+++Börsen-Ticker+++ - Zukünftiger Fed-Chef gibt US-Börsen Auftrieb

Der designierte US-Notenbankchef Jerome Powell hat am Dienstag die Rekordjagd an der Wall Street befeuert. Äusserungen Powells bei einer Senatsanhörung kamen bei den Anlegern gut an.
28.11.2017 22:30
Eine der Profiteure von Jerome Powells Auskünften vor dem US-Senat: Die Aktie der Bank of America legt am Dienstag kräftig zu.
Eine der Profiteure von Jerome Powells Auskünften vor dem US-Senat: Die Aktie der Bank of America legt am Dienstag kräftig zu.
Bild: Bloomberg

22:30

Auftrieb erhielten insbesondere Finanzwerte, die im Schnitt 2,6 Prozent zulegen. Hinzu kamen starke Daten zum Konsumentenvertrauen. Sie geben Hoffnungen auf ein gutes Weihnachtsgeschäft der Detailhändler zusätzliche Nahrung.

"Es spricht viel für Aktien aus makroökonomischer und fundamentaler Sicht", sagt Anlagestratege Terry Sandven von U.S. Bank Wealth Management. Für gute Stimmung im späten Handel sorgte ferner ein Etappensieg von US-Präsident Donald Trump im Ringen um die von ihm angekündigte Steuerreform. So überwies der Haushaltsausschuss des Senats den Entwurf der Republikaner zur Abstimmung an das Senatsplenum. Dieses wird voraussichtlich noch in dieser Woche mit der Debatte über den Steuerentwurf beginnen.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte geht 1,1 Prozent höher aus dem Handel auf knapp 23'837 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 steigt 1,0 Prozent auf 2627 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewinnt 0,5 Prozent auf 6912 Stellen. Alle drei notieren knapp unter ihren Bestmarken.

Im Fokus der Börsianer stand Powells Anhörung. Dabei präsentierte er sich als Verfechter schrittweiser Zinserhöhungen und signalisierte eine baldige Straffung. Zugleich zeigte er sich entschlossen, als künftiger Fed-Chef in der Tradition seiner Vorgänger Ben Bernanke und Janet Yellen auf mögliche künftige Wirtschaftskrisen handfest zu reagieren. Auf die Frage, ob es immer noch US-Banken gebe, die zu gross seien, um scheitern zu können (too big to fail), entgegnete Powell: "Das würde ich verneinen."

Die Bemerkungen lösten Käufe von Bankaktien aus, die zu den grössten Gewinnern zählen. J.P. Morgan ziehen 3,5 Prozent an, Bank of America 3,9 Prozent.

Gefragt waren auch Buffalo Wild Wings mit einem Kursplus von 6,3 Prozent. Der Finanzinvestor Roark will die Restaurantkette für 2,4 Milliarden Dollar übernehmen.

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17:45

Die Schweizer Börse hat am Dienstag fester tendiert. Für Auftrieb sorgten Händlern zufolge vor allem die als krisensicher geltenden Indexschwergewichte. Rückenwind erhielt der Markt zudem von unerwartet guten US-Konjunkturdaten. Die Stimmung der US-Konsumenten ist nach Angaben des Institut Conference Board so gut wie seit 17 Jahren nicht mehr. Der Leitindex SMI steigt bis Handelsschluss um 0,6 Prozent auf 9320 Punkte.

Die Anleger setzten auf die Indexschwergewichte, weil diese den Industriewerten des breiten Markts hinterherhinken, sagt ein Börsianer. Ein anderer Marktteilnehmer erklärt, diese Titel dürften sich vor dem Jahresende besser schlagen als die heissgelaufenen Nebenwerte. "Gründe für eine Weihnachts-Rally sehe ich nach dem doch recht guten Börsenjahr keine." Die Arzneimittelhersteller Novartis und Roche gewinnen 0,7 und 0,9 Prozent an Wert. Die Titel des Lebensmittelkonzerns Nestlé wurden um 1,3 Prozent höher gehandelt. Morgan Stanley hat sich positiv zu den Aussichten der Schweizer Aktien geäussert und dabei Nestlé als Kronfavoriten bezeichnet, wie der cash Insider berichtet. Die drei SMI-Schwergewichte zeichnen damit praktisch im Alleingang für den Indexanstieg verantwortlich.

Die Aktien von Julius Bär steigen nach dem Kurseinbruch vom Vortag um 1,2 Prozent. Die Titel waren am Montag mehr als 6 Prozent abgesackt, nachdem bekanntgeworden war, dass der langjährige Konzernchef Boris Collardi zum Rivalen Pictet wechselt.

