+++Börsen-Ticker+++ - Sorge um Handelsstreit drückt SMI erneut deutlich ins Minus

Fast alle "Blue Chip"-Aktien mussten am Dienstag Federn lassen. Die Papiere der Grossbanken traf es am heftigsten.
03.12.2019 17:43
Die Logos von UBS und Credit Suisse in der Aeschenvorstadt in Basel.
Die Logos von UBS und Credit Suisse in der Aeschenvorstadt in Basel.
Bild: cash/mfo

17:40

Der Leitindex SMI sank um weitere 1,1 Prozent auf 10'233 Punkte, nachdem er bereits am Vortag kräftig gefallen war. Die Verunsicherung der Anleger widerspiegelte sich auch in einem deutlich Anstieg des Volatilitätsindex: Das "Angstbarometer" schoss mehr als zehn Prozent hoch. Trotzdem sehen Markbeobachter die Chancen für die laufende "Jahresendrally" gewahrt, schliesslich böten die Rückschläge auch Einstiegsmöglichkeiten für neue Anleger.

Sämtliche Standardwerte rutschten ins Minus - mit Ausnahme der Swisscom-Aktien, die 0,4 Prozent zulegten.

Die grössten Verlierer waren die Grossbanken Credit Suisse (-2,9 Prozent) und UBS (-2,8 Prozent). Aber auch Unternehmen mit einem konjunkturzyklischen Geschäft kamen unter die Räder: Die Anteile der Luxusgüter-Hersteller Richemont und Swatch gaben 1,9 beziehungsweise 1,5 Prozent nach, die des Zementkonzerns LafargeHolcim 1 Prozent.

Am breiten Markt schossen die Titel von Schmolz+Bickenbach 19 Prozent hoch. Am Vorabend hatten die Eigner des mit einer branchenweiten Nachfrageschwäche und Verlusten kämpfenden Stahlproduzent nach einer Einigung der beiden rivalisierenden Grossaktionäre einer Kapitalerhöhung zugestimmt. 

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16:10

Die Leitindizes Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 verloren zur Eröffnung der New Yorker Börse jeweils gut ein Prozent, nachdem sie am Montag wegen der Ankündigung von Strafzöllen auf Aluminium und Stahl aus Argentinien und Brasilien ebenfalls rund ein Prozent verloren hatten. Mit 27'374 Punkten ist der Dow Jones momentan so tief wie zuletzt Anfang November. 

Auslöser der aktuellen Verkäufe war die Aussage von US-Präsident Donald Trump, er könne sich ein Handelsabkommen mit China auch erst nach der US-Präsidentschaftswahl im November 2020 vorstellen. Anleger fragten sich nun, ob es überhaupt zu einer Einigung kommt, sagte Randy Frederick vom Broker Charles Schwab. Ausserdem sei für den 15. Dezember eine Verschärfung der US-Strafzölle auf chinesische Waren geplant. "Diese fallen auf Konsumgüter an, die bislang nicht betroffen waren."

Vor diesem Hintergrund verloren Aktien des iPhone-Anbieters Apple 2,8 Prozent. Chipfirmen wie AMD oder NVidia , deren Geschäft stark vom Handel mit China abhängt, büssten bis zu vier Prozent ein. Die Papiere des Baumaschinen-Herstellers Caterpillar verbilligten sich um 2,4 Prozent. 

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14:50

Die globalen Handelskonflikte dürften die US-Börsen am Dienstag weiter belasten. Während Donald Trump weiter munter seine Drohungen austeilt, steuert der am Vortag schon um fast 1 Prozent gefallene Dow Jones Industrial nun nochmals auf ein deutliches Minus von 0,9 Prozent zu. Der Broker IG taxierte das Kursbarometer der Wall Street eine Dreiviertelstunde vor dem Start nur noch auf 27'550 Punkte. Dies wäre ein Tief seit Mitte November.

Trump dämpfte am Dienstag wieder die Hoffnungen auf ein baldiges erstes Teilabkommen mit China. Der US-Präsident hat es nach eigenem Bekunden nicht eilig, mit den Chinesen etwas unter Dach und Fach zu bringen.

