+++Börsen-Ticker+++ - Zinshoffnungen stützen Wall Street

Die US-Börsen haben am Donnerstag uneinheitlich geschlossen. Unterstützung erhielt die Wall Street von Äusserungen eines hochrangigen US-Notenbankers.
18.07.2019 22:35
Die US-Börsen an der Wall Street schliessen am Donnerstag uneinheitlich.
Die US-Börsen an der Wall Street schliessen am Donnerstag uneinheitlich.
Bild: cash

22:35

Der einflussreiche Chef des Fed-Bezirks New York, John Williams, sprach sich bei der Steuerung der Zinspolitik für vorbeugende Massnahmen aus. Es sei besser, vorsorglich zu agieren als zu warten, bis es zu möglichen wirtschaftlichen Problemen komme, sagte Williams. Eine schnelle Zinssenkung angesichts ungünstiger konjunktureller Bedingungen und ein niedriger Leitzins für einen längeren Zeitraum dürften die Wirtschaft vor einer zu geringen Inflation schützen. Die Finanzmärkte interpretierten seine Aussagen als ein starkes Argument für eine schnelle Zinssenkung noch in diesem Monat.

Ein Kurssturz von gut 10 Prozent bei Netflix-Aktien trübte indes die Stimmung an der Wall Street. Das Filmportal hat erstmals seit acht Jahren US-Streaming-Kunden verloren.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte geht kaum verändert bei 27'222 Punkten aus dem Handel. Der breiter gefasste S&P 500 erhöht sich um 0,4 Prozent auf 2995 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verbessert sich um 0,3 Prozent auf 8207 Punkte.

Positiv heraus stechen Ebay, deren Aktien rund 2 Prozent zulegen. Das Internet-Kaufhaus steigerte die Zahl der aktiven Käufer im zweiten Quartal um vier Prozent auf weltweit 182 Millionen.

Auch die Aktionäre des weltgrössten IT-Dienstleisters IBM zeigen sich zufrieden mit dem Wachstum im aufstrebenden Cloud-Geschäft. Die Papiere legen 4,6 Prozent zu.

Aktien von Morgan Stanley schwankten und schliessen nach einem tieferen Start 1,5 Prozent im Plus. Die US-Grossbank bekommt die Flaute im Investmentbanking zu spüren. Der Gewinn fiel im zweiten Quartal um zehn Prozent auf 2,2 Milliarden Dollar.

Gefragt waren Philip Morris. Die Anteilsscheine springen mehr als 8 Prozent in die Höhe, nachdem der Tabakkonzern seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr erhöht hatte.

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17:35

Die Schweizer Börse hat am Donnerstag deutlich zugelegt und ihre historischen Höchststände von Anfang Juli wieder ins Visier genommen. Grund dafür waren Kursgewinne bei den Pharmaschwergewichten nach der Halbjahresbilanz von Novartis. Der Leitindex SMI legt 0,7 Prozent zu auf 10'010 Punkte und setzte sich damit von anderen europäischen Börsen ab. Anfang Juli war die Schweizer Börse auf einen Rekord von 10'091 Zählern geklettert.

Grösster Kursgewinnerin sind die Aktien von Novartis mit einem Plus von 3,1 Prozent. Der Pharmakonzern hat dank der boomenden Nachfrage nach neuen Medikamenten Umsatz und Ergebnis gesteigert und seine Prognose für das Gesamtjahr angehoben. Analysten sprachen von starken Ergebnissen. Diese sorgten dafür, dass Anleger auch bei der Konkurrentin Roche zugriffen, die ihre Halbjahresbilanz kommende Woche präsentieren will. Die Roche-Scheine legen 1,0 Prozent zu.

Doch nicht überall sorgte die angelaufene Bilanzsaison für Begeisterung: Die Aktien des Prüftechnikkonzerns SGS brechen 4,0 Prozent ein, nachdem die Firma ein Sparprogramm angekündigt hatte. Und auch der Aromen- und Dufthersteller Givaudan verliert 2,0 Prozent an Börsenwert, nachdem das Gewinnwachstum deutlich hinter dem Umsatzwachstum zurückblieb.

Bei zyklischen Unternehmen und Finanzwerten zeigt sich kein eindeutiger Trend. Die Kursausschläge halten sich zudem meist in Grenzen. Index-Schwergewicht Nestlé, das ebenfalls kommende Woche seine Bilanz vorlegt, gewinnt 0,4 Prozent. 

