+++Börsen-Ticker+++ - Zugespitzter Handelsstreit belastet den Dow Jones

Der eskalierende Handelsstreit zwischen den USA und China hat am Dienstag die Stimmung an der Wall Street belastet.
19.06.2018 23:05
Trader an der Wall Street.
Trader an der Wall Street.
Bild: Bloomberg

22:45

Der Dow Jones Industrial büsste 1,15 Prozent auf 24 700,21 Punkte ein und schloss auf dem tiefsten Stand seit Monatsbeginn. Bereits in den beiden vorangegangenen Börsentagen hatte der US-Leitindex wegen Sorgen über einen hochkochenden Handelskonflikt zwischen den beiden weltgrössten Volkswirtschaften und nachgegeben.

er marktbreite S&P-500-Index sank am Dienstag um 0,40 Prozent auf 2762,57 Zähler. Der Technologiewerte-Index Nasdaq 100 gab um 0,32 Prozent auf 7228,04 Punkte nach.

"Die Eskalation in den vergangenen Tagen hat die Investoren aufgerüttelt", sagte Analyst Craig Erlam vom Devisenhändler Oanda. Der gute Lauf der US-Aktien seit Ende Mai könnte damit nun ein Ende finden, denn auch die Unternehmen in den USA seien "nicht immun gegen einen Handelskrieg".

Im Dow waren die Boeing-Aktien mit minus 3,8 Prozent Schlusslicht. Händler verwiesen darauf, dass der Flugzeugbauer der grösste Exporteur nach China sei. Auch die Aktien von Stahlproduzenten litten unter dem schwelenden Handelskrieg, denn er könnte die florierende Weltwirtschaft abwürgen. Das drückt auf die Metallpreise. Die Stahlpreise etwa verzeichneten an diesem Tag den grössten Verlust seit März. Die Papiere von US Steel büssten 2,7 Prozent ein und die von Nucor 1,9 Prozent.

Spitzenwert im Dow waren die Anteile von Verizon mit plus 2,2 Prozent. Sie profitierten von einer Kaufempfehlung der Deutschen Bank.

+++

17:30

Aus Angst vor einer weiteren Eskalation des Handelsstreits zwischen den USA und China haben die Anleger am Dienstag der Schweizer Börse den Rücken gekehrt.  Der SMI fiel um 0,7 Prozent auf 8462 Zähler. Vorübergehend sank der Leitindex bis auf 8424 Punkte - den tiefsten Stand seit Februar 2017. Schon am Vortag hatte der Handelskonflikt die Kurse belastet. "Nun scheint sich die Lage noch zu verdüstern", sagte ein Händler.

Mit Ausnahme von Roche und Nestle büssten die Bluechips Terrain ein. Die Roche-Genussscheine stiegen um 0,5 Prozent. Die Anteile von Roche-Rivale Novartis ermässigten sich um 0,6 Prozent. Das dritte SMI-Schwergewicht Nestle gewann 0,4 Prozent an Wert. Stark unter Druck standen die Luxusgüterhersteller Swatch und Richemont mit Kurseinbussen von 4,2 und 3,7 Prozent.

Unter die Räder kamen auch Sika-Aktien mit 4,1 Prozent Kursabschlag.

Den ausführlichen SMI-Schlussbericht lesen Sie hier.

+++

17:17

Während der gemeinsamen Pressekonferenz von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Kanzlerin Angela Merkel zu einem gemeinsamen Budget für die Euro-Zone ziehen die Bankenwerte an: Deutsche Bank steigen um 1,2 Prozent auf ein Tageshoch von 9,60 Euro, Commerzbank legt 0,8 Prozent auf 8,96 Euro zu. Der Dax grenzt seine Verluste ein und liegt bei 12'690 Zählern nur noch gut ein Prozent im Minus, während der Dow Jones 1,4 Prozent verliert.

+++

15:45

Die Eskalation des Handelsstreits zwischen den USA und China vertreibt Anleger von der Wall Street.  Zur Eröffnung am Dienstag gab der Standardwerteindex Dow Jones 1,3 Prozent auf 24'648 Punkte nach und steuerte auf den sechsten Verlusttag in Folge zu. Das ist die längste Minusserie seit mehr als einem Jahr.

US-Präsident Donald Trump droht China mit zusätzlichen Strafzöllen im Volumen von 200 Milliarden Dollar. Die Regierung in Peking betonte, sie wolle keinen Handelskrieg, habe aber auch keine Angst davor.

