+++Börsen-Ticker+++ - US-Anleger befürchten Handelskrieg mit China

Die Furcht vor einem Handelskrieg mit China hat am Mittwoch auch den Tag an der Wall Street bestimmt.
24.01.2018 22:25
Die markigen Worte des US-Handelsministers zum Wirtschaftsverhältnis zu China haben am Mittwoch die Händler an der Wall Street beunruhigt.
Die markigen Worte des US-Handelsministers zum Wirtschaftsverhältnis zu China haben am Mittwoch die Händler an der Wall Street beunruhigt.
Bild: Bloomberg

22:25

US-Handelsminister Wilbur Ross sagte auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos, die Volksrepublik sei im Technologiebereich eine "direkte Bedrohung" und warf dem Schwellenland eine Missachtung von geistigem Eigentum sowie Wirtschaftsspionage vor. Nach einem freundlichen Start drehten die Kurse daraufhin ins Minus.

Der Dow Jones drehte später doch wieder ins Plus. Für Kauflaune sorgte bei manchen Anlegern der erstarkte Euro, durch den US-Unternehmen im internationalen Wettbewerb im Vorteil sind. Die europäische Gemeinschaftswährung übersprang die Marke von 1,24 Dollar.

Der Dow Jones schliesst mit einem Plus von 0,2 Prozent auf 26'252 Punkte. Der breiter aufgestellte S&P 500 schliesst praktisch unverändert bei 2837 Zählern. Der Nasdaq-Index gibt 0,6 Prozent ab auf 7415 Punkte.

Bei den einzelnen Titeln standen die Papiere von General Electric im Mittelpunkt. Der Mischkonzern schreibt wegen Altlasten aus dem Versicherungsgeschäft und der US-Steuerreform rote Zahlen. Die Papiere geben 2,7 Prozent nach.

Die Furcht vor sinkenden Ticketpreisen drückt Anteilscheine der Fluggesellschaft United Continental um 11,4 Prozent ins Minus. Der Konzern hatte angekündigt, mehr Sitzplätze anbieten zu wollen. Auch Aktien anderer Fluggesellschaften gingen daraufhin in den Sinkflug: American Airlines verlieren 6 Prozent und Delta Air Lines gut 5 Prozent.

Für den Gesundheitskonzern Abbott Laboratories gehts dagegen um 4,2 Prozent nach oben. Er hat eine Bilanz vorgelegt, die stärker als erwartet ausfiel.

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17:45

Auch ein starker Kursanstieg beim Marktschwergewicht Novartis kann am Mittwoch die Schweizer Börse nicht in der Gewinnzone halten. Der SMI notiert zum Börsenschluss bei 9548 Zählern leicht tiefer zum Vortag. Kurzzeitig hatte der Leitindex am Nachmittag mit 9616 Punkten ein neues Rekordhoch markiert.

"Wir fahren mit angezogener Handbremse", sagt ein Händler. Der Anstieg des Euro auf ein Drei-Jahre-Hoch zum Dollar belaste die Märkte in Europa. "Das drückt auf die Stimmung", sagt ein Händler. Manche Anleger seien wegen der "America First"-Politik von US-Präsidenten Donald Trump, die dem Dollar mehr zu schaffen mache, etwas verunsichert. Ein schwacher Dollar verschlechtert die Absatzchancen der europäischen Firmen auf dem Weltmarkt.

Lichtblick und Stütze des Schweizer Marktes sind die Aktien von Novartis mit einem Kursplus von 2,8 Prozent. Dies wirkt sich mit rund 50 Punkten positiv auf den Leitindex aus. Das Ergebnis sei besser als erwartet ausgefallen, heisst es am Markt. Der Pharmariese traut sich nach Jahren der Stagnation wieder Wachstum zu.

Eine Entscheidung über Alcon sei nicht vor dem ersten Halbjahr 2019 zu erwarten, sagte der designierte Novartis-Chef auf einer Pressekonferenz. Bei der Beteiligung am Rivalen Roche gebe es keine Änderung. Der Roche-Genussschein sinkt um 1,0 Prozent. Möglicherweise schichteten Anleger aus Roche in die Papiere von Novartis um, sagt ein Händler.

Die Anteile von Nestlé, einem weiteren Schwergewicht, rutschten im Verlauf um 0,8 Prozent ins Minus.

Am breiten Markt brechen die Aktien von Santhera über 30 Prozent ein. Die Pharmafirma hat beim Schlüsselmedikament Raxone einen schweren Rückschlag erlitten. Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) werde dem Mittel voraussichtlich weiterhin keine Zulassung zur Behandlung von Muskelschwund (DMD) erteilen, teilte Santhera mit. 

