+++Börsen-Ticker+++ - Wall Street spekuliert auf Konjunkturspritzen

Spekulationen auf staatliche Massnahmen gegen eine schwächelnde Konjunktur haben zum Wochenauftakt für Auftrieb an der Wall Street gesorgt.
19.08.2019 22:45
Von der Hoffnung auf Impulse der Notenbank getrieben, langten Händler an der Wall Street am Montag zu.
Von der Hoffnung auf Impulse der Notenbank getrieben, langten Händler an der Wall Street am Montag zu.
Bild: Bloomberg

22:45

Nachdem die wichtigsten Indizes der US-Börse drei Wochen hintereinander Verluste verzeichneten, waren der Auslöser für die Zuversicht unter anderem Spekulationen über eine Reform der Berechnung des chinesischen Referenzzinses, die von Experten als faktische Zinssenkung gewertet wird.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte geht 1 Prozent höher bei 26'136 Punkten aus dem Handel. Der breiter gefasste S&P 500 legt 1,2 Prozent zu auf 2924 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq notiert 1,4 Prozent höher bei 8003 Punkten.

Die Kauflaune wurde auch gespeist durch erwartete Impulse der US-Notenbank Fed. Investoren rechnen bis zum Jahresende mit drei weiteren Zinssenkungen. Vor diesem Hintergrund warten Börsianer gespannt auf die Veröffentlichung der Fed-Protokolle am Mittwoch.

Bei den Einzelwerten legt der iPhone-Hersteller Apple um 3,8 Prozent zu. US-Präsident Donald Trump hatte erklärt, dass Apple-Chef Tim Cook ihm am Samstag überzeugend dargelegt hätte, dass die Zollstreitigkeiten mit China den US-Konzern beschädigen könnten.

Weitere Favoriten waren Chip-Hersteller wie AMD, Intel und Micron, deren Aktien sich teils um über 3 Prozent verteuern. Auftrieb gab den Papieren die Verlängerung der US-Sondererlaubnis für Geschäfte mit dem chinesischen Netzwerkausrüster Huawei.

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17:35

Die Schweizer Börse ist mit einem kräftigen Kursplus in die neue Handelswoche gestartet. Viele Anleger setzen auf Rückendeckung von Politik und Notenbanken, das maue Wirtschaftswachstum wieder anzukurbeln. Sie greifen daher vor allem zu Aktien, deren Geschäftsentwicklung an der Konjunktur hängt. Der Leitindex SMI legt auf breiter Front zu und gewinnt 1,0 Prozent auf 9826 Zähler.

Spitzenreiter ist der Zementkonzern LafargeHolcim mit einem Plus von 2,1 Prozent. Aber auch andere zyklische Werte wie der Elektrokonzern ABB, der Personalvermittler Adecco und die Luxusgüterkonzerne Swatch und Richemont legen jeweils mehr 1 Prozent zu.

Gefragt waren auch die zuletzt gebeutelten Bankaktien: UBS und Credit Suisse gewinnen 1,2 und 1,4 Prozent an Wert. Auch Banken profitieren von der Aussicht auf eine gute Wirtschaftsentwicklung.

Weniger in der Gunst standen die Papiere des Pharmakonzerns Novartis, die nur 0,4 Prozent anziehen. Das Unternehmen sieht sich mit Vorwürfen konfrontiert, die Manipulation von Testdaten vor der Zulassung der millionenteuren Gentherapie Zolgensma verschwiegen zu haben. Zudem hat ein leitender Angestellter des Pharmakonzerns Novartis-Aktien im Wert von gut 925'000 Millionen Franken verkauft, kurz bevor die Manipulation bekannt wurde. Die Genussscheine der Konkurrentin Roche sind 0,6 Prozent fester. Medizin-Chefin Sandra Horning verlässt das Unternehmen zum Jahresende.

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16:05

In der Hoffnung auf neuen Schwung für die Konjunktur steigen Anleger in US-Aktien ein. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte steigt zur Eröffnung rund 1 Prozent auf 26'155 Punkte. Der breiter gefasste S&P 500 legt 1,2 Prozent zu auf 2922 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq klettert um 1,5 Prozent auf 8012 Punkte.

Genährt werden diese Spekulationen von einer Reform bei der Berechnung des chinesischen Referenzzinses, die von Experten als De-facto-Zinssenkung gewertet wird. Hinzu komme die Diskussion um ein steuerfinanziertes Konjunkturpaket in Deutschland, sagt Analyst David Madden vom Online-Broker CMC Markets. Die deutsche Regierung sei in solchen Dingen üblicherweise zurückhaltend. Die Gedankenspiele zeigten aber, dass sie wegen der trüberen Wachstumsaussichten etwas besorgt sei.

Zu den Favoriten an der Wall Street gehören Chip-Hersteller wie AMD, Intel und Micron, deren Aktien sich um bis zu rund 3 Prozent verteuern. Auftrieb gibt den Papieren die Verlängerung der US-Sondererlaubnis für Geschäfte mit dem chinesischen Netzwerkausrüster Huawei.

Dank Geschäftszahlen und eines Ausblicks jeweils über Markterwartungen sind auch die Papiere von Estee Lauder gefragt. Die Kosmetikfirma machte im abgelaufenen Quartal eine Umsatz von 3,59 Milliarden Dollar und einen Gewinn vor Sonderposten von 0,64 Dollar je Aktie. Für das angelaufene Geschäftsjahr 2019/2020 peilt das Unternehmen ein Erlöswachstum von 7 bis 8 Prozent und einen Überschuss von 5,90 bis 5,98 Dollar je Aktie an. Estee-Lauder-Titel gewinnen mehr als 6 Prozent.

