+++Börsen-Ticker+++ - Tech-Aktien ziehen Wall Street nach unten

Eine neue Verkaufswelle bei Technologieaktien hat am Donnerstag die US-Börsen ins Minus gezogen. Anleger sahen sich erneut veranlasst, Kasse zu machen, nachdem der Sektor in diesem Jahr massiv zugelegt hat.
15.06.2017 22:30
Der Ausverkauf der Tech-Aktien an der US-Börsen macht den Händlern am Donnerstag zu schaffen.
Der Ausverkauf der Tech-Aktien an der US-Börsen macht den Händlern am Donnerstag zu schaffen.
Bild: Bloomberg

22:30

"Der gewaltige Ansturm auf Technologiefirmen war beeindruckend und erreichte einen Punkt, an dem die Leute Geld vom Tisch nehmen und Gewinne sichern wollen", sagte Andre Bakhos, Geschäftsführer des Anlageberaters Janlyn Capital.

Zusätzlich auf die Stimmung drückten enttäuschende Konjunkturdaten. So drosselte die US-Industrie im Mai überraschend ihre Produktion. Die US-Notenbank Fed hatte am Mittwoch den Leitzins erwartungsgemäss angehoben und eine weitere Steigerung in diesem Jahr signalisiert. Investoren fragen sich nun, ob die US-Wirtschaft einen zusätzlichen Schritt verkraften wird. Für Unruhe sorgten zudem Berichte über neue Ermittlungen in der Russland-Affäre gegen US-Präsident Donald Trump wegen des Vorwurfs der Justizbehinderung.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte ging 0,1 Prozent tiefer auf 21'359 Punkten aus dem Handel. Der breiter gefasste S&P 500 sank 0,2 Prozent auf 2432 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verringerte sich um 0,5 Prozent auf 6165 Punkte.

Im Blick standen US-Technologieschwergewichte nach weiteren negativen Analystenkommentaren. Apple sackten 0,6 Prozent ab, Microsoft 0,5 Prozent und die Google-Mutter Alphabet 0,8 Prozent.

Auf der Verliererseite standen ferner die Titel der Supermarktkette Kroger. Sie brachen um fast 19 Prozent ein, nachdem der Konzern seine Jahresprognosen gekappt hatte. Mattel büssten fast 7 Prozent ein. Anleger reagierten verschnupft darauf, dass der Barbiepuppen-Hersteller seine Dividende kürzte.

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17:50

Die Schweizer Börse hat am Donnerstag anfängliche Verluste wieder aufgeholt und praktisch auf dem Vortagsniveau geschlossen. Im späten Handel fasste sich manch ein Anleger ein Herz und griff zu, die Notierungen lösten sich von den Tagestiefs. Marktteilnehmer brachten das auch mit dem bevorstehenden grossen Verfall an der Terminbörse Eurex in Zusammenhang. Am Freitag laufen am sogenannten Hexensabbat Optionen und Futures auf Aktien und Indizes aus, was oft zu grösseren Kursausschlägen führt.

Der SMI schliesst mit 8853 Punkten geringfügig höher als am Mittwoch. Vorübergehend war der Leitindex bis auf 8778 Zähler abgerutscht.

Die Standardwerte schwächen sich mehrheitlich ab. An die Spitze der Verlierer setzen sich die Swatch-Titel mit 1,4 Prozent Minus auf 363,50 Franken. HSBC hat zwar das Kursziel für den Uhrenkonzern auf 350 von 330 Franken angehoben, die Empfehlung aber bei "Hold" gelassen.

1 Prozent und mehr verlieren auch die Aktien des Zementproduzenten Lafarge-Holcim, des des Aromen- und Riechstoffherstellers Givaudan, des Pharmazulieferers Lonza sowie der Grossbank Credit Susse und des Rückversicherers Swiss Re.

Die ABB-Aktien geben 0,5 Prozent nach. Investmentbanken haben einem Bericht der "Financial Times" zufolge in den vergangenen Wochen ausgelotet, ob ABB oder ein anderer grosser Industriekonzern Interesse an der schwedischen Hexagon haben könnte.