Die Titel von Clariant bröckeln 0,3 Prozent ab. Trotz einer Abfuhr des Clariant-Managements lässt der grösste Aktionär des Spezialchemiekonzerns nicht locker: White Tale dringt weiterhin auf eine Prüfung aller strategischen Optionen für das Schweizer Unternehmen durch eine Investmentbank. Weil der aktivistische Investor beim Unternehmen kein Gehör gefunden habe, will er sein Anliegen nun den anderen Aktionären vorlegen.

Andere zyklische Werte sind meist fester. Die Titel des Elektrotechnikkonzerns ABB rücken 1,1 Prozent vor. ABB und der US-Technologieriese Hewlett Packard haben im Bereich Fabrikdigitalisierung eine strategische Zusammenarbeit vereinbart. Gefragt waren auch die Titel des Personalvermittlers Adecco und der Sanitärtechnikfirma Geberit. Dagegen rutschen die Aktien des Zementkonzerns Lafarge-Holcim 1,0 Prozent ab.

Am breiten Markt fallen die Aktien von Dottikon um 5,3 Prozent. Händler verwiesen auf die geringe Marktliquidität der Spezialchemiefirma. Dottikon erzielte im ersten Geschäftshalbjahr leicht mehr Umsatz und Gewinn. (Lesen Sie den ausführlichen Börsenkommentar zum Dienstag.)

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15:45

Die Rekordjagd der Wall Street geht weiter: Unterstützt von neuen Hoffnungen auf baldige US-Steuersenkungen steigt der US-Standardwerteindex Dow Jones zur Eröffnung am Dienstag um 0,3 Prozent und markiert mit 23'648 Punkten eine neue Bestmarke. Der S&P 500 steigt auf 2607 Zähler. Für ihn ist es der dritte Tag in Folge mit einem Rekordhoch.

Zur positiven Stimmung der Anleger trägt eine Nachricht von US-Präsident Donald Trump über den Kurznachrichtendienst Twitter bei, derzufolge die Steuerreform "gute Fortschritte" mache. Im Tagesverlauf soll im Haushaltsausschuss des US-Senats über die Pläne abgestimmt werden. Allerdings wollen einige Senatoren dagegen stimmen.

Ihr Hauptaugenmerk richten Anleger allerdings auf die Anhörung des designierten US-Notenbankchefs Jerome Powell. In einem vorab veröffentlichten Redetext bekannte er sich dazu, auf mögliche künftige Wirtschaftskrisen entschlossen zu reagieren. "Der Markt betrachtet Powell als Mister Kontinuität", sagt John Hardy, Chef-Anlagestratege der Saxo Bank. Sollten in der Frage- und Antwortrunde allerdings Äusserungen Powells als Hinweis auf eine straffere Geldpolitik gewertet werden, könnten die Kurse in Bewegung geraten.

Bei den Aktienwerten sind unter anderem Buffalo Wild Wings gefragt. Die Aktien der Restaurantkette steigen um 6,6 Prozent auf 156 Dollar. Der Finanzinvestor Roark will die Firma für 157 Dollar je Aktie oder 2,4 Milliarden Dollar übernehmen. Roark gehört bereits die Restaurantkette Arby's.

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13:10

Die Internetwährung Bitcoin hat am Dienstag auf mehreren Handelsplätzen zum ersten Mal die Marke von 10'000 Dollar geknackt. Laut der in der Branche viel beachteten Website Coinmarketcap.com kletterte der Kurs auf 10'177 Dollar. Handelsplattformen wie Coingecko und Gatecoin wiesen ebenfalls Preise oberhalb der psychologisch bedeutenden Marke auf. An den führenden Krypto-Börsen Bitstamp und Coinbase notierte der Kurs aber weiterhin knapp darunter. Der Preis für das von Computern geschaffene Geld hat sich seit Jahresbeginn verzehnfacht.

Hintergrund für den enormen Kursanstieg sind Spekulationen, dass die renommierte US-Börse CME noch dieses Jahr einen Future auf Bitcoin auflegt. Mit einem solchen Finanzprodukt würden Invesotren leichteren Zugang zu der virtuellen Währung haben und sie könnten auf steigende oder fallende Kurse wetten. "Dieser Future könnte als eine Art Dosenöffner für den Massenmarkt dienen", sagt Analyst Timo Emden vom Brokerhaus CMC Markets. Ein indexbasierter Fonds (ETF) auf Bitcoin dürfte nach Meinung von Experten bald folgen. "Schlag auf Schlag könnten Börsenbetreiber ihre Produktpalette Bitcoin-spezifisch anpassen, den Massenmarkt via verschiedenster Handelsinstrumenten bedienen und gleichzeitig eine Menge Geld in die eigenen Kassen spülen."