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17:25

Die Digitalwährung Bitcoin ist am Donnerstag deutlich gestiegen und hat die Marke von 10'000 Dollar wieder überwunden. Am Nachmittag stieg der Kurs auf der Handelsplattform Bitstamp bis auf 10'484 Dollar. Vor dem rasanten Anstieg war er noch bei 9280 Dollar gehandelt worden.

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16:05

An der Wall Street trübt ein Kurssturz von mehr als 10 Prozent bei Netflix-Aktien die Stimmung. Alle drei grossen Indizes fallen jeweils um 0,2 Prozent: Der Dow-Jones-Index der Standardwerte stehti bei 27'170 Punkten, der Index der Technologiebörse Nasdaq bei 8166 und der breiter gefasste S&P 500 bei 2979 Punkten.

Das Filmportal hat erstmals seit acht Jahren US-Streaming-Kunden verloren. "Dass Netflix sein ohnehin niedriges Abonnentenziel verfehlt, belastet die Stimmung", sagt Analyst Ken Odeluga vom Investmenthaus Cityindex. "Kein guter Start in die Berichtssaison der grossen Techkonzerne, die bald mit Microsoft-Zahlen weitergeht." Die bislang enttäuschenden Quartalszahlen bestärkten die Ängste der Anleger vor einem Wirtschaftseinbruch infolge des Handelsstreits mit China, sagt Anlagestratege Mark Luschini vom Vermögensberater Janney Montgomery Scott.

Positiv stechen Ebay heraus, deren Aktien um mehr als 7 Prozent auf ein Jahreshoch springen. Das Internet-Kaufhaus steigert die Zahl der aktiven Käufer im zweiten Quartal um 4 Prozent auf weltweit 182 Millionen.

Auch die Aktionäre des weltgrössten IT-Dienstleisters IBM zeigen sich zufrieden mit dem Wachstum im aufstrebenden Cloud-Geschäft. Die Papiere legen rund 2 Prozent zu.

Aktien von Morgan Stanley schwanken und liegen nach einem tieferen Start 0,7 Prozent im Plus. Die US-Grossbank bekommt die Flaute im Investmentbanking zu spüren. Der Gewinn fiel im zweiten Quartal um 10 Prozent auf 2,2 Milliarden Dollar. 

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11:45

Der Schweizer Aktienmarkt zeigt sich am Donnerstagmittag zweigeteilt. Während die grosskapitalisierten Pharmawerte den SMI ins Plus hieven, notiert ein Grossteil der Titel - zum Teil klar - im Minus. Vor allem Novartis sind nach starken Quartalszahlen stark gesucht. Dagegen gibt es bei diversen Industrietiteln grössere Gewinnmitnahmen im Zusammenhang mit der Zahlenbekanntgabe, wie es im Handel heisst.

Der SMI gewinnt gegen 11 Uhr 0,4 Prozent auf 9980 Punkte und hat sich damit von Anfangsverlusten bzw. dem Tagestief bei 9898 Punkten im frühen Handel bereits wieder klar abgesetzt. Beim breiten SPI ist die Avance mit um 0,3 Prozent auf 12'060 Zähler etwas kleiner. Und der 30 Aktien umfassende SLI, bei dem etwa die starken Pharmawerte nicht mit dem vollen Gewicht enthalten sind, büsst gar 0,4 Prozent auf 1525 Zähler ein.

Am heutigen Tag stehen vor allem Unternehmenszahlen im Fokus, haben doch gleich vier SMI-Unternehmen und weitere wichtige Firmen ihre jüngsten Ergebnisse veröffentlicht.

Eine davon ist der Basler Pharmariese Novartis, dessen Aktie mit einem Plus von 4,0 Prozent ausserordentlich stark gesucht ist. Der Basler Pharmariese hat mit seinen vorbörslich präsentierten Zahlen auf allen Ebenen geglänzt und auch den Ausblick erhöht. Im Fahrwasser davon legen auch die Titel von Roche ein knappes Prozent zu.

Stark unter Druck stehen dagegen SGS mit einem Minus von 4,0 Prozent. Der Warenprüfkonzern ist im ersten Semester 2019 zwar profitabel gewachsen, hat aber mit den vorgelegten Zahlen die Vorgaben von Analysten nicht ganz erreicht.

