+++Börsen-Ticker+++ - Schweizer Börse erreicht neues Allzeit-Hoch

Der SMI hat am Donnerstag im Handelsverlauf ein neues Rekordhoch von 10'356 Punkten markiert. Händler erklärten, die Aussicht auf eine Entschärfung des Zollstreits zwischen den USA und China habe die Kurse befeuert.
07.11.2019 17:37
Die Finanzwerte beförderten den SMI im Verlaufe des Handelstages auf einen neuen Rekordstand.
Die Finanzwerte beförderten den SMI im Verlaufe des Handelstages auf einen neuen Rekordstand.
Bild: unsplash.com

17:40

Die Schweizer Börse hat am Donnerstag im Handelsverlauf ein neues Rekordhoch von 10'356 Punkten markiert. Händler erklärten, die Aussicht auf eine Entschärfung des Zollstreits zwischen den USA und China habe die Kurse befeuert. Später bröckelten die Kursgewinne dann allerdings etwas ab; am späten Nachmittag notierte der SMI noch knapp 0,1 Prozent über dem Vorabend bei 10'326 Zählern.

Gesucht waren vor allem Finanzwerte. Ganz vorne mit dabei waren die UBS-Aktien mit einem Plus von 1,6 Prozent. Die Grossbank hat ihr geplantes Gemeinschaftsunternehmen mit der Banco do Brasil im Investmentbanking unter Dach und Fach gebracht. Auch der Rivale Credit Suisse sowie die Versicherer Zurich und Swiss Re rückten deutlich vor. Zurich steigerte in der grössten Sparte Schaden- und Unfallversicherung die Einnahmen in den ersten neun Monaten um zwei Prozent. Vor allem in den USA profitierte der Konzern von anziehenden Preisen für Versicherungsdeckung.

Dagegen verlor SGS rund zwei Prozent. Der Prüfkonzern warnte vor einer Verlangsamung des Geschäfts im laufenden Halbjahr. Obseva brach um knapp 50 Prozent ein. Die Biotech-Firma stellt die Entwicklung von Nolasiban zur Behandlung von Frauen nach einer künstlichen Befruchtung ein, nachdem die Arznei in einer spätklinischen Phase-III-Studie das Ziel verfehlt hatte. 

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17:05

Der Euro hat am Donnerstag zwischenzeitliche Kursgewinne wieder abgegeben. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde zuletzt mit 1,1049 US-Dollar gehandelt. Am Morgen hatte sie noch etwas höher notiert.

Zum Franken notiert der Euro im Vergleich zum Morgen zwar weiter etwas höher, liegt aber wieder unter der Marke von 1,10. Aktuell liegt der Kurs bei 1,0992 Franken. Der US-Dollar verteuerte sich zum Franken am Nachmittag und kostete 0,9950 Franken nach 0,9918 am Mittag.¨

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16:50

Die Aussicht auf eine Reduzierung der im Handelskrieg von den USA und China erhobenen Strafzölle hat am Donnerstag die US-Börsen auf Höchststände getrieben. Der Dow Jones Industrial stieg im frühen Handel um 0,74 Prozent auf 27'696,81 Punkte. "Der Dow hat viel Luft nach oben, selbst die 28'000er-Marke wäre in Reichweite", sagte Chartexperte Andreas Büchler vom Börsenmagazin Index Radar.

Die USA und China einigten sich nach Angaben der chinesischen Regierung auf eine schrittweise Reduzierung der gegenseitig erhobenen Strafzölle. Dies werde Bestandteil eines ersten Teilabkommens sein, sagte Regierungssprecher Gao Feng. Das Abkommen solle innerhalb der nächsten Wochen unterzeichnet werden. Die Einigung auf eine schrittweise gegenseitige Zollsenkung ist Voraussetzung für das Zustandekommen eines Handelsabkommens.

