+++Börsen-Ticker+++ - Wall Street ohne Impulse

Die US-Börsen sind am Dienstag kaum vom Fleck gekommen. Investoren bot sich ein Mix aus positiven wie negativen Konjunkturdaten und gegensätzlichen Entwicklungen bei Einzelwerten.
26.02.2019 22:55
Keine eindeutigen Signale: An der Wall Street bewegte sich am Dienstag nicht viel.
Keine eindeutigen Signale: An der Wall Street bewegte sich am Dienstag nicht viel.
Bild: Bloomberg

22:55

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte geht 0,1 Prozent tiefer aus dem Handel bei 26'057 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 gibt anfängliche Gewinne vor allem im Technologiesektor wieder ab und schliesst 0,1 Prozent im Minus bei 2793 Zählern. Der Index der Technologiebörse Nasdaq fällt ebenfalls 0,1 Prozent auf 7549 Stellen.

Von Fed-Chef Jerome Powell kamen keine Impulse. Bei seiner halbjährlichen Anhörung vor dem Bankenausschuss des US-Senats bekräftigte er wegen schwächerer Konjunkturdaten und gestiegener Unsicherheiten die vorerst abwartende Haltung der US-Notenbank.

Von der Konjunkturseite kamen am Dienstag gemischte Signale. Während die Stimmung bei den Konsumenten nach dem Ende des US-Regierungsstillstands deutlich stieg, schwächelt der US-Wohnungsmarkt. Die Zahl der begonnenen Neubauten lag im Dezember so niedrig wie seit mehr als zwei Jahren nicht mehr.

Bei den Einzelwerten zählt Home Depot zu den Verlierern. Die Baumarktkette blickt nach einer enttäuschenden Bilanz für 2018 zurückhaltend in die Zukunft. Dies überschattete den angekündigten milliardenschweren Aktienrückkauf und die angehobene Dividende. Home-Depot-Titel verlieren knapp 2 Prozent. Auch die Aktien des Baumaschinenherstellers Caterpillar fielen. Zu den Gewinnern gehört dagegen der Software-Entwickler Microsoft mit einem Kursplus von rund 1 Prozent.

JPMorgen Chase, die vermögendste US-Bank, warnte, sie erwarte steigende Kosten für Einlagen und vor einer Abschwächung des globalen wirtschaftlichen Wachstums. Die Aktie gibt 0,8 Prozent nach.

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17:45

Die Schweizer Börse hat am Dienstag erneut einen Sprung nach oben gemacht. Eine mögliche Verschiebung des Brexit und die anhaltende Hoffnung auf eine weitere Entspannung im US-chinesischen Handelsstreit liessen die Anleger zu Aktien greifen. Der Schweizer Leitindex SMI legt 0,7 Prozent zu auf 9461 Punkte. Im Verlaufe des Nachmittags hatte er bei 9481 Zählern ein neues Jahreshoch erreicht.

Zu den grössten Gewinnern zählen die Luxusgüterwerte Richemont und Swatch, die jeweils rund zwei Prozent zulegen. Für beide Firmen ist China ein wichtiger Absatzmarkt.

Die Aktien der Credit Suisse legen 0,7 Prozent zu. Die Grossbank hat zwei Managerinnen in die Geschäftsleitung befördert. Auch die Titel der Konkurrentin UBS waren gefragt.

Die Swiss-Life-Titel steigen 1,0 Prozent, nachdem der Lebensversicherer eine kräftige Dividendenerhöhung in Aussicht gestellt hat.

Am breiten Markt verlieren die Aktien von Panalpina 1,6 Prozent. Die beiden grössten Aktionäre des Schweizer Logistikkonzerns streiten um eine Stimmrechtsbeschränkung für den Haupteigner, die Ernst-Göhner-Stiftung.