Am breiten Markt schnellen die Anteile von Basilea 6,2 Prozent hoch. Der Arzneimittelhersteller hat ein Kooperationsabkommen mit dem US-Pharmakonzern Pfizer zum Vertrieb seines Antipilzmittels Cresemba in Europa abgeschlossen.

Der erneute Ausverkauf von Technologiewerten an den US-Börsen schickte auch Schweizer Branchenvertreter auf Talfahrt: AMS und Inficon büssen bis zu 2 Prozent an Wert ein. (Lesen Sie den ausführlichen Börsenkommentar zum Donnerstag.)

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17:20

Weitere negative Analystenkommentare haben am Donnerstag zu einer neuen Verlustwelle bei Tech-Werten geführt. Der Index der US-Technologiebörse Nasdaq rutschte um 1,4 Prozent auf den tiefsten Stand seit dreieinhalb Wochen ab. Unter den größten Verlierern bei den schon seit einigen Tagen unter Druck stehenden Technologiewerten waren Apple mit einem Kursverlust von 1,4 Prozent auf 142,96 Dollar. Microsoft gaben 1,1 Prozent auf 69,49 Dollar nach und die Titel des Google-Konzerns Alphabet verloren zwei Prozent auf 948,20 Dollar.

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15:50

Der anhaltende Verkaufsdruck bei Tech-Werten und Sorgen über die Verfassung der US-Wirtschaft haben am Donnerstag den Handel an der Wall Street belastet. Die Kurse von Börsen-Schwergewichten wie Apple, Microsoft und Alphabet rutschten erneut um je rund 1 Prozent ab, nachdem sie bereits in den vergangenen Tagen Kursverluste hinnehmen mussten. Der Index der Technologiebörse Nasdaq notierte deshalb 1 Prozent schwächer bei 6135 Punkten. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte fiel um 0,3 Prozent auf 21'308 Zähler. Der S&P 500 rutschte um 0,6 Prozent auf 2424 Punkte ab.

Zurückhaltend reagierten Anleger nach Meinung von Börsianern auch wegen uneinheitlicher Daten zur amerikanischen Konjunktur. So drosselte die US-Industrie ihre Produktion im Mai, Analysten hatten aber mit einem Anstieg gerechnet. Der New-York-Fed-Index für das verarbeitende Gewerbe fiel dagegen unerwartet gut aus. Am Mittwoch hatten eine gesunkene US-Inflation und zurückgehende Einzelhandelsumsätze die Freude von Investoren über die Zinserhöhung der amerikanischen Notenbank bereits getrübt. Analysten sagten, es sei unklar, ob die Wirtschaft in den USA höhere Zinsen verkraften könne.

Zu den grössten Verlierern an der Wall Street gehörten die Titel der Supermarktkette Kroger. Sie brachen um 13,4 Prozent auf den tiefsten Stand seit fast drei Jahren ein, nachdem der Konzern seine Jahresprognosen gekappt hat.

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12:50

Der Schweizer Aktienmarkt hat die leichten Verluste aus der Eröffnungsphase bis am Mittag noch etwas ausgeweitet. Einzig Nestlé gleichen als Schwergewicht mit moderaten Gewinnen die Situation im Gesamtmarkt leicht aus. Insgesamt zeigen sich die Kurse aber weiterhin wenig bewegt. Daran hat auch die SNB nichts geändert, die wie erwartet die Leitzinsen unverändert belassen hat. Mit Blick auf die Konjunktur geben sich die hiesigen Währungshüter immerhin vorsichtig optimistisch. In Marktkreisen wird zudem darauf hingewiesen, dass sich der Interventionsdruck für die SNB mit dem Wahlsieg Macrons in Frankreich etwas verringert hat.

Der SMI gibt gegen Mittag 0,3% auf 8825 Punkte nach. Der 30 Aktien umfassende SLI, in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, büsst 0,5% auf 1397 Punkte ein und der breite SPI 0,3% auf 10'062 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln stehen bis auf Nestlé alle im Minus.

