+++Börsen-Ticker+++ - Schweizer Börse schliesst leicht im Minus - Kurssprünge bei Nebenwerten

Die Schweizer Börse ist mit leichten Kursverlusten in die Handelswoche gestartet. Die Adecco-Papiere gaben mit über einem Prozent am meisten Wert ab.
09.12.2019 17:40
Der Hauptsitz der Adecco-Gruppe an der Bellerivestrasse in Zürich.
Der Hauptsitz der Adecco-Gruppe an der Bellerivestrasse in Zürich.
Bild: cash

17:40

Der Leitindex SMI notierte zu Börsenschluss auf 10'435 Punkten - minus 0,3 Prozent. Neben der drohenden Verschärfung der US-Strafzölle bremste die nahende Parlamentswahl in Grossbritannien die Kaufbereitschaft der Anleger.

Die Standardwerte rutschten mehrheitlich ins Minus, wobei die meisten Kursabschläge unter einem Prozent blieben. Ein Branchentrend war nicht ersichtlich. Die grössten Einbussen mussten Adecco und Lonza mit Kursabschlägen von 1,2 bzw. 1 Prozent hinnehmen. An die Spitze der Kursgewinner setzte sich Swisscom mit einem Plus von 0,5 Prozent.

Zum Teil markante Kursausschläge gab es am breiten Markt. So schossen die Anteile von Schmolz+Bickanbach 11 Prozent hoch, nachdem die Finanzmarktaufsicht (Finma) den Weg für die dringend benötigte Kapitalerhöhung des mit einer branchenweiten Nachfrageschwäche und Verlusten kämpfenden Stahlproduzenten freigemacht hatte. Die Aktien des Implantatherstellers Medacta machten einen Teil der Vorwochenverluste wett und stiegen 3,8 Prozent. Auf der Verliererseite sackten die Autoneum-Titel nach einer Verlustwarnung des Autozulieferers 11 Prozent ab. 

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16:00

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte eröffnete am Montag unverändert bei 28'003 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 verlor 0,1 Prozent auf 3142 Zählern. Der Index der Technologiebörse Nasdaq trat bei 8655 Punkten auf der Stelle. Auf die Stimmung drückten die jüngsten Exportdaten aus China: Die Ausfuhren aus dem Fernostland gingen im November den vierten Monat in Folge zurück.

Für Gesprächsstoff sorgte eine Milliarden-Übernahme im Pharmabereich: Das US-Branchenschwergewicht Merck & Co übernimmt für 2,7 Milliarden Dollar den Krebsspezialisten ArQule und sichert sich damit den Zugriff auf ein vielversprechendes Medikament zur Blutkrebs-Behandlung. Merck & Co bietet 20 Dollar je ArQule-Aktie in bar und damit mehr als doppelt soviel wie den Schlusskurs vom Freitag.

Die ArQule-Aktien schnellten entsprechend um mehr als 100 Prozent nach oben. Die Merck-Titel gaben dagegen 0,1 Prozent nach. Die Experten der Citigroup erklärten, das Geschäft sei nicht überraschend, zumal Merck bislang kaum in dem Bereich vertreten ist.

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14:50

Der Broker IG errechnet für den Dow Jones Industrial rund eine Stunde vor Handelsstart ein leichtes Minus von 0,1 Prozent bei 27'986 Punkten. Ende vergangener Woche hatte er noch dank einer deutlich gestiegenen Beschäftigung in den USA mehr als 1 Prozent dazugewonnen.

"Nach dem arbeitsmarktgetriebenen Anziehen der Märkte am Freitag war es wohl unausweichlich, dass der Wochenstart nun etwas langsamer verlaufen wird", schrieb CMC-Marktexperte Michael Hewson in einem Kommentar. "So ist es denn nun auch gekommen, in einer Woche, die ganz im Zeichen der Geldpolitik, dem Handelskrieg und der Wahl in Grossbritannien steht."

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Neuigkeiten mit Blick auf eine Lösung im US-chinesischen Zollstreit gab es darüber hinaus zuletzt nicht. Wenn es in dieser Woche nicht zu einem Aufschub oder gar dem ersehnten ersten Teilabkommen kommt, werden wohl am 15. Dezember weitere US-Zollerhöhungen gegenüber China in Kraft treten.

Derweil gehen die Vorbereitungen der Demokraten für ein mögliches Amtsenthebungsverfahren gegen Trump weiter. Der Justizausschuss des Repräsentantenhauses kommt am Montag kurz vor Börsenstart zu einer weiteren Anhörung zusammen. Vertreter von Demokraten wie Republikanern aus dem Geheimdienstausschuss der Kammer sollen dort die Ergebnisse der bisherigen Untersuchungen vorstellen.

