Börsen-Talk: «Der SMI wird hoch bleiben»

Thomas Della Casa, Anlagechef der Neuen Helvetischen Bank, glaubt nicht an eine scharfe Korrektur des Swiss Market Index - trotz eines möglichen «Störenfriedes». Im cash-Börsen-Talk nennt er Titel mit Aufholpotenzial.
15.03.2013 06:00
Von Frédéric Papp
Thomas Della Casa, Anlagechef Neue Helvetische Bank, im cash-Börsen-Talk.
Bild: cash

Der Schweizer Leitindex SMI werde das Jahr unter 7000 Punkte beenden, prognostizierte die Bank Sarasin kürzlich in einer Studie. Auch Thomas Stucki, Anlagechef bei der Hyposwiss, warnte vor zwei Wochen im cash-Börsen-Talk vor einem Absturz des SMI in den kommenden Wochen in der Grössenordnung von 10 Prozent.

Deutlich positiver gestimmt für den Schweizer Börsenbarometer ist Thomas Della Casa. Der Anlagechef bei der Neuen Helvetischen Bank sagt im cash-Börsen-Talk: "Ich rechne in den kommenden Wochen weiterhin mit steigenden Kursen." Kurstreibend wirke die nach wie vor grosse Liquidität, die mangels alternativen Anlagemöglichkeiten in die Märkte dränge.

Einzig negative Signale aus Frankreich, der zweitgrössten Volkswirtschaft der Eurozone, könnten die Aktienmärkte unter Druck setzen, sagt Della Casa. "Die Korrektur dürfte aber nur zwischen fünf bis sechs Prozent betragen." Und diese sei ohnehin nur temporär. "Per Ende Jahr wird der SMI über 8000 Punkte stehen", sagt Della Casa. Am Donnerstag schloss die Schweizer Börse bei 7843 Zählern.

Starkes Kurspotenzial bei Galenica

Die Börsenrally, welche nun schon seit Juni des letzten Jahres andauert, trieb so manchen Aktienkurs auf Allzeithochniveaus. Entsprechend limitiert sind die Chancen für weitere Kursavancen. Es gibt aber noch Titel, die mit Kursschüben überraschen dürften, allen voran jene des Pharma- und Apothekerkonzerns Galenica.

"In den kommenden zwölf Monaten liegen Kurssteigerungen von gegen 30 Prozent drin", sagt Della Casa, der seit über 20 Jahren in Industriefirmen und im Finanzbereich tätig ist. Gezündet werde der Kursschub, sobald das Eisenpräparat Injectafer für den amerikanischen Markt zugelassen werde. Er geht davon aus, dass das Medikament in den USA ein Blockbuster werde, weil der Markt bei der intravenösen Verabreichung von Eisen gegenüber dem europäischen Markt deutlich hinterherhinkte. Della Casa rechnet mit einer Zulassung durch die amerikanische Gesundheitsbehörde FDA noch im laufenden Jahr.

Bezüglich des Kurspotenzials der Galenica-Titel gehen die Meinungen auseinander. Die Aktienauguren der Bank Vontobel zum Beispiel empfehlen, die Aktie zu verkaufen. Sie gehen von einem Kursrücksetzer auf 460 Franken aus. Derzeit notieren die Papiere bei rund 570 Franken.

Kardex, ABB und Georg Fischer im Fokus

Neben Galenica hat der Anlagechef der noch jungen Bank – sie wurde im Januar 2011 gegründet - weitere Kaufkandidaten auf dem Zettel. Ein Turnaround-Kandidat sei zum Beispiel Kardex. Die Titel des Lagerlogistik-Konzerns könnten in den kommenden zwölf Monaten auf gegen 40 Franken anziehen, so Della Casa. Beim aktuellen Kursstand von 31 Franken wäre dies eine Verteuerung um knapp 30 Prozent.

Kardex präsentierte am Donnerstag überzeugende Zahlen für das Geschäftsjahr 2012. Das Unternehmen schlägt eine Dividendenausschüttung von 1,20 Franken vor. 2011 hatten die Anteilseigner noch auf eine Gewinnbeteiligung verzichten müssen. Zudem gibt sich das Unternehmen für das laufende Jahr zuversichtlich – die Aktie kletterte am Donnerstag um gut 5 Prozent.

Unterschätzt würden auch die Titel des Industriekonzerns Georg Fischer. "Die Qualität der künftigen Erträge werde sich in den kommenden zwei Jahren verbessern und eine Höherbewertung des Titels zur Folge haben", sagt Della Casa. Zusätzlich zu Georg Fischer hebt Della Casa den Daumen auch für die ABB-Aktie. Die Performance der Valoren liegt im Jahresvergleich mit dem SMI deutlich zurück.

 

Im cash-Börsen-Talk sagt Della Casa, weshalb die USA für Anleger ein interessantes Pflaster sind und nennt Titel mit Gewinnpotenzial. Zudem äussert er sich über die künftige Kursentwicklung des Dollars gegenüber dem Franken.