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15:55

Vor der mit Spannung erwarteten Kongress-Anhörung des US-Notenbankchefs halten sich Anleger mit Engagements an der Wall Street zurück. Ausserdem drücken einige enttäuschende Firmenbilanzen auf die Stimmung. Die Leitindizes Dow Jones, S&P 500 und Nasdaq bröckeln zur Eröffnung am Dienstag um bis zu 0,4 Prozent ab.

Fed-Chef Jerome Powell werde bei seinem halbjährlichen Auftritt im Rahmen der Frage- und Antwortrunde von den Parlamentariern sicher gegrillt, sagt Peter Cardillo, Chefökonom des Vermögensberaters Spartan. Überraschendes zur Geldpolitik sei nicht zu erwarten, prognostiziert Commerzbank-Analystin Esther Reichelt.

Zu den Verlierern am Aktienmarkt zählt Home Depot. Die Baumarktkette blickt nach einer enttäuschenden Bilanz für 2018 zurückhaltend in die Zukunft. Dies überschattete den angekündigten milliardenschweren Aktienrückkauf und die angehobene Dividende. Home-Depot-Titel verlieren 3,2 Prozent. Die Papiere des Rivalen Lowe's, der am Mittwoch Zahlen vorlegen will, geben 1,8 Prozent nach.

Vor diesem Hintergrund fragten sich Anleger, ob die Kurse zu schnell zu stark gestiegen sind, sagt Rick Meckler, Partner beim Vermögensberater Cherry Lane. Seit Jahresbeginn haben die US-Börsen rund 10 Prozent zugelegt.

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11:45

Der Schweizer Aktienmarkt hat am Dienstag seine jüngste Rekordjagd unterbrochen. Der Leitindex SMI bewegt sich in einer engen Spanne um den Vortagesschlusskurs. Nachdem der Markt in den vergangenen Wochen von Jahreshoch zu Jahreshoch geeilt sei, nähmen Investoren nun erst einmal Gewinne mit, heisst es von Händlerseite. Ein Ende der Erholung sei damit aber nicht in Sicht.

Der SMI tritt gegen 11.15 Uhr bei 9400 Punkten auf der Stelle. Der 30 Aktien umfassende SLI steht bei 1450 Punkten ebenfalls nahezu unverändert. Das gilt auch für den breiten SPI bei 10'988 Punkten.

Die Aktien der CSJulius Bär und UBS bilden mit Kursverlusten zwischen 0,9 und 0,3 Prozent die Schlusslichter unter den Bluechips. Sie alle hatten am Vortag noch zu den grösseren Gewinnern gezählt.

Als Stützen für den Markt erweisen sich vor allem die Aktien von Roche (+0,4%). Am Vortag hatten sie den Markt nach der milliardenschweren Übernahme des US-Genspezialisten Spark Therapeutics noch eher belastet.

Unter den Bluechips lieferte am Morgen der Lebensversicherer Swiss Life (+0,5%) Zahlen. Die Aktien haben sich bis zum späten Vormittag noch nicht für eine klare Richtung entschieden.

Starke Kursausschläge gibt es erneut im breiten Markt. Nach Zahlen brechen Implenia um knapp 12 Prozent ein, Bellevue fallen um 1,9 Prozent. CPH (+3,7%), Also (+2,3%), BCGE (+1,0%) und Arbonia (+0,7%) sind dagegen - ebenfalls nach Veröffentlichung der Jahreszahlen - gefragt. (Lesen Sie den ausführlichen Börsenbericht am Mittag.)

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09:10

Händler verweisen unter anderem auf den guten Lauf, der zu Gewinnmitnahmen einlade. Zudem seien die Vorgaben aus Übersee eher uneinheitlich. Während in den USA die Märkte am Montag noch fester geschlossen hatten, zeigen die asiatischen Märkte am Dienstag leichte Ermüdungserscheinungen.