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11:20

Der Goldpreis rutscht unter die 1500er-Marke: Wegen nachlassender Rezessionsängste ziehen sich Anleger aus der "Antikrisenwährung" Gold zurück. Das Edelmetall verbilligt sich um 1 Prozent auf 1498,50 Dollar je Feinunze.

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09:10

Neue Hoffnungen auf eine Beilegung des Handelstreits treiben am Schweizer Markt besonders die Banken und die von China abhängigen Uhrentitel an. Der SMI geht mit einem Plus von 0,6 Prozent in den Handel und steigt auf 9790 Punkte. Besonders gut laufen die Banken Credit Suisse (+1,4 Prozent) und UBS (+1,7 Prozent) sowie die Uhrentitel Richemont (+1,9 Prozent) und Swatch (+1,7 Prozent). Dies deutet auf eine entspanntere Sicht im US-chinesischen "Trade War" hin. 

In der Tatg hoggen Marktteilnehmer wieder auf Fortschritte zur Beilegung des US-chinesischen Handelsstreits. Vor der Veröffentlichung des Protokolls zur jüngsten Zinssitzung der US-Notenbank Fed (Mittwochabend MESZ) dürften sich die Anleger alledings vorsichtig verhalten. Die Mitschrift wird auf Hinweise untersucht werden, ob, wann und wie stark die Währungshüter die Zinsen senken könnten.

Impulse von konjunktureller Seite sind in der laufenden Woche dünn gesät. Ab Donnerstag dürfte das jährliche Treffen der Notenbanker und Finanzminister in Jackson Hole im US-Bundesstaat Wyoming im Fokus stehen. Auch von da werden Aussagen des Fed erhofft, ob mit weiteren raschen Zinsschnitten zu rechnen ist. US-Präsident Donald Trump hat dies mehr als einmal von der US-Notenbank gefordert.

Alcon gewinnen derweil 0,8 Prozent. Die Augenheilmittelfirma lanciert in den USA eine neuartige Tageslinse. Das Produkt mit dem Namen "Precision 1" sei die erste Linse, die auf der konzernintern entwickelten Smartsurface-Technologie basiere, teilte der von Novartis abgespaltene Konzern. Geberit steigen um 0,7 Prozent, obwohl die DZ Bank in Deutschland die Empfehlung auf "Sell" von "Hold" gesenkt hat.

Im breiten Markt stehen Metall Zug (+4 Prozent) und Orior (+0,9 Prozent) nach Zahlen im Fokus. 

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08:35

Eine Reform bei der Festsetzung der Kreditzinsen ermuntert Anleger zum Einstieg in den chinesischen Aktienmarkt. Die Börse Shanghai legte am Montag 1,7 Prozent auf 2870 Punkte zu. Der Aktienmarkt in Hongkong gewann trotz der anhaltenden Proteste gegen die dortige Regierung zwei Prozent. In ihrem Schlepptau zogen der japanische Nikkei-Index 0,7 Prozent auf 20.563 Zähler an.

Die chinesische Zentralbank kündigte am Wochenende Änderungen bei der Berechnung des Referenz-Kreditzinses LPR an. Experten gehen davon aus, dass der Satz künftig niedriger liegen wird als derzeit. Über das Ausmass des Rückgangs waren sie sich allerdings uneins.

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08:05

Julius Bär berechnet den SMI um 0,3 Prozent bei 9755 Punkten höher. Zykliker sind in der Tendenz etwas höher gestellt als die übrigen Aktien. Novartis (+0,3 Prozent), wo neue Daten zum Herzmittel Entresto angekündigt wurden, stehen etwas höher als die übrigen Defensiven.

Im Minus stehen nur Geberit (-0,1 Prozent), nachdem die Berenberg-Bank eine Verkaufsempfehlung für die Aktie ausgesprochen hat. 

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07:45

Die Ölpreise sind am Montag im frühen Handel etwas gestiegen. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 59,32 Dollar. Das waren 68 Cent mehr als am Freitag.

Der Preis für ein Barrel der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 55 Cent auf 55,42 Dollar. Am Ölmarkt sorgt für etwas Erleichterung, dass sich der Handelsstreit zwischen den USA und China in den vergangenen Tagen zumindest nicht weiter zugespitzt hat.

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06:40

Der Schweizer Franken notiert bei rund 0,9796 Franken je Dollar und bei etwa 1,0866 Franken je Euro.

Der Euro bewegte sich kaum im fernöstlichen Handel zum Dollar. Die europäische Einheitswährung kostete zuletzt 1,1090 Dollar. Zum Yen legte die US-Währung auf 106,26 Yen zu.

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06:35

Die Tokioter Börse hat am Montag beflügelt von den guten US-Vorgaben zugelegt. Der Nikkei der 225 führenden Werte steigt um 0,6 Prozent auf 20'550 Punkte. Händler erklärten die Kursgewinne zudem mit Hoffnungen auf weitere Geldspritzen der Notenbanken und neue Konjunkturhilfen.

Bei den Einzelwerten sprangen die Aktien von FamilyMart Uny um 11,6 Prozent in die Höhe. Zuvor hatte die Handelskette mitgeteilt, bis zu rund 16 Millionen zusätzliche Aktien des Einzelhändlers Pan Pacific International Holdings bis August 2021 kaufen zu wollen.

(Reuters)