+++Börsen-Ticker+++ - US-Anleger halten Füsse still

Aus Furcht vor einer weiteren Eskalation des Handelsstreits zwischen den USA und China haben sich die Anleger an der Wall Street am Montag zurückgehalten.
23.07.2018 22:25
Eher ruhig gings am Montag an der Wall Street zu und her.
Eher ruhig gings am Montag an der Wall Street zu und her.
Bild: freeimages.com

22:25

Öl ins Feuer goss US-Präsident Donald Trump mit dem Vorwurf, dass die Volksrepublik den Kurs der heimischen Währung zu eigenen Gunsten manipuliere. Dies sei eines von mehreren Themen am Markt, sagt Andre Bakhos, Geschäftsführer des Vermögensverwalters New Vines. Ausserdem warteten die Investoren auf die Quartalsberichte. In dieser Woche sind unter anderen Ford, 3M, Boeing, Facebook, Twitter und Intel an der Reihe.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte ging mit einem Minus von knapp 0,1 Prozent auf 25'044 Punkte aus dem Handel. Der breiter gefasste S&P 500 gewann dagegen 0,2 Prozent auf 2806 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq legte um 0,3 Prozent auf 7841 Stellen zu.

Die Aktien von Fiat Chrysler sanken in New York nach der überraschenden krankheitsbedingten Ablösung von Firmenchef Sergio Marchionne um 1,8 Prozent.

Tesla rutschten um 3,3 Prozent ab. Der Elektroautobauer hat dem "Wall Street Journal" zufolge Lieferanten um beträchtliche Rückzahlungen gebeten, um profitabel zu werden. Tesla-Chef Elon Musk twitterte, es gehe nur um künftige Kosten.

Hasbro schossen 12,9 Prozent in die Höhe. Der Spielzeughersteller hatte mit seinen Zahlen für das abgelaufene Vierteljahr die Analystenerwartungen übertroffen.

Der Kurs der die Google-Mutter Alphabet stieg nachbörslich um 6 Prozent. Wegen eines wachsenden Geschäfts mit Onlineanzeigen stiegen Umsatz und bereinigter Gewinn überraschend stark.

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17:40

Die Schweizer Börse hat am Montag im Verlauf einen Teil der frühen Verluste wettgemacht. Zur Erholung trugen laut Händlern vor allem Finanzwerte bei. Die Anteile von Julius Bär büssen gegen den Branchentrend an Wert ein. Das Geschäft verlief von Vorsicht geprägt eher ruhig. "Der Handelsstreit der USA mit dem Rest der Welt sorgt weiterhin für Nervosität", sagt ein Börsianer. Der SMI verliert 0,4 Prozent auf 8960 Punkte, nachdem er vergangene Woche 1,5 Prozent gewonnen hatte.

Aus charttechnischer Sicht dürfte der SMI sein Potenzial kurzfristig ausgereizt haben, sagt ein Händler. "Bei 9000 Punkten haben wir uns einmal mehr den Kopf gestossen", sagt der Börsianer. Der SMI bewege sich seit einiger Zeit innerhalb einer Spanne von 8500 bis 9000 Punkten.

Mit einem Minus von 4,0 Prozent setzen sich die Aktien von Julius Bär an die Spitze der Verlierer. Die Privatbank hat im ersten Halbjahr dank eines guten Kommissions- und Handelsgeschäfts mit 480 Millionen Franken fast ein Fünftel mehr verdient und Nettoneugelder von zehn Milliarden Franken angezogen. Die Mittelfristziele bestätigte die Bank. Das Ergebnis entspreche nicht ganz den Erwartungen, kommentierte Michael Kunz von der Zürcher Kantonalbank (ZKB).

Die Aktien der Grossbanken Credit Suisse und UBS erholten sich klar in die Gewinnzone. UBS sind am Tag vor der Bilanzvorlage um 0,3 Prozent fester. Von Reuters befragte Analysten erwarten einen Gewinn von einer Milliarde Franken. CS steigen gar um 0,8 Prozent.

Die Aktien der Versicherer erholten sich ebenfalls. Swiss Re legen 0,7 Prozent zu. Credit Suisse hat die Analyse des Rückversicherers mit dem Rating "Outperform" und dem Kursziel 99 Franken wieder aufgenommen.

Gewinnmitnahmen belasten die Aktien der Luxusgüterhersteller. Richemont und Swatch geben gegen 2 Prozent nach.

Die Titel des Schokokonzerns Lindt&Sprüngli sind am Tag vor der Bilanzvorlage 1,3 Prozent schwächer. (Lesen Sie den ausführlichen Börsenkommentar zum Montag.)