Nestlé (+0,3%) stabilisieren sich damit weiter nach dem Kursrutsch der Vorwoche um beinahe 3% im Anschluss an das Allzeithoch. Rückenwind kommt am Donnerstag von Kurzielerhöhungen durch S&P und die CS. Von den Pharmaschwergewichten weisen Roche ein moderates Minus von 0,2% auf. Dagegen sind Novartis nach freundlichem Start mit einem Minus von mittlerweile 0,5% ins breite Mittelfeld zurückgefallen.

Die grössten Verluste verzeichnen derzeit Aryzta und Sonova mit einem Minus von je 1,8%. Sonova werden allerdings ex Dividende von 2,30 Franken gehandelt, was einen guten Teil der absoluten Einbusse von 3 Franken erklärt.

Gar nicht gefragt sind auch Lafarge-Holcim (-1,6%) und Givaudan (-1,2%).

Von den Grossbanken geben CS (-1,0%) etwas mehr nach als UBS (-0,4%). Die SNB hat in ihrem neuesten Stabilitätsbericht den hiesigen Grossbanken zwar eine weitere Verbesserung ihrer Kapitalsituation attestiert, sieht aber dennoch Verbesserungspotential bei der Leverage Ratio.

Im breiten Markt fallen Basilea mit einem markanten Kurssprung von 5,9% auf. Das Biopharma-Unternehmen hat mit Pfizer eine Vertriebsvereinbarung für das Antimykotikum Cresemba für Europa, Russland, die Türkei und Israel abgeschlossen. Nun winken dem Basler Unternehmen Einnahmen in Millionenhöhe. (Lesen Sie den ausführlichen Börsenbericht am Mittag.)

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09:35

Entscheid der Schweizer Währungshüter: Die Nationalbank belässt den Negativzins bei minus 0,75 Prozent. Die Schweizer Börse reagiert nicht auf den Beschluss. 

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09:10

Der SMI wird nach Handelseröffnung 0,2 Prozent tiefer indiziert. Fast Titel verzeichnen im frühen Handel Abgaben, ausser die Schwergewichte Nestlé (plus 0,2 Prozent) und Novartis. Geprägt wird die Stimmung mangels wichtiger Unternehmensnachrichten von der wie erwartet ausgefallenen Zinserhöhung durch die amerikanische Notenbank am Vorabend. .

Novartis legen 0,2 Prozent zu. Das Pharmaunternehmen hat am Morgen neue positive Daten für das Psoriasis-Mittel Cosentyx vorgelegt, welche anlässlich der europäischen Rheumakongresses in Madrid vorgestellt wurden.

Sonova (minus 1,3 Prozent) werden Ex-Dividende von 2,30 Franken gehandelt. Basilea ragen mit einem Plus von 6 Prozent heraus. Das Biopharma-Unternehmen hat mit Pfizer eine Vertriebsvereinbarung für sein Mittel Cresemba (Isavuconazol) für Europa, Russland, die Türkei und Israel abgeschlossen (zum Basilea-Artikel von cash.ch)

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08:45

Die Aktienmärkte in Asien haben am Donnerstag überwiegend schwächer geschlossen. Händler machten dafür schwache US-Wirtschaftsdaten, einen relativ scharfen Kurs der US-Notenbank und einen Medienbericht zu angeblichen Ermittlungen gegen US-Präsident Donald Trump in der Russland-Affäre verantwortlich. In Tokio verlor der Nikkei 0,26 Prozent auf 19'831 Punkte. Der breiter gefasste Topix gab 0,23 Prozent auf 1588 Zähler nach. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans lag 0,64 Prozent tiefer. Der Index der wichtigsten Firmen in Shanghai und Shenzen verlor 0,2 und der Kospi in Südkorea 0,5 Prozent.

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08:10

Der Swiss Market Index (SMI) wird laut vorbörslichen Indikatoren der Bank Julius Bär knapp 0,1 Prozent höher gesehen bei 8857 Punkten. Am Mittwoch ging der Leitindex bei 8849 Punkten (-0,2 Prozent) aus dem Handel.