Er rechne zwar nicht mit einem ausgewachsenen Handelskrieg, sagte Michael Olivia, Finanzberater beim Vermögensverwalter Westpac Wealth Partners. Aber Trump habe gezeigt, dass er nicht zögern würde, den Verhandlungstisch zu verlassen. Verhandlungstaktisch sei dies zwar vorteilhaft, für die Finanzmärkte bedeute es aber erhöhte Unsicherheit.

Vor diesem Hintergrund gehörten die in den USA notierten Aktien chinesischer Firmen zu den grössten Verlierern. Die Aktien des Amazon-Konkurrenten Alibaba, des Google-Rivalen Baidu und des Einzelhändlers JD.com rutschten um bis zu 4,2 Prozent ab. Die US-Chiphersteller Intel und AMD, die stark vom China-Geschäft abhängen, büssten 2,2 beziehungsweise ein Prozent ein.

+++

14:01

Die mit dem eskalierenden Handelsstreit aufziehenden Wolken lassen die Investoren in den Franken flüchten.  "Es riecht nach Eskalation im Handelsstreit zwischen den USA und China, nachdem das Weisse Haus gestern bekanntgab, dass US-Präsident Donald Trump die Prüfung neuer Strafzölle auf chinesische Produkte angeordnet habe", kommentierte Thu Lan Nguyen, Devisenexpertin bei der Commerzbank. Der Kurs des Euro ist am Dienstag deutlich unter 1,16 US-Dollar gesunken. Und zum Franken rutschte der Euro unter 1.15. Aktuell kostet ein Euro noch 1.498 Franken.

+++

13:29

Sorgen wegen des Handelskonflikts zwischen den USA und China haben die Ölpreise am Dienstag belastet. Zudem übte ein stärkerer US-Dollar Druck auf die Preise aus. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im August kostete gegen Mittag 74,91 Dollar. Das waren 43 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im Juli fiel um 93 Cent auf 64,92 Dollar.

+++

12:10

Der Handelsstreit zwischen den USA und China schürt Spekulationen auf eine Abkühlung der Weltkonjunktur und im Zuge dessen auf eine geringere Kupfer-Nachfrage. Das Industriemetall verbilligt sich um 1,5 Prozent auf 6861 Dollar je Tonne und steuert auf den vierten Tagesverlust in Folge zu. Das ist die längste Negativ-Serie seit drei Monaten.

+++

11:45

Der sich zuspitzende Handelskrieg zwischen den USA und China setzt die Schweizer Börse am Dienstag weiter unter Druck.  Bis um 11.45 Uhr fällt der Swiss Market Index (SMI) um 0,6 Prozent auf 8'466 Punkte. Die Anleger flüchten aus Aktien, vor allem aus Finanzpapieren und Zyklikern. Der Volatilitätsindex VSMI klettert derweil um weitere 7 Prozent in die Höhe, was als Zeichen zunehmender Nervosität am Markt gewertet werden kann. 

Ein Handelskrieg hätte verheerende Auswirkungen auf die globale Wirtschaft, so ein Händler. Vor diesem Hintergrund zählen konjunkturabhängige Aktien zu den grössten Verlierern. Im SMI/SLI sinken etwa die Aktienkurse der Uhren- und Schmuckhersteller Swatch (-3,2%) und Richemont (-3,1%) stark.

Aber auch die Papiere des Bauchemiespezialisten Sika (-3,5%) oder des Computerzubehörherstellers Logitech (-1,6%) verbilligen sich deutlich. Klare Einbussen verzeichnen zudem die Grossbanken Credit Suisse (-1,8%) und UBS (-2,1%).

Die Schwergewichte können die Abwärtsbewegung im SMI etwas dämpfen. Allen voran die Roche-Genussscheine, die um 1,2 Prozent zulegen.

Den ausführlichen SMI-Morgenbericht lesen Sie hier.

+++

10:56

Der Kurs des Euro ist im Verlauf des Dienstagsvormittags unter 1,16 US-Dollar gefallen. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde am Vormittag im Tief mit 1,1554 Dollar gehandelt. Im frühen Handel war der Euro noch bis auf 1,1645 Dollar gestiegen. Aktuell notiert der Euro bei 1,1558 US-Dollar.