Sowohl die Handelsgespräche zwischen den USA und China als auch der Brexit bleiben zwar wichtige Einflussfaktoren, allerdings rückt angesichts der zahlreichen Abschlüsse auch die Berichtssaison wieder stärker in den Vordergrund. Gerade mit Blick auf die Diskussionen zwischen China und den USA mangle es zudem an handfesten Nachrichten, ist von Händlerseite zu hören. In Grossbritannien wiederum stellt sich die oppositionelle Labour-Partei hinter die Forderung nach einem zweiten Brexit-Votum.

Zum Thema Anlegen der cash-Morgenbeitrag: Die Bitcoin-Chilbi läuft wieder

Dabei gehört der Lebensversicherer Swiss Life (+1 Prozent) zu den Unternehmen, die am Morgen Zahlen vorgelegt haben. Der Konzern hat 2018 im Vergleich zum Vorjahr mehr an Prämien und Gebühren eingenommen und unter dem Strich mehr verdient. Gleichzeitig hebt die Gruppe die Dividende weiter an und löst damit das an die Anleger abgegebene Versprechen ein. Bei LafargeHolcim (+0,3 Prozent) hat sich die Credit Suisse freundlich zu den Titeln geäussert.

Ansonsten geben die Mehrheit der Blue Chips nach. Mit Abgaben von jeweils 0,2  und 0,5 Prozent fallen mit ABB und Adecco vor allem Zykliker zurück, aber auch die Aktien der UBS (-1 Prozent) und Credit Suisse (-0,7 Prozent) geben überdurchschnittlich nach.

Deutlicher fallen die Reaktionen im breiten Markt aus, wo Arbonia nach Zahlen um 1,6 Prozent hinzugewinnen. Zahlen haben zudem in alphabetischer Reihenfolge noch Also, BCGE, Bellevue, CPH, Implenia, PSP Swiss Property sowie SIG Combibloc vorgelegt.

Panalpina (-0,1 Prozent) machen ebenfalls von sich reden: Der aktivistische Investor und Panalpina-Aktionär Cevian hat erklärt, er sei gegen die von der Hauptaktionärin Ernst-Göhner-Stiftung vorgeschlagene Abschaffung der Stimmrechtsbeschränkung beim Logistikkonzern.

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08:15

Den Börsen in Asien ist nach ihrer Kursrally in den vergangenen Tagen die Luft ausgegangen. Am Dienstag ging der japanische Leitindex Nikkei mit einem Verlust von 0,4 Prozent auf 21.449 Punkten in den Feierabend, nachdem er im Tagesverlauf noch zeitweise auf den höchsten Stand seit Mitte Dezember geklettert war. Der chinesische Bluechip-Index CSI300 verlor rund ein Prozent. Auch an den Börsen in Hongkong und Südkorea ging es abwärts. Die Hoffnung auf ein baldiges Ende des Zollstreits zwischen China und den USA hatte asiatische Investoren in den vergangenen Wochen zuversichtlicher gestimmt.

Seit Anfang Februar gewann der CSI300 knapp 15 Prozent, der Nikkei legte 3,6 Prozent zu. Experten führten die Verluste am Dienstag daher vor allem auf Gewinnmitnahmen zurück. Außerdem gebe es einen zunehmenden Verkaufsdruck vor dem Abschluss des japanischen Fiskaljahres, das bis Ende März geht. In Japan waren besonders Aktien von exportorientierten Firmen gefragt, da sich die japanische Währung Yen etwas abschwächte und die Waren der Unternehmen dadurch am Weltmarkt günstiger werden. So stiegen die Aktien der Autobauer Mazda Motor, Honda und Nissan um bis zu 0,5 Prozent. 

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08:10

Der SMI geht gemäss den vorbörslichen Projektionen um 0,2 Prozent auf 9376 Punkte zurück. Nach Zahlen und einer Dividendenerhöhung steigen nur Swiss Life (+0,8 Prozent) sowie LafargeHolcim (+0,7 Prozent), wo ein 'Outperform'-Rating der Credit Suisse stützt (zu den vorbörslichen Kursen bei cash.ch).

