+++Börsen-Ticker+++ - US-Börsen kommen nicht vom Fleck

Die Hoffnung an den US-Börsen auf eine Entspannung im Zollstreit mit China ist am Donnerstag von Konjunktursorgen eingeholt worden.
13.12.2018 22:30
Von der Euphorie über eine baldige Beilegung des US-chinesischen Handelskrieg ist an der Wall Street am Donnerstag nichts mehr zu spüren.
Von der Euphorie über eine baldige Beilegung des US-chinesischen Handelskrieg ist an der Wall Street am Donnerstag nichts mehr zu spüren.
Bild: Bloomberg

22:30

Die wichtigsten Indizes geben im Verlauf ihre anfänglichen Gewinne ab, um am Schluss ein uneinheitliches Bild zu bieten. Der Dow-Jones-Index steigt um 0,3 Prozent auf 24'597 Punkte. Der breiter gefasste S&P 500 bleibt faktisch unverändert mit 2650 Punkten. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verliert 0,4 Prozent auf 7070 Zähler.

Zur Wochenmitte hatte unter anderem ein Interview der Nachrichtenagentur Reuters mit US-Präsident Donald Trump für Optimismus im Handelsstreit mit China gesorgt. Allerdings hatten Experten gewarnt, dass die weitere Entwicklung abgewartet werden müsse. Am Donnerstag waren dann auch zunehmend defensive Titel etwa von Versorgern und Immobilienkonzernen gefragt.

Bei den Einzelwerten verliert Under Armour etwa 5,2 Prozent. Zeitweilig fielen die Titel um knapp 10 Prozent. Auch hier spielte der Zollstreit zwischen den USA und China eine Rolle: Als Folge will der Sportartikelhersteller weniger Produkte im Reich der Mitte fertigen lassen.

US-Fluggesellschaften gerieten unter Druck, nachdem Delta Air Lines einen zurückhaltenden Ausblick geliefert hatte. Delta-Titel geben 4,8 Prozent nach. Die Konkurrenten United Continental und American büssen jeweils etwa 2,4 und 5,5 Prozent ein.

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17:45

An der Schweizer Börse ist am Donnerstag die Euphorie der beiden Vortage angesichts der andauernden politischen Unsicherheiten verflogen. Vor allem die Ungewissheit über das Ausscheiden Grossbritanniens aus der EU dämpfte die Risikobereitschaft der Anleger. Und auch die zurückhaltenden Äusserungen von EZB-Präsident Mario Draghi zu den Konjunkturaussichten bremsten die Investoren. Der SMI sinkt um 0,5 Prozent auf 8815 Punkte.

Die SMI-Werte rutschten mehrheitlich ins Minus. Die grössten Verluste verzeichnen die Aktien des Pharmazulieferers Lonza mit einem Abschlag von 1,5 Prozent. Die beiden Pharmaschwergewichte Roche und Novartis verlieren 0,8 beziehungsweise 0,6 Prozent an Wert.

Abgaben verbuchen auch die Luxusgüterwerte, nachdem die Analysten der Deutschen Bank die Kursziele gesenkt hatten. Die Anteile von Swatch büssen 0,8 Prozent ein und die von und Richemont 0,4 Prozent.

Bei den Nebenwerten brechen die Aktien der GAM Holding um mehr als ein Fünftel ein. Der Fondsanbieter stellte für das laufende Jahr einen Verlust von 925 Millionen Franken in Aussicht und streicht die Dividende. (Lesen Sie den ausführlichen Börsenkommentar zum Donnerstag.)

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17:15

Der Euro gibt gegenüber den wichtigsten Währungen nach. Händler nennen Äusserungen von EZB-Präsident Mario Draghi als Grund. Am späten Nachmittag kostet die Gemeinschaftswährung 1,1347 Dollar und damit gut einen halben Cent weniger als im Tageshoch.

Zum Schweizer Franken notiert der Euro am späten Nachmittag bei 1,1274 Franken, nachdem die europäische Gemeinschaftswährung am Vormittag teilweise noch leicht über 1,13 Franken gehandelt wurde. Der Dollar verteuerte sich zur Schweizer Währung im Tagesverlauf etwas, am Abend hat er sich mit 0,9936 Franken wieder klarer von der Grenze von 99 Rappen abgesetzt.

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16:00

Nachlassende Hoffnungen auf eine Lösung im Zollstreit zwischen den USA und China dämpfen die Kauflaune der US-Anleger. An der Wall Street verlangsamte sich am Donnerstag die Erholung der Leitindizes Dow Jones, Nasdaq und S&P 500, die zur Eröffnung jeweils 0,4 Prozent zulegten.

"Es fehlt Vertrauen in die Fortschritte bei den Verhandlungen", sagt Andre Bakhos, Geschäftsführer des Vermögensberaters New Vines. "Bis sich die Dinge klären, werden uns verstärkte Kursausschläge begleiten."

