+++Börsen-Ticker+++ - US-Anleger leben von Zinshoffnung

Anhaltende Spekulationen auf eine baldige Zinssenkung der Notenbank Fed haben der Wall Street am Mittwoch Auftrieb gegeben. Enttäuschende US-Arbeitsmarktdaten bremsten den Anstieg jedoch.
05.06.2019 22:35
Nahrhafte Suppe für die Wall Street: Dosensuppenproduzent Campbell zündet nach guten Zahlen am Mittwoch eine Aktienkursrakete.
Nahrhafte Suppe für die Wall Street: Dosensuppenproduzent Campbell zündet nach guten Zahlen am Mittwoch eine Aktienkursrakete.
Bild: Bloomberg

22:35

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schliesst 0,8 Prozent höher auf 25'539 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 rückt um 0,8 Prozent auf 2826 Zähler vor. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verbessert sich um 0,6 Prozent auf 7575 Punkte.

Der privaten Arbeitsagentur ADP zufolge schafften US-Firmen im Mai nur 27'000 neue Stellen. Analysten hatten mit gut fünfmal so viel gerechnet. Auftrieb hatten indes Aussagen des US-Notenbankchefs Jerome Powell gegeben, der die Tür für Zinssenkungen offen liess.

Zu den Favoriten an der Wall Street gehörte Salesforce mit einem Kursplus von mehr als 5 Prozent. Der IT-Konzern steigerte dank eines boomenden Cloud-Geschäfts Umsatz und Gewinn.

Ein Quartalsergebnis unter Markterwartungen und eine gestrichene Dividende brockten GameStop einen Kurssturz ein. Die Aktien des Videospielehändlers fallen mehr als 35 Prozent. Wegen des Trends zu Videospiele-Streamingdiensten schrumpfte der Umsatz den Angaben zufolge um 13,3 Prozent auf 1,55 Milliarden Dollar. Der Gewinn brach auf 6,8 von 28,2 Millionen Dollar ein.

Ein Quartalsergebnis über Markterwartungen und ein optimistischerer Ausblick gaben hingegen Campbell Auftrieb. Die Aktien des für seine Dosensuppen bekannten Lebensmittelanbieters steigen gut 10 Prozent. Dank der starken Nachfrage nach Knabberartikeln steigerte das Unternehmen seinen Umsatz um 16 Prozent auf 2,18 Milliarden Dollar.

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17:40

An der Schweizer Börse haben die Optimisten am Mittwoch die Oberhand behalten. Der SMI rückt um 0,6 Prozent auf 9659 Punkte vor. Händler erklären, Aussagen von US-Notenbankchef Jerome Powell und enttäuschende US-Arbeitsmarktdaten hätten Hoffnungen auf Zinssenkungen weitere Nahrung gegeben.

Gesucht waren vor allem Aktien von Firmen, die von einer konjunkturellen Stimulierung durch Notenbanken profitieren würden. Die Aktie des Uhrenkonzerns Swatch steigt 1,9 Prozent, die der ebenfalls im Luxusgütergeschäft tätige Richemont 1,4 Prozent. Auch die baunahen Werte Geberit und LafargeHolcim gehören zu den Gewinnern.

Roche steigen 0,3 Prozent. Mit einem Cocktail aus den Medikamenten Venclexta und Gazyva konnte chronische lymphatische Leukämie (CLL) wirksamer behandelt werden als mit Gazyva plus Chemotherapie. Tiefer bewertet wird dagegen die ebenfalls im Gesundheitsgeschäft tätige Alcon.

Bei den Nebenwerten sacken die Aktien der Versandapotheke Zur Rose 3,5 Prozent ab. Händler erklären, die Auflösung einer Aktionärsgruppe wecke Befürchtungen, dass grosse Eigner Titel verkaufen könnten. Die Titel des Duty-free-Shop-Betreibers Dufry steigen nach einer Übernahme um 1,9 Prozent.

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16:00

Anhaltende Spekulationen auf eine baldige Zinssenkung der Notenbank Fed geben der Wall Street Auftrieb. Enttäuschende US-Arbeitsmarktdaten bremsten den Anstieg jedoch. Die Leitindizes Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 gewinnen zur Eröffnung jeweils etwa 0,4 Prozent.

