+++Börsen-Ticker+++ - Wall Street: Warten auf Lösung im Handelsstreit

Kurz vor neuen Handelsgesprächen zwischen den USA und China haben die New Yorker Börsen am Mittwoch keine gemeinsame Richtung gefunden.
08.05.2019 22:40
Eine der besonders unter dem Handelsstreit zwischen den USA und China leidenden Aktien: Caterpillar.
Eine der besonders unter dem Handelsstreit zwischen den USA und China leidenden Aktien: Caterpillar.
Bild: Bloomberg

22:40

Den Anlegern falle es schwer, sich nach den widersprüchlichen Signalen im Handelsstreit zu positionieren, sagt ein Vermögensverwalter aus New York. Nach ihrer jüngsten Zollankündigung sprachen die USA von neuen Signalen für ein Entgegenkommen Chinas im Handelsstreit.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schliesst kaum verändert bei 25'967 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 gibt um 0,2 Prozent auf 2879 Zähler nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verringert sich um 0,3 Prozent auf 7943 Punkte.

Bei den Einzelwerten zählen erneut Aktien von Unternehmen zu den Verlierern, die als Leidtragende der Handelsstreitigkeiten gelten. So büssen etwa Caterpillar 1,3 Prozent ein.

Der Kurs des Mitfahrdienstes Lyft fällt um knapp 11 Prozent. Das Unternehmen war im abgelaufenen Quartal tiefer in die roten Zahlen gerutscht.

Die Anteilsscheine von TripAdvisor brechen um mehr als 11 Prozent ein. Der Online-Reiseanbieter verfehlte mit seinen Quartalsumsätzen die Erwartungen von Analysten.

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17:40

Die Schweizer Börse hat am Mittwoch ihre jüngste Talfahrt beendet. Der Leitindex SMI steigt um 0,5 Prozent auf 9622 Punkte. Gute Unternehmenszahlen etwa von Siemens hellten die Stimmung der Anleger etwas auf. Die weiter schwelende Angst vor einem langandauernden Handelskonflikt liess allerdings keine grösseren Kurssprünge zu.

Bei den SMI-Werten setzen sich die Lonza-Aktien mit einem Plus von 1,4 Prozent an die Spitze. Dahinter folgen jene von Alcon mit 1,2 Prozent Zuwachs. Marktteilnehmern zufolge decken sich institutionelle Anleger aus den USA seit einiger Zeit mit den Titeln des im April vom Pharmakonzern Novartis abgespaltenen Augenheilkonzerns ein.

Die Anteile von Swatch steigen um 0,9 Prozent, nachdem Morgan Stanley die Empfehlung für den Uhrenkonzern auf "Equal-Weight" von "Underweight" angehoben hat. Auch zu Anteilen des Rivalen Richemont griffen die Investoren.

Auf der Verliererseite steht der Lebensversicherer Swiss Life am Tag vor der Veröffentlichung der Prämienzahlen für das erste Quartal mit einem Minus von 0,3 Prozent.

Am breiten Markt rücken die Cosmo-Aktien 2,6 Prozent vor. Die Pharmafirma hat einen Liefer- und Vertriebsvertrag mit dem US-Medizintechnikunternehmen Medtronic im Bereich Gastroentereologie und Endoskopie abgeschlossen.

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15:55

Vor neuen Handelsgesprächen zwischen den USA und China herrscht grosse Nervosität an der Wall Street. Die US-Börsen starten etwas schwächer in den Handel. "Die nächsten Tage könnten heftig werden", sagte Marktanalyst Craig Erlam vom Finanzhaus Oanda. Bis vor kurzem hätten die Märkte noch eingepreist, dass es eine Einigung im Handelsstreit geben werde. Inzwischen sei die Frage, ob es wirklich dazu komme.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notiert in den ersten Minuten 0,2 Prozent tiefer bei 25'909 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 verliert 0,3 Prozent auf 2876 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq sinkt ebenfalls 0,3 Prozent auf 7937 Stellen.

Zu den Verlierern zählen erneut Aktien von Unternehmen, die als Leidtragende der Handelsstreitigkeiten gelten. So büssen etwa Caterpillar 0,7 Prozent ein.

Der Kurs des Mitfahrdienstes Lyft sackt 0,9 Prozent ab. Das Unternehmen ist im abgelaufenen Quartal tiefer in die roten Zahlen gerutscht.

