+++Börsen-Ticker+++ - Ölpreis macht New Yorker Börsen zu schaffen

Die US-Börsen haben sich am Dienstag nach dem langen Wochenende mit leichten Abschlägen präsentiert. Ein Grund ist Händlern zufolge der fallende Ölpreis.
30.05.2017 22:30
Kein Ende der Ölschwemme in Sicht: Der fallende Preis setzt den US-Börsen am Dienstag zu.
Kein Ende der Ölschwemme in Sicht: Der fallende Preis setzt den US-Börsen am Dienstag zu.
Bild: Bloomberg

22:30

Schwindende Hoffnungen auf ein Ende der Ölschwemme setzten dem Rohstoff Öl zu. Unsicherheiten über die politischen Turbulenzen in Washington sorgten zudem weiter für Unruhe am Markt.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,2 Prozent tiefer auf 21'029 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 sank 0,1 Prozent auf 2413 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verringerte sich um 0,1 Prozent auf 6203 Punkte. Am Montag war die Wall Street wegen eines Feiertags geschlossen.

Von der Konjunkturseite kamen positive Nachrichten. Die US-Konsumenten gaben zu Beginn des zweiten Quartals wieder mehr Geld aus. Dies signalisiert eine anziehende Inlandskonjunktur, die wiederum den Weg für eine baldige Zinserhöhung der US-Notenbank freimachen könnte. Der private Konsum stieg im April um 0,4 Prozent zum Vormonat und damit so kräftig wie seit Dezember nicht mehr.

Bei den Einzelwerten schossen Protagonist Therapeutics 44 Prozent in die Höhe. Johnson & Johnson will zusammen mit dem Pharmakonzern ein Medikament gegen eine entzündliche Darmerkrankung entwickeln.

Zulegen konnten auch die Papiere von Amazon. Sie stiegen um rund 0,1 Prozent auf 996,7 Dollar. Im Verlauf hatten sie erstmals in ihrer Geschichte über der Marke von 1000 Dollar notiert.

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17:35

Die Anleger an der Schweizer Börse haben sich am Dienstag zurückgehalten. Sorgen um die Entwicklung in Italien und Griechenland, enttäuschende Konjunkturdaten aus Europa und der sinkende Ölpreis hielten die Marktteilnehmer von Käufen ab. Das Geschäft verlief laut Händlern aber aktiver als am Vortag, als an den Börsen in den USA, in Grossbritannien und China feiertagsbedingt nicht gehandelt wurde. Der SMI notiert mit 9008 Zählern um 0,3 Prozent leichter. Am Montag war der Leitindex um 0,1 Prozent gefallen.

Die Anleger blieben trotz dieser Gemengelage relativ entspannt, sagt ein Händler. Das Angstbarometer der Börse, der Volatilitätsindex sank gar ein wenig und verharrte mit knapp 12 Punkten auf einem sehr tiefen Niveau. Frischen Wind dürften ab Mittwoch die Daten zum US-Arbeitsmarkt an die Märkte bringen. Der Höhepunkt des Datenreigens wird am Freitag erreicht, wenn der monatliche Arbeitsmarktbericht der US-Regierung vorgelegt wird.

Bei den Standardwerten führen die Aktien der Grossbank UBS die Verliererliste an. Sie sacken um 1,5 Prozent ab. Rivalin Credit Suisse verliert 1,1 Prozent an Wert. Die Senkung der Anlageempfehlung für europäische Bankaktien durch die Deutsche Bank laste auf dem Sektor. Ein wenig besser schlugen sich die Anteile von Vermögensverwaltern wie Julius Bär und Vontobel. Versicherungswerte verlieren bis zu 1 Prozent an Wert.

Zyklische Titel neigen zur Schwäche. Die Aktien der Sanitärtechnikfirma Geberit, des Pharmazulieferers Lonza, des Luxusgüterherstellers Richemont und des Zementproduzenten Lafarge-Holcim verlieren zwischen einem halben und 1 Prozent. Die Aktien des Elektrotechnikkonzerns ABB sinken um 0,2 Prozent. Der Uhrenhersteller Swatch schwächt sich um 0,3 Prozent ab.

Am breiten Markt stürzen die Aryzta-Aktien um 8,3 Prozent ab. Der Umsatz der Backwarenfirma sank in den ersten neun Monaten um 1,1 Prozent auf 2,88 Milliarden Euro. Verstimmt habe die Anleger in erster Linie aber das Fehlen einer Prognose und die Angst vor einer anhaltenden Margenschwäche, erklären Händler. (Lesen Sie den ausführlichen Börsenkommentar vom Dienstag.)

