Börsen-Vorschau - Die Anleger fiebern einer Fed-Zinssenkung entgegeben

Nach dem Zinsentscheid ist vor dem Zinsentscheid: Da die Europäische Zentralbank (EZB) sich dazu entschlossen hat, die Füsse vorerst stillzuhalten, richten Anleger ihre Aufmerksamkeit auf die US-Notenbank.
27.07.2019 11:15
Schrittweise nach unten: Bis wohin gehen die Zinsen?
Schrittweise nach unten: Bis wohin gehen die Zinsen?
Bild: Pixabay

Eine Zinssenkung der Fed in der neuen Woche gilt als sicher. Der Offenmarktausschuss der amerikanischen Notenbank wird am Mittwoch, dem 31. Juli den jüngsten geldpolitischen Entscheid publizieren. 

Ein Zinsschritt nach unten sei als Absicherung gegen eine mögliche Abkühlung der US-Konjunktur zu verstehen, schreiben die Commerzbank-Ökonomen Christoph Balz und Bernd Weidensteiner in einer Analyse. Erwartet wird, dass der US-Leitzins um 0,25 Basispunkte sinken wird. "Wenn die Fed die Zinsen aus Vorsichtsgründen senken will, würde dies eigentlich einen Schritt um 50 Basispunkte nahelegen. Allerdings könnte dies der Markt auch als Signal auffassen, dass die Fed-Verantwortlichen sich ernsthafte Sorgen machen und womöglich etwas wissen, was der Markt nicht weiss." Bislang taxieren Investoren die Wahrscheinlichkeit einer US-Zinssenkung um 50 Basispunkte - also einen halben Prozentpunkt - auf knapp 20 Prozent.

Grössere Kursgewinne der wichtigen Börsenindices in der neuen Woche seien aber nicht zu erwarten, prognostiziert Portfolio-Manager David Wehner vom Vermögensverwalter Do Investment. Schliesslich hätten Fed und auch die Europäische Zentralbank (EZB) Investoren auf eine Lockerung der Geldpolitik eingestimmt.

Der SMI tendierte über die Woche knapp unter der Linie von 10'000 Punkten. Am Freitag schloss der Index bei 9968 Punkten, nachdem er Im Handelsverlauf bei 10'002 Zählern ein Tageshoch markiert hatte.

Zahlreiche Bilanzen werden vorgelegt

Das Schweizer Börsengeschehen wird trotz der Handelspause am 1. August von einer grösseren Zahl an Unternehmensnachrichten geprägt sein. Am Dienstag legen der Duty-Freekonzern Durfy, die Maschinenbaugruppe Bucher, die Industrieunternehmen Carlo Gavazzi, Kardex, Lem wie auch der Verpackungsmaschinenbauer SIG Combibloc, das Biotechunternehmen Cosmo und der Vermögensverwalter GAM ihre Halbjahreszahlen vor.

Am Mittwoch Folgen mit der Grossbank Credit Suisse, dem Zementkonzern LafargeHolcim und dem Rückversicherer Swiss Re drei SMI-Unternehmen mit Halbjahreszahlen (bei der CS auch separat Zweiquartalszahlen). News wird es auch von Logistiker Ceva, dem Rohstoffkonzern Glencore und der Beteiligungsgesellschaft Pargesa geben. Auch die Schweizerische Nationalbank wird über ihr zweites Quartal berichten. 

m Ausland öffnen unter anderem der Siemens-Rivale General Electric (GE) und der Kosmetik-Hersteller L'Oreal ihre Bücher.  Auch der deutsche Chemieriese Bayer wird von sich hören lassen, wie auch der Autobauer BMW, der Elektrotechnik-Konzern Siemens oder der Versicherer Allianz. Der iPhone-Anbieter Apple veröffentlicht ebenfalls eine Zwischenbilanz.

US-Konjunkturdaten und Dauerkonflikte Zölle und Iran

Besonders gespannt warten Anleger auf die US-Beschäftigtenzahlen am Freitag. Einen Vorgeschmack liefern die Daten der privaten US-Arbeitsagentur ADP am Mittwoch - wenige Stunden vor Bekanntgabe des Fed-Zinsentscheids. Hinweise auf das Tempo der erwarteten Lockerung der Geldpolitik erhoffen sich Börsianer auch von den US-Konsumausgaben am Dienstag. Die Einkäufe der Verbraucher gelten als Hauptstütze der weltgrössten Volkswirtschaft. Wenige Stunden davor werden die Barometer für die Stimmung der deutschen und europäischen Verbraucher veröffentlicht. Am Donnerstag folgen die Indizes für die Laune der deutschen und europäischen Einkaufsmanager.

Vom Dauerbrenner-Thema Zollstreit zwischen den USA und China erwartet Finanzmarkt-Experte Tobias Vogt vom Vermögensverwalter Lazard vorerst keine grösseren Störfeuer. "Der US-Präsident ist bereit zu provozieren, jedoch vorerst besonnen genug, keine weitere Eskalation mit China zu riskieren." Mit einem Auge schielen Börsianer allerdings auf die Spannungen zwischen dem Westen und Iran. Eine Eskalation würde den Ölpreis in die Höhe treiben.

(cash/Reuters)

 

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