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11:45

Der Schweizer Aktienmarkt steht am Mittwochmittag kaum verändert. Bei insgesamt wenig bewegten Kursen hat sich der SMI nach einem negativen Start vorübergehend auch schon leicht ins Plus vorgearbeitet. Derzeit verhindern vor allem die beiden Pharmaschwergewichte eine bessere Entwicklung.

Der SMI steht gegen 11 Uhr 0,1 Prozent tiefer bei 9569 Punkten. Der 30 Aktien umfassende SLI legt dagegen 0,1 Prozent auf 1492 Punkte zu, während der breite SPI wiederum 0,1 Prozent auf 11'587 Punkte nachgibt.

Einen höheren Stand des SMI verhindern insbesondere Roche und Novartis (je -0,5%), wobei vor allem Novartis zuletzt einen guten Lauf hatten und die Abgaben damit als Gewinnmitnahmen gelten können.

An der Spitze der zahlenmässig mittlerweile klar domminierenden Gewinner stehen Swatch (+1,3%), gestützt von einer Aufstufung durch Morgan Stanley auf "Equalweight".

Klar höher notieren zudem noch Temenos (+1,2%), Logitech (+1,2%) und Julius Bär (+1,0%). (Lesen Sie den ausführlichen Börsenbericht am Mittag.)

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09:20

Der SMI steht nach dem Handelsbeginn um 0,1 Prozent tiefer bei 9570 Punkten. In den vergangenen zwei Tagen hatte der Leitindex je etwa 1 Prozent verloren. 

Die Vorgaben aus den USA sind ebenso deutlich negativ wie diejenigen aus Asien. Der von den Spannungen zwischen den USA und China zu Wochenbeginn eingeleitete Korrekturkurs setzt sich damit vorerst fort. Ein Hinweis auf die erhöhte Nervosität der Investoren ist auch die zuletzt wieder deutliche gestiegene Volatilität. So hat der entsprechende Index für den SMI, der VSMI, zuletzt wieder die Marke von 14 Punkten übersprungen.

Der Handelsdisput zwischen den beiden Grossmächten bleibt zur Wochenmitte das bestimmende Thema und dürfte es auch für den Rest der Woche bleiben. Da am Donnerstag und Freitag Verhandlungen anstünden, gebe es zwar Hoffnungen auf einen positiven Ausgang im Zollstreit, hiess es in Marktkreisen. Diese seien aber eher gering. Der Markt fahre deshalb fort, die höheren Zolltarife für China einzupreisen. Denn dadurch könnte das Wachstum der gesamten Weltwirtschaft gebremst werden.

Nestlé (-0,05 Prozent) stehen nur minim schwächer. Der Nahrungsmittelkonzern hatte am Vortag in den USA einen Investorentag abgehalten, welche allerdings erst im Mitternacht hiesiger Zeit beendet war. Die Aktie zeigte sich am Vortag mit einem Minus von 0,3 Prozent vergleichsweise robust. Nestlé hat vor den Investoren einen Umbau des Liefersystems von Pizza und Glacé in den USA angekündigt, welcher mit einem grösseren Personalabbau verbunden ist. Die Kosten sind bereits in den prognostizierten rund 700 Millionen Franken Restrukturierungskosten für 2019 eingerechnet. So wurden denn auch die Ziele für 2019 und 2020 bestätigt.

Bei Novartis (-0,2 Prozent) und Roche (unv.) sind die Verluste ebenfalls gering. Beide Pharmakonzerne haben im Rahmen des Fachkongresses AAN über Produkten und Forschungsperspektiven berichtet. 

Adecco (-0,4 Prozent) geben leicht überdurchschnittlich nach. Die Aktien des Stellenvermittlers gehörten am Vortag im Anschluss an gute Erstquartalszahlen noch zu den wenigen Gewinnern. Allerdings bröckelten diese wie bei den meisten anderen Aktien im Tagesverlauf zu einem guten Teil ab und waren am Schluss (+0,4 Prozent) nur noch moderat im Plus.

Bâloise (-1,4 Prozent) werden von einer Abstufung durch J.P. Morgan auf "Neutral" von "Overweight" gebremst. Die US-Bank sieht derzeit mehr Aufwärtspotenzial in anderen Midcap-Versicherern. Swiss Re (-0,3 Prozent) erfuhren einen  positiven Kommentar durch HSBC.