Der privaten Arbeitsagentur ADP zufolge schafften US-Firmen im Mai nur 27'000 neue Stellen. Analysten hatten mit gut fünfmal so viel gerechnet. Auftrieb hatten indes Aussagen des US-Notenbankchefs Jerome Powell gegeben, der die Tür für Zinssenkungen offen liess. Die enttäuschenden ADP-Zahlen, die einen Vorgeschmack auf die offiziellen Daten am Freitag liefern, nährten Spekulationen auf eine Lockerung der Fed-Geldpolitik.

Zu den Favoriten an der Wall Street gehört Salesforce mit einem Kursplus von 4,6 Prozent. Der IT-Konzern steigerte dank eines boomenden Cloud-Geschäfts Umsatz und Gewinn. Salesforce sei auf einem guten Weg, seine langfristige Ziele zu erreichen, schreibt Analyst John DiFucci von der Investmentbank Jefferies.

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11:45

Der Schweizer Aktienmarkt hat sich nach einem zögerlichen Start letztlich doch von den starken Vorgaben anstecken lassen. Die Hoffnung auf mögliche Massnahmen der grossen Notenbanken sorgen bei Investoren für eine erhöhte Risikobereitschaft. Allerdings mahnen zahlreiche Börsianer an, dass sich erst noch zeigen müsse, ob der Aufwärtstrend auch nachhaltig ist.

Der SMI gewinnt gegen 11 Uhr 0,4 Prozent hinzu auf 9640 Punkte. Der 30 Aktien umfassende SLI steigt um 0,7 Prozent auf 1479 Zähler und der breite SPI um 0,5 Prozent auf 11'654 Zähler.

Laut Börsianern greifen Investoren aktuell vor allem bei jenen Werten zu, die in den letzten Wochen besonders deutlich unter dem sich verschärfenden Handelskonflikt zwischen den USA und China gelitten hatten. Dazu zählt allen voran der Uhrenhersteller Swatch (+2,7%). Die Aktien hatten in den vergangenen Wochen mehr als 11 Prozent eingebüsst. Branchenkollege Richemont (+3,0%) zieht noch etwas deutlicher an, setzt damit aber eine insgesamt gute Entwicklung fort.

Neben den beiden Uhrenherstellern gehören auch Aktien wie die von Partners Group (+2,0%), Logitech (+1,9%) und den beiden Grossbanken CS (+1,1%) und UBS (+0,8%) zu den Titeln, die nach zuletzt deutlichen Verlusten aktuell steigen.

Ausgebremst wird der Gesamtmarkt vor allem durch die beiden defensiven Pharma-Schwergewichte Novartis (-0,5%) und Roche (unverändert). (Lesen Sie den ausführlichen Börsenbericht am Mittag.)

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11:00

Gold gewinnt mit der Sorge vor einem Abschwung der Weltwirtschaft und der Spekulation auf Zinssenkungen in den USA weiter an Wert. Am Mittwoch knüpft der Goldpreis an den jüngsten Höhenflug an. Die Notierung für eine Feinunze (31,1 Gramm) erreichte den höchsten Stand seit mehr als drei Monaten. Am Vormittag wurde die Feinunze bei 1334 Dollar gehandelt.

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09:15

Aussagen vom US-Notenbankchef Jerome Powell am Dienstag haben der Wall Street ihren zweitbesten Handelstag in diesem Jahr beschert. Die Börsen in Asien sind bereits gefolgt. Der Schweizer Markt zeigt sich hingegen richtugnlos, der SMI steht bei 9598 Punkten nach Börsenstart quasi unverändert da.

Powell hatte signalisiert, dass die Zentralbank offen für eine Lockerung der Geldpolitik zur Unterstützung der Wirtschaft sei. Er sagte, die Zentralbank werde entsprechend handeln, um die Expansion aufrechtzuerhalten. Laut Händlern traf die Rede des Fed-Vorsitzenden die richtige Balance.

So habe er einerseits Handlungsbereitschaft bestätigt, aber gleichzeitig die zuletzt eher aggressiv eingepreiste Erwartung einer Zinssenkung abgelehnt. Andere Stimmen bewerten die Kursreaktionen dagegen eher als eine kurzfristige Erholung denn als eine Trendwende. In den kommenden Tagen werde sich zeigen, ob die Aufwärtsbewegung nachhaltig sei oder ob es sich im einen "Short-Squeeze" handle, kommentiert ein weiterer Börsianer.

