Börsen-Vorschau - An der Börse ziehen dunkle Wolken auf

Anleger müssen sich nach Einschätzung von Experten in der neuen Woche auf Turbulenzen an den Börsen einstellen.
06.10.2018 12:55
Mehrere Faktoren  verderben den Börsen im Moment die Laune.
Mehrere Faktoren verderben den Börsen im Moment die Laune.
Bild: pixabay.com

"Ein Mix an Belastungsfaktoren drückt derzeit auf die Stimmung", sagt Analyst Frank Klumpp von der Landesbank Baden-Württemberg. Er nennt unter anderem die Schuldenprobleme Italiens sowie den Zollstreit zwischen China und den USA, bei dem sich keine Lösung abzeichnet.

Die Erwartungen von Anlegern an schneller steigende Zinsen in den USA sind nach Ansicht von Jochen Stanzl, Analyst beim Handelshaus CMC Markets, der grösste Partykiller an der Börse. "Die Dividendenrendite im S&P-500-Index liegt bei 1,7 Prozent, während man auf zwei Jahre bereits fast 2,9 Prozent pro Jahr Zinsen mit US-Staatsanleihen erhält", erläutert er. "Hier entwickelt sich ein echtes Konkurrenzprodukt für Aktien."

Auslöser für die Rally waren Spekulationen von Anlegern auf schneller steigende Zinsen in den USA, weil dort die Konjunktur brummt und der Arbeitsmarkt rund läuft. Auch die Renditen der europäischen Anleihen legten zuletzt deutlich zu.

US-Bilanzsaison startet

Der SMI sank am Freitag um 0,6 Prozent auf 9042 Punkte. Im Wochenvergleich ergab sich damit ein Minus von ebenfalls rund einem halben Prozent.

Für Impulse könnte auch die US-Bilanzsaison sorgen. Die drei Banken J.P. Morgan, Wells Fargo und Citigroup legen am Freitag ihre Quartalszahlen vor. US-Finanzinstitute dürften wie bereits in den Vorquartalen von den Steuersenkungen zu Jahresanfang, den steigenden Zinsen und der brummenden US-Konjunktur profitieren.

In der Schweiz wird am Dienstag der Aromenhersteller Givaudan die Berichtsaison eröffnen und den Umsatz nach neun Monaten bekanntgeben. Tags darauf berichtet der Schraubenspezialist Bossard. Die Bilanzsaison der in der Schweiz börsenkotierten Unternehmen wird aber erst übernächste Woche richtig Fahrt aufnehmen.

Das Konjunkturhighlight aus den USA - die Inflationsdaten - steht am Donnerstag auf dem Zettel. Analystin Christine Schäfer von der DZ Bank geht davon aus, dass der Druck auf die US-Preise moderat ausfällt. "Wie auch im Juli und August dürfte sich im September der gesamte Warenkorb nur um 0,2 Prozent gegenüber dem Vormonat verteuert haben."

(Reuters/cash)