Zu den Favoriten am US-Aktienmarkt zählt General Electric (GE). Die Aktien steigen um 11,3 Prozent und steuern auf den grössten Tagesgewinn seit knapp zehn Jahren zu. Auslöser war ein positiver Kommentar des einflussreichen Analysten Stephen Tusa von der Bank J.P. Morgan. Er stufte die GE-Titel erstmals seit zweieinhalb Jahren auf "Neutral" von "Underweight" hoch. Tusa hatte als einer der Ersten die Dividendenkürzung von GE vorausgesagt und hat im Refinitiv-Analystenranking fünf Sterne.

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11:45

Der Schweizer Aktienmarkt ist nach einer freundlichen Eröffnung rasch in den roten Bereich zurückgefallen. Die Freude über das abgelehnte Misstrauensvotum gegen die britische Premierministerin Theresa May und über das leichte Entgegenkommen von Italien im Budgetstreit mit der EU währte nicht lange. Der Schwung der beiden Vortage ist damit wieder verflogen.

Der SMI gibt bis kurz vor Mittag 0,1 Prozent auf 8851 Punkte nach. Der 30 Aktien umfassende SLI büsst 0,1 Prozent auf 1360 Punkte ein und der breite SPI 0,1 Prozent auf 10'333 Punkte.

Am stärksten geben derzeit Vifor Pharma (-1,8%), Lonza (-1,7%), Logitech (-1,2%) und Sonova (-1,0%) nach, ohne dass es dazu konkrete Nachrichten gäbe.

Auf der Gegenseite erweisen sich Dufry (+1,0%) als am meisten gesucht. Adecco (+0,8%) und ABB (+0,6%) knüpfen an die starke Performance des Vortages an.

Im breiten Markt erleben GAM (-22,8%) ein wahres Kursdebakel. Am Morgen hatte das Unternehmen einen Verlust in der Höhe von fast einer Milliarde Franken in Aussicht gestellt und ein weiteres Restrukturierungsprogramm angekündigt. (Lesen Sie den ausführlichen Börsenbericht am Mittag.)

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09:10

Der SMI startet mit einem Plus von 0,1 Prozent bei 8873 Punkten. Geprägt wird die Stimmung weiterhin vor allem von den politischen Ereignissen. Nach den Entspannungszeichen im Handelsstreit zwischen den USA und China kamen am Dienstag das Entgegenkommen von Italien im Budget-Streit mit der EU in Sachen Defizit sowie der abgelehnte Misstrauensantrag gegen die britische Premierministerin Theresa May als stützende Faktoren hinzu.

Heute steht mangels Nachrichten von Unternehmensseite einerseits die EZB-Sitzung im Fokus und andererseits die SNB mit ihrer jüngsten Einschätzung der geldpolitischen Lage. Von der EZB wird nach ihrer Ratssitzung die Ankündigung des offiziellen "Endes" ihrer billionenschweren Wertpapierkäufe erwartet. Hinsichtlich der SNB sind sich die Ökonomen in ihren Einschätzungen im Vorfeld des Anlasses einig, dass die SNB ihren aktuellen Kurs fortsetzen und die Zinsen unverändert lassen wird.

Von den Bluechips stehen im frühen Geschäft vor allem zyklische Titel bedeutend höher: CS, Julius Bär, Swatch, Richemont und ABB gewinnen alle mehr als 1 Prozent. Die defensiven Schwergewichte Nestlé, Novartis und Roche müssen hingegen leichte Verluste hinnehmen. Swiss Re (+0,2 Prozent) fallen nach einer Kurszielerhöhung durch Barclays nicht aus diesem Rahmen.

Vereinzelt gibt es im breiten Markt Bewegung. GAM (-13 Prozent) büssen nach der Ankündigung eines Verlustes von knapp einer Milliarde Franken 5 Prozent an Wert ein. Das Unternehmen hat nebst einem Dividendenverzicht ein grösseres Restrukturierungsprogramm angekündigt. U-Blox (+0,4%) werden von einer Kurszielsenkung durch die Credit Suisse nicht gross zurückgebunden.

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08:30

Ermutigt von Kursgewinnen an der Wall Street haben Anleger an den asiatischen Börsen am Donnerstag zugegriffen. Beflügelt wurden die Kurse von der Hoffnung auf eine Annäherung im amerikanisch-chinesischen Zollstreit. Der Nikkei der 225 führenden Werte in Japan kletterte um ein Prozent auf 21'816 Punkte, der breiter gefasste Topix gewann 0,6 Prozent. Börsianer warnten allerdings vor zu viel Optimismus. "Die Handelsgespräche sind mit hoher Unsicherheit behaftet", sagte Marktstratege Yoshinori Shigemi vom Vermögensverwalter J.P. Morgan Asset Management. "Wir müssen tatsächliche Fortschritte bei den Verhandlungen sehen."