Zahlreiche Banker warnen allerdings vor Geldanlagen in die virtuelle Währung, für die keine Zentralbank einsteht und die nicht reguliert ist. Kursschwankungen im zweistelligen Prozentbereich sind keine Seltenheit.

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12:45

Der Schweizer Aktienmarkt hat am Dienstag Fahrt aufgenommen und seine Gewinne bis zum Mittag deutlich ausgebaut. Der Rücksetzer zum Wochenstart ist damit fast wieder wettgemacht. Zwar fehlten klare wegweisende Impulse von der Wall Street oder aus Asien, heisst es im Handel. Allerdings profitierten die Aktien europaweit von der jüngsten Entspannung des Euro-Kurses. Dieser ist wieder unter die Marke von 1,19 Dollar gesunken.

Am Nachmittag richtet sich der Blick der Anleger auf verschiedene Konjunkturdaten aus den USA. Vor allem aber erhoffe man sich von der Senatsanhörung des designierten Fed-Chefs Jerome Powell genauere Einsichten, wofür der Kandidat für Janet Yellens Nachfolge an der Spitze der wichtigsten Notenbank der Welt genau steht. In einer vorab veröffentlichten Erklärung sagte Powell, er sei nicht da, um die Dinge bei der Fed durcheinanderzuwirbeln.

Der SMI notiert kurz nach Mittag 0,5% höher bei 9314 Punkten. Der 30 Aktien umfassende SLI legt 0,3% auf 1491 Punkte zu und der breite SPI 0,6% auf 10'684. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 21 im Plus und 9 im Minus.

Clariant büssen gegen den Trend 0,8% ein. Beim Chemiekonzern kocht der Konflikt mit dem Grossaktionär White Tale weiter hoch und nach Ansicht von Analysten läuft alles auf einen Machtkampf hinaus. Am Dienstag ist es zu einer Neuauflage des Schlagabtauschs gekommen, mehr als sattsam bekannte Standpunkte wurden aber nicht wiederholt. Die seit Wochen anhaltende Unsicherheit sei aber Gift für die Aktie.

Julius Bär erholen sich derweil um 0,4%. Am Montag hatte der überraschende und abrupte Abgang des CEO Boris Collardi für einen Kurstaucher von 6,4% gesorgt. Auch Partners Group (+0,9%) notieren höher, während die Grossbankenaktien UBS (-0,1%) und Credit Suisse (-0,2%) den Anschluss verlieren. Letztere wird am Donnerstag den lange erwarteten Investorentag abhalten.

Zugpferd des SMI sind die Papiere des Nahrungsmittelriesen Nestlé (+1,5%), die am Berichtstag ein Allzeithoch erreicht haben. Zusammen mit Novartis (+0,6%) und Roche (+0,5%), die drei defensiven Schwergewichte vereinen mehr als 50% der SMI-Kapitalisierung auf sich, stützen sie den Gesamtmarkt massgeblich.

Gesucht sind aber auch verschiedene zyklische Papiere wie Logitech (+1,0%), Dufry und ABB (je +0,8%) sowie Lonza und SGS (je +0,7%). Für Kühne+Nagel (+0,6%) hat HSBC laut Händlern das Kursziel leicht erhöht, für Panalpina (-0,7%) hingegen das Rating gesenkt.

Im breiten Markt steigen die Aktien des Sensorherstellers AMS um 0,7%. Die Papiere hatten am Vortag unter dem Branchensog gelitten und um 4,6% nachgegeben. Der Auslöser: Ein Kurssturz in den Papieren des koreanischen Technologieriesen Samsung Electronic nach einer Ratingsenkung durch Morgan Stanley.

DKSH (-0,4%) fallen hingegen kaum auf. Der Konzern ist erklärtermassen am Mitbewerber Zuellig Pharma interessiert, und laut Agenturberichten bereitet sich Singapurs Staatsfonds Temasek darauf vor, seinen 20%-Anteil an der Gesellschaft zu veräussern.

Mit Halbjahreszahlen aufgewartet hat der Pharmazulieferer Dottikon (-6,5%). Das Unternehmen hat zwar etwas mehr Umsatz generiert, musste aber wegen hoher Vorleistungen eine etwas tiefere Marge hinnehmen. (Lesen Sie den ausführlichen Börsenbericht zum Mittag.)

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11:10

Die Schweizer Börse hat am Dienstagmorgen nach einer verhaltenen Eröffnung Tritt gefasst und legt zu. Tragende Kräfte sind laut Händlern vor allem die als krisenresistent geltenden Schwergewichte. Der SMI steigt um 0,6 Prozent auf 9316 Punkte. Am Montag war der Leitindex um 0,7 Prozent gefallen.

