+++Börsen-Ticker+++ - US-Börsen vor G20-Treffen uneinheitlich

Kurz vor Beginn des G20-Gipfels haben sich die New Yorker Börsen am Donnerstag uneinheitlich präsentiert.
27.06.2019 22:35
Nach neu bekanntgewordenen Problemen mit der Software beim Boeing 737 MAX stehen die Aktien des US-Flugzeugbauers unter Druck.
Nach neu bekanntgewordenen Problemen mit der Software beim Boeing 737 MAX stehen die Aktien des US-Flugzeugbauers unter Druck.
Bild: ZVG

22:35

"Es besteht die Hoffnung, dass US-Präsident Donald Trump den Handelskonflikt mit China endlich hinter sich bringen will", sagt Marktanalyst Milan Cutkovic vom Brokerhaus AxiTrader. "Schliesslich muss er an die Präsidentschaftswahl 2020 denken und will bis dahin eine weiter brummende US-Wirtschaft vorweisen."

Der Leitindex Dow Jones schliesst kaum verändert auf 26'526 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 erhöht sich um 0,4 Prozent auf 2924 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verbessert sich um 0,7 Prozent auf 7967 Punkte.

Bei den Einzelwerten verlieren die Titel des Dow-Schwergewichts Boeing 2,9 Prozent. Die US-Luftfahrtaufsicht hat neue Software-Probleme bei Maschinen des Typs 737 MAX entdeckt. Für diese Maschinen des US-Flugzeugbauers herrscht nach zwei Abstürzen ein weltweites Flugverbot.

Die Anteilsscheine von Ford verteuern sich dagegen um 2,9 Prozent. Der unter Kostendruck geratene Autobauer setzt in Europa zum Kahlschlag an. Im Rahmen des laufenden Sanierungsprogramms werden bis Ende kommenden Jahres 12'000 Arbeitsplätze wegfallen.

Auch Walgreens Boots Alliance standen auf den Einkaufslisten der Börsianer. Die Dividendenpapiere der Drogeriekette rücken um mehr als 4 Prozent vor. Hintergrund für den Kursanstieg waren unerwartet gute Quartalszahlen.

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17:40

Hoffnungen auf ein Ende des Handelskonflikts zwischen den USA und China haben der Schweizer Börse am Donnerstag eine Stütze verliehen. Der SMI gewinnt 0,2 Prozent auf 9858 Punkte. Genährt wurden die Spekulationen von einem chinesischen Zeitungsbericht, demzufolge sich die USA und China auf einen Burgfrieden geeinigt haben könnten. Damit wären weitere Strafzölle vorerst vom Tisch.

Gesucht waren vor allem Titel von Unternehmen, die von einer Beruhigung der politischen Lage profitieren würden. Credit Suisse steigen 2,2 Prozent, Konkurrentin UBS 1,3 Prozent. Auch die Aktien der Luxusgüterhersteller Swatch und Richemont, die stark von der Konsumbereitschaft der Chinesen abhängen, gehören zu den Gewinnern.

Dagegen sacken Givaudan 2,5 Prozent ab. Händler verweisen auf die Prognosesenkung der dänischen Chr. Hansen, die wie Givaudan Nahrungsmittelhersteller beliefert. Swiss Re geben 0,6 Prozent ab. Der Rückversicherer veröffentlichte die Preisspanne für den Börsengang der Sparte ReAssure in London. Anleger hatten sich etwas mehr erhofft.

Bei den Nebenwerten klettern die APG-Aktien um 7 Prozent. Die Aussenwerbefirma wird die Werbeflächen des Flughafen Zürich ab 2020 exklusiv vermarkten. Carlo Gavazzi steigen nach einem Gewinnsprung im Geschäftsjahr 2018/19 um 3,9 Prozent. 

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16:00

In der Hoffnung auf positive Impulse vom G20-Gipfel steigen Anleger in die US-Aktienmärkte ein. Der Dow-Jones-Index steigt um 0,1 Prozent auf 26'563 Punkte. Der breiter gefasste S&P 500 legt um 0,4 Prozent auf 2924 Stellen zu. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewinnt 0,5 Prozent auf 7947 Zähler.

