Börsen-Vorschau - Keine Spur von einem Goldenem Herbst an der Börse

Anlegern steht nach Einschätzung von Experten erneut eine trübe Woche bevor.
10.11.2018 11:09
Mehr Faule als reife Äpfel?
Mehr Faule als reife Äpfel?
Bild: © Franz Peter Rudolf - Fotolia.com

"Der derzeitige Cocktail aus Störfaktoren dürfte die Börsen auch weiterhin beschäftigen", sagt der Leiter der Vermögensberatung beim deutschen Bankhaus Bauer, Thomas Metzger, zur Nachrichtenagentur Reuters. So lange nicht ein oder zwei der geopolitischen Bremsklötze - wie der Handelsstreit oder die Brexit-Verhandlungen - wegfielen, werde die Hängepartie weitergehen.

 

 

Dies könnte bedeuten, dass es auch am Schweizer Aktienmarkt wieder abwärts geht. Der SMI schloss am Freitag zwar um 0,2 Prozent tiefer mit 9074 Punkten. Im Vergleich zum Ende der Vorwoche lag der Leitindex damit aber immer noch um 0,9 Prozent im Plus. Auf der anderen Seite dürfte aber der Druck abnehmen, der durch Gewinnwarnungen und schlechte Unternehmensergebnisse entstanden ist, denn die Berichtsaision geht ihrem Ende entgegen.

Nächste Woche wird am Dienstag der neu an der Börse kotierte Logistiker Ceva die Zahlen zum dritten Quartal vorlegen und am Mittwoch folgt ein Neunmonatszwischenbericht des Versicherungskonzerns Bâloise. Die Technologieunternehmen Comet und Daetwyler werden Investorentage durchführen.

Handelsstreit und Italienkrise

Ein Unsicherheitsfaktor für Investoren sei durch die Kongresswahlen in den USA inzwischen aus dem Weg geräumt, sagt James Athey vom Vermögensverwalter Aberdeen Standard. Allerdings werde es noch eine Weile dauern, bis Anleger die wirtschaftlichen Folgen der politischen Spaltung in den USA konkret verstünden. Die Demokraten haben die Mehrheit im Repräsentantenhaus erobert, im Senat behielten aber die Republikaner von US-Präsident Donald Trump die Oberhand. Nun fürchten Experten etwa eine Eskalation im Handelsstreit.

Im Fokus steht in der neuen Woche die in der Eurozone. Die Analysten der DZ Bank rechnen damit, dass die am Mittwoch erwarteten Daten zum deutschen Bruttoinlandsprodukt (BIP) zeigen, dass die Wirtschaft im Sommer eine Pause eingelegt hat. "Die Wirtschaftsleistung könnte zwischen Juli und September sogar leicht gesunken sein", sagt Volkswirt Michael Holstein. Vor allem Schwierigkeiten der Autobranche sowie Schwächen des Baugewerbes und der Einzelhändler hätten belastet. Die EU-Kommission hat bereits ihre BIP-Prognosen für 2018 und 2019 gesenkt.

Besonders wenig Wachstum erwartet die Brüsseler Behörde für Italien, das unter einem riesigen Schuldenberg ächzt. Das südeuropäische Land muss bis Dienstag einen geänderten Haushaltsplan für das kommende Jahr vorlegen, da sonst ein Strafverfahren der EU droht. Der parteilose Finanzminister Giovanni Tria bekräftigte gerade in einer Parlamentsanhörung, dass an den Hauptsäulen des Budgets nicht gerüttelt werde.

(Reuters)