Die Papiere von Qualcomm schnellten um 9 Prozent auf den höchsten Stand seit fast 20 Jahren. Der Halbleiterhersteller rechnet für 2020 mit dem ersten grossen Schub beim superschnellen 5G-Datenfunk. In dem noch bis Ende September 2020 laufenden Geschäftsjahr will das US-Unternehmen zwischen 175 und 225 Millionen 5G-Chips absetzen. Im abgelaufenen Quartal war der Umsatz zwar um 17 Prozent gesunken, übertraf damit aber die Erwartungen der Analysten. Unter dem Strich gab es einen Gewinn von 500 Millionen Dollar nach roten Zahlen in gleicher Höhe ein Jahr zuvor. Zudem gilt der Konzern als ein Profiteur der Entspannung im US-chinesischen Handelskonflikt.

Aktien der Modekette Ralph Lauren schossen sogar um 12,6 Prozent nach oben. Das Unternehmen mit dem Polospieler als Markenzeichen hatte den Umsatz im zweiten Geschäftsquartal fast doppelt so stark gesteigert wie Analysten im Schnitt ihrer Prognosen erwartet hatten. Besonders gut schnitt Ralph Lauren in Nordamerika ab.

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16:05

In Kauflaune versetzte Investoren die Mitteilung der chinesischen Regierung, sie habe sich mit den USA auf eine schrittweise Aufhebung der gegenseitigen Strafzölle geeinigt. Außerdem meldete die staatliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua, China erwäge die Aufhebung der Beschränkungen für den Import von US-Geflügel. "Das schürt Optimismus, dass das geplante Handelsabkommen bald in trockenen Tüchern ist", sagte Andre Bakhos, Geschäftsführer des Vermögensberaters New Vines.

Vor diesem Hintergrund griffen Investoren vor allem bei konjunkturabhängigen Werten zu. So gewannen die Aktien des "Post-It"-Herstellers 3M und der Baumaschinen-Firma Caterpillar jeweils etwa 1,5 Prozent. Die Papiere der Chipfirmen AMT, Intel, Micron und Nvdia, deren Geschäft stark vom Handel mit China abhängt, verteuerten sich um bis zu 1,8 Prozent.

Die Papiere von Expedia stürzten dagegen um 15 Prozent ab. Unter anderem wegen steigender Marketing-Kosten blieb der Quartalsgewinn des Online-Reisebüros hinter den Erwartungen zurück. An den Kosten werde sich auch kaum etwas ändern, schrieben die Analysten von der Investmentbank Piper Jaffray. Denn die Suchmaschine Google zeige nur noch bezahlte Links ganz oben in den Ergebnissen an.

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15:05

Ein geplantes Joint Venture mit dem Rapper Drake ermuntert Anleger zum Einstieg bei Canopy. Die in den USA notierten Aktien des kanadischen Cannabis-Anbieters gewinnen vorbörslich 2,4 Prozent. Drake und Canopy wollen einen gemeinsamen Cannabis-Produzenten gründen - More Life Growth. Der Rapper werde 60 Prozent an dem Gemeinschaftsunternehmen halten.

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14:50

Zunehmende Hoffnungen auf eine Teileinigung im Handelsstreit zwischen den USA und China dürften die Wall Street am Donnerstag beflügeln. Der Broker IG taxierte den Dow Jones Industrial eine Dreiviertelstunde vor Handelsstart 0,48 Prozent höher bei 27 625 Punkten. 

Am Donnerstag könnte einmal mehr eine mögliche Übernahme des PC-Herstellers HP Inc durch den Kopierer- und Druckerproduzenten Xerox das vorherrschende Anlegerthema sein. Xerox habe ein Angebot vorgelegt, teilte HP am Mittwoch nach US-Börsenschluss mit, ohne Details zu nennen. Zuvor hatten Medien über ein Kaufgebot von weniger als 23 Dollar je HP-Aktie spekuliert. Im vorbörslichen Handel stiegen die HP-Aktien zuletzt um 0,2 Prozent auf 19,60 Dollar, nachdem sie am Vortag um mehr als dreieinhalb Prozent zugelegt hatten. Xerox notierten zuletzt 0,9 Prozent höher.

