Börsen-Korrektur: Diese Aktien fielen am meisten

Die seit knapp zwei Wochen andauernde Korrektur an der Schweizer Börse liess einige Aktien teils stark fallen. Bei einigen bieten sich Einstiegsmöglichkeiten.
06.06.2013 06:58
Von Frédéric Papp
Seit dem SMI-Höchstand am 22. Mai haben die Bären die Oberhand.
Seit dem SMI-Höchstand am 22. Mai haben die Bären die Oberhand.
Bild: Bloomberg

Seit dem Jahreshöchststand im Swiss Market Index (SMI) am 22. Mai bei 8411 Zählern beherrschen die Bären die Szene. Der SMI büsste seither knapp 8 Prozent ein und notiert zu Wochenmitte erneut unter der charttechnisch wichtigen 7800-Punkte-Marke. Es drohen nun weitere Kursrücksetzer bis 7500 Zähler.

Es ist die grösste Korrektur seit dem Einsetzen der Rally Mitte vergangenen Jahres. Die Ungewissheit über den geldpolitischen Kurs der US-Notenbank Fed, verunsichert die Investoren zunehmend. Sie realisieren die Gewinne und halten sich gleichzeitig mit Käufen zurück. Den "Käuferstreik" hat bislang rund ein Siebtel der über 200 an der Schweizer Börse SIX kotieren Titel getroffen. Sie korrigierten in den vergangenen 11 Tagen teils deutlich stärker als der Gesamtmarkt. Darunter befinden sich auch bekannte Namen.

Etwas überraschend tauchen die Genussscheine des Pharmariesen Roche unter den Verlierer-Titeln auf. Der "Bon" tauchte seit dem SMI-Jahreshoch, das gleichzeitig das Allzeithoch des Roche-Genussscheins markiert, um 11 Prozent (siehe Tabelle).

Trotz dieses scharfen Kurstauchers zählen die Papiere aber nach wie vor zu den Topperformern im 2013. Und das Blatt scheint sich zu wenden: Am Montag und Dienstag erholte sich der Kurs, und am Mittwoch gaben die Roche-Titel deutlich weniger nach als der Gesamtmarkt. Marktbeobachter erwarten denn auch eine Gegenreaktion (zum Artikel). Überdurchschnittlich stark gelitten haben auch die Novartis-Aktien.

Basler KB unter Druck, Prinzip Hoffnung bei Züblin

Mit einem Kursabschlag von rund 21 Prozent belegen die Partizipationsscheine (PS) der Basler Kantonalbank den zweitletzten Platz aller kotierten Titel im Swiss Performance Index (SPI). Schlimmer erwischt haben es nur die Papiere der Genfer Biotech-Gesellschaft Addex mit einem Minus von 41 Prozent. Im Branchenvergleich belegen die Titel der Basler Staatsbank gar den letzten Rang. Der weitere Kursverlauf ist abhängig vom Ausgang der Beratungen im Schweizer Parlament über die Lösung des US-Steuerstreits. Auf dem Basler PS lastet der potenziell kostspielige US-Steuerstreit besonders stark, da die Bank Vermögen ehemaliger amerikanischer UBS-Kunden angenommen hatte.

Unter den Immobiliengesellschaften haben die Züblin-Papiere mit knapp 11 Prozent am meisten verloren. Die Papiere leiden unter dem Verkaufsdruck aber schon seit Mai vergangenen Jahres. Einen zusätzlichen Dämpfer gab es Mitte April als Züblin einen Konzernverlust für das Geschäftsjahr 2012/13 über 89 Millionen Franken kommunizierte. Ein Ausblick gab Züblin-CEO Bruno Schefer nicht bekannt. Nur soviel: "Wir hoffen, in einem Jahr wieder mit besseren Zahlen vor ihnen zu stehen", sagte er an der Bilanzmedienkonferenz im April. Fest steht, dass die Aktionäre erst wieder in zwei Jahren mit einer Dividende rechnen dürfen.

China-Schwäche belastet Richemont, Bodenbildung bei AMS

Neben Roche und Novartis findet sich mit Richemont ein weiterer SMI-Vertreter im Verlierertableau. Die Papiere des Genfer Luxusgüterherstellers notieren seit dem SMI-Hoch am 22. Mai ebenfalls 11 Prozent tiefer (siehe Tabelle). Über einen Zeitraum von 12 Monaten betrachtet, liegt die Aktie aber immer noch an der Spitze. Das Plus beträgt satte 60 Prozent. Auf den Titeln lastet primär die Wachstumsschwäche in China, einem zentralen Markt für Richemont. Die Uhrenexporte gingen im April deutlich zurück. Das ausgehandelte Freihandelsabkommen zwischen der Schweiz und China, wonach die Zölle auf Schweizer Uhren um zwei Drittel gekürzt werden sollen, wirkte sich bis anhin nicht positiv auf den Kursverlauf aus. Unter Abgabedruck stehen auch die Inhaberaktien von Swatch.

Im Technologiesektor traf die Verkaufswelle vor allem die Valoren des österreichischen Halbleiterherstellers AMS, dessen Aktien auch an der Schweizer Börse gehandelt werden. Allein seit dem SMI-Jahreshöchststand korrigierte die Aktie 12 Prozent. Seit dem Erreichen der Rekordmarke bei 122 Franken Mitte Februar verlor die Aktie wieder ein Viertel ihres Wertes. Derzeit notieren die Titel bei 89 Franken.

Der vorgezogene Abgang des CEO John Heugle Mitte Mai sorgte neben enttäuschenden Quartalszahlen für Verunsicherung unter den Investoren. Dennoch zeichnet sich langsam eine Bodenbildung ab. AMS wurde kürzlich vom Londoner Broker Mirabaud Securities zum Kauf empfohlen und setzte das Kursziel bei 111 Franken fest. Mehr Aufschluss über den laufenden Geschäftsgang und den Ausblick gibts an der Halbjahrespräsentation am 27. Juli.

 

Kursabschläge von gängigen SPI-Aktien seit dem Börsen-Jahreshoch

Titel Performance seit 22. Mai
Basler KB PS -21 %
AMS -12%
Züblin -11 %
Roche GS -11%
Richemont -11%
Orascom -10%
Novartis -9%
Adecco -9%
Swatch -8%
APG -8%

Quelle: cash.ch, Stand: 5. Juni 2013