Genährt werden die Spekulationen durch einen chinesischen Zeitungsbericht, demzufolge sich die USA und China auf einen Burgfrieden geeinigt haben könnten. Damit seien weitere Strafzölle vorerst vom Tisch. Die positive Stimmung könnte aber schnell verfliegen, warnt Anlagestratege Petr Krpata von der ING Bank. "Der Burgfrieden wird wohl nur vorübergehen halten und die Dinge werden sich über den Sommer wohl erst verschlechtern, bevor sie sich wieder verbessern."

Am Aktienmarkt sind zunächst allerdings die Optimisten in der Überzahl. Sie steigen bei Firmen mit einem grossen China-Geschäft ein - vor allem bei Chipwerten. So gewinnen die Aktien von AMD, Intel und Nvidia bis zu 1,7 Prozent.

Für die Titel von Boeing gehts dagegen 2,7 Prozent bergab. Der Flugzeugbauer hat mit neuen Softwareproblemen bei seinen 737 MAX zu kämpfen. Für Maschinen dieses Typs herrscht nach zwei Abstürzen ein weltweites Flugverbot.

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11:50

Am Schweizer Aktienmarkt ist am Donnerstag trotz leichter Gewinne eine gewisse Zurückhaltung vor dem anstehenden G20-Gipfel zu spüren. Der Leitindex SMI hat seine Gewinne nach einem eher unentschiedenen Start im weiteren Verlauf etwas ausgebaut und verteidigt diese nun - allerdings bei unterdurchschnittlichen Volumina.

Der SMI gewinnt nach 11 Uhr 0,4 Prozent auf 9874 Punkte hinzu. Von seinem Rekordhoch bei 10'062 Punkten vor einer Woche ist der Leitindex damit immer noch knapp 200 Punkte entfernt. Der 30 Aktien umfassende SLI steigt um 0,5 Prozent auf 1515 Punkte und der breite SPI um 0,4 Prozent auf 11'932 Zähler.

Die mögliche Waffenruhe im Handelsstreit wirkt sich vor allem auf jene Werte positiv aus, die stärker in Asien aktiv sind. Dazu zählen vor allem auch die beiden Uhrenhersteller Swatch (+2,3%) und Richemont (+1,2%).

Noch stärker ziehen AMS-Aktien (+7,5%) an. In ihrem Kielwasser gewinnen unter den Bluechips noch Logitech (+1,7%) und Temenos (+0,6%) hinzu.

Mit Erholungstendenzen fallen auch Bankaktien auf. Die Aktien von CS (+2,4%), UBS (+1,8%) und Julius Bär (+1,9%) knüpfen an ihre Vortagesgewinne an. (Lesen Sie den ausführlichen Börsenbericht am Mittag.)

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09:15

Der SMI geht um ein Viertelprozent höher in den Handel und steigt auf 9862 Punkte. Die Stimmung ist allgemein gut. Die Wall Street zuvor ist am Ende zwar wenig verändert aus dem Handel gegangen, hatte aber über weite Strecken freundlich tendiert. In Asien ziehen die Kurse deutlicher an.

Laut Marktteilnehmern haben die jüngsten Kommentare von US-Finanzminister Steven Mnuchin die Hoffnung auf eine Annäherung im US-chinesischen Handelsstreit bei dem ab morgen stattfindenden G20-Treffen in Japan geschürt. Die Androhung neuer Strafzölle von US-Präsident Donald Trump dämpfte sie allerdings dann im weiteren Verlauf wieder. Insgesamt scheine sich eine gewisse Müdigkeit beim Thema Handelsstreit breitzumachen, kommentiert ein Händler. Bevor die Gespräche zwischen Trump und Chinas Xi Jinping am Wochenende stattfinden, dürften sich Investoren wohl eher zurückhalten, meinen viele Experten. Entsprechend eng sollten auch die Handelsspannen denn sein

Generell profitieren Aktien, die zuvor auch schon deutlich unter dem Handelsstreit gelitten hatten. Deutlich im Plus stehen Alcon (+1,3 Prozent), Credit Suisse (+1,9 Prozent) und LafargeHolcim (+1,4 Prozent) wie auch die UBS (+1,4 Prozent). Swatch (+2,4 Prozent), die SMI-Aktie mit einem der grössten China-Exposures, schwingt obenaus. Auch Richemont (+1,1 Prozent) gehört zu den Gewinnern.