Die Aktien von AMS sacken um 9,0 Prozent ab. J.P. Morgan hat die Kaufempfehlung abgesetzt und stuft den Titel mit "Equal-weight" ein. Der Aktienkurs des Sensorherstellers leidet seit einiger Zeit, da Anleger fürchteten, der Technologiekonzern Apple könnte weniger Mobiltelefone verkaufen. (Lesen Sie den ausführlichen Börsenkommentar zum Mittwoch.)

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17:35

Der Goldpreis hat am Mittwoch im Zuge einer ausgeprägten Schwäche des Dollar stark zugelegt. Am Nachmittag wurde eine Feinunze (etwa 31,1 Gramm) in der Spitze bei 1355,75 Dollar gehandelt und damit auf dem höchsten Stand seit vergangenen September. Seit Beginn des Jahres geht es mit dem Goldpreis tendenziell nach oben und das Edelmetall hat seitdem etwa 4 Prozent an Wert gewonnen.

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15:50

Ein schwacher Dollar und Erleichterung über das Quartalsergebnis von General Electric (GE) versetzen am Mittwoch die Anleger in New York in Kauflaune. Der Dow-Jones-Index zieht in der Startphase um 0,4 Prozent auf ein frisches Rekordhoch von 26'321 Punkte an. Auch der breiter gefasste S&P 500 steigt um 0,3 Prozent auf die neue Bestmarke 2847 Zähler. Der Nasdaq klettert um 0,3 Prozent auf 7480 Punkte - ebenfalls ein Rekordhoch. "GE war einen Tick besser, als an der Wall Street erwartet", sagt ein Börsianer. Der niedrige Wechselkurs verbilligt die Exporte der US-Firmen auf dem Weltmarkt.

GE ziehen im Dow weiter um über 2 Prozent an, nachdem sie schon am Dienstag erstmals nach sechs Tagen im Plus geschlossen hatten. Altlasten aus dem Versicherungsgeschäft und die Steuerreform in den USA haben dem Mischkonzern im vierten Quartal zehn Milliarden Dollar Verlust eingebrockt. Schon vor einer Woche hatte GE vor Belastungen aus alten Lebens- und Krankenversicherungen gewarnt, was den Kurs stark unter Druck gesetzt hatte.

Mit der Ankündigung höherer Kapazitäten schürte United Continental die Furcht der Anleger vor den Folgen eines Preiskrieges für die Gewinnentwicklung der US-Fluggesellschaften. Die Aktien verlieren über 9 Prozent. Auch die Papiere der Rivalen Jetblue Airways, Delta, American Airlines und Southwest Airlines gerieten in den Sog und büssen 4 bis 6 Prozent ein.

Enttäuschende Geschäftszahlen drücken Texas Instruments um über 8 Prozent ins Minus.

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14:40

Der SMI erzielt mit 9616,38 Punkten ein neues Allzeithoch.

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12:45

Nach einem zunächst zögerlichen Handelsstart überwand der Leitindex SMI die Hürde von 9600 Punkten und kratzte zwischenzeitlich an dem Rekordhoch vom 9. Januar bei knapp 9612 Zählern. Getrieben wird der Gesamtmarkt in erster Linie von den schwergewichtigen Novartis-Aktien, die nach der Zahlenvorlage des Pharmakonzerns stark nachgefragt werden.

Der SMI steht kurz vor Mittag um 0,6% höher bei 9607 Punkten. Der 30 Aktien umfassende SLI legt 0,4% auf 1578 Punkte zu und der breite SPI 0,5% auf 11'032 Zähler. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 18 im Plus, 10 im Minus und 2 unverändert.

Das Hauptereignis sind am Berichtstag die bei hohen Umsätzen stark anziehenden Novartis-Papiere, die mittlerweile 2,9% im Plus stehen. Das vom Pharmakonzern veröffentlichte Ergebnis liegt am oberen Ende der Erwartungsbandbreite, wobei das Ergebnis für das Schlussquartal in Expertenkreisen insgesamt als solide beurteilt wird. Einer der Lichtblicke sei der starke Absatz mit dem Herzmedikament Entresto. Angetan zeigen sich die Analysten vom Ausblick für 2018, bestätigt dieser nach mehreren Übergangsjahren doch die Rückkehr zu Umsatz- und Gewinnwachstum.

