+++Börsen-Ticker+++ - Wall Street auf Talfahrt

Die US-Börsen haben am Mittwoch ihre Talfahrt fortgesetzt. Vor allem Chipanbieter standen unter Druck, nachdem die Branchengrössen Texas Instruments und STMicroelectronics vor einer schwächeren Nachfrage warnten.
24.10.2018 22:35
Ein Tag mit schlechten Karten für Börsenhändler: An der Wall Street fielen am Mittwoch die Kurse deutlich.
Ein Tag mit schlechten Karten für Börsenhändler: An der Wall Street fielen am Mittwoch die Kurse deutlich.
Bild: Bloomberg

22:35

Schon am Dienstag hatte der Baumaschinenkonzern Caterpillar einen enttäuschenden Ausblick vorgelegt und Industriewerte mit in den Keller gezogen. Am Mittwoch hob gegen den Trend zwar Boeing seine Prognosen an. Das konnte die allgemeine Stimmung aber nicht aufhellen.

Der Dow-Jones-Index fällt um 2,4 Prozent und schliesst auf 24'583 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 gibt um 3,1 Prozent auf 2656 Stellen nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verliert 4,4 Prozent auf 7108 Zähler.

Boeing legen 1,3 Prozent zu. Der Flugzeugbauer hob auch dank einer boomenden Nachfrage nach Militärmaschinen seine Prognose an.

Texas Instruments sacken indes um 8,2 Prozent ab. Der US-Konzern, dessen Halbleiter von der Autoindustrie bis zur Konsumerelektronik eingesetzt werden, enttäuschte mit den Erlösen im abgelaufenen Quartal und mit seinem Ausblick auf die letzten drei Monate 2018.

Auch AT&T enttäuschte mit seinem Zwischenbericht. Ein Gewinnsprung von 57 Prozent reichte den Anlegern nicht. Die Aktien fallen um 8 Prozent.

Unter Druck standen zudem Ford (-4,8 Prozent) und Microsoft (-5,3 Prozent), die nach Börsenschluss ihre Zahlen vorlegten.

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17:50

Die Schweizer Börse hat am Mittwoch schwächer geschlossen. Im Sog der nachgebenden Wall Street rutschte der über weite Strecken etwas festere SMI in den Schlussminuten ins Minus und beendete den Tag um 0,5 Prozent tiefer mit 8725 Punkten. Vorübergehend war der Leitindex bis auf 8859 Zähler gestiegen.

Die Standardwerte geben mehrheitlich nach. Zu den wenigen Kursgewinnern gehört am Tag vor dem Zwischenbericht Lonza mit einem Kursplus von 1,3 Prozent. Gefragt waren mit dem Lebensmittelkonzern Nestlé und dem Telekomanbieter Swisscom zwei weitere als krisensicher geltende Firmen. Die Titel steigen um 0,6 beziehungsweise 0,7 Prozent.

Die stärksten Kurseinbussen unter den Bluechips verzeichnen die Bauchemiefirma Sika, die Grossbanken Credit Suisse und UBS sowie der Zementproduzent LafargeHolcim. Sie verlieren 2 Prozent und mehr an Wert.

Am Vortag waren unter anderem der Chip- und Sensorhersteller AMS und der Vermögensverwalter GAM nach der Veröffentlichung von Zahlen unter die Räder gekommen: Wegen der Aussicht auf schwächere Gewinnmargen waren die AMS-Aktien um mehr als ein Fünftel eingebrochen und die GAM-Titel waren angesichts des starken Kundengeldabflusses 17 Prozent abgestürzt. Am Mittwoch ging es weitere 12 beziehungsweise 9,4 Prozent bergab. (Lesen Sie den ausführlichen Börsenkommentar zum Mittwoch.)

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17:20

Der Eurokurs ist am Mittwoch nach schwachen Konjunkturdaten deutlich gefallen. Am Nachmittag fiel die europäische Gemeinschaftswährung zeitweise unter 1,14 Dollar und erreichte bei 1,1379 Dollar den tiefsten Stand seit etwa zwei Monaten. Zuletzt wurde der Euro wieder etwas höher bei 1,1399 Dollar gehandelt.

Gegenüber dem Schweizer Franken sackte der Eurokurs ebenfalls ab und notiert so tief wie seit Anfang Oktober nicht mehr. Zurzeit kostet der Euro damit 1,1368 Franken nachdem er am Morgen noch bei 1,1413 gehandelt wurde. Der Dollar liegt derweil im Plus gegenüber dem Franken und notiert auf 0,9977 (Morgen 0,9950).