Auch gegenüber dem Schweizer Franken büsste der Euro am Dienstagmorgen an Wert ein und bewegt sich aktuell um die Marke von 1,15 Franken. Am früheren Dienstagmorgen notierte er noch deutlich darüber bei 1,1541. Der US-Dollar kostet derzeit 0,9949 Franken.

+++

09:38

Anleger von Air France KLM reagieren erleichtert auf die Streik-Absage der Gewerkschaften. Die Aktien legten bis zu 3,6 Prozent auf 7,45 Euro. Der viertägige Streik bei der Fluggesellschaft war ursprünglich für Samstag geplant.

+++

09:30

Bei den SMI-Aktien stürzen die Kurse nach dem Handelsstart ab. Der Zollkonflikt zwischen den USA und China setzt den Börsen schwer zu. Der SMI verliert nach dem Beginn des Handels 0,7 Prozent auf 8457 Punkte. Das ist der tiefste Stand dieses Jahres.

Der Handelsstreit habe eine neue Eskalationsstufe erreicht, so ein Händler. China reagierte scharf auf die Pläne von US-Präsident Donald Trump, Strafzölle auf weitere chinesische Produkte im Wert von rund 50 Milliarden US-Dollar zu verhängen. Peking droht mit "entschlossenen Gegenmassnahmen". Frische Impulse könnte das Notenbanktreffen im portugiesischen Sintra liefern, wo EZB-Chef Mario Draghi die Eröffnungsrede hält. Wichtige Konjunkturdaten stehen dagegen nicht auf dem Programm.

Der Handelskonflikt erfasst die meisten SMI-Aktien. Deutliche Einbussen zeichnen sich etwa bei den Bankaktien UBS (-1,3 Prozent) und Credit Suisse (-1,05 Prozent) ab. Aber auch Zykliker wie ABB (-1,7 Prozent) und Adecco (-1,6 Prozent) stehen unter Druck. Am stärksten trifft es Richemont (-2,6 Prozent) und Swatch (-2,2 Prozent). Die beiden Luxusgüterkonzerne haben ein sehr grosses Geschäft in China.

30 Jahre SMI: Wissenswertes und Kurioses über den Schweizer Leitindex

Novartis, die am Vortag im SMI die grössten Kursverluste verzeichneten, büssen 0,4 Prozent ein. Ähnlich laufen Nestlé (-0,4 Prozent). JP Morgan hat zwar für den Nahrungsmittelkonzern das Kursziel leicht gesenkt, die Bank stuft die Titel aber weiter mit "Overweight" ein.

Roche (+0,4 Prozet) gab derweil bekannt, dass man den langjährigen Partner in der Krebsforschung, die Foundation Medicine, ganz übernehmen wird. Die Basler bezahlen für die noch ausstehenden Aktien insgesamt 2,4 Milliarden Dollar. Roche ist seit 2015 mit etwas mehr als die Hälfte am US-Unternehmen beteiligt.

+++

09:20

Nach eintägiger Feiertagspause sind Chinas Aktienmärkte mit deutlichen Kursverlusten in die Woche gestartet. Der CSI-300-Index , der die 300 wichtigsten Aktien vom chinesischen Festland enthält, fiel am Dienstag mit 3634 Punkten auf den tiefsten Stand seit Sommer vergangenen Jahres. Der verschärfte Ton im Handelsstreit zwischen China und den USA sorgt für zunehmende Verunsicherung.

Zuletzt verlor der CSI 2,80 Prozent auf 3648,52 Punkte. Auch der Hang-Seng-Index rutschte in Hongkong um 2,61 Prozent auf 29 519,25 Punkte ab - das tiefste Niveau seit Februar. Peking kündigte am Dienstag Vergeltung an, kurz nachdem das Weisse Haus die Prüfung von weiteren Zöllen in Höhe von zehn Prozent auf chinesische Waren im Wert von 200 Milliarden US-Dollar (172,3 Milliarden Euro) in Auftrag gab. "Die Vereinigten Staaten initiieren einen Handelskrieg und verletzen die Gesetze des Marktes", sagte ein Sprecher des Pekinger Handelsministeriums. China will mit "entschlossenen Gegenmassnahmen" antworten.