Nachdem Trump die Anleger am Montag bereits mit neuen Zolldrohungen gegen Brasilien und Argentinien verschreckte, schaukelt sich nun auch die Konfrontation mit Frankreich hoch. Als Reaktion auf eine Digitalsteuer bestätigte Trump die US-Pläne für hohe Strafzölle auf französische Produkte. Die Digitalsteuer würde Internetgiganten wie Amazon, Google und Facebook treffen. Deren Aktien lagen vorbörslich mit bis zu 1,1 Prozent im Minus.

Weiter geht auch der Streit mit der EU um Subventionen für den Flugzeugbau. Airbus-Aktien reagierten in Europa negativ auf einen Befund der Welthandelsorganisation WTO, dass der Konzern weiterhin unzulässige Subventionen von EU-Ländern erhalte. Dass die USA deshalb höhere Vergeltungszölle erwägen, war für den Konkurrenten Boeing vorbörslich aber keine Hilfe, die Aktien lagen mit 1,1 Prozent im Minus. Eine Gegenklage der EU steht ohnehin noch aus.

Mit 1,7 Prozent ein vorbörslicher Verlierer waren noch die Aktien von General Electric angesichts eines Investorentags, den das Urgestein der US-Industrie zu seiner Gesundheitssparte abhielt. Analyst Stephen Tusa von JPMorgan zeigte sich enttäuscht vom Ausblick für den Geschäftsbereich, der unter den niedrigsten Markterwartungen liege.

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14:20

Der Franken wertet zum Euro wieder auf. Der Wechselkurs Euro-Franken ist heute unte rdie Marke von 1,0950 gefallen. Entsprechend notiert auch der Dollar mit 0,9887 tiefer zum Franken.

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11:45

Noch bis am Vortag habe eine gewisse Hoffnung auf eine Einigung im US-chinesischen Handelsstreit geherrscht, die den Markt unterstützt habe. Dies habe US-Präsident Donald Trump einmal mehr mit einem Tweet zerstört, heisst es am Markt. Die Händler befürchten, dass sich am Nachmittag die Abwärtsbewegung vom Vortag fortsetzt. "Die Anleger wollen keine Risiken eingehen", sagt ein Händler.

 

 

Der SMI notiert um 11.25 Uhr um 0,22 Prozent tiefer bei 10'326,44 Punkten, im Tageshoch war er bis knapp 10'381 Punkte gestiegen. Der die 30 grössten Werte umfassende SLI liegt mit 1'586,21 Punkten um 0,26 Prozent unter dem Vortagesstand. Der breit gefasste SPI sinkt um 0,22 Prozent auf 12'481,23 Zähler. Von den 30 SLI-Werten legen 19 zu und 11 geben nach.

Der ausführliche Bericht zur Mittagsbörse findet sich hier.

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10:20

Die Ferrari-Aktien geben Gas und notieren 2,4 Prozent fester. Einem Händler zufolge spielen dabei Spekulationen eine Rolle, dass Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton zu der italienischen Sportwagenschmiede wechseln könnte. Dazu komme, dass die Investmentbank Goldman Sachs ihre Kaufempfehlung bekräftigt und das Kursziel auf 170 Euro nach oben geschraubt habe.

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10:15

Die Aktien des Stahlherstellers Schmolz+Bickenbach notieren nach der Einigung der Grossaktionäre und der beschlossenen Kapitalerhöhung deutlich fester.

Martin Haefner und Liwet hatten sich an der gestrigen ausserordentlichen Generalversammlung in Emmenbrücke in letzter Minute doch noch geeinigt und eine Übereinkunft erzielt, bei der die zentralen Interessen beider Parteien berücksichtigt werden.

Die S+B-Aktien verzeichnen am Dienstag um 09.40 Uhr ein Plus von gut 26 Prozent auf 27,5 Rappen. Im Hoch stiegen die Titel zeitweise bis auf 30 Rappen. Der Gesamtmarkt (SPI) steht aktuell 0,2 Prozent höher.

Mehr zu S+B findet sich hier.

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09:10

Nach dem Kursrutsch vom Montag hofften Händler auf eine technische Erholung. Nun ja, der SMI steigt leicht um 0,1 Prozent, nachdem er den Handel beginnen hat. Dies bei einem Niveau von 10'358 Punkten. 