Unternehmensseitig schnellten die Papiere des Pharmaunternehmens Synthorx nach einer Übernahmeofferte durch den französischen Pharmakonzern Sanofi vorbörslich in etwa auf Höhe des Angebotspreises von 68 US-Dollar. Das entspricht fast einer Verdreifachung des Schlusskurses von Freitag. Sanofi will mit dem Kauf sein Krebsgeschäft stärken. Das Synthorx-Management unterstützt das Angebot, wie es hiess.

Die Titel des Ölkonzerns Chevron gaben dagegen vor Handelsbeginn leicht nach. Die US-Bank Citigroup hatte seine Kaufempfehlung in einer Studie zurückgenommen und das Kursziel von 135 auf 120 US-Dollar gesenkt. Dass der Konzern als sicherer Hafen in seiner Branche gelte, erscheine mittlerweile etwas übertrieben, schrieb Analyst Alastair Syme in einer am Montag vorliegenden Studie. Die Amerikaner hätten zuletzt von ihrer starken Bilanz und nachvollziehbaren Mittelverwendung profitiert.

Die Experten der Citigroup strichen daneben auch ihre Kaufempfehlung für den Mischkonzern 3M . Die Papiere standen vorbörslich um mehr als 1 Prozent im Minus.

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13:50

Der Börsengang des weltgrössten Ölkonzerns Saudi Aramco erreicht den Angaben einer der begleitenden Banken zufolge das Weltrekord-Gesamtvolumen von 29,4 Milliarden Dollar. Neben den eigentlich angebotenen Anteilen im Volumen von 25,6 Milliarden Dollar würden sämtliche für die Mehrzuteilungsoption ("Greenshoe") reservierten Papiere verkauft.

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11:30

Der SMI kann seine im frühen Handel erlittenen Verluste etwas eindämmen. Die Schwergewichte Nestlé, Novartis und Roche tendieren tiefer, wohingegen die Banken-Titel besser laufen. 

Die Musik spielt allerdings im breiten Markt, wo Nachrichten die Aktien zum Teil massiv antreiben. Schmolz+Bickenbach (+13 Prozent) und Conzzeta (+9,8 Prozent) "haut" es enorm nach oben, während Autoneum mit Krisennachrichten um 15 Prozent einbrechen.

Der vollständigen Bericht zur Mittagsbörse findet sich hier.

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10:10

Die Ölpreise sind am Montag nach kräftigen Gewinnen der Vorwoche leicht gesunken. Am Freitag hatten die Preise für Rohöl aus der Nordsee und für US-Öl noch jeweils die höchsten Stände seit September erreicht.

Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Montagmorgen 64,13 US-Dollar. Das waren 26 Cent weniger als am Freitag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 32 Cent auf 58,88 Dollar.

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09:45

Die mit Abstand grössten Verluste bei den Blue Chips fahren AMS-Aktien ein, die sich um 3,5 Prozent verbilligen. Dabei ist der Sensorenspezialist bei der geplanten Übernahme des Münchner Lichtkonzerns Osram einen wichtigen Schritt weitergekommen und hat die gesetzte Mindestannahmeschwelle von 55 Prozent überschritten. Osram-Aktien ziehen in Frankfurt derweil deutlich an.

Durchgehend fester sind unterdessen die Bankenwerte. CS, UBS und Julius Bär stehen mit Aufschlägen zwischen 0,7 und 0,5 Prozent auf der Gewinnerliste. Sie hatten am Freitag bereits vom starken US-Arbeitsmarktbericht profitiert. Zudem kommt es zu Veränderungen in der Branche: Die Bank Vontobel (+0,6 Prozent) will sich künftig als reines Buy-side-Investmenthaus ausrichten.

 

 

Neben Vontobel sorgen noch weitere Vertreter aus den hinteren Reihen mit ihren Nachrichten für deutliche Kursbewegungen. Conzzeta (+14 Prozent) konzentriert sich auf nur noch ein Geschäft, was goutiert wird. Obseva (+14 Prozent) punkten mit Studiendaten und für Schmolz + Bickenbach (+9,9 Prozent) ist der Weg für die Sanierung frei.

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09:15

An der Wall Street hatte der Standardwerte-Index Dow Jones am vergangenen Freitag einen seiner besten Tage seit Wochen, nachdem der Arbeitsmarktbericht besser als erwartet ausgefallen war. In Asien folgen die Märkte, wenn auch mit etwas gedrosseltem Tempo. Was den SMI anbelangt, ist die Performance gedrückt: Der Schweizer Leitindex geht mit -0,2 Prozent auf 10'440 Punkten in den Tag.

Die jüngsten Exportdaten für China werde derzeit so gelesen, dass eine rasche Einigung mit den USA im Zollstreit ganz im Interesse Chinas wäre. So sind die Exporte stärker als erwartet gefallen, während die Importe höher als prognostiziert ausgefallen sind.