Impulse erhoffen sich die Anleger von der Anhörung des künftigen Chefs der US-Notenbank Fed, Jerome Powell, vor dem Bankausschuss des US-Senats. Im Zentrum des Interesses stünden Hinweise auf die Geldpolitik der Fed 2018. Vor diesem Hintergrund dürften die Anleger auch das am Nachmittag (MEZ) erwartete Konsumentenvertrauen für November nach Lesart des Wirtschaftsverbandes Conference Board abklopfen.

Die Aktien von Julius Bär gewinnen 1,2 Prozent und machen damit einen kleinen Teil des Vortagesabschlags von mehr als 6 Prozent wett. Die Aktie geriet stark unter Druck, nachdem der langjährige Leiter Boris Collardi unerwartet zur Rivalin Pictet wechselt, um bei der Privatbank Teilhaber zu werden.

Die Titel von Clariant geben leicht nach. Das Seilziehen um den Chemiekonzern geht weiter. Grossaktionär White Tale will nach der Abfuhr von Clariant seine Anliegen nun den übrigen Eignern des Spezialchemiekonzerns unterbreiten. Die Pläne der Firma seien enttäuschend. White Tale wies die Darstellung von Clariant zurück, dass es dem Anleger letztlich um eine Aufspaltung des Konzerns gehe. White Tale sei ein langfristiger Investor. Nach Ansicht der Zürcher Kantonalbank ist Clariant "operativ gut aufgestellt und das erfährt marktseitig Rückenwind." Die Einstufung bleibe "Übergewichten".

Die Anteile der als defensiv eingestuften Pharmakonzerne Novartis und Roche gewinnen 0,8 und 0,5 Prozent. Die Titel des Lebensmittelriesen Nestlé werden um 1,2 Prozent höher bewertet.

Die Aktien der Grossbanken geben frühe Gewinne im Verlauf ab. UBS rutschen gar mit 0,1 Prozent ins Minus. Credit Suisse sind gehalten. Eher negativ tendieren die Versicherungsaktien.

Die Papiere zyklischer Firmen halten sich meist gut. Die Titel des Elektrotechnikkonzerns ABB rücken um 0,8 Prozent vor. Der Sanitärtechniker Geberit gewinnt 0,5 Prozent an Wert und die Aktien des Personalvermittlers Adecco legen 0,4 Prozent zu.

Am breiten Markt sausen die Aktien von Dottikon in den Keller und geben 6,5 Prozent ab. Die Spezialchemiefirma hat im ersten Halbjahr leicht mehr Umsatz und Gewinn verbucht.

Die Aktien von Panalpina verlieren 0,6 Prozent. HSBC hat die Empfehlung für den Fuhrkonzern auf "Reduce" von "Hold" herabgestuft.

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09:30

Trotz negativer Vorzeichen in der Vorbörse steht der SMI nach Handelsbeginn vorbörslich im Plus und steigt um 0,4 Prozent auf 9303. Die US-Indizes gaben am Vorabend keine klare Richtung vor, sie haben sich nach Europaschluss kaum mehr von der Stelle bewegt. Unter den Börsianern dominiere aber insgesamt immer noch ein leichter Optimismus, erklärten Händler.

An einem an Unternehmensnachrichten armen Tag richtet sich der Blick der Anleger bereits auf Konjunkturdaten aus den USA. Am Nachmittag stehen Angaben zu den Lagerbeständen im Grosshandel, der FHFA-Index für den Immobilienmarkt und das Konsumentenvertrauten auf dem Programm. Zudem erhoffe man sich von der Senatsanhörung des designierten Fed-Chefs Jerome Powell genauere Einsichten, wofür der Kandidat für Janet Yellens Nachfolge an der Spitze der wichtigsten Notenbank der Welt genau steht.

Einzig Sika stechen mit +0,8 Prozent etwas heraus. Der Chemiekonzern verstärkt sich im Bereich Automobil und übernimmt die deutsche Faist ChemTec Group. Der Hersteller von Lösungen zur Lärmreduktion in Fahrzeugen kommt auf einen Jahresumsatz von 190 Mio CHF. Julius Bär (+0,9 Prozent) erholen sich nach den Verlusten von gestern.