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15:45

An der Wall Street halten sich die Anleger zum Wochenanfang zurück. Viele wollen den Verlauf der Bilanzsaison abwarten. Nach Handelsschluss am Montag will die Google-Mutter Alphabet ihre Zahlen vorlegen. Zudem trübte die andauernde Unsicherheit über die künftigen globalen Handelsbeziehungen die Stimmung.

Der Dow Jones fällt in den ersten Minuten um 0,1 Prozent auf 25'030 Punkte. Auch der S&P 500 und der Nasdaq-Composite eröffnen minimal im Minus.

Die auch in New York gelisteten Aktien von Fiat Chrysler sinken nach der überraschenden krankheitsbedingten Ablösung von Firmenchef Sergio Marchionne um über 3 Prozent. Tesla rutschen um 3,5 Prozent ab. Der Elektroautobauer hat laut einem Bericht des "Wall Street Journals" seine Lieferanten um beträchtliche Rückzahlungen gebeten, um profitabel zu werden. Tesla-Chef Elon Musk twitterte, es gehe nur um künftige Kosten.

Die Aktien des IT-Beraters Syntel steigen um über 3 Prozent auf 40,54 Dollar. Der US-Branchenpionier wird für 41 Dollar je Aktie vom französischen IT-Dienstleister Atos übernommen. Atos-Papiere fallen in Paris um über 6 Prozent.

Hasbro schiessen um über 11 Prozent in die Höhe. Der Monopoly-Anbieter hatte mit seinen Zahlen für das zweite Quartal die Analystenerwartungen übertroffen.

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12:45

Die Ölpreise steigen am Montag deutlich. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im September kostete am Mittag 74,15 Dollar. Das sind 1,08 Dollar mehr als am Freitag. Der Preis für Öl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 70 Cent auf 68,96 Dollar.

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12:00

Der Wochenauftakt am Schweizer Aktienmarkt fällt verhalten aus. Nachdem der SMI zunächst etwas deutlicher im Minus gestartet ist, hat er seine Abgaben im Verlauf des Vormittags auf etwa ein halbes Prozent eingedämmt. Seither bewegt er sich nun in etwa auf diesem Niveau seitwärts. Bevor am morgigen Dienstag die Berichtssaison dann schlagartig Fahrt aufnimmt, bestimmt zunächst die Unsicherheit um die weltweiten Handelsbeziehungen die Stimmungslage der Marktteilnehmer.

Der SMI steht gegen Mittag um 0,4 Prozent tiefer bei 8954 Punkten. Der 30 Aktien umfassende SLI verliert 0,5 Prozent auf 1466 Stellen und der breite SPI 0,4 Prozent auf 10'688 Zähler.

Im Zuge der Berichtssaison hat an diesem Morgen Julius Bär (-4,4%) den Auftakt in dieser Woche gemacht. Die Aktien sind die mit Abstand grössten Verlierer unter den Bluechips. Dabei hat die Gruppe mit ihrem Halbjahresergebnis die Analystenerwartungen leicht übertroffen. Der Grund für die unterkühlte Reaktion der Anleger dürfte bei der Verlangsamung des Neugeldwachstums zu suchen sein, heisst es im Handel.

Leichte Unterstützung erhält der Markt unterdessen von Nestlé (unverändert) und Novartis (-0,2%), die sich etwas besser als der Gesamtmarkt halten. Roche (-0,5%) fallen im Vorfeld der Halbjahreszahlen an diesem Donnerstag dagegen etwas stärker zurück.

Zu den grössten Gewinnern unter den Bluechips zählen dagegen die Titel des Rückversicherers Swiss Re (+0,4%). Sie werden von einem positiven Analystenkommentar der Credit Suisse gestützt.

Im breiten Markt reagieren auch die Aktien von Sunrise (+1,4%) auf einen Analystenkommentar. Die Experten von Goldman Sachs hatten die Papiere zuvor neu zum Kauf empfohlen.

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10:30

Die Schweizer Börse gibt am Montagmorgen nach. Der Handelsstreit der USA mit dem Rest der Welt halte die Märkte weiter im Griff, sagen Händler. Die Anleger befürchten eine weitere Eskalation, denn auch nach dem Treffen der G20-Finanzminister am Wochenende in Buenos Aires war eine Lösung nicht in Sicht. Am Freitag hatte US-Präsident Donald Trump die Geldpolitik der US-Notenbank kritisiert und sich über den gestiegenen Dollar beklagt. Zudem warf er China und der EU Währungsmanipulationen vor.

Der SMI sinkt um 0,5 Prozent auf 8946 Zähler. Am Freitag war der Leitindex um 0,6 Prozent gestiegen und hatte die dritte Woche infolge mit einem Gewinn beendet.