Deutlich im Angebot liegen auch Givaudan (-3,4%). Der Aromen- und Riechstoffkonzern hat beim Umsatz im Rahmen der Erwartungen abgeschnitten, die Gewinnschätzungen allerdings nicht erreicht. Entsprechend ist in Analystenkreisen vor allem von einer überraschenden Margenschwäche die Rede. Auch weitere zyklische Titel wie ABB (-1,4%), Sika (-1,4%), Logitech (-1,2%), Adecco (-1,2%) oder Schindler (-1,1%) können sich der Konsolidierung nicht entziehen. (Lesen Sie den ausführlichen Börsenbericht am Mittag.)

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09:08

Der Swiss Market Index (SMI) gibt unmittelbar nach Handelseröffnung um 0,4 Prozent auf 9907 Punkte nach. Die Vorgaben aus den USA sind dabei schwach: Der Dow-Jones-Index war am Vorabend nach Verlusten nahe dem Tagestief aus dem Handel gegangen.

Hierzulande stehen vor allem Unternehmenszahlen im Fokus, haben doch gleicht vier SMI-Unternehmen und weitere wichtige Firmen ihre jüngsten Ergebnisse veröffentlicht. Während die Industriewerte zumeist (deutlich) unter Druck stehen, können sich Novartis mit einem guten Ergebnis gegen die Abgaben stemmen und sind damit auch für das relativ geringe Minus im SMI verantwortlich.

Die Novartis-Aktie gewinnt 0,9 Prozent. Der Pharmakonzern hat mit seinen Zahlen auf allen Ebenen (Umsatz, EBIT, Gewinn) gegenüber dem AWP-Konsens positiv überrascht, zudem wurde auch der Ausblick erhöht. Ausserdem sei die Generikasparte Sandoz - notabene das Sorgenkind von Novartis - besser gelaufen als erwartet, heisst es im Handel. Auch Roche legt 0,3 Prozent zu.

Stark unter Druck sind dagegen Richemont (-3,4 Prozent) nach Quartalszahlen. Das organische Wachstum fiel zwar deutlich über den Schätzungen aus, allerdings ist die Aktie in den letzten Tagen bzw. im bisherigen Jahresverlauf stark gelaufen. Ausserdem seien die Uhrenexportdaten eher schwach ausgefallen, heisst es im Markt. Auch Swatch (-1,2 Prozent) leiden etwas darunter bzw. unter Gewinnmitnahmen nach den Avancen im Zusammenhang mit den am Vortag veröffentlichten Halbjahreszahlen.

Klar verkauft werden auch Givaudan (-3,1 Prozent). Der Aromen- und Riechstoffkonzern hat bei Umsatz im Rahmen der Erwartungen abgeschnitten, die Gewinnschätzungen allerdings nicht erreicht. Die Papiere des Warenprüfkonzerns SGS (-2,6 Prozent) verlieren ebenfalls deutlich nach Zahlen knapp unter den Erwartungen.

Unter den Blue Chips hat zudem Temenos (-1,9 Prozent) bereits am Vorabend seine Quartalszahlen publiziert und gleichzeitig eine kleine Akquisition bekanntgegeben. Das Bankensoftware-Haus hat deutlich mehr umgesetzt und auch klar mehr verdient und damit im Rahmen der Erwartungen abgeschnitten. Die Abgaben werden entsprechend vor allem mit Gewinnmitnahmen begründet.

Im breiten Markt verlieren die Industriewerte Bobst (noch kein Kurs, vorbörslich jedoch -9,8 Prozent) und Georg Fischer (-3,0 Prozent) nach Zahlen sehr deutlich an Wert. Gut halten sich dagegen Rieter (+0,5 Prozent).

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08:25

Die Angst vor den Folgen des Handelskonflikts zwischen den USA und China hat den asiatischen Aktienmärkten am Donnerstag zugesetzt. Auch die jüngsten Konjunkturdaten aus Japan drückten auf die Stimmung. Der Nikkei-Index schloss knapp zwei Prozent schwächer bei 21.046 Punkten.