Unter den SMI-Einzeltiteln stechen Credit Suisse, Julius Bär und UBS heraus (alle +0,2 Prozent). Zudem legt Novartis nach positiven Studiendaten 0,5 Prozent zu. Konkurrentin Roche wird praktisch unverändert gehandelt.

 

Am breiten Markt fallen Basilea (+6 Prozent) auf. Das Biopharma-Unternehmen hat mit Pfizer eine Vertriebsvereinbarung für sein Schimmelpilz-Mittel Cresemba für Europa, Russland, die Türkei und Israel abgeschlossen.

Im Tagesverlauf steht der Zinsentscheid und die geldpolitische Lagebeurteilung der Schweizerischen Nationalbank an (9:30 Uhr). Auf den Kalendern stehen auch Termine aus dem Ausland: Zum einen tagt in London die Bank von England (BoE), die ihre Entscheidung um 13.00 Uhr bekanntgibt. Zum anderen treffen sich die Euro-Finanzminister in Luxemburg, um über neue Hilfen für Griechenland zu entscheiden.

Die US-Notenbank erhöhte den Leitzins wie erwartet um einen viertel Prozentpunkt und kündigte für den weiteren Jahresverlauf noch einen weiteren Schritt nach oben an. Da allerdings einige US-Konjunkturdaten enttäuschend ausgefallen waren, reagierten die Anleger in New York und Fernost etwas verschnupft.

An der Wall Street hatten die Kurse am Mittwoch nach Handelsschluss in Europa sich weiter uneinheitlich entwickelt: Der Dow-Jones-Index hatte etwas zugelegt und mit einem Plus von 0,2 Prozent geschlossen, während der S&P500 seine Verluste eingegrenzt und nur noch minimal im Minus geschlossen hatte. Der Nasdaq-Composite war mit einem Abschlag von 0,4 Prozent aus dem Handel gegangen.

In Tokio tendierte die Börse am Donnerstag leichter. In Shanghai gab es keinen klaren Trend: Der Shanghai-Composite war kaum verändert, der Standardwerteindex verlor 0,2 Prozent.

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07:25

Die Ölpreise haben sich am Donnerstag nach den jüngsten Kursverlusten vorerst stabilisiert. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Morgen 47,03 US-Dollar. Das waren 3 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) gab leicht um 2 Cent auf 44,71 Dollar nach.Am Vortag hatten die Rohöllagerbestände in den USA für Druck auf die Ölpreise gesorgt. Zudem waren die deutlichen Preisrückgänge am Markt auf einen Bericht der Internationalen Energieagentur IEA zurückgeführt worden. 

 

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07:05

Der Eurokurs ist am Donnerstagmorgen nach der erwartungsgemässen Zinserhöhung der US-Notenbank Fed unter Druck geraten. Zuletzt kostete die Gemeinschaftswährung 1,1221 Dollar. Zum Franken zeigt sich die Gemeinschaftswährung bei aktuell 1,0895 Franken einigermassen stabil.

Zuvor war der Eurokurs mit 1,1295 Dollar zeitweise auf den höchsten Wert seit den kräftigen Kursverlusten im Anschluss an die US-Präsidentschaftswahlen geklettert.  

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06:45

Der japanische Aktienmarkt hat am Donnerstag Verluste verzeichnet. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index notierte kurz vor Handelsschluss 0,4 Prozent niedriger bei 19'812 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index gab 0,4 Prozent auf 1585 Zähler nach.

Stärker im Interesse als die Zinserhöhung durch die US-Notenbank Fed standen Händlern zufolge enttäuschende Konjunkturdaten aus den USA. Im Mai schwächte sich die Inflation ab und die Einzelhandelsumsätze gingen zurück. Zusätzlich drückte ein Bericht der "Washington Post" auf die Stimmung, demzufolge jetzt in der Russland-Affäre in den USA gegen Präsident Donald Trump wegen Behinderung der Justiz ermittelt wird.

(cash/AWP/Reuters)