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15:55

Die Wall Street ist am Mittwoch mit angezogener Bremse in den Handel gestartet. Der Dow Jones steigt um 0,3 Prozent auf 25'270 Punkte. Der S&P 500 und der Nasdaq Composite liegen leicht im Minus. Dem Dow hilft vor allem der Kursanstieg von Boeing. Die Papiere legen um 3 Prozent zu. Der Flugzeugbauer hob auch dank einer boomenden Nachfrage nach Militärmaschinen seine Prognose an. Das habe einige Anleger etwas beruhigt, nachdem die Dow-Mitglieder Caterpillar und 3M am Dienstag mit ihren Prognosen die Anleger enttäuscht hätten, sagen Händler. Viele fürchten, die Erwartungen an die US-Bilanzsaison könnten zu hoch sein.

Bergab gehts mit Texas Instruments, dessen Halbleiter von der Autoindustrie bis zur Konsumerelektronik eingesetzt werden. Der Konzern enttäuschte die Anleger mit seinem Ausblick und schwachen Umsatzzahlen. Die Aktien rutschen um 6 Prozent ab.

Auch AT&T enttäuscht mit seinem Zwischenbericht. Ein Gewinnsprung von 57 Prozent reicht den Anlegern nicht. Die Aktien fallen um 5 Prozent.

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12:15

Der Schweizer Aktien-Leitindex SMI legt bis Mittwochmittag nach positiven Vorgaben aus New York und Asien zu. Der SMI erhöht sich bis Mittag um 0,6 Prozent auf 8821 Punkte. Der 30 Aktien umfassende SLI steigt um 0,3 Prozent auf 1373 Punkte und der breite SPI legt um 0,5 Prozent auf 10'363 Zähler zu.

Die Erholung des Gesamtmarktes ermöglicht haben vor allem die Schwergewichte Novartis (+1,1%) und Nestlé (+1,4%). Für Aufwind haben auch Roche (+0,5% und Lonza (+2,1%) gesorgt. 14 der insgesamt 30 Titel im SMI/SLI sind dagegen ins Minus gerutscht.

Wiederholt am stärksten abgerutscht sind die Papiere des österreichischen Chipherstellers AMS. Sie weisen ein weiteres Minus von 10,6 Prozent aus. Zuvor haben die US-Bank J.P. Morgan und der Broker Liberum die Aktie zurückgestuft.

Erneut unter Druck sind auch die Banktitel. UBS notieren 0,5%, Julius Bär 0,6% und CS 1,3% im Minus. Die Deutsche Bank hatte am Morgen durchwachsene Zahlen für das dritte Quartal präsentiert.

Im breiten Markt gehören GAM zu den grossen Verlieren. Der Titel hat nach einer Rückstufung durch die Credit Suisse weitere 9,1 Prozent verloren. (Lesen Sie den ausführlichen Börsenbericht am Mittag.)

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10:35

Die Schweizer Börse tendiert am Mittwochmorgen fester. Händler sprechen von einer technischen Erholung von den jüngsten Verlusten. Rückenwind erhielten die Beteiligungspapiere von guten Vorgaben aus den USA, wo die Aktien die Verluste im späten Handel eingrenzten, und aus Asien. Der SMI steigt um 0,5 Prozent auf 8808 Zähler. Am Dienstag hatte der Leitindex um 1,1 Prozent nachgegeben.

Der Erholung fehle es noch etwas an Kraft, sagt ein Händler. Ob die Anleger weiter zugreifen und die anfänglichen Gewinne gehalten werden können, bleibt abzuwarten. Nach wie vor präge Vorsicht den Markt.

Die Mehrheit der Standardwerte legen zu und machen damit einen Teil der Vortageseinbussen wett. Die Aktien der Grossbanken Credit Suisse und UBS setzen allerdings ihre Talfahrt fort: Sie geben 1,6 beziehungsweise 0,8 Prozent nach.

Die Aktien des Elektrotechnikkonzerns ABB verlieren am Tag vor der Zwischenbilanz 1,7 Prozent.

Fester sind die Aktien von Lonza. Mit einem Kursplus von 1,8 Prozent holte der Pharmazulieferer die Hälfte des Vortagesverlusts auf.

Die als krisensicher geltenden Pharmaschwergewichte Novartis und Roche ziehen 1,2 beziehungsweise 0,4 Prozent an. Der dritte SMI-Riese Nestlé gewinnt 1,2 Prozent an Wert.

Am breiten Markt geht der Kursverfall von AMS weiter. Der Kurs sinkt um 11,2 Prozent. Am Dienstag hatte der Chip- und Sensorhersteller nach einem mit Enttäuschung aufgenommenen Zwischenbericht gut ein Fünftel an Wert verloren. Mehrere Analysten senkten die Anlageempfehlung oder das Kursziel.

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09:10

Der SMI legt nach dem Börsenstart um 0,4 Prozent auf 8804 Punkte zu. Die Vorgaben sowohl aus den USA als auch aus Asien haben schon auf eine klare Erholung hingedeutet - bei anhaltend hoher Nervosität.