Das Barometer für die asiatischen Märkte ohne Japan gab 0,2 Prozent nach. Japans Exporteure haben im Juni 6,7 Prozent weniger exportiert als vor Jahresfrist. Das ist der siebte Rückgang in Folge und zudem ein grösseres Minus als erwartet. "Die schwachen japanischen Handelsdaten zeigen, dass es nicht nur in der japanischen Wirtschaft schlechter läuft, sondern weltweit", sagte Thomas Altmann, Portfoliomanager beim Vermögensverwalter QC Partners.

Zudem wächst die Furcht, dass der Handelskonflikt zwischen den beiden weltweit führenden Volkswirtschaften sich auch in den Geschäftszahlen der Firmen niederschlägt. "Die Ergebnisse werden vorerst schwach bleiben, die Investoren bleiben in Wartehaltung", sagte Takashi Hiroki, Chefstratege bei Monex Securities. So fielen die Papiere des Dichtungsherstellers NOK um 6,5 Prozent. Das Unternehmen schraubte wegen einer geringeren Nachfrage in den USA und China seine Prognose herunter. 

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08:10

Der SMI fällt vorbörslich um ein halbes Prozent auf 9893 Punkte und folgt damit den japanischen Märkten, die wegen des Handelskonflikts ebenfalls schlecht dastehen. 

Zahlreiche Zahlen wurden vorgelegt. Im SMI kann nur Novartis (+1,4 Prozent) davon profitieren. Richemont (-3,7 Prozent) fallen deutlich, Givaudan (-2,7 Prozent) und SGS (-1,4 Prozent) ebenfalls. Swatch (-1,5 Prozent) werden wohl vom Richemont-Zwischenbericht in Mitleidenschaft gezogen. 

Am breiten Markt fallen nach Resulaten unter anderem Georg Fischer (-4,2 Prozent), Rieter (-1,2 Prozent), aber auch Temenos (-2,2 Prozent) deutlich. Bobst (-9,8 Prozent), wo die Prognose gesenkt wurde, stehen besonders unter Verkaufsdruck.

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08:05

Die Ölpreise haben am Donnerstagmorgen keine klare Richtung gefunden. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent legte um 12 Cent auf 63,78 Dollar zu. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel hingegen geringfügig um 3 Cent auf 56,75 Dollar.

Am Vortag waren die Ölpreise in Reaktion auf US-Rohöllagerdaten gefallen. Einerseits gaben die Lagerbestände zwar wie erwartet nach, andererseits legten die Bestände an Benzin und Destillaten (Heizöl und Diesel) deutlich zu. Händler verwiesen auf einen überraschenden Rückgang der Nachfrage nach Treibstoffen, der die Ölpreise belastet habe.

Der Ölpreis (Brent) in den vergangenen zwölf Monaten (Grafik: cash.ch).

Am Ölmarkt sorgt die Situation am Persischen Golf Unruhe. Nach mehreren Zwischenfällen mit Öltankern in der Strasse von Hormus erklärte der iranische Aussenminister in einem Interview mit Bloomberg TV am Mittwoch, der Iran könne die wichtige Ölhandelsroute schliessen, wolle dies aber nicht. Die Spannungen zwischen dem Iran und den USA hatten sich in den letzten Wochen verschärft. Die Vereinigten Staaten werfen dem Iran Angriffe auf Handelsschiffe vor, was der Iran aber bestreitet.

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06:45

Der Euro-Franken-Kurs bleibt bei 1.1073 unter der 1.11er-Marke. Der Euro notierte im fernöstlichen Devisenhandel weitgehend unverändert bei 1,1285 Dollar. Zur japanischen Währung lag die US-Devise bei 107,66 Yen

Der Ölpreis (Brent) ist leicht stärker und liegt bei 63.79. 

Bitcoin hat wieder etwas zugelegt, steht aber bei 9,857 Dollar etwas auf der Höhe von Mitte Juni, einem Zeitpunkt vor den jüngsten Zwischenhochs. 

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06:40

Der Aktienmarkt in Japan hat am Donnerstag deutlich schwächer tendiert. Der Leitindex Nikkei fällt um 1,9 Prozent auf 21'072 Punkte und damit den tiefsten Stand seit drei Wochen. 

Die schleppenden Exporte und schwache Geschäftszahlen aus den USA nährten die Furcht vor den Konsequenzen eine Handelskriegs zwischen den USA und China.

(cash/AWP/Reuters)