Bei den Einzelwerten in Tokio sprangen Takeda Pharmaceutical um rund sieben Prozent in die Höhe, nachdem ein Analysehaus die Anteilsscheine des Pharmakonzerns hochgestuft hatte. Auch Technologiewerte waren gefragt. An den chinesischen Börsen setzten Anleger auf konjunkturstützende Massnahmen der Regierung und eine lockere Geldpolitik. Im Dezember wird eine wichtige Konferenz erwartet, bei der die Regierung üblicherweise die zentrale Marschrichtung für die Wirtschaft vorgibt. Der Shanghaier Index legte 1,2 Prozent zu. Vor allem Finanzwerte waren gefragt.

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08:15

Die Ölpreise sind am Donnerstag leicht gestiegen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Morgen 60,43 Dollar. Das waren 28 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für amerikanisches Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 15 Cent auf 51,31 Dollar.

Marktbeobachter sprachen von einer leichten Gegenbewegung, nachdem die Ölpreise am Vorabend unter Druck geraten und der Preis für US-Öl wieder unter 52 Dollar gesunken war. Am Markt wird die Preisentwicklung mit der Entwicklung der US-Ölreserven erklärt. Am Mittwoch hatte die US-Regierung mitgeteilt, dass die Lagerbestände an Rohöl in der vergangenen Woche nicht so stark gefallen wie erwartet.

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08:06

Der Swiss Market Index (SMI) wird vorbörslich von der Bank Julius Bär mit 8868 Punkten (+0,08 Prozent) berechnet. Aufatmen können Anleger nach der Abstimmung in London dennoch nicht, sagten Börsianer. Weiterhin sei unklar, wie es mit dem Brexit weitergehe und ob die Scheidungsvereinbarung zwischen dem Vereinigten Königreich und der EU durch das britische Parlament komme.

Novartis (+0,1%) hat die EU-Zulassung für eine Asthma-Spritze erhalten. Auch Branchennachbarin Roche wird vorbörslich leicht im Plus berechnet. Die Aktien von CS und UBS steigen je +0,1 Prozent. Top-Manager der Credit Suisse haben nach dem Investorentag Aktien der Grossbank im Gesamtwert von 6,2 Millionen Franken gekauft.

Der Vermögensverwalter GAM (-5 Prozent) hat ein Restrukturierungsprogramm bekannt gegeben und streicht für 2018 die Dividende.

Am Nachmittag richten Investoren ihre Aufmerksamkeit auf die Pressekonferenz von EZB-Chef Mario Draghi. Er wird voraussichtlich das Ende der Anleihekäufe der Europäischen Zentralbank zum Jahresende verkünden. Börsianer erhoffen sich zudem Details zur geplanten Reinvestition von Geldern fällig werdender Bonds.

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07:45

Der Euro hat sich am Donnerstag vor geldpolitischen Beschlüssen der Europäischen Zentralbank (EZB) nur wenig bewegt. Am Morgen wurde die europäische Gemeinschaftswährung bei 1,1370 Dollar gehandelt und damit etwa zum gleichen Kurs wie am Vorabend. Zum Franken hat sich der Euro indes weiter verteuert und zwischenzeitlich auch wieder die Marke von 1,13 überschritten. Aktuell steht er bei 1,1298, nach 1,1287 am Vorabend. Der Dollar hat auf 0,9936 von 0,9924 leicht zugelegt.

Noch vor der EZB wird sich die Schweizerische Nationalbank zum letzten Mal in diesem Jahr zu ihrer Einschätzung der Lage äussern. Die Bewertung des Frankens dürfte dabei einmal mehr ein wichtiges Thema sein. Das britische Pfund konnte die kräftigen Kursgewinne vom Vortag nahezu halten. Premierministerin Theresa May hatte am Vorabend die Misstrauensabstimmung um ihr Amt als konservative Parteichefin gewonnen.

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06:45

Der Nikkei der 225 führenden Werte stieg bis zum späten Vormittag um rund 1 Prozent auf 21'817 Punkte. Der breiter gefasste Topix gewann 0,7 Prozent auf 1617 Zähler. Bei den Einzelwerten sprangen Takeda Pharmaceutical sieben Prozent in die Höhe, nachdem ein Analysehaus die Anteilsscheine des Pharmakonzerns hochgestuft hatte.

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06:36

In Fernost legte der Euro vor der EZB-Zinssitzung zum Dollar zu. Die europäische Einheitswährung kostete zuletzt 1,1371 Dollar. Zum Yen verteuerte sich die US-Währung leicht auf 113,34 Yen. Der Schweizer Franken notierte bei rund 0,9937 Franken je Dollar und bei etwa 1,1299 Franken je Euro.

(cash/Reuters/AWP)