Zu den grossen Gewinnern zählen zudem erneut Logitech mit +1,6%, die am Vortag nach starken Zahlen und einer Zielanhebung des Computerzubehörherstellers um 8% zugelegt hatten. Auch die Anteilsscheine des Hörgeräteherstellers Sonova ziehen nachrichtenlos um 1,2% an. Seit letzten November haben die Titel allerdings einen schweren Stand.

Die schwergewichtigen Nestlé (+0,2%) bremsen den Markt hingegen aus und Roche (-0,4%) stehen sogar im Minus. Der Pharmakonzern wird seinen Zahlenkranz in einer Woche vorlegen.

 Am breiten Markt greifen die Anleger bei der Bellevue Group (+4,7%) zu, nachdem der Vermögensverwalterin die Rückkehr in die schwarzen Zahlen gelungen ist. Nachgefragt werden auch Zur Rose (+3,4%). Die Versandapotheke hat mit den Umsatzangaben zum vergangenen Geschäftsjahr besser als erwartet abgeschnitten.

Bei dem Verlierern stehen die Titel des Apple-Zulieferers AMS mit -7,8% unter grösserem Abgabedruck. Hier hat J.P. Morgan das Rating wegen des schwächelnden Ausblicks für das iPhone X auf "Neutral" von "Overweight" gesenkt. Zudem belastet der Ausblick von Texas Instruments die gesamte Chip-Branche in Europa, wie ein Händler anmerkt. (Lesen Sie den ausführlichen Börsenbericht zum Mittag.)

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10:25

Die Schweizer Börse kann am Mitwochmorgen zulegen. Der Kursanstieg ist zum grössten Teil dem Kursgewinn der schwergewichtigen Novartis-Aktien geschuldet. Der SMI rückt im frühen Handel um 0,4 Prozent auf 9592 Zähler vor. Am Dienstag war der Leitindex um 0,2 Prozent gestiegen.

Die Entwicklungen in den USA und in Fernost sind Händlern zufolge  wenig richtungsweisend. Impulse erhofften sich die Anleger im späteren Verlauf aus den USA, wo das Ergebnis von General Electric sowie der gewerbliche Markit-Einkaufsmanagerindex veröffentlicht werden.

Die Aktien von Novartis steigen um 2,4 Prozent, was sich mit mehr als 35 Punkten positiv auf den Leitindex auswirkte. "Ohne Novartis wären wir wohl im Minus", sagt ein Händler. Der Pharmariese traut sich nach Jahren der Stagnation wieder Wachstum zu. 2017 belief sich der Gewinn auf 7,7 Milliarden Dollar und der Umsatz stieg um 2 Prozent auf 49,1 Milliarden Dollar. 2018 soll der Umsatz um einen niedrigen bis mittleren Prozentbetrag steigen. Der bereinigte Betriebsgewinn dürfte im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich zulegen. Die Aktionäre sollen 2,80 Franken Dividende je Aktie erhalten, fünf Rappen mehr als zuletzt.

Die Titel des Rivalen Roche sinken dagegen um 0,2 Prozent. Die Anteile von Nestlé, einem weiteren Schwergewicht, um 0,1 Prozent.

Die Finanzwerte ziehen meist leicht an. Die Aktien von Credit Suisse steigen um 0,9 Prozent, während der Kurs des Marktführers UBS gehalten ist. Die Versicherer tendieren uneinheitlich.

Die Anteile zyklischer Firmen sind ebenfalls uneinheitlich, die Kursänderungen aber meist gering. Der Elektrotechniktitel ABB steigt um 0,5 Prozent und der Anteil des Zementherstellers Lafarge-Holcim fällt um 0,5 Prozent.

Am breiten Markt stechen die Aktien von AMS mit einem Kurseinbruch von 7 Prozent auf 78,47 Franken hervor. J.P. Morgan hat die Kaufempfehlung abgesetzt und stuft den Titel neu mit "Equal-weight" ein. Das Kursziel wurde auf 95 von 115 Franken reduziert.

Die Aktien von Barry Callebaut fallen um 1,3 Prozent. Der Schokoladehersteller hat im ersten Quartal 2017/18 (per Ende November) wegen tieferer Rohstoffpreise einen Umsatzrückgang um 0,7 Prozent auf 1,872 Milliarden Franken verbucht. Dagegen stiegen die verkauften Mengen um 8 Prozent. Analysten bezeichneten den Jahresauftakt als gut. "Die Aktie ist allerdings nach den starken Kursavancen der letzten Monate sehr hoch bewertet", heisst es im Kommentar der Zürcher Kantonalbank.