Positiv reagieren Investoren zudem auf die Details zum geplanten Börsengang der Swiss-Re-Tochter ReAssure. Die Aktie legt allerdings nur um 0,2 Prozent zu. Wie der Rückversicherer mitteilte, sollen die Papiere zu 280 bis 330 Pence platziert werden. Daraus ergibt sich für die auf das britische Geschäft mit geschlossenen Lebensversicherungen spezialisierte Firma eine Marktkapitalisierung von 2,8 bis 3,3 Milliarden Pfund.

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08:55

Der Bitcoin-Preis hat in der Nacht auf Donnerstag heftige Schwankungen erlebt. Die wichtigste Kryptowährung kletterte zeitweise auf über 13'800 Dollar, um in einem rasanten Absturz unter die Marke von 12'000 Dollar zu sinken, die sie erst 24 Stunden vorher erobert hatte.

Am Donnerstagvormittag notiert der Bitcoin wieder bei rund 12'750 Dollar, womit auf Tagessicht weiterhin ein Plus resultiert. Die heftigen Preisbewegungen überforderten offenbar auch die grösste US-Handelsplattform Coinbase, die zwischenzeitlich für eine knappe Stunde einen Ausfall erlebte.

Die Investoren seien wohl zu "mehr als überfälligen" Gewinnmitnahmen geschritten, meint das deutsche Emden Research. Insgesamt scheine der Risikoappetit der Marktakteure "derzeit nur schwer zu bändigen". Die Kryptomärkte legten derzeit ihr eigenes Tempo vor, was sie bei der Unsicherheit in den traditionellen Märkten attraktiv mache, kommentiert derweil CMC Markets.

Der Bitcoin hatte nach einer monatelangen Seitwärtsbewegung im Frühling 2019 wieder Fahrt aufgenommen und war im April wieder über 5'000 Dollar gestiegen. Weiterhin bleibt die älteste Digitalwährung aber noch klar unter den Ende 2017 erreichten Höchstständen von rund 20'000 Dollar.

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08:30

Die Ölpreise sind am Donnerstag nach einem Preissprung am Vortag etwas gefallen. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 66,20 Dollar. Das waren 29 Cent weniger als am Mittwoch. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 31 Cent auf 59,07 Dollar.

Am Mittwoch waren die Rohölpreise deutlich gestiegen, nachdem die US-Regierung einen kräftigen Rückgang der landesweiten Erdölvorräte gemeldet hatte. Das kann sowohl auf eine höhere Nachfrage als auch ein schwächeres Angebot hindeuten. Bislang wurde das hohe Angebot in den USA stets als Gegengewicht für Angebotskürzungen auf Seiten des Ölkartells Opec genannt. Die Opec will gemeinsam mit anderen grossen Produzenten nächste Woche über ihr weiteres Vorgehen beraten.

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08:25

In der Hoffnung auf eine Annäherung im Zollstreit zwischen den USA und China steigen Anleger in die asiatischen Aktienmärkte ein. Der japanische Nikkei-Index stieg am Donnerstag um ein Prozent auf 21.302 Punkte, und die Börse Shanghai gewann 0,8 Prozent auf 2999 Zähler. Eine wie auch immer geartete Einigung sei nicht nur in Bezug auf die Handelsbeziehungen wichtig, sagte Anlagestratege Yoshinori Shigemi von der Vermögensverwaltung der US-Bank J.P. Morgan.

Der Ausgang des Treffens zwischen US-Präsident Donald Trump und seinem chinesischen Kollegen Xi Jinping am Wochenende habe auch Auswirkungen auf die US-Geldpolitik. Einem chinesischen Zeitungsbericht zufolge haben sich die USA und China auf einen Burgfrieden geeinigt. Vor diesem Hintergrund griffen japanische Investoren verstärkt bei Werten mit großem China-Geschäft zu.