Am Montag hatten neue Zolldrohungen der USA gegen Argentinien, Brasilien und Frankreich für Verstimmung bei den Anleger gesorgt. Die Furcht gehe um, US-Präsident Donald Trump könne auf europäische Waren die Zölle weiter anheben, heisst es am Markt. Die US-Regierung bezeichnete die französische Digitalsteuer als "diskriminierend" und setzte daher ein Verfahren zur Einführung neuer Strafzölle in Gang.

Zudem fielen Daten der US-Industrie schlechter als erwartet aus. Der ISM-Indikator fiel im November wieder in Richtung seines im Spätsommer erreichten zehnjährigen Tiefstands. Zudem gingen die Bauausgaben im Oktober deutlich zurück. Damit beherrsche wieder die Verunsicherung der Anleger im Zusammenhang mit dem Handelsstreit und über die wirtschaftliche Entwicklung die Märkte. "Und von einer Einigung im Zollstreit sind wir so weit entfernt wie eh und je", sagt ein Händler.

Nachrichten sowohl von Unternehmensseite als auch betreffend Konjunkturdaten sind sehr dünn gesät. Die grössten Kursgewinne zeigen Adecco (+0,7 Prozent), Lonza (+0,8 Prozent) sowie Nestle (+0,5 Prozent) und Givaudan (+0,6 Prozent), wo eine Kurszielerhöhung von J.P. Morgan wirkt. 

Das der Handelsstreit weiter ein Thema ist, zeigt sich unter anderem bei den Kursrückgängen der china-sensitiven Aktien von Swatch (-0,4 Prozent) und Richemont (-0,9 Prozent). 

S+B-Aktie reagiert mit Kurssprung auf die Rettung

Deutlich zulegen können die Aktien von Schmolz + Bickenbach. Die Papiere des Stahlerzeugers waren am Montag wegen der ausserordentlichen Generalversammlung, an der über die Zukunft des Konzerns gestritten wurde, vom Handel ausgesetzt.

Die Aktionäre haben dabei den Weg für eine Kapitalerhöhung freigemacht. Möglich wurde dies durch eine Einigung zwischen den beiden Grossaktionären Martin Haefner und Liwet.

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08:10

Die US-Regierung verhängt Zölle gegen südamerikanische Länder und droht auch Frankreich sowie dem Flugzeugbauer Airbus mit Handelschranken. Der SMI zeigt sich vorbörslich dennoch freundlich: Alle 20 Titel sind höher gestellt. Dabei sind die Zykliker – wie häufig in diesem Szenario – etwas höher gestellt als der Rest. Givaudan (+0,3 Prozent) profitieren von einer Kurszielerhöhung (die vorbörslichen Kurse bei cash.ch).

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08:00

Die jüngsten Zölle von US-Präsident Donald Trump und überraschend schwache Konjunkturdaten aus den USA verderben den Anlegern in Fernost die Stimmung. In Tokio ging der 225 Werte umfassende Nikkei am Dienstag 0,6 Prozent schwächer bei knapp 23'380 Punkten aus dem Handel. In China notierte der Index der wichtigsten Aktien nach Verlusten im Handelsverlauf etwas fester.

Börsianer fürchten eine Zuspitzung der weltweiten Handelskonflikte, nachdem Trump per Twitter angekündigt hat, Stahl und Aluminium aus Brasilien und Argentinien mit sofortiger Wirkung mit Sonderzöllen zu belegen. "Nach dieser Überraschung gibt es Sorgen, dass der Handelskonflikt zwischen den USA und China schwer zu lösen sein wird, wenn man sich das Beharren Trumps auf US-Interessen ansieht", sagte Tian Weidong, Analyst beim Finanzdienstleister Kaiyuan Securities.

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07:35

Die Ölpreise sind am Dienstag leicht gestiegen. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 61,07 US-Dollar. Das waren 15 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 21 Cent auf 56,17 Dollar.

Das Interesse der Anleger am Ölmarkt richtet sich immer stärker auf das Ende der Woche anstehende Treffen der Opec+, einem Zusammenschluss von Mitgliedsstaaten des Ölkartells mit verbündeten Ölstaaten wie Russland. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob sich die Opec+ zu einer stärkeren Kürzung der Fördermenge durchringen kann.

Die meisten von der Nachrichtenagentur Bloomberg befragten Experten gehen davon aus, dass die bereits bestehende Förderkürzung unverändert bestehen bleibt.