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09:15

Im Fokus stehen Novartis, die um 1,9 Prozent höher stehen. Das vom Pharmakonzern veröffentlichte Ergebnis liegt am oberen Ende der Erwartungsbandbreite, wobei das Ergebnis für das Schlussquartal in Expertenkreisen insgesamt als solide beurteilt wird. Einer der Lichtblicke sei der starke Absatz mit dem Herzmedikament Entresto. Angetan zeigen sich die Analysten vom Ausblick für 2018, bestätigt dieser nach mehreren Übergangsjahren doch die Rückkehr zu Umsatz- und Gewinnwachstum.

Die Genussscheine der Konkurrentin Roche (-0,3 Prozent) notieren tiefer. Roche wird seinen Zahlenkranz in einer Woche vorlegen. Das dritte Schwergewicht Nestlé (+0,2 Prozent) legt leicht zu. Am Vortag hatte der Titel allerdings nach einem positiven Kommentar von J.P. Morgan einen starken Lauf gehabt.

Ins Auge stechen Logitech mit einem Aufschlag von 1,3 Prozent. Die Titel des Computerzubehörherstellers waren am Vortag nach starken Zahlen und einer Zielanhebung fast durch die Decke gegangen. An der Nasdaq legten die Titel nach dem gestrigen Handelsschluss sogar noch weiter zu.

Am breiten Markt fallen Barry Callebaut um 1,5 Prozent. Der Schokoladekonzern hat mit den vorgelegten Zahlen für das erste Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2017/18 die bereits relativ hohen Schätzungen der Analysten zum Teil noch übertroffen, aber an Umsatz eingebüsst. Auch die Versandapotheke Zur Rose (noch kein Kurs) hat mit den Umsatzangaben zum vergangenen Geschäftsjahr besser als erwartet abgeschnitten. Ein Kurs wird hier nicht gestellt. Auffällig präsentieren sich AMS mit -8,3 Prozent nach einer Rückstufung durch J.P. Morgan.

Angesichts der vielerorts erreichten Rekordstände mache sich zunehmend Nervosität unter den Investoren breit, gleichzeitig wolle niemand die Party zu früh verlassen. Makroseitig könnten im Handelsverlauf diverse Einkaufsmanagerindizes aus Europa und den USA frischen Wind bringen.

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08:35

Börsenschluss in Fernost: Nach dem 26-Jahres-Hoch des Nikkei-Index vom Dienstag machen Anleger Kasse. Der japanische Leitindex verlor am Mittwoch 0,8 Prozent auf 23'970,78 Punkte. Die Börse Shanghai kletterte dagegen kurzzeitig auf ein Zweieinhalb-Jahres-Hoch von 3569,49 Zählern und der MSCI-Index für die dortigen Börsen mit Ausnahme Japans notierte mit 608,32 Zählern so hoch wie noch nie.

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08:15

Der SMI legt vorbörslich um 0,13 Prozent auf 9564 Punkte zu. Angeführt wird das Feld von Novartis (+0,55 Prozent), nachdem der Pharmakonzern die Zahlen zum Geschäftsjahr 2017 vorgelegt hat (zu den vorbörslichen Kursen). Der Verlauf des heutigen Handels dürfte nach Ansicht von Händlern stark davon beeinflusst werden, wie die Anleger auf den Jahresabschluss von Novartis reagieren.  Am breiten fällt AMS auf, wo der Kurs vorbörslich nach einer Herabstufung um 2,5 Prozent sinkt.

Auf der Konjunkturseite stehen die Einkaufsmanagerindizes für Deutschland und Europa für Januar auf den Terminkalendern. Anleger werden prüfen, inwiefern der hohe Eurokurs und die steigenden Rohstoffpreise die Stimmung bei den Unternehmen beeinflusst haben.

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06:45

Nach gestrigen Rekordständen lässt es die japanische Börse heute ruhiger angehen. Der Nikkei-Index lässt um 0,7 Prozent auf 23'952 Punkte nach.

Am Dienstag war der Nikkei auf den höchsten Stand seit November 1991 geklettert. Zu den Verlierern zählten aufgrund des Anstiegs der Landeswährung Yen die Exportwerte. Die Aktien von Murata Manufacturing, einem Hersteller elektronischer Bauteile, gaben 1,5 Prozent nach, die Anteilsscheine des Elektronik- und Maschinenbauunternehmens Fanuc verbilligten sich um 2,1 Prozent.

Der Euro stagnierte im fernöstlichen Handel bei 1,2306 Dollar. Der Schweizer Franken wurde mit 0,9557 Franken je Dollar und 1,1766 Franken je Euro gehandelt. Der Dollar sank zum Yen auf 110,06 Yen.

(Reuters/awp/cash)