Die Aktien der Anlagen- und Maschinenbauer Fanuc und Yaskawa stiegen um bis zu 4,3 Prozent. Die Papiere von Japan Display gewannen sogar 18,3 Prozent. Der iPhone-Anbieter Apple steckt 100 Millionen Dollar in seinen angeschlagenen Zulieferer. 

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08:10

Julius Bär berechnet den SMI bei 9851 Punkten um 0,13 Prozent höher. Sämtliche 20 SMI-Aktien stehen im Plus. Lonza (+0,9 Prozent) steigt am stärksten. Swiss Re (+0,6 Prozent) steigen überdurchschnittlich, nachdem der Rückversicherer Details zum Börsengang der britischen Tochter ReAssure bekanntgegeben hat (zu den vorbörslichen Kursen). 

Am breiten Markt sind Valora (-2,4 Prozent) nach einer gestrigen Gewinnwarnung tiefer gestellt. Der Broker Helvea hat den Titel von 'Hold' auf 'Sell' gesetzt. Ebenso Landis+Gyr (-3,4 Prozent), wobei hier der ex-Dividenden-Handel der Grund ist.

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08:00

Der Euro hat am Donnerstagmorgen gegenüber dem Dollar etwas nachgegeben. Im frühen Handel kostet die Gemeinschaftswährung 1,1354 Dollar und damit etwas weniger als am Vorabend.

Leicht schwächer präsentiert sich auch der Franken zu Euro und Dollar. Mit 1,1138 Franken steht der Euro etwas höher als noch am Mittwochabend. Der Dollar kann sich bei 0,9810 Franken wieder oberhalb der 0,98er-Marke etablieren.

Im Tagesverlauf stehen einige Konjunkturdaten auf dem Programm, die am Markt für Bewegung sorgen könnten. In der Eurozone werden Inflationsdaten aus Deutschland, der grössten Volkswirtschaft des Währungsraums, veröffentlicht. Die schwache Inflation ist ein entscheidender Grund, warum die EZB auf eine zusätzliche Lockerung ihrer Geldpolitik zusteuert.

In den USA werden unter anderem Wachstumsdaten zum ersten Quartal veröffentlicht. Es handelt sich zwar nur um eine dritte Schätzung. Allerdings stehen Konjunkturrisiken in der wirtschaftspolitischen Debatte derzeit im Vordergrund. Ein schwächeres Wachstum würde die Konjunkturangst wohl verstärken.

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06:45

Der Euro hat leicht aufgewertet und steht zum Franken derzeit über der Marke von 1,11. Im Moment steht das Wechselverhältnis bei 1 zu 1,1135. 

Der Ölpreis der Sorte Brent hat über die Nacht leicht nachgegeben und fiel um 0,2 Prozent auf 66,22 Dollar. 

Weiter auf dem Vormarsch ist Bitcoin: Die Kryptowährung nähert sich den 13'000-er Marke: Im Moment kostet ein Bitcoin 12'928 Dollar. 

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06:40

Vor der G20-Tagung in Japan und einem Spitzentreffen im Handelsstreit zwischen den USA und China am Wochenende haben die Aktienkurse in Asien am Donnerstag verhalten freundlich tendiert. In Tokio notiert der Leitindex Nikkei 0,9 Prozent höher mit 21'276 Punkten. Der MSCI-Index für die asiatischen Märkte ohne Japan gewann 0,15 Prozent.

US-Präsident Donald Trump und sein chinesischer Amtskollege Xi Jinping treffen sich am Samstag zu Handelsgesprächen. Das nach Monaten des Handelsstreits mit Spannung erwartete Treffen soll am Rande des G20-Treffens im japanischen Osaka stattfinden. Einem chinesischen Zeitungsbericht zufolge haben die beiden vor dem G20-Gipfel einen "vorläufigen Waffenstillstand" in ihrem Streit um Milliarden-Einfuhrzölle vereinbart.

(cash/AWP/Reuters)