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15:45

Die US-Börsen sind nach dem langen Wochenende mit leichten Abschlägen in den Handel gestartet. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte eröffnete am Dienstag 0,2 Prozent im Minus bei 21'037 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 fiel ebenfalls 0,2 Prozent auf 2410 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 0,1 Prozent auf 6203 Stellen. Am Montag hatte die Wall Street wegen eines Feiertags geschlossen.

Ein Grund ist Händlern zufolge der fallende Ölpreis. Schwindende Hoffnungen auf ein Ende der Ölschwemme setzten dem Rohstoff zu. Neuste Konjunkturdaten würden sich die Anleger erst einmal genauer anschauen, sagte Chef-Marktstratege Peter Cardillo von First Standard Financial. US-Konsumenten haben zu Beginn des zweiten Quartals wieder mehr Geld ausgegeben. Der private Konsum stieg im April um 0,4 Prozent und damit so kräftig wie noch nie in diesem Jahr. Unsicherheiten über die politischen Turbulenzen in Washington sorgten jedoch weiter für Unruhe am Markt.

Bei den Einzelwerten schossen Protagonist Therapeutics 70 Prozent in die Höhe. Johnson & Johnson will zusammen mit dem Pharmakonzern ein Medikament gegen eine entzündliche Darmerkrankung entwickeln.

Zulegen konnten auch die Papiere von Amazon. Sie stiegen um rund 0,5 Prozent und lagen damit erstmals in ihrer Geschichte über der Marke von 1000 Dollar.

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13:10

Sorgen um die Entwicklung in Italien und Griechenland setzen am Dienstag der Schweizer Börse zu. Das Geschäft verlief laut Händlern aktiver als am Vortag. "Die Umsätze haben merklich angezogen", sagt ein Börsianer. Der SMI sinkt um 0,5 Prozent auf 8987 Zähler. Am Montag war der Leitindex um 0,1 Prozent gefallen.

Auch enttäuschende Konjunkturzahlen aus der Euro-Zone, wo die Wirtschaftsstimmung überraschend gefallen war, und der unerwartet starke Rückgang des KOF-Konjunkturbarometers im Mai trüben die Stimmung der Anleger. Vor dem Wiedereintritt der US-Marktteilnehmer nach dem Feiertag am Montag und vor der Veröffentlichung der wichtigen US-Arbeitsmarktdaten in den kommenden Tagen wollten die Anleger keine Risiken eingehen, heisst es am Markt.

Bei den Standardwerten führen Bankaktien die Verliererliste an. UBS büssen 1,4 Prozent an Wert ein und Credit Suisse 0,8 Prozent. Die Senkung der Anlageempfehlung für europäische Bankaktien durch die Deutsche Bank laste auf dem Sektor. Analysten der Bank hatten ihre Einschätzung für den Sektor am Dienstag auf "underweight" von "benchmark" herabgestuft. Besser schlagen sich die Anteile von Vermögensverwaltern wie Julius Bär und Vontobel mit geringen Abschlägen. Versicherungswerte verlieren meist weniger als ein halbes Prozent.

Zyklische Titel neigen zur Schwäche. Die Aktien der Sanitärtechnikfirma Geberit und des Luxusgüterherstellers Richemont büssten je 1 Prozent ein und der Zementproduzent Lafarge-Holcim verliert 0,6 Prozent an Wert. Die Aktien des Elektrotechnikkonzerns ABB sinken um 0,1 Prozent. Der Uhrenhersteller Swatch notiert praktisch stabil. (Lesen Sie den ausführlichen Börsenbericht zum Mittag.)

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10:30

Die Schweizer Börse schwächt sich am Dienstagmorgen ab. Den Anleger bereiten Italien und Griechenland Sorge, sagt ein Händler. So werde befürchtet, dass in Italien bei möglichen Neuwahlen im Herbst die Protestpartei "Fünf Sterne" die stärkste Kraft werden könnte. Und Griechenland will einem Zeitungsbericht zufolge notfalls ohne die nächste Milliardenhilfe seiner europäischen Partner auskommen. Ein Sprecher der griechischen Regierung wies den Bericht allerdings zurück.

Der SMI sinkt um 0,5 Prozent auf 8986 Zähler. Am Montag hatte der Leitindex 0,1 Prozent nachgegeben.