Am breiten Markt steigen nach Zahlen Arbonia (+3,7 Prozent) deutlich. Panalpina (+0,7 Prozent) steigen, nachdem sich der Aktionär Cevian gegen eine Stimmrechtsbeschränkung ausgesprochen hat. Die übrigen Kurse sind alle ebenfalls tiefer gestellt. 

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08:05

Die Ölpreise haben am Dienstag ihre deutlichen Vortagsverluste leicht ausgeweitet. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 64,64 Dollar. Das waren 12 Cent weniger als am Montagabend. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 27 Cent auf 55,21 Dollar.

Am Montag hatten die Ölpreise mit kräftigen Verlusten auf abermalige Kritik von US-Präsident Donald Trump an der Preisstrategie des Rohölkartells Opec reagiert. Trump hatte getwittert, dass die Ölpreise zu stark stiegen und die Opec sich "entspannen" solle.

Seit Januar haben die Opec und mit ihm verbündete Produzenten wie Russland ihre Förderung deutlich heruntergefahren. Das war eine Reaktion auf einen heftigen Ölpreiseinbruch im vergangenen Herbst, der auf eine lockerere Linie der USA gegenüber Abnehmern iranischen Rohöls folgte.

Nur wenige Wochen zuvor hatte Trump den führenden Opec-Staat Saudi-Arabien aufgefordert, seine Rohölförderung zu erhöhen - was dieser auch tat. Einige Marktbeobachter halten es vor diesem Hintergrund für wenig wahrscheinlich, dass Saudi-Arabien oder die Opec auf neuerliche Forderungen Trumps eingehen könnte.

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07:55

Der Euro hat sich am Dienstag im frühen Handel zunächst kaum von der Stelle bewegt. Am Morgen kostet die europäische Gemeinschaftswährung 1,1358 Dollar und damit in etwa so viel wie am Vorabend. Auch zum Franken zeigt sich der Euro bei 1,1358 Franken kaum bewegt. Der Dollar kann sich mit 1,0004 Franken knapp über der Parität halten.

Das britische Pfund notierte am Dienstagmorgen zum Dollar auf dem höchsten Stand seit etwa vier Wochen. Bereits am späten Montagabend hatte die Währung Grossbritanniens spürbar zugelegt. Zum Franken hat das Pfund in der Nacht bei einem Stand von 1,3269 Franken den höchsten Stand in diesem Jahr gesehen.

Mehrere Medien haben berichtet, dass Premierministerin Theresa May eine Verschiebung des für Ende März geplanten Brexit erwäge. Die oppositionelle Labour-Partei kündigte unterdessen ihre Unterstützung für ein zweites Brexit-Referendum an.

Am Dienstag stehen zum einen zahlreiche Konjunkturdaten aus den USA auf dem Plan. Zum anderen haben sich einige hochrangige Zentralbanker mit öffentlichen Auftritten angekündigt. Unter anderem wird US-Notenbankchef Jerome Powell seine halbjährliche Anhörung vor dem amerikanischen Senat absolvieren. In Grossbritannien äussert sich Zentralbankchef Mark Carney.

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06:40

Die Tokioter Börse hat am Dienstag schwächer tendiert. Experten sprachen von einem zunehmenden Verkaufsdruck vor dem Abschluss des japanischen Fiskaljahres, das bis Ende März geht. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index liegt um 0,35 Prozent tiefer bei 21'452 Punkten. 

Die Börse in Shanghai lag 0,1 Prozent im Minus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen verlor 0,5 Prozent. Der MSCI-Index für asiatische Aktien ausserhalb Japans stieg dagegen um 0,9 Prozent.

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06:25

Der Euro tendiert zum Franken bei 1,1360 leicht stärker. Ein Euro wurde mit 1,1363 Dollar bewertet nach 1,1358 Dollar im späten New Yorker Handel. Der Dollar wurde mit 110,77 Yen gehandelt nach 111,06 Yen in den USA. 

(cash/AWP/Reuters)