko einer weiteren Eskalation eindeutig gestiegen, sagte Shane Oliver, Chefökonom bei AMP Capital. Aktienanleger gingen deswegen in Deckung, und die Ölpreise dürften aus Sorge vor Lieferengpässen am Golf zulegen.

In China ging es dagegen mit den Kursen bergauf. Die Börse in Shanghai lag 0,6 Prozent im Plus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen gewann 0,5 Prozent.

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06:00

Im asiatischen Devisenhandel blieb der Dollar fast unverändert bei 108,04 Yen und stagnierte bei 6,9675 Yuan. Zur Schweizer Währung notierte er 0,1 Prozent niedriger bei 0,9712 Franken. Parallel dazu blieb der Euro fast unverändert bei 1,1161 Dollar und notierte kaum verändert bei 1,0843 Franken. Am zweiten Weihnachstag hatte der Kurs allerdings noch bei 1,0890 gelegen. 

Das Pfund Sterling stagnierte bei 1,3081 Dollar

(cash/AWP/Reuters)