Im breiten Markt fallen Cosmo (+0,7 Prozent) im Vorfeld einer Investorenveranstaltung etwas auf. Bereits am Vortag hatte der Titel nach einer Aufstufung durch die Credit Suisse gegen den Trend klar zugelegt (+5 Prozent). Am Morgen hat das Unternehmen nun über eine Vertriebsvereinbarung mit Medtronic berichtet.

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08:20

Anleger an den asiatischen Börsen haben sich wegen zunehmender Spannungen im Handelskonflikt zwischen China und den USA am Mittwoch zurückgezogen. In Tokio verlor der Nikkei-Index 1,7 Prozent auf 21.561 Punkte, der breiter gefasste Topix-Index gab ebenfalls 1,7 Prozent ab. Auch an Chinas Börsen ging es abwärts: der Index in Shanghai lag 0,5 Prozent im Minus.

"Die Aktienmärkte hatten eine optimistische Erwartungshaltung bei dem Handelsdisput und sich auf ein baldiges Verhandlungsergebnis eingestellt", fassten die Strategen von Goldman Sachs zusammen. Das plötzliche Wiederaufflammen der Spannungen verunsichere.

US-Präsident Donald Trump hatte am Sonntag per Twitter angekündigt, ab Freitag chinesische Waren im Wert von 200 Milliarden Dollar mit einem Zollsatz von 25 Prozent zu belegen. Die Gespräche in Washington sind für Donnerstag und Freitag angesetzt. "Es ist aber schwer vorstellbar, dass die Differenzen in zwei Tagen überwunden werden", sagte Masahiro Ichikawa, Stratege beim Vermögensverwalter Sumitomo Mitsui DS Asset Management.

In Japan gerieten vor allem Technologiewerte unter die Räder. Aktien von TDK und Hitachi fielen um 2,5 und 3,3 Prozent. Ein Gewinnrückgang zum Jahresanfang von Yamaha Motor ließ die Papiere um knapp vierzehn Prozent einbrechen. Japan Airlines verloren nach Medienberichten über eine Technikpanne und daraus resultierenden Flugverspätungen 3,6 Prozent. 

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08:10

Der SMI wird den Vorbörsenberechnungen von Julius Bär zufolge um 0,3 Prozent tiefer bei 9450 Punkten starten. Die Mehrheit der Titel fällt um etwa ein halbes Prozent (zu den vorbörslichen Kursen bei cash.ch

Einzig Nestlé (+0,1 Prozent), wo der Investorentag stattfindet und wo von mehreren Produktinitiativen die Rede ist, steigt leicht. Die Swatch-Aktie wiederum zeigt sich nach positiven Analystenkommentaren unverändert. 

Am breiten Markt zeigt sich das Vorbörsen-Tableau ebenfalls weitestgehend mit negativen Kursvoraussagen. Cosmo (+1 Prozent) profitiert hingegen von einer Forschungskooperation in den USA. 

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08:00

Die Ölpreise sind am Mittwoch im frühen Handel leicht gestiegen. Eine starke Preisreaktion auf den teilweisen Ausstieg Irans aus dem Atomabkommen gab es zunächst nicht. Ein Fass (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Morgen 70,19 Dollar. Das waren 29 Cent mehr als am Dienstag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 38 Cent auf 61,78 Dollar.

Am Mittwochmorgen gab der iranische Präsident Hassan Ruhani einen Teilausstieg aus dem Abkommen über das Atomprogramm seines Landes bekannt. Der Schritt folgt auf erheblichen politischen und wirtschaftlichen Druck seitens der USA. Die Vereinigten grösseren Produzenten im Rohölkartell Opec.

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06:40

Die Börsen in Fernost haben am Mittwoch überwiegend Verluste verzeichnet. Der MSCI-Index für die asiatischen Aktienmärkte ausserhalb Japans gab rund 0,75 Prozent nach, da Anleger eine weitere Eskalation im Handelsstreit zwischen den USA und China befürchteten.

Diese Gefahren drohen Aktienmärkten neben dem USA-China-Streit

In Japan fällt der Nikkei-Index um 1,7 Prozent auf 21.547 Punkte, nachdem die an China gerichteten Zolldrohungen von US-Präsident Donald Trump bereits die New Yorker Aktienmärkte ins Minus gedrückt hatten.

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06:25

An den Devisenmärkten gab es keine grösseren Ausschläge. Der Euro notierte im asiatischen Handel kaum verändert bei 1,1199 Dollar, während der Dollar bei 110,09 Yen leicht nachgab. US-Rohöl verteuerte sich leicht um 0,8 Prozent auf 61,88 Dollar je Fass. 

(Reuters)