Börsen-Talk: «Gewinne immer wieder realisieren»

Die Aktienmärkte sind 2013 wieder volatiler, sagt Martin Hüfner, Chefökonom von Assenagon Asset Management, im cash-Börsen-Talk. Im Skype-Video sagt er, wieso Anleger ihre Strategie überlegen sollten.
16.12.2012 03:45
Von Frédéric Papp
Martin Hüfner, Chefökonom Assenagon Asset Management, im cash-Börsen-Talk.
Bild: cash

Zum Jahreswechsel wirft die US-Notenbank Fed kräftig die Notenpresse an und schwemmt die Märkte mit Milliarden von Dollar. Aber auch von der japanischen Zentralbank erhoffen sich Investoren weitere Liquiditätsspritzen. Die Fortsetzung der Hausse an den Aktienmärkten ist somit vorprogrammiert.

"Die Aktienmärkte werden von dieser Geldschwemme leben", sagt Martin Hüfner, Chefökonom bei Assenagon Asset Management, im cash-Börsen-Talk.

Die Aktionen der Zentralbanken in Kombination mit den rekordtiefen Zinsen werden den Anlagenotstand noch verstärken. Um eine angemessene Rendite zu erwirtschaften, müssen Anleger immer mehr in Aktien investieren. Allerdings: Die Aktienkurse sind in den letzten Monaten bereits signifikant angestiegen. So legte zum Beispiel der Swiss Market Index (SMI) seit Ende Juni rund 19 Prozent zu, der Deutsche Aktienindex DAX sogar 21 Prozent. Hinzu kommt, dass auch schlechtere Konjunkturnachrichten auf die Kurse drücken könnten.

Als Folge davon dürften sich die Börsen weit volatiler entwickeln, als dies in der Vergangenheit der Fall war, warnt Hüfner, der seit 2009 als Chefökonom der Assenagon-Gruppe tätig ist. Er rät deshalb Anleger, dass sie ihre Anlagestrategie anpassen sollten. 

Kurzfristiger agieren

Zum einen sei eine vermehrte Diversifikation der Anlagen notwendig. Zum anderen empfiehlt der Chefökonom: "Anleger müssen kurzfristiger operieren", und präzisiert: "Gewinne zwischen 10  bis 20 Prozent sollten realisiert werden." Es spreche auch nichts dagegen, dieselbe Aktie innerhalb eines Jahres mehrmals zu kaufen und zu verkaufen.

Für risikoscheue Anleger rät Hüfner zu Titeln mit einer soliden Bilanzstruktur und einer attraktiven Dividende: "Ein guter Kauf wäre Roche oder Nestlé." Für risikotolerantere Investoren seien hingegen auch zyklische Titel ein Kauf. Aber auch hier gelte das Prinzip: "Bei einem Gewinnzuwachs nicht zaghaft agieren."

Im cash-Börsen-Talk äussert sich Hüfner zu den geldpolitischen Massnahmen der US-Notenbank, zum Zustand der Eurozone und dessen Einfluss auf die Entwicklung des Schweizer Frankens.