Bei Clariant (unv.) kocht der Konflikt mit dem Grossaktionär White Tale derweil weiter hoch. Man habe nie die Aufspaltung des Unternehmens angestrebt, entgegnet White Tale einer Clariant-Stellungnahme vom letzten Freitag. Man freue sich nun darauf, seine Anliegen den Aktionären von Clariant direkt vorzulegen. In welcher Form dies geschehen soll, sei noch offen, sagte ein Sprecher zu AWP. Dies könne in direkten Gesprächen, an der ordentlichen Generalversammlung oder einer ausserordentlichen Generalversammlung geschehen.

Analystenvoten könnten die Logistiker bewegen. So hat laut Händlern HSBC das Rating für Panalpina (-2 Prozent) gesenkt, für Kühne+Nagel (-0,1 Prozent) aber das Kursziel leicht erhöht.

Im breiten Markt lohnt sich ein Blick auf die Aktien des Sensorherstellers AMS (+1,7 Prozent). Die Papiere hatten am Vortag unter dem Branchensog gelitten und um 4,6 Prozent nachgegeben. Der Auslöser: Ein Kurssturz in den Papieren des koreanischen Technologieriesen Samsung Electronic nach einer Ratingsenkung durch Morgan Stanley.

Mit Halbjahreszahlen aufgewartet hat der Pharmazulieferer Dottikon (+1,9 Prozent). Das Unternehmen hat zwar etwas mehr Umsatz generiert, musste aber wegen hoher Vorleistungen eine etwas tiefere Marge hinnehmen.

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08:20

Sorgen um eine schärfere Regulierung des Finanzmarktes in China haben Anleger in Asien am Dienstag vorsichtig gestimmt. An den Börsen in der Volksrepublik gab es Verluste, der japanische Leitindex Nikkei ging unverändert mit 22'486 Punkten aus dem Handel. Der breiter gefasste Topix verlor 0,3 Prozent auf 1'772 Zähler. Auch der MSCI-Index für Aktien ausserhalb Japans notierte schwächer.

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08:15

Der SMI steht vorbörslich mit einem Minus von 0,07 Prozent auf 9258 Punkte unter Druck. Lediglich Sika (+0,4 Prozent), wo eine Übernahme vermeldet wurde, entzieht sich dem Abwärtstrend (zu den vorbörslichen Kursen).

Nachrichten gibt es eher wenig. Bei der Credit Suisse (-0,12 Prozent) hat Grossaktionär Harris Associates auf knapp unter 5 Prozent gesenkt. Die Aktien von Julius Bär, die am Vortag nach der Mitteilung über den Abgang des langjährigen Konzernchefs Boris Collardi um mehr als sechs Prozent eingebrochen waren, wurden vorbörslich um 0,09 Prozent leichter indiziert

Clariant-Grossaktionär White Tale hält an Forderung fest

Bei den SLI-Titel geht der Zwist zwischen Clariant (-0,05 Prozent) und dem Grossaktonär White Tale geht weiter. Die Aktien Panalpina (-0,85 Prozent) wurden von der HSBC von "Hold" auf "Reduce" gesetzt.

Impulse erhofften sich die Anleger von der Anhörung des künftigen Chefs der US-Notenbank Federal Reserve (Fed), Jerome Powell, vor dem Bankausschuss des US-Senats. Im Zentrum des Interesses stünden Hinweise auf die Geldpolitik der Fed 2018. Vor diesem Hintergrund dürften die Anleger auch das am Nachmittag (MEZ) erwartete Verbrauchervertrauen für November nach Lesart des Wirtschaftsverbandes Conference Board abklopfen.

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06:50

Die Tokioter Börse hat ins Minus gedreht. Der Nikkei der 225 führenden Werte stieg bis zum späten Vormittag um 0,14 Prozent tiefer auf 22'466 Punkte. Bei den Einzelwerten verteuerten sich die Aktien von Howa Machinery, einem Hersteller von Feuerwaffen, mehr als 13 Prozent. Die Anteilsscheine des Gasmaskenproduzenten Koken rückten um 3,1 Prozent vor. Sorgen, dass Nordkorea erneut eine Rakete abfeueren könnte, hätten Anleger in die Rüstungswerte getrieben, sagten Händler.

Dagegen verbilligten sich Toray-Industries-Papiere um mehr als acht Prozent. Der Hersteller von Kohlenstofffasern hatte zuvor eingeräumt, dass eine Tochtergesellschaft Daten gefälscht haben soll.

Der Euro stagnierte im fernöstlichen Handel zum Dollar. Die europäische Einheitswährung kostete zuletzt 1,1898 Dollar. Zum Yen legte die US-Währung leicht auf 111,27 Yen zu. Der Schweizer Franken notierte bei rund 0,9813 Franken je Dollar und bei etwa 1,1678 Franken je Euro.

(cash/AWP/Reuters/SDA)