Impulse von wichtigen Auslandsbörsen fehlen, weil am Montag die Börsen in den USA, in Grossbritannien und in China feiertagsbedingt geschlossen waren. Für frischen Wind könnten im Tagesverlauf eine Reihe von Konjunkturzahlen sorgen: Daten zum Konsumentenvertrauen und zum Geschäftsklima in der Euro-Zone, die deutschen Inflationsdaten sowie Zahlen zu den Ausgaben der US-Konsumenten. Der private Konsum gilt als Hauptstütze der weltgrössten Volkswirtschaft.

Bei den Standardwerten führen Bankaktien die Verliererliste an. UBS büssen 1,5 Prozent an Wert ein und Credit Suisse 1,3 Prozent. "Neue Sorgen rund um die italienischen Banken sorgten im ganzen Sektor in Europa für Verkäufe", heisst es bei der Thurgauer Kantonalbank. Der europäische Bankenindex sinkt gut 1,1 Prozent.

Index-Schwergewicht Nestlé verliert 0,4 Prozent. Von den Pharmawerten rückt Novartis 0,1 Prozent vor, während Roche 0,1 Prozent nachgibt.

Zyklische Titel neigen zur Schwäche. Die Aktien der Sanitärtechnikfirma Geberit büssen 1,1 Prozent ein und der Zementproduzent Lafarge-Holcim verliert 0,5 Prozent an Wert. Die Aktien des Elektrotechnikkonzerns ABB sinken um 0,2 Prozent.

Am breiten Markt fielen die Aryzta-Aktien um 2 Prozent. Der Umsatz der Backwarenfirma sank in den ersten neun Monaten um 1,1 Prozent auf 2,88 Milliarden Euro. Verstimmt hat die Anleger in erster Linie aber das Fehlen einer Prognose. Die Aktien von Meyer Burger steigen um 3 Prozent. Nachdem dem Überwinden der Marke von einem Franken nehmen Deckungskäufe zu, erklärt ein Händler.

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09:15

Der SMI fällt zum Handelsstart um 0,4 Prozent auf 8993 Punkte. Neben möglichen Wahlen in Italien beschäftigen auch die Notenbanken die Märkte. EZB-Präsident Mario Draghi hatte am Abend im europäischen Parlament betont, dass eine Fortsetzung der lockeren Geldpolitik im Euroraum notwendig sei.

Gleichzeitig hatte er aber auch erklärt, dass die Wachstumsrisiken zuletzt weiter abgenommen hätten und der Aufschwung zunehmend über die verschiedenen Wirtschaftszweigen und Euro-Länder hinweg solid werde. In Singapur sagte Fed-Mitglied John Williams in einer Rede, dass die USA nahe an der Vollbeschäftigung sei. Die Kommentare wurden von Beobachtern als Hinweis auf eine weitere Zinserhöhung Mitte Juni interpretiert.

 

 

In den USA waren die Börsen gestern geschlossen.

Bei den Schweizer Einzeltiteln stehen die Aktien des Backwarenkonzerns Aryzta (-3,5 Prozent) im Fokus, der am Morgen mit seinen Ergebnisse zum dritten Quartal 2016/17 die Erwartungen übertreffen konnte. Die Aktie fällt trotzdem stark. Das Unternehmen weist für die Berichtsperiode ein organisches Nullwachstum aus, nachdem es die vorangegangenen beiden Quartale geschrumpft war. Die Analysten hatte auch im dritten Quartal einen weiteren organischen Rückgang und entsprechend einen klar tieferen Umsatz erwartet hatten. Eine Guidance für das Gesamtjahr hat Aryzta erneut nicht gegeben.

Die Titel der Schwergewichte Novartis (-0,1 Prozent) und Roche (-0,3 Prozent) zeigen sich unauffällig. Das Pharmaunternehmen Novartis hält am Dienstag und Mittwoch in den USA einen Investorenanlass ab, der auf einige Beachtung stossen dürfte. Auch Nestlé (-0,3 Prozent) entwickeln sich in etwa mit dem Gesamtmarkt.

Bei den Finanzwerten zeigen Credit Suisse (-0,6 Prozent) einen etwas grösseren Abschlag. Die Grossbank ist nun ebenfalls in die Affäre um den malaysischen Staatsfonds 1MDB geraten und hat von der Singapurer Finanzmarktaufsicht MAS wegen Verstoss gegen die Geldwäschereibestimmungen eine Busse von knapp 0,5 Mio CHF erhalten. Die Konkurrentin UBS (-0,6 Prozent) hatte bereits im vergangenen Oktober von der MAS eine Busse erhalten, die etwa doppelt so hoch ausgefallen war.

