BR Schneider-Ammann besucht Kretschmann in Stuttgart

Die Schweiz und das deutsche Bundesland Baden-Württemberg wollen gemeinsam den digitalen Wandel vorantreiben. Bundesrat Johann Schneider-Ammann hat sich am Montag in Stuttgart mit Baden-Württembergs Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann zu einem Meinungsaustausch getroffen.
20.02.2017 20:08

Sowohl der Bundesrat wie auch Ministerpräsident hatten im vergangenen Jahr ihre Digitalisierungsstrategien vorgelegt. Das Zusammentreffen in Stuttgart diente dem Erfahrungs- und Meinungsaustausch, wie Noé Blancpain, Sprecher des Eidg. Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF), gegenüber der Nachrichtenagentur sda erklärte. Konkrete Beschlüsse seien nicht gefasst worden.

Zeitgleich tauschten sich Experten aus der Schweiz und aus Baden-Württemberg über die neuen Technologien aus. Dieser Austausch soll fortgesetzt werden.

Der Bundesrat will mit seiner neuen Strategie "Digitale Schweiz" die Schweiz für eine digitale Zukunft fit trimmen. Auch in Baden-Württemberg wird mit "digital@bw" der digitale Wandel vorangetrieben, vor allem in der für das Bundesland wichtigen Autoindustrie.

Die gegenseitigen Wirtschaftsbeziehungen sowie die Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative und ihre Auswirkungen auf die Personenfreizügigkeit wurden erneut thematisiert. Dabei informierte Schneider-Ammann Kretschmann über den aktuellen Stand. Knapp 60'000 deutsche Staatsangehörige, grösstenteils aus Baden-Württemberg, kommen täglich zur Arbeit in die Schweiz.

Im Vorfeld hatte sich Schneider-Ammann mit Baden-Württembergs Wirtschaftsministerin Nicole Hofmeister-Kraut getroffen. Dabei ging es hauptsächlich um den freien Handelsverkehr, den Fachkräftemangel und die Unsicherheiten rund um die neue Situation mit der US-Regierung.

WICHTIGSTER HANDELSPARTNER

Deutschland ist mit Abstand der wichtigste Wirtschaftspartner der Schweiz. Beinahe ein Fünftel des schweizerischen Aussenhandels wird laut Angaben des WBF mit dem nördlichen Nachbarn abgewickelt. Mehr als zwei Fünftel aller Schweizer Exporte nach Deutschland gehen dabei nach Baden-Württemberg und rund 30% der Schweizer Importe aus Deutschland stammen aus diesem Bundesland.

Das Handelsvolumen zwischen der Schweiz und Baden-Württemberg lag 2015 mit 28,3 Mrd CHF nur sehr geringfügig unter dem Handelsvolumen der Schweiz mit den BRICS-Staaten Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika.

Baden-Württemberg und die Schweiz sind auch als gegenseitige Investoren von grosser Bedeutung. Der Gesamtbestand der schweizerischen Direktinvestitionen in Baden-Württemberg lag 2014 bei rund 8,7 Mrd CHF, derjenige aus Baden-Württemberg in der Schweiz bei rund 8,3 Mrd.

(AWP)