Die Papiere von Qualcomm legten vorbörslich um 5,2 Prozent zu. Der Halbleiterkonzern rechnet für das kommende Jahr mit dem ersten grossen Schub beim superschnellen 5G-Datenfunk. In seinem noch bis Ende September 2020 laufenden Geschäftsjahr will das US-Unternehmen zwischen 175 und 225 Millionen 5G-Chips absetzen. Im abgelaufenen Quartal sank der Umsatz zwar um 17 Prozent, übertraf damit aber die Erwartungen der Analysten. Unter dem Strich gab es einen Gewinn von 500 Millionen Dollar nach roten Zahlen in gleicher Höhe ein Jahr zuvor.

Aktuelle US-Arbeitsmarktdaten zeigten vorbörslich kaum Auswirkungen auf den Leitindex. So ist die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der vergangenen Woche etwas deutlicher gefallen als erwartet.

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13:50

Fusionsspekulationen haben die Aktien von Generali am Donnerstag angetrieben. Der Kurs des italienischen Versicherers stieg um 4,1 Prozent auf 19,36 Euro und markierte damit den höchsten Stand seit knapp elf Jahren.

Der Milliardär Leonardo Del Vecchio hat einer mit der Situation vertrauten Person zufolge seinen Anteil an der italienischen Investmentbank Mediobanca auf fast zehn Prozent von zuvor 7,5 Prozent aufgestockt. Das schürte Spekulationen auf ähnliche Pläne für den Generali-Konzern, an dem der 84-Jährige 4,9 Prozent hält.

Mediobanca wiederum besitzt 13 Prozent der Generali-Anteile. Die Aktien von Mediobanca notierten 0,3 Prozent leichter bei 10,75 Euro. Ein Sprecher von Del Vecchios Holding Delfin wollte keine Stellungnahme abgeben.

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12:00

Eine weitere Annäherung im Handelsstreit zwischen den USA und China sowie überwiegend positiv aufgenommene Unternehmenszahlen haben Europas wichtigste Aktienmärkte am Donnerstag nach oben befördert.

Der EuroStoxx 50 erklomm im frühen Handel den höchsten Stand seit gut zwei Jahren und notierte am späten Vormittag 0,37 Prozent höher bei 3702,21 Punkten. Damit summiert sich der Gewinn des Leitindex der Eurozone seit Ende Oktober nun auf knapp 3 Prozent.

Der französische Cac 40 stieg am Donnerstag um 0,22 Prozent 5879,59 Punkte. Für den britischen Leitindex FTSE 100 ging es um 0,29 Prozent auf 7418,08 Punkte nach oben.

Der SMI hingegen tendiert negativ: Der Index liegt um 0,1 Prozent bei 10'304 Punkten zurück. Die Schwergewichte Nestlé (-1,3 Prozent), Roche (-0,2 Prozent) und Novartis (-0,9 Prozent) sind alle tiefer. Der breitere SLI steigt hingegen um 0,1 Prozent auf 1591 Punkte. Der breit gefasste SPI fällt um 0,1 Prozent auf 12'437 Punkte zurück.

Einzelne Aktien zeigen sich stark, unter andere jene, die stärker von China abhängig sind: ABB (+1 Prozent), Credit Suisse (+1 Prozent), UBS (+1,2 Prozent) und Swatch (+0,9 Prozent) führen das Feld an. Zurich (+1,1 Prozent) steht nach einem Zwischenbericht ebenfalls höher, SGS (-2,7 Prozent) verlieren hingegen nach einem Bericht über ein unerfreuliches Marktumfeld.

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09:30

Die USA und China haben sich nach Angaben der chinesischen Regierung auf eine schrittweise Reduzierung der gegenseitig erhobenen Strafzölle geeinigt. Dies werde Bestandteil eines ersten Teilabkommens sein, sagte Regierungssprecher Gao Feng am Donnerstag in Peking.

Das Abkommen solle innerhalb der nächsten Wochen unterzeichnet werden. Das Ausmass der Zollreduzierung hänge vom konkreten Inhalt des Abkommens ab, sagte Gao. 

 

 

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09:15

"Es ist Zeit für eine Atempause", heisst es im täglichen Kommentar der Credit Suisse. Dieser sei nach den hohen Kursgewinnen der vergangenen Wochen überfällig. Zudem habe es weder von der Konjunktur noch von den Quartalsberichten der Unternehmen wegweisende Impulse gegeben. 