Einige Neuigkeiten gibt es derweil vom breiten Markt. So hat das Spezialitäten-Chemieunternehmen Dottikon ES seine Jahreszahlen 2016/17 vorgelegt und dabei wie erwartet Umsatz und Gewinn gesteigert. Da das Unternehmen in künftiges Wachstum investieren will, sollen die Aktionäre erneut auf eine Dividende verzichten.

Investitionen tätigt auch der zur Coop-Gruppe gehörende Fleischverarbeiter Bell: Dieser übernimmt die restlichen 49 Prozent der Fertiggerichte-Tochter Hilcona und baut zudem in Österreich einen neuen Produktionsbetrieb auf, wie er am Morgen mitteilte.

Das Biotechunternehmen Molecular Partners hat Fortschritte für ein Krebsmedikament in einer Phase II-Studie vermeldet. Im Laufe des zweiten Halbjahres plane das Unternehmen zudem, bei der US-Gesundheitsbehörde einen Antrag zur Prüfung einer Phase Ib/II-Studie für ein Lungenkrebs-Medikament zu stellen.

Eine deutsche Tochter des Stromkonzerns Alpiq hat dagegen als Teil einer Arbeitsgemeinschaft beim Bau eines finnischen AKW nach jahrelangem Streit eine Niederlage vor Schiedsgericht erlitten. Für die aus zwei Partnern bestehende Arbeitsgemeinschaft bedeutet dies nun Projektaufwendungen von rund 65 Mio Euro.

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08:50

Die Spekulationen auf Neuwahlen in Italien und die noch ausstehende Freigabe weiterer Hilfsgelder an Griechenland haben die Aktienmärkte in Fernost am Dienstag belastet. Der MSCI-Index für asiatische Aktien ausserhalb Japans fiel um 0,2 Prozent. Die Tokioter Börse schloss kaum verändert. Insgesamt fiel der Handel wegen mehrerer geschlossener Märkte schwach aus. Wegen Feiertagen ruhte etwa der Handel in China und Taiwan. Auch aus den USA fehlten feiertagsbedingt die Impulse.

 

 

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08:10

Vorbörslich fällt der SMI um 0,08 Prozent auf 9024 Punkte. Am stärksten fällt die Aktie der Credit Suisse (-0,14 Prozent) zurück. Der Finanzkonzern wird in Singapur wegen Unregelmässigkeiten im Zusammenhang mit dem Malaysia-Fonds 1MDB gebüsst. Auch die Aktie der UBS (-0,12 Prozent) fällt stärker als der Markt. Tendeziell sind neben den Grossbanken die Zykliker etwas stärker unter Druck als der übrige Leitindex (zu den vorbörslichen SMI-Kursen).

In Italien soll das Wahlgesetz geändert werden. Neuwahlen noch in diesem Jahr werden realistisch. Die Unsicherheit der Investoren bezieht sich vor allem auf eine mögliche Mehrheit eurokritischer Parteien, allen voran die Bewegung Cinque Stelle von Komiker Pepe Grillo. Nachdem zwar in Frankreich der EU-Enthusiast Emmanuel Macron Präsident geworden ist, drohen der Eurogruppe dennoch neue Schwierigkeiten. Dies spüren auch die Investoren.

 

 

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06:45

Die Furcht vor einem Erstarken des europakritischen Lagers und einer damit verbundenen weiteren Schwächung der Europäischen Union trieb den Yen als vermeintlich sichere Anlage auf ein 12-Tageshoch. "Auch wenn der Markt negativ auf die Nachrichten aus Italien reagiert hat, wird er bald wieder Fuss fassen, denn die Wahrscheinlichkeit eines EU-Austritts Italiens bleibt im Moment sehr gering", beruhigte ein Aktienstratege aber.

Italien nimmt Kurs auf Neuwahl im Herbst

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index notiert 0,1 Prozent im Minus bei 19'660 Punkten. Der Euro geriet nach Äusserungen des früheren italienischen Ministerpräsidenten Matteo Renzi zu vorgezogenen Wahlen ebenfalls unter Druck. Im asiatischen Handel verlor er um 0,3 Prozent auf 123,82 Yen. Der Dollar gab um 0,1 Prozent auf 111,17 Yen nach. Der Schweizer Franken wurde mit 0,9785 Franken je Dollar und 1,0888 Franken je Euro gehandelt.

(Reuters/AWP/cash)