An der japanischen Börse gab es bereits tags zuvor deutliche Verluste. Sie wurden im Tokioter Leitindex Nikkei 225 nun nochmals um 1,77 Prozent auf 22 278,48 Punkte ausgeweitet. Er liegt damit jedoch noch besser im Rennen als seine chinesischen Pendants und halbierte lediglich die seit Ende Mai aufgelaufenen Gewinne.

+++

09:03

Aktienanleger in Deutschland gehen wegen einer drohenden Eskalation im Handelsstreit zwischen den USA und China in Deckung. Der Dax startete den Handel am Dienstag 1,5 Prozent schwächer bei 12.646 Punkten. "Insgesamt steigt die Nervosität der Investoren angesichts eines US-Präsidenten der gewillt zu sein scheint, eine Eskalation des derzeit schwelenden Handelskonflikts notfalls mit der Brechstange herbeizuführen", sagte Vermögensverwalter Thomas Metzger vom Bankhaus Bauer.

+++

08:10

Nachdem in den USA und in Asien die Kurse eingeknickt sind, werden sie gemäss Berechnungen der Bank Julius Bär auch in der Schweiz fallen. Der SMI lässt um 0,5 Prozent auf 8481 Punkte nach. Bei Zyklikern wie ABB und Adecco sowie bei den Grossbanken UBS und Credit Suisse sind die Kurse um über 0,6 Prozent tiefer gestellt. News gibt es wenig: Lediglich Roche (-0,4 Prozent) hat angekündigt, dass die US-Gentest-Beteiligung FMI ganz übernommen werden soll (zu den vorbörslichen Kursen).

 

 

+++

07:50

Die Sorge vor einer Eskalation im globalen Handelsstreit lässt Anleger verstärkt zur "Anti-Krisenwährung" Gold greifen. Das Edelmetall verteuert sich am Dienstag um 0,5 Prozent auf 1284 Dollar je Feinunze.

+++

07:35

Der Franken gewinnt mit den zunehmenden Unsicherheiten am Markt zum Euro und insbesondere zum Dollar an Wert. Dabei hat sich der Dollar-Franken-Kurs in der Nacht auf Dienstag weiter vom Paritätsniveau entfernt und ist bis auf 0,9922 Franken abgerutscht nach Kurse von um die 0,9950 Franken am Vorabend. Ein Euro kostet derweil 1,1541 Franken nach Kursen um die 1,1560 Franken.

Gegenüber allen wichtigen Währungen zugelegt hat auch der japanische Yen. Nach neuen Drohungen von US-Präsident Donald Trump bewegen sich China und die USA auf einen handfesten Handelskrieg zu. Dies treibt die Anleger nicht nur in den Franken, sondern auch in den als sicher geltenden Yen.

Der Kurs des Euro hat am Dienstag zum US-Dollar leicht zugelegt. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde am Morgen mit 1,1631 US-Dollar gehandelt. Am Vorabend hatte der Euro noch etwas niedriger notiert. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Montag auf 1,1613 (Freitag: 1,1596) Dollar festgesetzt.

+++

07:15

Der verschärfte Ton im Handelsstreit zwischen China und den USA belastet den chinesischen Aktienmarkt zunehmend. Der CSI-300-Index , der die 300 wichtigsten Aktien vom chinesischen Festland enthält, fiel am Dienstag auf den tiefsten Stand seit Sommer vergangenen Jahres. Kurz nach der Handelspause gab der CSI 300 zuletzt etwas mehr als drei Prozent auf 3638 Punkte nach. Am Montag hatte der Handel in China feiertagsbedingt geruht.

 

 

+++

06:40

Die Gefahr einer weiteren Eskalation im Handelsstreit zwischen den USA und China hat am Dienstag die Anleger in Tokio verschreckt. US-Präsident Donald Trump hatte kurz vor Handelsbeginn in Japan neue Zölle auf chinesische Waren mit einem Volumen von 200 Milliarden Dollar angedroht.

"Die Finanzmärkte versuchen nach der vergangenen Woche durchzuatmen, in der es viele Nachrichten gab", sagte Masahiro Ichikawa von Sumitomo Mitsui Asset Management. Der Streit zwischen den USA und China bleibe aber ein Thema.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index liegt um 1,3 Prozent tiefer bei 22'390 Punkten. Die Börse in Shanghai lag im Mittagshandel um 1,5 Prozent im Minus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen verlor 1,3 Prozent. Der MSCI-Index für asiatische Aktien ausserhalb Japans fiel um ein Prozent.

(cash/AWP/Reuters)