Im Handel sind sich die Akteure einig, dass die Verhandlungen zwischen den beiden Volkswirtschaften das beherrschende Thema in den nächsten Tagen sein wird. Kommt es zu keiner Einigung, könnte die US-Regierung am kommenden Sonntag die nächsten Zölle auf chinesische Importe verhängen.

 

 

An den Roche-Bons (-0,5 Prozent) gehen vorgelegte Studiendaten vorbei. Am derzeit laufenden Fachkongress ASH (American Society of Hematology) hatte der Pharmakonzern am Wochenende eine Reihe neuer Daten zu Medikamenten präsentiert. In einem ersten Kommentar zeigt sich der zuständige Jefferies-Analyst speziell von einigen frühen Studien angetan. Novartis und Nestlé (je etwa -0,4 Prozent) ziehen den SMI ebenfalls nach unten. 

Auffallend schwach präsentieren sich unter den Blue Chips die AMS-Aktien mit -3,9 Prozent. Der Sensorenspezialist ist bei der geplanten Übernahme des Münchner Lichtkonzerns Osram einen wichtigen Schritt weitergekommen und hat die gesetzte Mindestannahmeschwelle von 55 Prozent überschritten.

Autoneum verkommt für Stadler-Rail-Chef Spuhler zum Sorgenkind

Noch stärker abwärts geht es im breiten Markt für die Aktien des Autozulieferers Autoneum (-7,3 Prozent). Das Unternehmen warnt vor einem schwachen Gesamtjahr. Die Probleme in Nordamerika seien grösser als bisher gedacht. In die andere Richtung geht es mit Conzzeta (+14,9 Prozent), wo der Verkauf aller Sparten ausser der Blechbearbeitung angestrebt wird.

Positiv nehmen Investoren auch die Nachricht von Vontobel (+0,5 Prozent) auf, sich künftig als reines Buy-side-Investmenthaus auszurichten.

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08:10

Der Roche-Bon (+0,9 Prozent) ist die einzige SMI-Aktie im Plus: Der Pharmakonzern erneuert den Verwaltungsrat, unter anderem mit dem CEO von Swiss Life, Patrick Frost. Die übrigen 19 Titel sind tiefer gestellt, aber dank Roche steht der Index um 0,1 Prozent bei 10'475 Punkten leicht höher. 

Am breiten Markt fallen AMS (-1,3 Prozent) nach der Ankündigung des Osram-Kaufs. Autoneum (-7,6 Prozent) fallen nach der dritten Gewinnwarnung. Vontobel (+0,9 Prozent) baut das Geschäft um. 

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07:50

Die jüngsten Wahlumfragen geben dem Pfund Sterling neuen Schwung. Die britische Währung steigt um 0,3 Prozent auf ein Zweieinhalb-Jahres-Hoch von 1,1912 Euro. Zur US-Valuta gewinnt sie ebenfalls 0,3 Prozent und ist mit 1,3180 Dollar so teuer wie zuletzt vor acht Monaten. Den Wahlforschern von Survation zufolge bauten die Tories um Premierminister Boris Johnson ihren Vorsprung gegenüber der oppositionellen Labour Party auf 14 von neun Prozent aus.

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6:40

Asiatische Aktien haben am Montag zugelegt und haben sich von der Dynamik der Wall Street nach überraschend starken US-Arbeitsmarktdaten mitreissen lassen. Dennoch ist die positive Stimmung durch Sorgen über Chinas Konjunkturabschwächung aufgrund des anhaltenden Handelsstreits gedeckelt.

Der Wirtschaftsberater des Weissen Hauses, Larry Kudlow, sagte am Freitag, dass eine am 15. Dezember ablaufende Frist von US-Zöllen auf chinesische Konsumgüter noch ticken würde. Präsident Donald Trump sei aber zuversichtlich, was die Handelsgespräche mit China angehe.

 

 

"Obwohl die Handelsdaten keine grossen Auswirkungen hatten, bremsen die Sorgen über eine Verlangsamung des Wachstums und fehlende staatliche Konjunkturimpulse den Aufwärtstrend der chinesischen Aktien", sagte Naoki Tashiro, Präsident von TS China Research.

Die Börse in Tokio hat sich am Montag zunächst stärker gezeigt. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index steigt um 0,4 Prozent auf 23'435 Punkte.  Die Börse in Shanghai lag unverändert. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen verlor 0,2 Prozent. Der MSCI-Index für asiatische Aktien ausserhalb Japans stieg um 0,6 Prozent.

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05:35

Im asiatischen Devisenhandel blieb der Dollar fast unverändert bei 108,58 Yen und stagnierte bei 7,0349 Yuan. Zur Schweizer Währung notierte er 0,1 Prozent höher bei 0,9907 Franken. Parallel dazu blieb der Euro fast unverändert bei 1,1054 Dollar und notierte kaum verändert bei 1,0954 Franken. Das Pfund Sterling gewann 0,1 Prozent auf 1,3143 Dollar

(cash/AWPReuters)

 

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