Unter den Gewinnern sind mit der CS (+0,3 Prozent) oder Adecco (+0,2 Prozent) vor allem Werte zu finden, die zuletzt besonders deutlich Federn gelassen hatten. Speziell bei den Banken dürfte auch die etwas entschärfte Lage bei den Anleihenrenditen stützen. Zuletzt waren die Rendite von Staatsanleihen etwa in Deutschland oder den USA bekanntlich in den Keller gerauscht.

Mit Kursgewinnen von jeweils 0,2 bezieungsweise 0,3 Prozent halten sich auch die beiden Uhrenhersteller Swatch und Richemont mit dem Markt fester. Bei ihnen sollten die Aussagen Chinas, der Handelsstreit mit den USA sollte durch Gespräche gelöst werden, noch nachwirken. Im breiten Markt fallen Aryzta-Aktien mit +1,3 Prozent auf. Die Aktien des Backwarenkonzerns waren am Dienstag nach Zahlen um 13 Prozent eingebrochen.

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08:10

Die Anleger haben schon in den USA und in Japan positiv auf jüngste Fed-Äusserungen reagiert. Andeutungen, dass die US-Notenbank die Zinsen noch dieses Jahr senken könnte, wirken sich nun auch auf die Schweizer Vorbörse aus.

Julius Bär berechnet den SMI vor der Börsenöffnung um 0,3 Prozent bei 9625 Punkten höher. Die Zyklier stehen um bis zu 0,4 Prozent höher, etwas verhaltener ist der Anstieg bei den defensiven Schwergewichten (zu den vorbörslichen Kursen bei cash.ch). 

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07:55

Die Ölpreise haben am Mittwoch im frühen Handel nachgegeben. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 61,57 Dollar. Das waren 40 Cent weniger als am Dienstag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 47 Cent auf 53,01 Dollar.

Am Markt wurden die Preisabschläge mit neuen Vorratsdaten aus den USA erklärt. Laut American Petroleum Institute (API) sind die landesweiten Rohölbestände in der vergangenen Woche spürbar gestiegen. Die Zahlen nährten Befürchtungen eines überschüssigen Angebots in den USA. Hintergrund ist die stark steigende Rohölförderung der Vereinigten Staaten.

Hinzu kommen konjunkturelle Ängste wegen des US-chinesischen Handelsstreits. Es besteht die Sorge einer deutlichen Abkühlung der Weltwirtschaft und einer sinkenden Rohölnachfrage. Als Folge sind die Erdölpreise seit April um fast 20 Prozent gefallen. Infolgedessen gilt es als nahezu sicher, dass das Ölkartell Opec seine Förderung weiter knapp halten wird.

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07:30

Mögliche Zinssenkungen der Federal Reserve beflügeln die Phantasien der Märkte. US-Notenbankschef Jerome Powell habe den Märkten gesagt, was diese hören wollten, schreibt Jasper Lawler, Researchchef bei der London Capital Group, in einem Kommentar. "Das Resultat war eine spektakuläre Rally, bei der Händler deren Wetten erhöhten, dass eine Zinssenkung vor Ende Jahr komme."

Interessant ist laut Lawler, dass vorher schon andere Fed-Grössen ähnlich gesprochen hätten. "Das ist üblicherweise ein Anzeichen, dass die Fed die Anleger auf einen Politikwechsel vorbereiten will." 

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06:40

Der Nikkei mit den 225 grössten Titeln der japanischen Börse steigt um 1,8 auf 20'774 Punkte. Die Tokioter Börse ist den Vorgaben der Wall Street gefolgt und hat deutlich im Plus tendiert. Wie zuvor in New York sorgten Spekulationen auf eine baldige Zinssenkung der US-Notenbank Fed für Freunde am Markt.

Die Börse in Shanghai lag 0,4 Prozent im Plus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen gewann 0,3 Prozent.

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05:00

Der Euro hat zum Franken wieder leicht aufgewertet. Der Kurs steht aktuell bei 1 zu 1.173. Der Franken hat aber in den vergangenen Tage deutlich aufgewertet und steht in der Nähe eines Zwei-Jahres-Tiefs. Dies dürfte sich auch nicht so schnell ändern, wie Dave Lafferty von Natixis zu cash.ch sagte: 

Ein Euro wurde mit 1,1262 Dollar bewertet nach 1,1251 Dollar im späten New Yorker Handel. Der Dollar wurde mit 108,05 Yen gehandelt nach 108,14 Yen in den USA. 

(cash/AWP/Reuters)