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06:45

Die asiatischen Aktien sind am Dienstag in einen Abwärtstrend geraten. US-Präsident Donald Trump hatte die Märkte mit Zöllen gegen Importe aus Brasilien und Argentinien verblüfft - die Sorgen über die globalen Handelsspannungen traten bei den Anlegern damit wieder in den Vordergrund.

Steven Daghlian, Marktanalyst bei CommSec in Sydney, sagte, während die südamerikanischen Zölle die Marktsorgen beherrschten, hat Chinas Reaktion auf die Unterstützung der USA für regierungsfeindliche Demonstranten in Hongkong zusätzlich auf die Stimmung gedrückt. "Die Märkte reagieren sehr sensibel auf gute oder schlechte Nachrichten an der Streitfront zwischen den USA und China, aber auch auf die Beziehungen der USA zu anderen Nationen", sagte er.

 

 

Die Volksrepublik erklärte, US-Militärschiffe und Flugzeuge würden Hongkong nicht besuchen dürfen und kündigte Sanktionen gegen mehrere US-Regierungsorganisationen an, die in den Augen Chinas Demonstranten in der Sonderverwaltungszone zur Begehung von "extremistischen, gewalttätigen und kriminellen Handlungen" angestiftet hätten.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index lag im Verlauf 0,7 Prozent tiefer bei 23'367 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index sank um 0,5 Prozent und lag bei 1706 Punkten.

Die Börse in Shanghai lag 0,1 Prozent im Minus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen trat auf der Stelle. Der MSCI-Index für asiatische Aktien ausserhalb Japans stieg um 0,2 Prozent.

05:20

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Im asiatischen Devisenhandel gewann der Dollar 0,2 Prozent auf 109,17 Yen und stagnierte bei 7,0400 Yuan. Zur Schweizer Währung notierte er 0,1 Prozent höher bei 0,9922 Franken. Parallel dazu blieb der Euro fast unverändert bei 1,1077 Dollar und zog um 0,1 Prozent auf 1,0992 Franken an. Das Pfund Sterling stagnierte bei 1,2941 Dollar.

05:15

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Die wichtigsten Indizes am US-Aktienmarkt sind am Montag schwach in den letzten Börsenmonat des Jahres gestartet. Überraschend gute Konjunkturdaten aus China rückten angesichts enttäuschender Daten aus der heimischen US-Wirtschaft und neuer Zolldrohungen des Präsidenten in den Hintergrund. Donald Trump hatte auf Twitter die Reaktivierung von Zöllen auf Stahl und Aluminium aus Argentinien und Brasilien angekündigt und damit die Anleger in Europa und den USA verschreckt.

Der Dow Jones Industrial schloss mit minus 0,96 Prozent auf 27 783,04 Punkte knapp über seinem kurz zuvor erreichten Tagestief. Der marktbreite S&P 500 sank um 0,86 Prozent auf 3113,87 Zähler. Der technologielastige Nasdaq 100 büsste 1,12 Prozent auf 8309,26 Punkte ein.

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Termine Unternehmen: 
07:30 AUT: Zumtobel, Halbjahreszahlen
11:00 DEU: Chemieverband VCI - Wirtschaftspressekonferenz 2019, Frankfurt
22:05 USA: salesforce.com, Q3-Zahlen

- Ohne genaue Zeitangabe
DEU: KBA / VdIK / VDA - Pkw-Neuzulassungen 11/19
DEU: Deutsche Lufthansa, AR-Sitzung
USA: Pkw-Absatz 11/19
GBR: Berenberg European Conference (bis 5.12.19) u.a. mit Qiagen, SGS
ITA: UniCredit, Capital Markets Day, London
GBR: Glencore Plc, Business Update Call

Termine Konjunktur
08:00 DEU: Einzelhandelsumsatz im Weihnachtsgeschäft, Jahr 2018
09:00 ESP: Arbeitslosenzahlen 11/19
11:00 EUR: Erzeugerpreise 10/19

- Sonstige Termine
GBR: Nato-Gipfel (bis 4.12.19), London
BEL: Treffen der EU-Justizminister, Brüssel
BEL: Treffen der EU-Telekommunikations- und Verkehrsminister, Brüssel

(cash/AWP/Reuters)

 

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