17 der 20 SMI-Werte büssen Terrain ein. Mit einem Minus von 4,1 Prozent führen die Aktien von Julius Bär die Verlierer an. Die Privatbank hat im ersten Halbjahr dank eines guten Kommissions- und Handelsgeschäfts mit 480 Millionen Franken fast ein Fünftel mehr verdient und Nettoneugelder von zehn Milliarden Franken angezogen. Die Mittelfristziele bestätigte die Bank. Das Ergebnis entspreche nicht ganz den Erwartungen, kommentierte Michael Kunz von der Zürcher Kantonalbank (ZKB).

Die Aktien der Grossbanken Credit Suisse und UBS verlieren 0,2 und 0,6 Prozent. UBS legt am Dienstag den Bericht zum zweiten Quartal vor. Von Reuters befragte Analysten erwarten einen Gewinn von einer Milliarde Franken.

Die Papiere der als wenig krisenanfällig geltenden Pharmaschwergewichte Novartis und Roche schwächen sich 0,4 und 0,7 Prozent ab. Der Lebensmittelwert Nestlé, einem weiteren SMI-Riesen, ist unverändert. Der Zwischenbericht von Nestlé wird am Donnerstag erwartet.

Am breiten Markt büssen Rieter 1,9 Prozent ein. Die ZKB hat die Anteile des Textilmaschinenherstellers auf "Marktgewichten" von "Übergewichten" herabgestuft und aus dem Portfolio "Schweiz Nebenwerte" entfernt. Die Firma hatte in der Vorwoche die Anleger auf schlechtere Zeiten eingestimmt.

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09:27

Ein Blick nach Italien: Die Aktien von Fiat Chrysler fallen an der Mailänder Börse um rund 4 Prozent, nachdem es beim Autobauer zu einem überraschenden Führungswechsel kommt. CEO Sergio Marchionne muss aufgrund gesundheitlicher Probleme sein Amt per sofort aufgeben. Die Führung von Fiat Chrysler übernimmt nun Mike Manley, der seit vielen Jahren zum Top-Management des Autobauers gehört und bisher für die Marke Jeep zuständig war. Auch die Ferrari-Aktie (-5 Prozent) reagiert.

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09:10

Der SMI startet mit einem Minus von 0,4 Prozent bei 8950 Punkten. Zu den beherrschenden Gesprächsthemen zählen nach wie vor die Handelsstreitigkeiten rund um den Globus. Am Wochenende köchelte das Thema nach Aussagen von US-Finanzminister Steve Mnuchin in Richtung der Europäischen Union und Medienberichten über mögliche weitere Vergeltungsmassnahmen der Europäer weiter. 

Zu den grössten Verlierern unter den Blue Chips gehören die Aktien der Privatbank Julius Bär mit -3,3 Prozent. Die Bank hat im ersten Semester 2018 die Gewinnzahlen weiter klar gesteigert. Allerdings hat die Gruppe eine Abkühlung des Marktes gegen Ende des ersten Halbjahres zu spüren bekommen. Die Kundenvermögen gingen gegenüber dem Stand von Ende April gar leicht zurück.

Daneben geben noch Zykliker wie Adecco (-1,2 Prozent) überdurchschnittlich nach. Auch die Papiere von SGS (-1,1 Prozent) und Sika (-1 Prozent) sowie die Uhren-Aktien Richemont (-0,8 Prozent) und Swatch (-0,8 Prozent) gehören zu den grösseren Verlieren. Vergleichsweise gut halten sich hingegen Swiss Re (+0,4 Prozent). 

Stärkere Bewegungen verzeichnen vorbörslich noch Ceva Logistics, nachdem das Unternehmen erste Zahlen für das zweite Quartal vorgelegt hat. Beteiligungsmeldungen sorgen derweil bei DKSH (-0,8 Prozent) und Rieter (-1,3 Prozent) für Ausschläge. Während beim Handelsriesen DKSH laut der Sonntagspresse Verwaltungsratspräsident Jörg Wolle und Investor Rainer-Marc Frey fast alle ihre Aktien verkauft haben, hat die Investmentgesellschaft Veraison nach ihrem Wiedereinstieg bei Rieter Mitte Juli 2018 ihren Anteil weiter erhöht.