Die US-Aktienmärkte haben gestern in der zweiten Tageshälfte eine Aufholjagd hingelegt. Zum Sprung in positives Terrain reichte es letztlich aber nicht. Der Dow Jones schloss 0,5 Prozent tiefer als am Vortag. In Asien dagegen zogen die Märkte an. Der Nikkei-Index schloss um 0,6 Prozent höher. Der chinesische Shanghai Composite stieg um 1,2 Prozent.

Die Belastungsfaktoren für die Märkte bleiben jedoch: Sowohl der Fall Kashoggi wie auch der oft genannte Handelsstreit zwischen den USA und China belasten weiter die Stimmung. In Europa sorgt der Haushaltstreit zwischen Italien und der Europäischen Union ebenfalls anhaltend für Unruhe. Die Mannschaft von Ministerpräsident Conte hat nun drei Wochen Zeit, ein der EU genehmeres Zahlenwerk vorzulegen. Danach stehen der EU-Kommission drei Wochen für eine Antwort zur Verfügung. Dass Italien einlenkt und eine signifikant niedrigere Neuverschuldung für 2019 anstrebt, erscheint jedoch unwahrscheinlich. Ein erneutes Aufflammen der Eurokrise bleibt damit möglich.

Die Luxusgüterkonzerne Richemont (+1,6 Prozent) und Swatch Group (+1,3 Prozent) profitieren von der Entspannung an den asiatischen Börsen am meisten. Die Banken tendieren hingegen weiter negativ: UBS und Credit Suisse notieren mit -0,2 Prozent. Die Schwergewichte Roche (+0,4 Prozent) und Nestlé (+0,4 Prozent), die am Vortag zu den am wenigsten gebeutelten Papieren gehören, bleiben im Mittelfeld. Novartis (+1,1 Prozent) steigen hingegen deutlich.

Unter Druck bleibt dagegen die GAM-Aktie (-1,2 Prozent), die schon gestern deutlich abgestraft worden ist. Die AMS-Aktie fällt um 5,5 Prozent. Heute senken die Analysten bei AMS, Logitech, GAM Schindler und Dufry ihre Kursziele.

Mehr zu den Herabstufungen: Bei den Analysten sitzt der Rotstift locker

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08:10

Nach dem gestrigen Kurseinbruch scheint sich der SMI wieder erholen zu wollen: Vorbörslich ist der Leitindex um 0,6 Prozent höher gestellt und erreicht gemäss den Berechnungen von Julius Bär 8823 Punkte. Am stärksten ziehen Zykliker wie ABB (+0,9 Prozent) und Adecco (+0,9 Prozent) an (zu den vorbörslichen Kursen bei cash.ch)

Am breiten Markt profitieren Ceva (+1,7 Prozent) vom Ende von Übernahmebemühungen. Den Markt beschäftigt heute allerdings Kurs die Herabstufung von Kurszielen bei AMS, Logitech, GAM, Schindler und Dufry. Die gestern stark abgestraften Titel von GAM fallen weiter und geben vorbörslich um 0,25 nach, auch Dufry (-0,7 Prozent) sinken. Bei Logitech (+0,7 Prozent), gestern ebenfalls stark gefallen, geht es wieder aufwärts. Auch der Schindler-Partizipationsschein (+0,7 Prozent) steigt wieder im Kurs. 

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07:30

Die Ölpreise ziehen weiter an. Der Preis für ein Fass der Nordseesorte Brent hat sich im Tagesverlauf von 76,35 auf 76,77 Dollar erhöht. Bei der US-Sorte WTI bewegten sich die Preise von 66,17 auf 66,60 Dollar.

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06:50

Der Nikkei steht aktuell bei 22'122 Punkten und steht damit um 0,5 Prozent im Puls. Der 225 Titel umfassende wichtigste japanische Index profitiert von einer guten Börsenstimmung in Asien. In China hat neuer Optimismus dem Aktienmarkt heute ebenfalls zurück ins positive Territorium verschafft. Ein Grund sind die stimulierenden Massnahmen der Regierung in Peking.

In der Gesamtbetrachtung sind einige asiatische Märkte aber im Bärenmodus, wie folgender Tweet von Bloomberg Asia zeigt:

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06:45

Die Währungskurse haben sich über die Nacht wenig bewegt. Der Kurs Euro-Franken bewegt sich bei einem Verhältnis von 1 zu 1,1412. Der Dollar-Franken-Kurs befindet sich bei 0.9949 weiter ein kleines Stück unterhalb der Parität. Das Wechselverhältnis Euro-Dollar bewegt sich bei 1.1471.

(cash/AWP/Bloomberg)