Börsen-Vorschau - Handelsstreit kann Börsenkurse weiter zerzausen

Börsianer müssen nächste Woche jederzeit damit rechnen, dass eine neue Wendung im Handelskonflikt USA-China die Aktienkurse durcheinanderbringt.
18.05.2019 17:32
Chinas Wirtschaft im Zentrum des Handelstreits: Shopper bummeln in Shanghai.
Chinas Wirtschaft im Zentrum des Handelstreits: Shopper bummeln in Shanghai.
Bild: Pixabay

Anleger müssen sich Experten zufolge auf anhaltend wechselhaftes Börsenwetter einstellen. Vor allem der Handelskonflikt zwischen den USA und China kann für neue Turbulenzen sorgen. Der Streit dreht sich bekanntlich nicht nur um Zölle. Vielmehr stehen Technologieführerschaften, offene Marktzugänge, der Schutz geistigen Eigentums, staatliche Unterstützung von Unternehmen und schliesslich die anstehende Neuordnung der globalen wirtschaftlichen Rangordnung im Zentrum.

"Unser Grundgedanke bleibt, dass die USA und China ein Handelsabkommen abschliessen werden, da beide Länder dies benötigen", sagt Fabiana Fedeli, Aktienchefin beim Vermögensverwalter Robeco. "Allerdings ist das Restrisiko, dass eine Einigung nicht zustande kommt oder sich deutlich verzögert, deutlich gestiegen." Dies würde die Konjunktur dämpfen und gleichzeitig die Inflation in die Höhe treiben, was die US-Notenbank Federal Reserve zu Zinserhöhungen zwingen würde, ergänzt Fedeli.

Berichtssaison geht weiter

Auch der Schweizer Aktienmarkt hat das Tauziehen über den Pazifik wieder deutlich zu spüren bekommen. Weil zuletzt die Hoffnung auf eine Einigung zwischen Peking und Washington überwiegte, hat der SMI zugelegt. Der Leitindex SMI stand am Freitag zum Handelsschlusss bei 9659 Punkten praktisch unverändert zum Vortag. Auf Wochensicht bliebt aber ein Plus von 2 Prozent.

Neben den globalen Faktoren werden sich die Anleger auch weiter auf Unternehmens- und Konjunkturnachrichten konzentrieren. Am Dienstag berichten die Artemis-Holding von Financier Michael Pieper sowie der Hörtechnikkonzern Sonova über ihre Zahlen. Am Mittwoch öffnen die Technologiefirma Lem und das Immobilienunternehmen Züblin ihre Bücher, ausserdem führt Novartis den Investorentag durch.

Am Donnerstag erfahren Anleger mehr über das Medizinaltechnikunternehmen Ypsomed, während am Freitag ein Zwischenbericht der Privatbank Julius Bär publiziert wird. Zum Zustand der Schweizer Wirtschaft informiert am Donnerstag das Bundesamt für Statistik mit den Produktionsstatistiken im ersten Quartal. 

EU-Wahlen als Unsicherheitsfaktor

An den Börsen werfen ferner die Europawahlen ihre Schatten voraus. Ein Erfolg der rechtspopulistischen italienischen Lega könnte zu einem Bruch der Regierungskoalition in Rom und zu Neuwahlen führen, prognostiziert Volkswirt Reto Cueni vom Vermögensverwalter Vontobel. "Das wäre wohl längerfristig gut für Italiens Wirtschaft, dürfte aber kurzfristig die Unsicherheit erhöhen."

Auch Grossbritannien steht Experten zufolge vor einem Regierungswechsel, sollte die Konservative Partei von Premierministerin Theresa May wie in Umfragen vorhergesagt bei der Europawahl eine krachende Niederlage einstecken müssen. "Es erscheint immer wahrscheinlicher, dass May ohne Neuwahlen durch einen Brexit-Befürworter ersetzt wird", sagt Adam Cole, Chef-Anlagestratege für Devisen bei der Investmentbank RBC Capital Markets. "Dies erhöht automatisch die Wahrscheinlichkeit eines 'No Deal'-Brexit."

(Reuters/cash)

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