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08:52

Mittlerweile sind die Börsen in Asien geschlossen. Aus Furcht vor schwindenden Gewinnen aus dem Exportgeschäft haben sich Anleger aus japanischen Aktien zurückgezogen. Der Nikkei-Index verlor am Montag 1,3 Prozent auf 22'396,99 Punkte. Belastet wurde der Leitindex von der Stärke des Yen, weil dadurch Waren japanischer Firmen auf dem Weltmarkt weniger wettbewerbsfähig werden. Ein Dollar verbilligte sich um bis zu 0,6 Prozent auf 110,74 Yen

Auslöser der Yen-Aufwertung sei die Kritik von US-Präsident Donald Trump an der Geldpolitik der Notenbank Fed, die den Dollar auf Talfahrt geschickt habe, sagte Anlagestratege Norihiro Fujito von der Investmentbank Mitsubishi UFJ Morgan Stanley. Zusätzliche Auftrieb erhalte der Yen von Medienberichten, denen zufolge die Bank von Japan (BoJ) über Veränderungen ihrer Geldpolitik nachdenke. Vor diesem Hintergrund gerieten die exportabhängigen Werte unter Verkaufsdruck. Die Aktien des Autobauers Toyota, der Chipfirma Advantest und des Unterhaltungselektronik-Anbieters Panasonic rutschten um bis zu 2,1 Prozent ab. 

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08:24

Der Euro ist am Montag im frühen Handel gegenüber dem US-Dollar gestiegen. Die europäische Gemeinschaftswährung wird am Morgen bei 1,1729 US-Dollar gehandelt und damit etwas höher als am Freitagabend. In der Nacht auf Montag war der Kurs zwischenzeitlich bis auf 1,1750 Dollar geklettert. Zum Franken zeigt sich der Euro dagegen bei einem Stand von zuletzt 1,1631 Franken nur wenig bewegt. Der US-Dollar kommt derweil auch zum Franken etwas zurück und geht am Montagmorgen bei 0,9914 Franken um.

Bereits vor dem Wochenende hatte US-Präsident Donald Trump mit Vorwürfen der Währungsmanipulation an die Adresse Chinas und der Europäischen Union (EU) den Dollar zu allen wichtigen Währungen unter Druck gebracht. Zudem kritisierte er den Zinserhöhungskurs der US-Notenbank Fed. Die Anleger reagierten verunsichert - die Renditen auf US-Staatspapiere legten deutlich zu.

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08:09

Der Swiss Market Index (SMI) wird von der Bank Julius Bär bei 8975 Punkten (-0,2 Prozent) berechnet. Sämtliche SMI-Titel dürften im Minus starten, mit Ausnahme von Swiss Re (+0,3 Prozent). Julius Bär werden nach Halbjahreszahlen 0,4 Prozent im Minus berechnet. Am breiten Markt fallen Rieter (+1,3 Prozent) auf, nachdem Veraison seine Beteiligung erhöht hat.

Im Tagesverlauf richten Anleger ihre Aufmerksamkeit unter anderem auf die Zahlen zum europäischen Verbrauchervertrauen. Ausserdem geht die Bilanzsaison in eine neue Runde. Unter anderem will im Tagesverlauf die Google-Mutter Alphabet ihre Bücher öffnen.

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07:40

Die Ölpreise kommen am Montag nur wenig vom Fleck. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostet derzeit 72,99 Dollar (-0,01 Prozent). Rohöl der US-Sorte WTI notiert bei 68,18 Dollar (+0,1 Prozent). Gegenseitige Drohungen zwischen Iran und den USA konnten den Ölpreisen keinen Auftrieb geben. Irans Präsident Hassan Ruhani drohte mit einer Blockade der Ölexportrouten am Persischen Golf. US-Präsident Donald Trump reagierte mit martialischen Worten. "Bedrohen Sie niemals wieder die USA, oder Sie werden Konsequenzen von der Art zu spüren bekommen, wie sie wenige zuvor in der Geschichte erleiden mussten", schrieb er in der Nacht zum Montag auf Twitter.

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06:45

An der Tokioter Börse gab der japanische Leitindex Nikkei bis zum frühen Montagnachmittag um 1,3 Prozent auf 22'410 Punkte nach. Exportwerte gerieten durch einen stärkeren Yen zusätzlich unter Druck. Hintergrund sind Äusserungen von US-Präsident Donald Trump vom Freitag, in denen er sich über den gestiegenen Dollar beklagte und China und der EU nun auch Währungsmanipulationen vorwarf. Der Markt reagiert, weil Trumps Kommentare den Anstieg des Dollars zum Yen stoppten, sagte Analyst Norihiro Fujito vom Broker Mitsubishi UFJ Morgan Stanley Securities. "Es besteht der Eindruck, dass Trump zufällig spricht, aber das Timing war exquisit."

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06:36

Auch der MSCI-Index für asiatische Aktien ausserhalb Japans notierte im Minus - mit einem Abschlag von 0,2 Prozent aber deutlich moderater. Die chinesische Börse in Shanghai legte dagegen leicht zu. Der Euro legte am Devisenmarkt in Fernost leicht zu auf 1,1735 Dollar. Auch zur japanischen Währung gab der Dollar etwas nach auf 110,92 Yen

(cash/Reuters/AWP)