Dennoch zeigen sich Anzeichen einer Jahresendrally. Der SMI geht mit einem Plus von 0,1 Prozent auf 10'330 Punkten in den Handel. Die Zykliker ABB und Adecco (je etwa +1 Prozent) laufen gut, auch Richemont (+1,1 Prozent) und Swatch (+1,1 Prozent) zeugen von einem zuversichtlichen Markt. 

Alles dürfte aber auch davon abhängen, wie es im US-chinesischen Handelskonflikt weitergeht. Derzeit dominiere diesbezüglich wieder die Unsicherheit das Geschehen, heisst es am Markt. Nach neusten Berichten soll das Phase 1-Abkommen angeblich erst im Dezember unterzeichnet werden. Die beiden grössten Volkswirtschaften der Welt täten sich schwer, einen geeigneten Ort und einen passenden Termin zur Unterzeichnung des Abkommens zu finden.

Zurich-Aktie auf dem höchsten Stand seit 2007 - wie weiter?

Zurich (+0,9 Prozent) bewegen sich moderat. Der Versicherer hat im laufenden Jahr nach neun Monaten in der Schadenversicherung mehr an Prämien eingenommen. Dagegen gingen die Einnahmen im Neugeschäft der Lebensversicherung zurück. Die Gruppe sieht sich aber auf Kurs, um die bis 2019 angestrebten Ziele zu übertreffen.

AMS (+2,2 Prozent) lässt wie angekündigt nicht locker. Der Spezialchiphersteller hat nun offiziell die zweite Offerte zum Kauf des Leuchtenkonzerns Osram vorgelegt. AMS bietet weiterhin 41 Euro je Osram-Aktie. Aber die Annahmeschwelle liegt nun mit 55 Prozent tiefer als beim ersten Angriff mit 62,5 Prozent.

Sonova (+0,5 Prozent) führen die Gewinner unter den vorbörslich gestellten Aktien an. HSBC hat die Abdeckung mit "+Buy" und einem Kursziel von 267 Franken wieder aufgenommen.

Schwächer sind auch Barry Callebaut (-0,9 Prozent auf 2026 Franken). Goldman Sachs hat das Kursziel auf 2400 von 2430 Franken gesenkt, belässt die Empfehlung aber auf "Buy".

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08:10

Der SMI wird vorbörslich um 0,1 Prozent bei 10'326 Punkten höher berechnet. Wenig verändert ist die Aktie der Zurich-Versicherungen (+0,1 Prozent) nach einem Zwischenbericht. Tiefer gestellt sind SGS (-0,2 Prozent), nachdem der Genfer Warenprüfer über ein schwieriges Marktumfeld berichtet hat. 

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06:20

Auf Berichte über eine Verzögerung des vorläufigen Handelspakts zwischen den USA und China haben die asiatischen Aktienmärkte am Donnerstag zunächst nahezu unverändert reagiert.

 

 

Ein Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping zur Unterzeichnung eines Interimshandelsabkommens könnte auf Dezember verschoben werden, da die Gespräche über Bedingungen und Veranstaltungsort noch nicht abgeschlossen sind. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index liegt etwas tiefer bei 23'281 Punkten. 

Die Börse in Shanghai lag unverändert. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen gewann 0,2 Prozent. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans fiel um 0,1 Prozent.

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04:20

Im asiatischen Devisenhandel verlor der Dollar 0,2 Prozent auf 108,70 Yen und legte 0,3 Prozent auf 7,0141 Yuan zu. Zur Schweizer Währung notierte er kaum verändert bei 0,9924 Franken.

Parallel dazu fiel der Euro um 0,1 Prozent auf 1,1058 Dollar und gab 0,1 Prozent auf 1,0977 Franken nach. Das Pfund Sterling verlor 0,1 Prozent auf 1,2841 Dollar.

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04:15

An der Wall Street hat der Dow Jones am Mittwoch sich kaum bewegt. Der US-Leitindex stagnierte bei 27.492,56 Punkten. Der technologielastige Nasdaq gab 0,3 Prozent auf 8.410,63 Punkte nach und der breit gefasste S&P 500 legte 0,1 Prozent auf 3.076,77 Punkte zu. 

(cash/AWP/Reuters)